Teilzeit arbeiten und neue Brückenteilzeit

Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf Teilzeit

Dr. Britta Beate Schön Stand: 30. Juli 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Jeder Arbeitnehmer hat in der Regel einen Anspruch darauf, in Teilzeit zu arbeiten – und zwar nicht nur während der Elternzeit, der Pflegezeit oder der Familienpflegezeit.
  • Arbeitgeber können einen Teilzeitwunsch nicht einfach ablehnen. Sie müssen betriebliche Gründe dafür darlegen, in der Elternzeit sogar dringende betriebliche Gründe.
  • Seit Januar 2019 gibt es die sogenannte Brückenteilzeit: viele Arbeitnehmer haben das Recht, nach der Teilzeit wieder auf eine Vollzeitstelle zurückzukehren.
So gehen Sie vor
  • Berechnen Sie zum Beispiel mit dem Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit, wie es sich auf Ihr Nettogehalt auswirkt, wenn Sie weniger arbeiten.
  • Wollen Sie dauerhaft Teilzeit arbeiten, können Sie das bei Ihrem Arbeitgeber beantragen.

Antrag Teilzeit

  • Möchten Sie für eine gewisse Dauer weniger arbeiten, können Sie einen Antrag auf Brückenteilzeit stellen, falls bei Ihrem Arbeitgeber mindestens 45 Leute arbeiten.

Antrag Brückenteilzeit

Es gibt viele vernünftige Gründe, warum jemand keine 40 Stunden in der Woche arbeiten möchte: mehr Zeit für die Familie, Weiterbildung oder ein ehrenamtliches Engagement. Teilzeitstellen werden aber selten ausgeschrieben, und wer sich auf eine Vollzeitstelle bewirbt und im Bewerbungsgespräch nach Teilzeit fragt, bekommt oft genug eine nett formulierte Absage.

Doch diese Haltung von Unternehmen verkennt, dass Teilzeitangestellte motivierter, produktiver und seltener krank sind – das ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB).

Welche Voraussetzungen gibt es für Teilzeitarbeit?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, seine im Arbeitsvertrag festgelegte Arbeitszeit zu verringern – und zwar nicht nur während oder nach der Elternzeit oder zur Pflege von Angehörigen. Das gilt auch für Arbeitnehmer in leitenden Positionen (§ 6 TzBfG). Ebenso können Minijobber, befristet Beschäftigte oder Mitarbeiter, die bereits in Teilzeit arbeiten, beantragen, weniger Stunden in der Woche zu arbeiten.

Zwei Voraussetzungen müssen für den Anspruch auf Teilzeit erfüllt sein:

  1. Das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate (§ 8 Abs. 1 TzBfG).
  2. Der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 15 Mitarbeiter (§ 8 Abs. 7 TzBfG).

Ist das der Fall, müssen Sie dem Chef nur mitteilen, dass Sie die Arbeitszeit verringern möchten, wie viele Stunden Sie zukünftig arbeiten möchten und wie sie verteilt sein sollten. Das machen Sie am besten schriftlich und mindestens mit drei Monaten Vorlauf. Einen Grund müssen Sie nicht angeben. Es schadet aber sicher nicht, den Wunsch mit drei kurzen Sätzen zu begründen.

Ist der Arbeitgeber einverstanden, muss er den Arbeitsvertrag entsprechend anpassen.

Falls der Chef den Teilzeitwunsch nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn schriftlich ablehnt – eine E-Mail reicht nicht –, verringert sich automatisch die vereinbarte Arbeitszeit im gewünschten Umfang (§ 8 Abs. 5 Satz 2 TzBfG).

Wer schon einmal die Stunden reduziert hat, kann erst wieder nach dem Ablauf von zwei Jahren verlangen, noch weniger zu arbeiten. Auch falls der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen wirksam abgelehnt hat, kann der Arbeitnehmer erst nach Ablauf dieser Karenzzeit einen neuen Antrag stellen (§ 8 Abs. 6 TzBfG).

