Wohngeld, Antrag und Höhe

So bekommst Du Wohngeld

Dr. Britta Beate Schön
Expertin für Recht
14. Juni 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss für Mieter und Eigentümer, die nur ein geringes Einkommen haben.
  • Seit Januar 2020 können aufgrund einer Reform mehr Haushalte von Wohngeld profitieren. Rund eine Million Haushalte haben Anspruch auf das Wohngeld – aber beantragen es nicht.
So gehst Du vor
  • Überprüfe mit einem Wohngeldrechner, ob Du einen Anspruch auf Wohngeld hast. Gut geeignet ist der Rechner der Stadtentwicklung Berlin.
  • Stell einen Antrag auf Wohngeld bei Deiner Wohngeldbehörde am Ort.

Rund eine Million Haushalte haben Anspruch auf Wohngeld – aber beantragen es nicht. Wie steht es mit Dir? Oder vielleicht kennst Du jemanden, der Wohngeld gut gebrauchen könnte. Falls Du befürchtest, Dein Vermieter könnte auf Deinen Wohngeldantrag seltsam reagieren, sei unbesorgt: Dein Vermieter erfährt gar nichts davon.

Kinderfreizeitbonus: Wenn Du Wohngeld bekommst, gibt es im August 2021 für Familien mit Kindern in der besonderen Corona-Situation einen Kinderfreizeitbonus von 100 Euro. Bekommst Du nur Wohngeld und keinen Kinderzuschlag, dann musst Du einen formlosen Antrag bei der Familienkasse stellen. Ansonsten wird der Bonus einfach auf Dein Konto überweisen. Der Bonus ist Teil des Programms „Aufholen nach Corona“, das der Bundestag am 11. Juni 2021 beschlossen hat.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Rund 550.000 Haushalte haben 2019 Wohngeld bekommen, im Schnitt 150 Euro im Monat. Zu wenig, fand der Gesetzgeber. Durch das Wohn­geld­stärk­ungs­ge­setz sollten ab 2020 etwa 180.000 Haushalte erstmals oder erneut einen Anspruch auf Entlastung bei den Wohnkosten haben. 

Wohngeld gibt es als Mietzuschuss für Mieter und als Lastenzuschuss für Haus- oder Wohnungseigentümer, die selbst in ihrer Immobilie wohnen. Einen Teil Deiner Wohnkosten übernimmt in diesen Fällen der Staat. 

Als Mieter kannst Du einen Zuschuss zur Miete Deiner Wohnung bekommen, wenn Du ein eigenes Einkommen hast – dazu zählen auch Renten, Ar­beits­lo­sen­geld I oder Kurzarbeitergeld. Auch wer im Altenheim lebt, kann eventuell Wohngeld bekommen. Etwa die Hälfte der Wohngeldempfänger sind übrigens Rentner.

Wohnst Du in Deiner eigenen Wohnung oder Deinem eigenen Haus, kannst Du vielleicht auch Wohngeld bekommen – und zwar als Zuschuss zu Deinen monatlichen Zahlungen an die Bank, wenn Du Deine Baufinanzierung zurückzahlst oder zu den Betriebskosten.

Bekommst Du Grundsicherung für Arbeitssuchende (Ar­beits­lo­sen­geld II oder Hartz IV-Leistungen), dann wird Deine Miete bei dieser Sozialleistung schon berücksichtigt. Wohngeld steht Dir dann nicht zu (§ 7 WoGG). Das gilt auch für alle, die Grundsicherung im Alter bekommen oder Sozialhilfe bei Erwerbsminderung.

Wohngeld für Schüler, Studenten und Auszubildende

Für Schüler, Studenten und Auszubildende gelten besondere Regelungen für den Bezug von Wohngeld, da sie vorrangig durch Bafög unterstützt werden. Hast Du einen Anspruch auf Bafög oder Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), bekommst Du kein Wohngeld, da im Bafög die Kosten für Miete enthalten sind.

Bekommst Du kein Bafög, weil Deine Eltern zu viel verdienen oder Dein eigenes Einkommen oder Vermögen zu hoch ist, hast Du auch keinen Anspruch auf Wohngeld. 

Ein Antrag lohnt sich für Dich als Student nur dann, wenn Du aus einem anderen Grund kein Bafög bekommst, zum Beispiel weil Du zu alt für Bafög bist, die Förderungshöchstdauer überschritten hast oder ein Zweitstudium belegt hast. Bevor Du aber in diesen eher seltenen Fällen Wohngeld beantragen kannst, musst Du einen Antrag auf Bafög gestellt haben, der abgelehnt wurde.

