Der Basistarif in der PKV

Notlösung bietet Kassenleistungen für Privatversicherte

Das Wichtigste in Kürze

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Der Basistarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) soll Privatversicherten helfen, die ihre Beiträge nicht mehr bezahlen können – oder lange Zeit keine Krankenversicherung hatten und sich nun privat versichern müssen. Die Versicherer dürfen den Basistarif niemandem verweigern, der die Voraussetzungen dafür erfüllt. Zudem darf es beim Wechsel keine Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse geben.

Ein Privatversicherter, der seinen Vertrag vor 2009 abgeschlossen hat, kann in den Basistarif wechseln, wenn er

  • mindestens 55 Jahre alt ist,
  • oder eine Rente beziehungsweise Beamtenpension bezieht,
  • oder nachweislich die Versicherungsprämie nicht mehr aufbringen kann.

Wer sich erst nach dem 1. Januar 2009 privat krankenversichert hat, darf jederzeit und ohne Vorbedingungen den Basistarif in Anspruch nehmen.

Basistarif bietet Kassenleistungen

Der Basistarif muss nach Art, Umfang und Höhe mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen vergleichbar sein (§ 193 Abs. 5 VVG) Das bedeutet, dass der Versicherte auf den oft umfangreicheren Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung verzichten muss. Mitunter unterscheiden sich die Leistungen im Basistarif beträchtlich von denen einer guten privaten Vollkrankenversicherung.

Probleme bei der Kostenerstattung

Die Kassenärztliche Vereinigung muss die Versorgung der Patienten im Basistarif gewährleisten. Im Gegenzug müssen die Versicherten bei einem Arztbesuch darauf hinweisen, dass sie im Basistarif sind, denn die Kassenärzte rechnen dann andere Gebührensätze ab als üblicherweise bei Privatpatienten. Manchmal bleiben Patienten im Basistarif auch auf einem Teil ihrer Arztrechnungen sitzen. Das ist in der Regel der Fall, wenn sie sich nicht von Kassenärzten behandeln lassen oder bewusst Leistungen in Anspruch nehmen, die über jene in der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen. Diese Differenz bekommen die Versicherten dann nicht von ihrer privaten Krankenversicherung erstattet. Deswegen ist es oft ratsam, in einen anderen Tarif des Versicherers zu wechseln statt in den Basistarif. Gibt es einen Konflikt über die Erstattung einer Leistung, können sich Patienten im Basistarif an die zuständige Kassenärztliche oder Kassenzahnärztliche Vereinigung wenden.

Sozialtarife in der PKV

Mehr Informationen über die Sozialtarife in der PKV erhalten Sie in der gleichnamigen Broschüre des PKV-Verbands und in unserem Ratgeber zum Standardtarif in der PKV.

Altersrückstellungen werden mitgenommen

Privatversicherte, die innerhalb einer Versicherungsgesellschaft in den Basistarif wechseln, nehmen ihre Altersrückstellungen in voller Höhe mit. Die Altersrückstellung ist der Betrag, den die Versicherung aus den Prämien des Versicherten anspart, um die Beiträge im Alter konstant zu halten. Theoretisch können Versicherte auch in den Basistarif eines anderen privaten Krankenversicherers wechseln, dann verlieren sie allerdings einen beträchtlichen Teil ihrer Altersrückstellungen.

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Höchstbeitrag wie in der gesetzlichen Krankenversicherung

Der Höchstbeitrag im Basistarif ist begrenzt auf den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung plus den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Kassen; 2017 liegt dieser Höchstbeitrag bei rund 683 Euro im Monat. Erhöht sich die jeweils geltende Beitragsbemessungsgrenze, steigt auch der Höchstbeitrag. Wenn das Bundesministerium für Gesundheit den durchschnittlichen Zusatzbeitrag der gesetzlichen Kassen veröffentlicht, erhöht sich der Höchstbeitrag im Basistarif ebenfalls – und zwar immer rückwirkend zum 1. Januar eines Jahres. 2017 erheben die Kassen im Durchschnitt einen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent des Bruttoeinkommens.