Wie beantrage ich Teilzeit und Brückenteilzeit?

Sind die Voraussetzungen erfüllt, müssen Sie Ihrem Chef nur mitteilen, dass Sie die Arbeitszeit verringern möchten. Außerdem müssen Sie angeben, wie viele Stunden Sie zukünftig arbeiten möchten und wie sie verteilt sein sollten. Das machen Sie am besten schriftlich und mindestens mit drei Monaten Vorlauf.

Einen Grund müssen Sie nicht angeben. Es schadet aber sicher nicht, den Wunsch mit drei kurzen Sätzen zu begründen. Sie können dazu unser Musterschreiben für einen Antrag auf Teilzeit verwenden.

Hier können Sie sich unser Musterschreiben für einen Antrag auf Teilzeitarbeit herunterladen:
 

Ist der Arbeitgeber einverstanden, muss er den Arbeitsvertrag entsprechend anpassen. Falls der Chef den Teilzeitwunsch nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn schriftlich ablehnt – eine E-Mail reicht nicht –, verringert sich automatisch die vereinbarte Arbeitszeit im gewünschten Umfang (§ 8 Abs. 5 Satz 2 TzBfG).

Wer schon einmal die Stunden reduziert hat, kann erst wieder nach dem Ablauf von zwei Jahren verlangen, noch weniger zu arbeiten. Auch falls der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen wirksam abgelehnt hat, kann der Arbeitnehmer erst nach Ablauf dieser Karenzzeit einen neuen Antrag stellen (§ 8 Abs. 6 TzBfG).

So beantragen Sie Brückenteilzeit

Seit dem 1. Januar 2019 gibt es die sogenannte Brückenteilzeit. Arbeitnehmer haben dadurch die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren, um dann wieder zu ihrer ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren (§ 9a TzBfG).

Zwei Voraussetzungen müssen für den Anspruch auf Brückenteilzeit erfüllt sein:

  1. Das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate (§ 9a Abs. 1 TzBfG).
  2. Der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 45 Mitarbeiter (§ 9a Abs. 1 TzBfG).

Sie müssen im Antrag festlegen, für welchen Zeitraum Sie weniger arbeiten wollen. Sie müssen mindestens ein Jahr weniger arbeiten und höchstens fünf Jahre. Stellen Sie den Antrag per E-Mail oder mit einem Brief drei Monate vor der gewünschten Verringerung der Arbeitszeit. Hier können Sie unser Musterschreiben für die Brückenteilzeit herunterladen.

Hier können Sie sich unser Musterschreiben für einen Antrag auf Brückenteilzeit herunterladen:
 

Ihr Arbeitgeber wird Ihren Teilzeitwunsch mit Ihnen besprechen und eine entsprechende  Vereinbarung aufsetzen. Er muss Ihnen spätestens einen Monat vor Beginn der Teilzeit etwas Schriftliches zukommen lassen. Sollte er sich bis dahin nicht melden oder äußern, dann gilt die Brückenteilzeit genauso, wie Sie sie beantragt haben.

Aus betrieblichen Gründen darf der Arbeitgeber Ihren Antrag auch ablehnen oder weil schon so viele andere Mitarbeiter in Brückenteilzeit sind (§ 9a Abs. 2 TzBfG). Nach Ablauf der vereinbarten Brückenteilzeit kehren Sie automatisch zur ursprünglich im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitszeit zurück.

Welche Auswirkungen hat Teilzeit auf mein Gehalt?

Wer seine Stunden reduziert, verdient weniger. Wer bislang mit 40 Wochenstunden auf 3.000 Euro brutto kommt, verdient mit 30 Stunden genau 750 Euro weniger. Wegen der Steuerprogression bekommen Sie aber netto etwa als kinderloser Arbeitnehmer mit Steuerklasse IV nur rund 396 Euro weniger ausgezahlt. Damit arbeiten Sie zwar 25 Prozent weniger, erleiden netto aber nur Einbußen von rund 20 Prozent. In bestimmten Konstellationen erhöhen Sie dadurch Ihren Netto-Stundenlohn.