Studierende mit Kindern können zusätzlich zum Bafög auch einen Antrag auf Wohngeld stellen. Wende Dich an Dein Studentenwerk und lass Dich beraten, ob Du Aussicht auf Wohngeld hast. 

Wieviel Wohngeld kannst Du bekommen?

Es gibt keine festen Beträge für das Wohngeld. Für jeden Antragsteller berechnet die Wohngeldbehörde individuell, wieviel Wohngeld er bekommen kann.

Der durchschnittliche Wohngeldanspruch für Wohngeldempfänger in Bayern belief sich insgesamt auf 155 Euro im Monat im Jahr 2019. Nordrhein-Westfalen zahlte in demselben Jahr im Schnitt 167 Euro an seine Wohngeldberechtigten.

Aufgrund der Wohngeldreform 2020 erhalten die Haushalte, die bereits Wohngeld bekamen, durchschnittlich 30 Prozent mehr Geld. Ein Zwei-Personen-Haushalt in Berlin der vorher 145 Euro Wohngeld bekam, soll nach der Reform 190 Euro bekommen.

Die Höhe des Wohngeldes hängt von drei Faktoren ab: 

  • Anzahl der Personen, die in Deinem Haushalt leben
  • Höhe des Einkommens
  • Höhe Deiner Miete

1. Anzahl der Personen, die in Deinem Haushalt leben

Zu Deinem Haushalt zählst Du selbst als Antragsteller, Dein Ehegatte, Dein Partner, mit dem Du ohne Trauschein zusammenlebst, Deine Kinder sowie Deine Eltern, wenn Du mit ihnen unter einem Dach lebst.

2. Höhe des Familieneinkommens

Um Wohngeld erhalten zu können, darf Dein monatliches Einkommen einen bestimmten Betrag nicht überschreiten. Der richtet sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder. Das Gesamteinkommen setzt sich aus den Jahreseinkommen aller Haushaltsmitglieder zusammen. Vermindert wird die Summe aber noch um die jeweiligen Abzüge für Sozialversicherungsabgaben und Freibeträge.

Einkünfte - Entscheidend ist das Jahreseinkommen, das Du und die anderen Familienmitglieder in den nächsten zwölf Monaten erwarten könnt – dabei zählen Dein Gehalt als Arbeitnehmer, aber auch Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Bist Du gerade in Kurzarbeit, dann zählt Dein Kurzarbeitergeld als Einkommen. Ar­beits­lo­sen­geld I oder eine Rente sind ebenfalls Einkünfte, die in die Berechnung des Wohngelds einfließen (§ 14 WoGG).

Kindergeld und Kinderzuschlag gehören nicht zu Deinem Einkommen. Ein vom Jugendamt gezahlter Unterhaltsvorschuss hingegen schon. Elterngeld musst Du angeben, der Sockelbetrag von 300 Euro im Monat bleibt anrechnungsfrei.

Abzüge - Um das relevante Einkommen zu berechnen, ziehst Du von Deinem Bruttogehalt den monatlichen Ar­beit­neh­mer­pausch­be­trag in Höhe von 83,33 Euro ab (1.000 Euro / 12 Monate). Von einer steuerpflichtigen Alters- oder Witwenrente darfst Du mindestens 102 Euro im Jahr abziehen, also 8,50 Euro im Monat. Auch Kosten für die Kinderbetreuung in Höhe von zwei Dritteln der Aufwendungen, aber höchstens 4.000 Euro pro Kind und Kalenderjahr, darfst Du abziehen.

Die Summe reduzierst Du jeweils um 10 Prozent für Steuern, 10 Prozent für Kran­ken­ver­si­che­rungsbeiträge und um weitere 10 Prozent für Ren­ten­ver­si­che­rungs­ab­ga­ben – falls solche Abgaben bei Dir anfallen. Insgesamt also bis zu 30 Prozent. Bekommst Du eine steuerpflichtige Rente, werden davon nur 10 Prozent abgezogen, da Du keine Beiträge davon für die Kranken- oder Ren­ten­ver­si­che­rung zahlen musst. Bei einem Minijob wird nichts mehr abgezogen, da der Arbeitnehmer keine weiteren Sozialabgaben zahlen muss. 

