Teilzeit arbeiten, Brückenteilzeit

Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf Teilzeit

Dr. Britta Beate Schön
Finanztip-Expertin für Recht
23. Juni 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Fast jeder Arbeitnehmer hat das Recht, weniger Stunden zu arbeiten als ursprünglich im Arbeitsvertrag vereinbart.
  • Arbeitgeber mit mehr als 15 Mitarbeitern dürfen einen Teilzeitwunsch nicht einfach ablehnen.
  • Seit Januar 2019 gibt es auch die Brückenteilzeit. Damit kannst Du für eine festgelegte Dauer in Teilzeit gehen und danach wieder Vollzeit arbeiten. Allerdings nur in Unternehmen, bei denen mindestens 45 Personen beschäftigt sind.
So gehst Du vor
  • Berechne mit dem Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit, wie sich die Teilzeit auf Dein Nettogehalt auswirkt.
  • Willst Du dauerhaft weniger arbeiten, kannst Du das bei Deinem Arbeitgeber beantragen.

Antrag Teilzeit

  • Möchtest Du für mindestens ein Jahr oder höchstens für fünf Jahre weniger arbeiten, stellst Du einen Antrag auf Brückenteilzeit.

Antrag Brückenteilzeit

Es gibt viele vernünftige Gründe, keine 40 Stunden in der Woche zu arbeiten: mehr Zeit für die Familie, ein Hobby, Tiere oder Weiterbildung. Teilzeitstellen werden aber selten ausgeschrieben, und wer sich auf eine Vollzeitstelle bewirbt und im Bewerbungsgespräch nach Teilzeit fragt, bekommt oft genug eine Absage. Doch diese Unternehmen verkennen, dass Teilzeitangestellte motivierter, produktiver und seltener krank sind – das ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB).

Wann hast Du Anspruch auf Teilzeit?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, seine im Arbeitsvertrag festgelegte Arbeitszeit zu verringern – und zwar nicht nur während oder nach der Elternzeit oder zur Pflege von Angehörigen. Das gilt auch für Arbeitnehmer in leitenden Positionen (§ 6 TzBfG). Ebenso können befristet Beschäftigte oder Mitarbeiter, die bereits in Teilzeit arbeiten, beantragen, weniger Stunden in der Woche zu arbeiten.

Zwei Voraussetzungen müssen für den Anspruch auf Teilzeit erfüllt sein:

  1. Das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate (§ 8 Abs. 1 TzBfG).
  2. Der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 15 Mitarbeiter (§ 8 Abs. 7 TzBfG).

Keine Benachteiligung wegen Teilzeit

Viele Arbeitnehmer befürchten Nachteile, wenn sie in Teilzeit gehen. Aufstiegschancen sind bei Arbeitnehmern mit Teilzeitjobs oft begrenzt. Deshalb scheuen gerade Führungskräfte davor zurück, die Arbeitszeit zu reduzieren. Der Gesetzgeber sieht das anders: Wer in Teilzeit arbeitet, darf deshalb nicht schlechter behandelt oder benachteiligt werden (§§ 4 Abs. 1, 5 TzBfG).

Wie beantragst Du Teilzeit?

Sind die Voraussetzungen erfüllt, musst Du Deinem Chef nur mitteilen, dass Du die Arbeitszeit verringern willst. Außerdem musst Du angeben, wie viele Stunden Du zukünftig arbeiten möchtest und wie sie verteilt sein sollten. Das machst Du am besten schriftlich oder mit einer E-Mail – Textform reicht seit dem 1. Januar 2020 aus – und mindestens mit drei Monaten Vorlauf (§ 8 Abs. 2 TzBfG).

Einen Grund musst Du nicht angeben. Es schadet aber sicher nicht, den Wunsch mit drei kurzen Sätzen zu begründen. Du kannst dazu unser Mus­ter­schrei­ben für einen Antrag auf Teilzeit verwenden.