Um die finanziellen Folgen besser abschätzen zu können, bietet das Bundesarbeitsministerium den Teilzeitrechner 2019 als App. Damit können Sie berechnen, wie sich Ihr Netto-Gehalt verändert, wenn Sie in Teilzeit arbeiten würden.

Verdienen Sie weniger, zahlen Sie auch weniger in die gesetzliche Rente ein. Bevor Sie die Arbeitszeit verringern, sollten Sie sich daher von der Rentenversicherung beraten lassen. Erkundigen Sie sich, welche Auswirkungen die Teilzeit auf Ihren Rentenanspruch hat.

Was tun, wenn der Arbeitgeber blockiert?

Hält Ihr Chef grundsätzlich nichts von Teilzeit und blockiert erst einmal, müssen Sie wissen, dass Sie rechtlich in einer guten Position sind. Das gilt für alle Berufsgruppen, auch bei qualifizierten Tätigkeiten und leitenden Positionen – und das betrifft Frauen und Männer. Einfach Nein sagen kann der Arbeitgeber nicht. Außerhalb der Elternzeit besteht für ihn die Pflicht, dem Teilzeitwunsch zuzustimmen, sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen.

Das Gesetz nennt als Beispiele für betriebliche Gründe

  • eine wesentliche Beeinträchtigung der Organisation,
  • eine wesentliche Beeinträchtigung des Arbeitsablaufs,
  • eine wesentliche Beeinträchtigung der Sicherheit im Betrieb oder
  • das Entstehen unverhältnismäßig hoher Kosten für den Arbeitgeber.

Häufig lehnen Arbeitgeber den Wunsch nach Teilzeit ab, weil zum Beispiel Firmenkunden erwarten, dass sie während der gesamten betriebsüblichen Arbeitszeit einen festen Ansprechpartner haben, weil sich keine geeignete Ersatzkraft finden lasse oder weil der Einarbeitungsaufwand zu groß sei. Das muss der Arbeitgeber aber konkret belegen. Oft scheitert es schon daran, dass er kein nachvollziehbares, betriebliches Organisationskonzept vorlegt, aus dem sich ergibt, dass der Arbeitnehmer notwendigerweise 40 Stunden arbeiten muss.

Auch die Leitlinien des Bundesarbeitsgerichts machen es dem Arbeitgeber nicht leicht. Beschäftigt dieser in ähnlichen oder vergleichbaren Bereichen bereits eine Teilzeitkraft, kann er den Teilzeitwunsch in der Regel nicht ablehnen. In vielen Fällen lohnt es sich, in Ruhe mit dem Chef zu reden. Übrigens: Der Arbeitgeber kann den Antrag nicht einfach ablehnen. Der Gesetzgeber verpflichtet ihn, mit dem Arbeitnehmer zu verhandeln (§ 8 Abs. 3 TzBfG). Vielleicht einigen Sie sich dann ja auf eine 35- statt 30-Stunden-Woche, sofern Sie bislang 40 Stunden arbeiten.

Hat Ihre Firma Ihren Antrag auf Teilzeit oder Brückenteilzeit abgelehnt, können Sie Ihr Recht vor dem Arbeitsgericht einklagen. Das Gericht prüft, ob der Arbeitgeber tatsächlich ablehnen durfte. Er muss dann darlegen und beweisen, dass er betriebliche Gründe für sein Nein hat.

Gibt es Nachteile, wenn ich in Teilzeit arbeite?