Freibeträge - Du darfst einen Freibetrag von 1.800 Euro abziehen, wenn eine schwerbehinderte Person in Deinem Haushalt lebt oder 1.320 Euro, falls Du alleinerziehend bist. Verdient Dein mit Dir zusammenlebendes Kind schon sein eigenes Geld und ist es jünger als 25 Jahre, dann musst Du dessen Einkünfte von bis zu 1.200 Euro im Jahr nicht angeben (§ 17 WoGG). Auch Unterhaltszahlungen von bis zu 3.000 Euro im Jahr für Kinder, die nicht mit Dir zusammen wohnen oder für Deinen geschiedenen Ehepartner von bis zu 6.000 Euro im Jahr kannst Du von Deinen Einkünften abziehen (§ 18 WoGG). 

In den folgenden Tabellen kannst Du ablesen, wieviel Du höchstens verdienen darfst, um in Berlin oder in München Wohngeld zu bekommen.

So viel darfst Du in Berlin verdienen (Mietenstufe IV)

Haushalts-
mitglieder
Grenze für mtl.
Einkommen1
entspricht
Bruttoeinkommen2
1 Person1.061 €1.516 €
2 Personen1.454 €2.077 €
3 Personen1.762 €2.518 €
4 Personen2.297 €3.282 €
5 Personen2.618 €3.741 €

1 Monatlich für das Wohngeld zu berücksichtigende Einkommen (Wohngeld-Netto)
2 Bei einem pauschalierten Abzug von 30 Prozent für Sozialabgaben (Steuern, Kranken- und Ren­ten­ver­si­che­rung)
Quelle: Wohngeldbroschüre 2020, Seite 20 (Stand: März 2021)

So viel darfst Du in München verdienen (Mietenstufe VII)

Haushalts-
mitglieder
Grenze für mtl.
Einkommen1
entspricht
Bruttoeinkommen2
1 Person

1.151 €

1.644 €
2 Personen1.581 €2.259 €
3 Personen1.905 €2.722 €
4 Personen2.440 €3.485 €
5 Personen2.775 €3.965 €

1 Monatlich für das Wohngeld zu berücksichtigende Einkommen (Wohngeld-Netto)
2 Bei einem pauschalierten Abzug von 30 Prozent für Sozialabgaben (Steuern, Kranken- und Ren­ten­ver­si­che­rung)
Quelle: Wohngeldbroschüre 2020, Seite 20 (Stand: März 2021)

Vermögen - Wohnst Du allein, bleiben bei der Wohngeldberechnung 60.000 Euro Vermögen unberücksichtigt. Pro weiteres Haushaltsmitglied sind es weitere 30.000 Euro. Bei einer vierköpfigen Familie werden also 150.000 Euro Vermögen nicht angetastet. Das ist nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kein erhebliches Vermögen (Urteil vom 18. April 2013, Az. 5 C 21.12). Diese Regelungen finden sich auch in den Verwaltungsvorschriften zum Wohngeld (Ziffer 21.37).

3. Höhe der Miete oder der Lasten

Die Wohngeldbehörde geht immer von der sogenannten Brutto-Kaltmiete aus: Miete und sonstige Nebenkosten ohne Heiz- und Warmwasserkosten. Auch die Miete für einen Stellplatz musst Du abziehen.

Bei Wohnungs- oder Hauseigentümern können die monatlichen Zahlungen an die finanzierende Bank zählen. Für Instandhaltungs- und Betriebskosten ist eine Pauschale in Höhe von 36 Euro pro Quadratmeter im Jahr zulässig. Auch die Grundsteuer erhöht die Lasten, zu denen dann ein Lastenzuschuss beantragt werden kann.

Es gibt sieben Mietstufen. In Gemeinden und Kreisen mit besonders hohen Mietpreisen können höhere Mieten bezuschusst werden. In welche Mietstufe Deine Stadt, Gemeinde oder Dein Kreis eingeordnet ist, findest Du auf dieser Liste. Die Mieten in Mietenstufe III entsprechen ungefähr dem Bundesdurchschnitt.

Bei dem Wohngeld wird nicht unbedingt die tatsächliche Miete oder Belastung berücksichtigt. Liegt Deine Miete über dem in Deiner Gemeinde festgelegten Höchstbetrag, wird nur dieser berücksichtigt, auch wenn Du tatsächlich mehr zahlst.