Sofern Versicherte hilfsbedürftig sind oder durch zu hohe Krankenversicherungsbeiträge hilfsbedürftig werden, reduziert sich die Versicherungsprämie um die Hälfte. In Notlagen müssen Privatversicherte im Basistarif also nur eine Prämie von 341,50 Euro (Stand 2017) bezahlen. Ist das immer noch zu teuer, beteiligt sich der Träger der Grundsicherung am verminderten Beitrag. Der Begriff Hilfsbedürftigkeit orientiert sich am Sozialgesetzbuch (§ 9 SGB II).

Selbstbehalt und Zusatzversicherungen sind möglich

Die Versicherungsunternehmen müssen Versicherten im Basistarif eine Selbstbeteiligung anbieten, und zwar in Höhe von 300, 600, 900 oder 1.200 Euro im Jahr. Die Entscheidung für einen solchen Selbstbehalt ist allerdings nur sinnvoll, wenn der Versicherer im Gegenzug auch die monatliche Prämie zur Krankenversicherung reduziert. Gerade bei niedrigeren Selbstbehaltsstufen ist das nicht immer der Fall. Grundsätzlich müssen Versicherte den Selbstbehalt im Basistarif mindestens drei Jahre beibehalten. Stellt sich jedoch heraus, dass durch die vereinbarte Selbstbeteiligung der Versicherungsbeitrag nicht angemessen sinkt, kann der Versicherte jederzeit eine Umstellung in den Basistarif ohne Selbstbehalt verlangen.

Versicherte im Basistarif können außerdem Zusatzversicherungen beim selben oder einem anderen Anbieter abschließen, um ihre Gesundheitsversorgung über das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus aufzustocken.

Ist der Standard- oder Basistarif sinnvoller?

Viele Privatversicherte, die 55 Jahre oder älter sind, können zwischen dem Basistarif und dem Standardtarif wählen. Der Standardtarif ist in den meisten Fällen die deutlich billigere Variante, da der Beitrag des Basistarifs in der Regel dem Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung entspricht – hinzu kommt noch der durchschnittliche Zusatzbeitrag. Die Prämie sollte aber nicht allein entscheiden, da der Basistarif in einigen Bereichen etwas bessere Leistungen bietet. Folgende Tabelle hilft bei der Wahl des richtigen Tarifs:

  Standardtarif   Basistarif
Beitrag meist erheblich niedriger als Höchstbeitrag zur GKV; maximal 150 % des GKV-Höchstbeitrags für privat versicherte Ehepaare   in der Regel GKV-Höchstbeitrag plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag pro Person; Hälfte bei Hilfsbedürftigkeit nach § 9 SGB II
Leistungen entsprechen Kassenleistungen; freie Wahl bei Fach- und Privatärzten   entsprechen Kassenleistungen; Arzt mit Kassenzulassung ist erste Anlaufstelle; deutlich bessere Leistungen bei Kuren, Haushaltshilfe, Krankentagegeld, Psychotherapie, Soziotherapie, Hilfs- und Heilmitteln, Reha-Leistungen und Palliativversorgung
Zusatzversicherungen nicht möglich, bis auf Auslandsreisekrankenversicherung und Krankentagegeld   möglich, Krankentagegeld bereits mitversichert

Mehr dazu im Ratgeber interner Tarifwechsel

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Peter Neitzsch

freier Finanztip-Mitarbeiter

Als freier Autor arbeitet Peter Neitzsch im Versicherungsressort von Finanztip. Der freiberufliche Journalist schreibt vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Vor der Selbstständigkeit leitete er das Wirtschaftsressort von stern.de. In Dresden und Paris studierte Peter Neitzsch Sozialwissenschaften und absolvierte danach die Berliner Journalisten-Schule. Im Anschluss arbeitete er unter anderem am Newsdesk der Frankfurter Rundschau und von tagesschau.de.

Finanztip-Redaktion

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.