Mus­ter­schrei­ben Antrag Teilzeit

Hier kannst Du Dir unser Musterschreiben für einen Antrag auf Teilzeitarbeit herunterladen:

Zum Download

Ist Dein Arbeitgeber einverstanden, muss er den Arbeitsvertrag entsprechend anpassen. Falls er Deinen Antrag nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn ablehnt (eine E-Mail reicht dafür aus), verringert sich automatisch die vereinbarte Arbeitszeit, wie Du es beantragt hast (§ 8 Abs. 5 Satz 2 TzBfG).

Wer schon einmal die Stunden reduziert hat, kann erst wieder nach zwei Jahren (Karenzzeit) einen neuen Antrag stellen. Auch falls Dein Arbeitgeber zu Recht Deinen Antrag aus betrieblichen Gründen abgelehnt hat, kannst Du es erst zwei Jahre später nochmal versuchen (§ 8 Abs. 6 TzBfG).

So beantragst Du Brückenteilzeit

Seit 1. Januar 2019 gibt es die sogenannte Brückenteilzeit. Du hast damit zusätzlich die Möglichkeit, Deine Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren, um danach wieder zu Deiner ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren (§ 9a TzBfG).

Zwei Voraussetzungen müssen für die Brückenteilzeit erfüllt sein:

  1. Das Arbeitsverhältnis besteht länger als sechs Monate (§ 9a Abs. 1 TzBfG).
  2. Der Arbeitgeber beschäftigt mehr als 45 Mitarbeiter (§ 9a Abs. 1 TzBfG).

Du musst im Antrag festlegen, in welchem Zeitraum Du weniger arbeiten willst: mindestens ein Jahr und höchstens fünf Jahre. Du solltest den Antrag per E-Mail oder mit einem Brief drei Monate vor der gewünschten Verringerung der Arbeitszeit einreichen.

Mus­ter­schrei­ben Antrag Brückenteilzeit 

Hier kannst Du Dir unser Musterschreiben für Deinen Antrag auf Brückenteilzeit herunterladen:

Zum Download

Dein Arbeitgeber wird Deinen Teilzeitwunsch mit Dir besprechen und eine entsprechende Vereinbarung aufsetzen. Er muss Dir spätestens einen Monat vor Beginn der Teilzeit seine Entscheidung mitteilen. Sollte er sich bis dahin nicht melden oder äußern, dann gilt die Brückenteilzeit so, wie Du sie beantragt hast.

Aus betrieblichen Gründen darf der Arbeitgeber Deinen Antrag auch ablehnen oder weil zum Beispiel schon so viele andere Mitarbeiter in Brückenteilzeit sind (§ 9a Abs. 2 TzBfG).

Nach Ablauf der vereinbarten Brückenteilzeit kehrst Du automatisch zur ursprünglich im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitszeit zurück.

Welche Auswirkungen hat Teilzeit auf Dein Gehalt?

Wer seine Stunden reduziert, verdient weniger. Er bekommt aber denselben Stundenlohn, das heißt ein Gehalt, das Dein Arbeitgeber nur entsprechend der verringerten Arbeitszeit reduzieren darf.

Erhöhung des Netto-Stundenlohns

In bestimmten Konstellationen erhöht sich Dein Netto-Stundenlohn. Beispiel: Bekommst Du bislang mit 40 Wochenstunden 3.000 Euro brutto, verdienst Du mit 30 Stunden genau 750 Euro brutto weniger. Wegen der Steuerprogression bekommst Du aber netto zum Beispiel als kinderloser Arbeitnehmer mit Steuerklasse IV nur rund 424 Euro weniger ausgezahlt. Damit arbeitest Du zwar 25 Prozent weniger, erleidest netto aber nur Einbußen von rund 19 Prozent.

Um die finanziellen Folgen besser abschätzen zu können, bietet das Bundesarbeitsministerium den Teilzeitrechner 2021. Damit kannst Du berechnen, wie sich Dein Nettogehalt verändert, wenn Du in Teilzeit arbeiten würdest.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Zahlt Dein Arbeitgeber Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld, so hast Du auch als Mitarbeiter in Teilzeit darauf einen Anspruch. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts darf der Arbeitgeber das Urlaubsgeld aber anteilig entsprechend der Arbeitszeit kürzen (Urteil vom 15. April 2003, Az. 9 AZR 548/01). Arbeitet jemand zum Beispiel 20 Stunden in der Woche, hat er Anspruch auf mindestens die Hälfte des Urlaubsgelds im Vergleich zu einem Kollegen, der Vollzeit arbeitet.