Miethöchstbeträge

 1 Pers.2 Pers.3 Pers.4 Pers.5 Pers.
Stufe I338 €409 €487 €568 €649 €
Stufe II381 €461 €549 €641 €732 €
Stufe III426 €516 €614 €716 €818 €
Stufe IV478 €579 €689 €803 €918 €
Stufe V525 €636 €757 €884 €1.010 €
Stufe VI575 €697 €830 €968 €1.106 €
Stufe VII633 €767 €912 €1.065 €1.217 €

Quelle: Anlage 1 zu § 12 Abs. 1 WoGG

Drei Beispiele zum Miethöchstbetrag:

Eine dreiköpfige Familie aus Steinfurt (Mietenstufe II) zahlt monatlich 650 Euro Miete kalt. Für die Wohngeldberechnung werden nur 549 Euro berücksichtigt – das ist der Miethöchstbetrag. 

Ein Haushalt mit 5 Personen aus Kiel (Mietenstufe V) wohnt im Eigenheim. Monatlich zahlen sie 1.000 Euro an die Bank und 200 Euro Betriebskosten. Berücksichtigt werden 1.010 Euro für die Berechnung des Wohngelds.

Ein Single in Berlin (Mietenstufe IV) zahlt 320 Euro Miete. Das liegt unter dem Höchstbetrag von 478 Euro. Die Wohngeldbehörde berücksichtigt die gesamte Miete.

Wie berechnet sich Dein Anspruch auf Wohngeld?

Wieviel Wohngeld Du genau bekommst, berechnet sich nach einer komplizierten Formel, in der die Miete, das Gesamteinkommen und die Anzahl der Haushaltsmitglieder eingesetzt werden (§ 19 WoGG). Einfach ausrechnen funktioniert nicht. Du findest aber im Internet einige Wohngeldrechner, die Dir helfen, einen ersten Überblick zu bekommen.

Zudem existieren Wohngeldtabellen, die Dir eine Orientierung bieten könnten. Sie geben nicht den exakten Wohngeldbetrag an, sondern immer eine Spanne. Leider sind die Tabellen extrem unübersichtlich, so dass es schwerfällt, den tatsächlichen Anspruch auf Wohngeld abzulesen.

CO2-Komponente ab 2021

Durch ein neues Gesetz werden Haushalte, die Wohngeld bekommen, bei den Heizkosten entlastet: Du bekommst einen CO2-Zuschlag zur Miete. Der Zuschlag staffelt sich nach der Größe des Haushalts (§ 12 Abs. 6 WoGG). Der Wohngeldanspruch für einen 4-Personenhaushalt erhöht sich zum Beispiel um 25,80 Euro.

Beispiel: Ehepaar mit zwei Kindern in Münster

Beide Eheleute sind Arbeitnehmer, ein Partner entrichtet Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung, zur gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung und zahlt Steuern vom Einkommen; der andere arbeitet in einem Minijob. Münster hat die Mietenstufe V. Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung des monatlich relevanten Einkommens und des Wohngeldanspruchs.

Berechnung

 EhefrauEhemann
Bruttoeinkommen1.990,00 €430 €
./. Arbeitnehmer-
pauschbetrag
   - 83,33 €
1.906,67 €
(-)
430 €
./. pauschaler
Abzug (30%)
-  572,00 €
1.334,67 €
(-)
430 €
Gesamteinkommen1.764,67 €
Bruttokaltmiete770 €
Höchstbetrag884 €
zu berücksichtigende Miete770 €
monatliches Wohngeld258 €
+ Heizkostenzuschuss25,80 €
Wohngeld insgesamt

283,80 €

Regelmäßige Anpassung an Miet- und Einkommensentwicklung

Ab 1. Januar 2022 wird die Höhe des Wohngelds alle zwei Jahre an die aktuelle Miet- und Einkommensentwicklung angepasst. Außerdem werden die Freibeträge für pflegebedürftige oder behinderte Menschen erhöht.

Wie beantragst Du Wohngeld?

Einen Antrag auf Wohngeld kannst Du bei der Wohngeldbehörde Deiner Gemeinde, Stadt oder Kreisverwaltung stellen. Oft ist das Thema Wohngeld auch bei den Sozialämtern angesiedelt. Das Formular findest Du in aller Regel auch online auf der Website Deiner Stadt, Deines Kreises oder des zuständigen Ministeriums in Deinem Bundesland.