Viele Arbeitnehmer befürchten Nachteile, wenn sie in Teilzeit gehen. Sie verdienen weniger Geld und zahlen weniger in die Rente ein. Auch Aufstiegschancen sind oft genug bei Arbeitnehmern mit Teilzeitjobs begrenzt. Deshalb scheuen gerade Führungskräfte davor zurück, die Arbeitszeit zu reduzieren.

Der Gesetzgeber sieht das anders: Wer in Teilzeit arbeitet, darf deshalb nicht schlechter behandelt oder benachteiligt werden (§§ 4 Abs. 1, 5  TzBfG).

Beim Gehalt oder anderen Leistungen darf der Arbeitgeber grundsätzlich keine Unterschiede machen. Wer in Teilzeit arbeitet, muss deshalb denselben Stundenlohn bekommen, das heißt ein Gehalt, das der Arbeitgeber nur entsprechend der verringerten Arbeitszeit reduzieren darf.

Zahlt der Arbeitgeber Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld, so haben auch Mitarbeiter in Teilzeit darauf einen Anspruch. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts darf der Arbeitgeber das Urlaubsgeld aber anteilig entsprechend der Arbeitszeit kürzen (Urteil vom 15. April 2003, Az. 9 AZR 548/01). Arbeitet jemand zum Beispiel 20 Stunden in der Woche, hat er zumindest Anspruch auf die Hälfte des Urlaubsgelds im Vergleich zu einem Kollegen, der Vollzeit arbeitet.

Der Arbeitgeber darf Sie als Teilzeitkraft auch bei den Überstunden nicht benachteiligen. Arbeiten Sie länger, sollten Sie sich die Überstunden in Freizeit wieder ausgleichen lassen – wie alle anderen Mitarbeiter auch. Einige Unternehmen bieten zudem an, die Überstunden als zusätzliches Gehalt auszuzahlen.

Wichtig für alle Arbeitnehmer, bei denen es laut Arbeits- oder Tarifvertrag Überstundenzuschläge gibt: Auch als Teilzeitkraft haben Sie Anspruch auf Überstundenzuschläge - und zwar ab der ersten Überstunde. Das hat das Bundesarbeitsgericht im Dezember 2018 entschieden (Urteil vom 19. Dezember 2018; Az. 10 AZR 231/18). Wer von dieser Rechtsprechung betroffen ist, sollte umgehend mit seiner Führungskraft oder der Personalabteilung sprechen. Sie können unter Umständen Überstundenzuschläge nachfordern, die Ihr Arbeitgeber in der Vergangenheit nicht gezahlt hat.

Auch Studenten, die regelmäßig in Teilzeit arbeiten, haben Anspruch auf bezahlten Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Einhaltung des Kündigungsschutzes.

Wie viel Urlaub steht mir zu, wenn ich in Teilzeit arbeite?

In vielen Arbeitsverträgen auch für Mitarbeiter in Teilzeit steht zum Urlaubsanspruch, dass der Arbeitnehmer bei einer 5-Tage-Woche einen Jahresurlaub von zum Beispiel 30 Arbeitstagen im Kalenderjahr erhält. Dann kann es für den Mitarbeiter, der 20 Stunden in der Woche arbeitet, unklar sein, wie viele Urlaubstage ihm tatsächlich zustehen. Für die Anzahl der Urlaubstage ist entscheidend, an wie vielen Tagen der Mitarbeiter arbeitet.

Beispiel 1: Arbeitet ein Mitarbeiter an fünf Tagen in der Woche jeweils vier Stunden und hat ein Vollzeitbeschäftigter in der Firma 30 Tage Urlaub, so stehen dem in Teilzeit arbeitenden Mitarbeiter nicht etwa nur 15 Tage Urlaub zu, sondern ebenfalls 30 Tage. Der Urlaubsanspruch ist nur weniger wert. Will der Mitarbeiter in Teilzeit zwei Wochen in Urlaub gehen, beantragt er 10 Urlaubstage – so wie die Vollzeitangestellten auch.