Teilzeit und Überstunden

Als Teilzeitkraft darfst Du auch bei den Überstunden nicht benachteiligt werden. Arbeitest Du länger, solltest Du die Überstunden in Freizeit wieder ausgleichen lassen – wie alle anderen Mitarbeiter auch. Einige Unternehmen bieten zudem an, die Überstunden als zusätzliches Gehalt auszuzahlen.

Wichtig für alle Arbeitnehmer, bei denen es laut Arbeits- oder Tarifvertrag Überstundenzuschläge gibt: Auch als Teilzeitkraft hast Du Anspruch auf Zuschläge – und zwar ab der ersten Überstunde (BAG, Urteil vom 19. Dezember 2018, Az. 10 AZR 231/18).

Wie wirkt sich Teilzeit auf Deine Rente aus?

Verdienst Du mit Deiner Teilzeit weniger, zahlst Du auch weniger in die gesetzliche Rente ein. Grundsätzlich bedeuten weniger Punkte auf dem Rentenkonto auch weniger Geld im Alter. Aber nicht immer, denn bei Eltern in Teilzeit können Kinderberücksichtigungszeiten die fehlenden Rentenpunkte zumindest teilweise wieder ausgleichen, wie unser vereinfachtes Beispiel zeigt.

Beispiel 1: Eine Angestellte verdient 41.541 Euro brutto jährlich. Das entspricht dem Durchschnittsentgelt in 2021. Für diese Summe bekommt sie genau einen Entgeltpunkt auf dem Rentenkonto. Arbeitet sie für drei Jahre 20 Prozent weniger, sammelt sie 0,8 Rentenpunkte pro Jahr – insgesamt 2,4 Punkte. Verglichen mit den Rentenpunkten bei Vollzeit, erwirbt sie in Teilzeit 0,6 Rentenpunkte weniger in den drei Jahren. Da ein Rentenpunkt 34,19 Euro wert ist (Rentenwert West), bekommt sie 20,51 Euro weniger Bruttorente im Monat. Auf 25 Jahre hochgerechnet würden ihr rund 6.150 Euro fehlen.

Als Mutter eines Kindes schreibt ihr die Ren­ten­ver­si­che­rung drei Jahre Kindererziehungszeiten gut (§ 70 Abs. 2 SGB VI) – immerhin fast drei Rentenpunkte – und höchstens zehn Jahre Kinderberücksichtigungszeiten (§ 70 Abs. 3a SGB VI). Für sich genommen begründen die Zeiten keinen Rentenanspruch. In Kombination mit Teilzeitarbeit bedeuten sie aber ein Plus von 0,6 Entgeltpunkten für die Angestellte. Das, was ihr durch die Teilzeitarbeit später an Rente fehlt, gleichen die Berücksichtigungszeiten in unserem Beispiel wieder aus.

Wer aber über mehrere Jahre nur Teilzeit arbeitet und weniger verdient, muss mit deutlich weniger Rente rechnen – das lässt sich selbst durch Erziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten nicht ausgleichen. Dazu auch ein vereinfachtes Beispiel (keine Gehaltssteigerung und Berücksichtigung der Inflation).

Beispiel 2: Eine Angestellte verdient 32.000 Euro brutto im Jahr und arbeitet ihr ganzes Berufsleben über in Vollzeit. Nach der Geburt ihrer zwei Kinder nimmt sie jeweils ein Jahr Elternzeit. Mit 67 hört sie auf zu arbeiten und bezieht anschließend eine Rente von knapp 1.500 Euro brutto im Monat.

Würde sie für zehn Jahre lang ihre Arbeitszeit halbieren, verzichtet sie im Alter auf knapp 123 Euro brutto im Monat an Rente. Das klingt nach keiner großen Einbuße, gerade weil sie dafür über zehn Jahre nur 2,5 Tage die Woche gearbeitet hat. Hochgerechnet auf 25 Rentenjahre sind das aber immerhin 37.000 Euro, die im Alter zum Leben fehlen.