Wohnst Du in Nordrhein-Westfalen, kannst Du Wohngeld auch online beantragen. Dazu musst Du zunächst den NRW-Wohngeldrechner nutzen, alle Fragen beantworten, bevor Du zum Online-Antrag geleitet wirst.

Für den Mietzuschuss musst Du das Einkommen der Familienmitglieder nachweisen und die Höhe und Zusammensetzung der Miete belegen. Beim Lastenzuschuss muss anstelle der Miete die Belastung (aus Kapital- und Bewirtschaftungskosten) nachgewiesen werden. Deinen 8-seitigen Antrag musst Du unterschreiben. 

Hast Du noch nicht alle Unterlagen zusammengesucht, kannst Du den Antrag auf Wohngeld auch zunächst formlos stellen. Den amtlichen Vordruck samt Nachweisen musst Du aber spätestens innerhalb eines Monats nach Abgabe des formlosen Antrags nachreichen.

Eigentlich ist es sinnvoll, dass Du nach einer Terminvereinbarung persönlich Deinen Antrag in der Behörde abgibst. So kann der Sachbearbeiter in Deiner Anwesenheit prüfen, ob alle Unterlagen vollständig sind. Rückfragen kannst Du gleich klären. Während der Corona-Pandemie sind allerdings viele Ämter nur sehr eingeschränkt geöffnet. Du musst Dich darauf einstellen, dass die Bearbeitung Deines Antrags zwischen drei und sechs Wochen dauern kann.

Bewilligungsdauer

Die Behörde bewilligt Wohngeld immer für zwölf Monate (§ 25 WoGG). Etwa zwei Monate vor Ablauf der Förderdauer solltest Du eine Verlängerung beantragen – das nennt sich Weiterleistungsantrag.

Innerhalb der bewilligten 12 Monate kannst Du in drei Fällen eine Erhöhung beantragen (§ 27 WoGG):

  1. mehr Personen im Haushalt (etwa durch die Geburt eines Kindes)
  2.  weniger Einkommen (von mindestens 15 Prozent zum Beispiel durch Kurzarbeit)
  3. Erhöhung der Miete (von mindestens 15 Prozent)

Tipp für Familien: Kinderzuschlag beantragen

Familien, die Wohngeld beziehen, haben oft auch Anspruch auf den Kinderzuschlag. Stell beide Anträge am besten gleichzeitig. In Berlin zum Beispiel hängt der Antrag für den Zuschlag am Wohngeldformular. Viele Hinweise und Tipps dazu findest Du in unserm Ratgeber Kinderzuschlag.

Welcher Wohngeldrechner ist zu empfehlen?

Es gibt viele verschiedene Rechner, mit denen Du herausfinden kannst, ob Du Wohngeld bekommst und in welcher Höhe. 

Mit dem Wohngeldrechner des Bundesministeriums kannst Du Dir einen ersten Überblick verschaffen, ob Dir Wohngeld zusteht und wieviel. Abgefragt werden nur fünf Werte: Anzahl der Haushaltsmitglieder insgesamt, Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, monatliches Gesamteinkommen, monatliche Brutto-Kaltmiete sowie Mietenstufe.

Wir haben folgenden Beispielfall gebildet: Eine Familie mit 4 Haushaltsmitgliedern lebt in Münster (Mietenstufe V) verfügt über ein Gesamteinkommen von 2.200 Euro und zahlt eine Miete von 1.200 Euro. Der Rechner ermittelt einen monatlichen Anspruch von Wohngeld in Höhe von 96 Euro.

Der Stadtentwicklungsrechner in Berlin ist sehr viel ausführlicher und bietet in vier Schritten Berechnungen für alle Bundesländer an. Es werden zusätzlich auch Freibeträge abgefragt, die Mietkosten werden genauer aufgeschlüsselt. Das Einkommen wird für jedes Haushaltsmitglied abgefragt. Auch für Eigentümer ist der Rechner besonders geeignet, da anhand der Quadratmeter der Wohnung automatisch die Pauschale für die Instandhaltungskosten ausgerechnet wird.

Fragen und Antworten zum Wohngeld

Informativ ist auch unser Blog-Artikel zum Wohngeld. Dort findest Du viele interessante Leser-Fragen und viele hilfreiche Antworten. Zum Blog: Wohngeld – schon beantragt? 

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