Beispiel 2: Arbeitet ein Mitarbeiter an vier Tagen in der Woche jeweils fünf Stunden und hat ein Vollzeitbeschäftigter in der Firma 30 Tage Urlaub, so stehen dem in Teilzeit arbeitenden Mitarbeiter 24 Tage Urlaub zu (30 x 4 : 5 = 24 Urlaubstage). Will der Mitarbeiter in Teilzeit zwei Wochen in Urlaub gehen, beantragt er acht Urlaubstage. Für die restlichen zwei Tage muss er keinen Urlaub beantragen, da er an diesen Tagen ohnehin nicht zur Arbeit verpflichtet wäre. Er kann also die gesamten zwei Wochen verreisen.

Beispiel 3: Arbeitet ein Mitarbeiter an zwei Tagen in der Woche jeweils acht Stunden und an einem Tag vier Stunden bei einem Urlaubsanspruch von 30 Tagen für einen Mitarbeiter in Vollzeit, so stehen ihm 18 Tage Urlaub zu (30 x 3 : 5 = 18 Urlaubstage). Will der Mitarbeiter in Teilzeit zwei Wochen in Urlaub gehen, beantragt er sechs Urlaubstage und kann zwei Wochen ausspannen.

Von Teilzeit wieder zurück zur Vollzeit?

Einmal Teilzeit, immer Teilzeit? Der Weg zurück oder erstmals in die Vollzeit war für Teilzeitbeschäftigte bisher nicht so einfach. Es gab nämlich keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Arbeitszeit oder Rückkehr zur Vollzeit. Wer wieder länger arbeiten wollte, konnte das dem Arbeitgeber zwar anzeigen, dieser musste dem aber nicht zustimmen. Nur wenn eine freie Stelle zu besetzen ist, muss er den bisher im Teilzeitjob arbeitenden Mitarbeiter bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigen (§ 9 TzBfG).

Besonders Frauen sind von dieser Teilzeitfalle betroffen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiten 72 Prozent der Mütter mit minderjährigen Kindern auf Teilzeitbasis, wohingegen nur 6 Prozent der Väter aus familiären Gründen weniger arbeiten (Stand: März 2018).

Das Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts hat das Risiko der Teilzeitfalle entschärft. Seit dem 1. Januar 2019 gibt es mit der Brückenteilzeit einen gesetzlichen Anspruch auf befristete Teilzeit. Arbeitnehmer können dann ganz unproblematisch wieder nach einer bestimmten Zeit wieder Vollzeit arbeiten. Das gilt allerdings nicht in kleineren Unternehmen mit weniger als 45 Mitarbeitern. Solche Mitarbeiter können wie bisher nur dann wieder Vollzeit arbeiten, wenn der Arbeitgeber damit einverstanden ist.

Wie ist die Teilzeitarbeit während der Elternzeit geregelt?

Während der Elternzeit sind Sie privilegiert. Sie bekommen meist Elterngeld und können leichter in Teilzeit arbeiten. Es gelten besondere Regelungen aus dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (§ 15 BEEG).

Arbeiten mehr als 15 Beschäftigte bei Ihrem Arbeitgeber, haben Sie einen Rechtsanspruch auf Verringerung der Arbeitszeit auf 15 bis 30 Stunden in der Woche. Dazu müssen Sie aber bereits mindestens sechs Monate beschäftigt sein. Die Anzeigefrist ist kürzer. Sie brauchen für den Zeitraum bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes Ihrem Chef erst sieben Wochen vorher schriftlich mitteilen, dass Sie nunmehr in Teilzeit arbeiten wollen. Nur wenn dringende betriebliche Gründe vorliegen, kann der Arbeitgeber Ihren Wunsch ablehnen.

Sie haben zudem das Recht, auch nach der Elternzeit zu der Arbeitszeit zurückzukehren, die vor Beginn der Elternzeit vereinbart war.

Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 30. Juli 2019


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