Die Berechnung der Rentenhöhe hängt von vielen Faktoren ab. Bevor Du die Arbeitszeit verringerst, solltest Du Dich daher von der Ren­ten­ver­si­che­rung beraten lassen. Erkundige Dich, welche Auswirkungen die Teilzeit auf Deinen Rentenanspruch hat.

Wie viel Urlaub gibt es, wenn Du in Teilzeit arbeitest?

In vielen Arbeitsverträgen steht, dass der Arbeitnehmer bei einer Fünf-Tage-Woche einen Jahresurlaub von zum Beispiel 30 Arbeitstagen im Kalenderjahr erhält. Dann kann es für den Mitarbeiter, der 20 Stunden in der Woche arbeitet, unklar sein, wie viele Urlaubstage ihm tatsächlich zustehen. Für die Anzahl der Urlaubstage ist entscheidend, an wie vielen Tagen der Mitarbeiter arbeitet.

Beispiel 1: Arbeitet ein Mitarbeiter an fünf Tagen in der Woche jeweils vier Stunden und hat ein Vollzeitbeschäftigter in der Firma 30 Tage Urlaub, so stehen dem in Teilzeit arbeitenden Mitarbeiter nicht etwa nur 15 Tage Urlaub zu, sondern ebenfalls 30 Tage. Will der Mitarbeiter in Teilzeit zwei Wochen in Urlaub gehen, beantragt er zehn Urlaubstage – so wie die Vollzeitangestellten auch.

Beispiel 2: Arbeitet ein Mitarbeiter an vier Tagen in der Woche jeweils fünf Stunden und hat ein Vollzeitbeschäftigter in der Firma 30 Tage Urlaub, so stehen dem in Teilzeit arbeitenden Mitarbeiter 24 Tage Urlaub zu (30 x 4 : 5 = 24 Urlaubstage). Will der Mitarbeiter in Teilzeit zwei Wochen in Urlaub gehen, beantragt er acht Urlaubstage. Für die restlichen zwei Tage muss er keinen Urlaub beantragen, da er an diesen Tagen ohnehin nicht arbeiten müsste. Er kann also die gesamten zwei Wochen verreisen.

Beispiel 3: Arbeitet ein Mitarbeiter an zwei Tagen in der Woche jeweils acht Stunden und an einem Tag vier Stunden bei einem Urlaubsanspruch von 30 Tagen für einen Mitarbeiter in Vollzeit, so stehen ihm 18 Tage Urlaub zu (30 x 3 : 5 = 18 Urlaubstage). Will der Mitarbeiter in Teilzeit zwei Wochen in Urlaub gehen, beantragt er sechs Urlaubstage und kann zwei Wochen ausspannen.

Auch Studenten, die in Teilzeit arbeiten und nach Stunden bezahlt werden, haben Anspruch auf bezahlten Urlaub.

Von Teilzeit wieder zurück zur Vollzeit?

Einmal Teilzeit, immer Teilzeit? Der Weg zurück oder erstmals in die Vollzeit war für Teilzeitbeschäftigte bisher nicht so einfach. Es gibt nämlich keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Arbeitszeit. Wer länger arbeiten will, kann das dem Arbeitgeber zwar mitteilen, dieser muss aber nicht zustimmen. Nur wenn es eine freie Stelle gibt, muss er den bisher im Teilzeitjob arbeitenden Mitarbeiter bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigen (§ 9 TzBfG).

Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts wollte der Gesetzgeber die Teilzeitfalle entschärfen, Er führte die Brückenteilzeit ein, löste damit das Problem aber nur teilweise. Seit 1. Januar 2019 können Arbeitnehmer eine Zeit lang weniger und danach wieder Vollzeit arbeiten. Das gilt allerdings nicht in kleineren Unternehmen mit weniger als 45 Mitarbeitern. Solche Mitarbeiter können wie bisher nur dann wieder Vollzeit arbeiten, wenn der Arbeitgeber damit einverstanden ist.

Es hilft auch den Arbeitnehmern nicht, die in Teilzeit begonnen haben, aber gerne länger arbeiten würden. Besonders Frauen sind davon nach wie vor betroffen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiteten 72 Prozent der Mütter mit Kindern, die noch nicht in die Schule gehen, auf Teilzeitbasis, wohingegen nur rund 7 Prozent der Väter aus familiären Gründen weniger arbeiten (Stand: 2019).

Teilzeitarbeit während der Elternzeit

Während der Elternzeit bist Du privilegiert. Du bekommst meist Elterngeld und kannst leichter in Teilzeit arbeiten. Es gelten besondere Regelungen aus dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (§ 15 BEEG).

Arbeiten mehr als 15 Beschäftigte bei Deinem Arbeitgeber, hast Du einen Rechtsanspruch auf Verringerung der Arbeitszeit auf 15 bis 30 Stunden in der Woche. Dazu musst Du aber mindestens sechs Monate beschäftigt sein. Die Anzeigefrist ist kürzer. Du brauchst für den Zeitraum bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes Deinem Chef erst sieben Wochen vorher schriftlich mitzuteilen, dass Du in Teilzeit arbeiten willst. Nur wenn dringende betriebliche Gründe vorliegen, darf der Arbeitgeber Deinen Wunsch ablehnen.

Du hast zudem das Recht, auch nach der Elternzeit zu der Arbeitszeit zurückzukehren, die vor Beginn der Elternzeit vereinbart war.

Was tun, wenn der Arbeitgeber blockiert?

Hält Dein Chef grundsätzlich nichts von Teilzeit und blockiert erst einmal, musst Du wissen, dass Du rechtlich in einer guten Position bist. Das gilt für alle Berufsgruppen, auch bei qualifizierten Tätigkeiten und leitenden Positionen – und das betrifft Frauen und Männer. Einfach Nein sagen kann der Arbeitgeber nicht. Außerhalb der Elternzeit besteht für ihn die Pflicht, dem Teilzeitwunsch zuzustimmen, sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen.

Das Gesetz nennt als Beispiele für betriebliche Gründe

  • eine wesentliche Beeinträchtigung der Organisation,
  • eine wesentliche Beeinträchtigung des Arbeitsablaufs,
  • eine wesentliche Beeinträchtigung der Sicherheit im Betrieb oder
  • das Entstehen unverhältnismäßig hoher Kosten für den Arbeitgeber.

Häufig lehnen Arbeitgeber den Wunsch nach Teilzeit ab, weil zum Beispiel Firmenkunden erwarten, dass sie während der gesamten betriebsüblichen Arbeitszeit einen festen Ansprechpartner haben, weil sich keine geeignete Ersatzkraft finden lasse oder weil der Einarbeitungsaufwand zu groß sei. Das muss der Arbeitgeber aber konkret belegen. Oft scheitert es schon daran, dass er kein nachvollziehbares, betriebliches Organisationskonzept vorlegt, aus dem sich ergibt, dass der Arbeitnehmer notwendigerweise 40 Stunden arbeiten muss.

Auch die Leitlinien des Bundesarbeitsgerichts machen es dem Arbeitgeber nicht leicht. Beschäftigt dieser in ähnlichen oder vergleichbaren Bereichen bereits eine Teilzeitkraft, kann er den Teilzeitwunsch in der Regel nicht ablehnen. In vielen Fällen lohnt es sich, in Ruhe mit dem Chef zu reden. Übrigens: Der Arbeitgeber kann den Antrag nicht einfach ablehnen. Der Gesetzgeber verpflichtet ihn, mit dem Arbeitnehmer zu verhandeln (§ 8 Abs. 3 TzBfG). Vielleicht einigt Ihr Euch auf eine 35- statt 30-Stunden-Woche, sofern Du bislang 40 Stunden arbeitest.

Ist keine Einigung in Sicht, bleibt Dir als letztes Mittel der Weg zum Arbeitsgericht. Das Gericht würde dann überprüfen, ob Dein Arbeitgeber tatsächlich ablehnen durfte. Er müsste dann darlegen und beweisen, dass er betriebliche Gründe für sein Nein hat.