Provision für vermittelte Versicherungen

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In Kürze: Die "kostenlose" Beratung Ihres Versicherungsagenten oder eines unabhängigen Versicherungsvermittlers ist letztlich nicht kostenfrei. Beim Abschluss der Versicherungspolice wird zwar keine Rechnung ausgestellt. Die Kosten der Vermittlung sind dafür in den höheren Versicherungsprämien für an den Vermittler zu zahlende Abschluss- und Folgeprovisionen entsprechend kalkuliert. Gewerblich besonders zugelassene zugelassene Versicherungsberater und zugelassene Rentenberater erhalten keine Provisionen und die Kunden müssen für ihre Beratung ein zeitabhängiges Honorar zahlen. Nachstehend werden die verschiedenden Tätigkeiten der Versicherungsvermittlung mit ihren Provisionsansprüchen kurz dargestellt.

Übliche Höhe von Versicherungsprovision

Am höchsten sind die Provisionen im gewerblichen Bereich, der Altersvorsorge und der privaten Krankenvollversicherung. Dies wird u.a. damit begründet, dass es sich um besonders erklärungsbedürftige Versicherungen handelt. Bei Sachversicherungen, Haftpflichtversicherungen und Unfallversicherungen ist die einmalige Abschlussprovision gering. Dafür erhalten die Vermittler in den Folgejahren aber Bestandspflegeprovisionen.
Während Vertreter, Strukturvertriebe und Versicherungsmakler eine Provision bzw. Courtage für die Vermittlung des Versicherungsvertrages erhalten, dürfen die mit besonderer Erlaubnis gemäß § 34e Abs. 1 GewO ausgestatteten Versicherungsberater keine Provision annehmen, sondern erbringen eine kostenpflichtige Beratungsleistung, die zumeist zeitabhängig pauschal zu bezahlen ist. Es gibt aber auch viele Direktversicherer am Markt, die praktisch ohne Außendienst auskommen und so erhebliche Vertriebskosten sparen. Gerade bei Sachversicherungen können sich viele Bürger selbst einen Überblick verschaffen und per Post, Telefon oder Mail mit dem Versicherer kommunizieren. Der Bürger steht daher bei einem Versicherungs-Check vor der Frage: "Mit wem will ich über meinen Versicherungsschutz sprechen?"

Versicherungsvermittler sind Versicherungsvertreter und Versicherungsmakler

Der § 59 VVG enthält die Definitionen zu Versicherungsvertreter, Versicherungsmakler und Versicherungsberater. Der Begriff Versicherungsvertreter oder Versicherungsagent kennzeichnet die Ausübung einer haupt- oder nebenberuflichen Tätigkeit für zumeist eine bestimmte Versicherungsgesellschaft (Einfirmenvertreter oder Ausschließlichkeitsvertreter). Die Titel sind unterschiedlich und reichen zum Beispiel vom Vertrauensmann bis hin zum Bezirksdirektor. Die Vertragsbeziehungen zu dieser Versicherungsgesellschaft (z.B. Provisionsvereinbarungen) sind in einem Agenturvertrag geregelt. Der Versicherungsvertreter hat nach dem Versicherungsvertragsgesetz dem Kunden mitzuteilen, für welche Versicherer er seine Tätigkeit ausübt und ob er für diese ausschließlich tätig ist (vgl. § 60 Abs. 2 VVG). Derartige Vermittler benötigen gemäß § 34d Abs. 4 GewO keine besondere Erlaubnis für ihre Tätigkeit, sofern der Versicherer für sie die uneingeschränkte Haftung aus ihrer Vermittlungstätigkeit übernimmt.
Unter den Begriff "Versicherungsvermittler" kann auch der Mehrfach-Agent (§ 84 HGB) und der Versicherungsmakler (§ 93 HGB) fallen. Diese Personen und Unternehmen sind nicht an eine spezielle Versicherungsgesellschaft gebunden. Die Rechtsbeziehungen zur Versicherungsgesellschaft sind auch verschieden. Der Versicherungsvertreter hat nur einen Vertrag mit der jeweiligen Versicherungsgesellschaft und erhält eine Provision während der Versicherungsmakler einen Vertrag mit dem Kunden abschließt und eine Courtage erhält.
Daher kann der Kunde ggf. den Makler schadenersatzpflichtig machen, wenn dem Makler eine zumindest sehr fahrlässige Falschberatung nachgewiesen werden kann. Beispiel: Sorgfaltspflichten der Versicherungsmakler. Auch der Makler muss - wie andere Vermittler - eine hohe Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Der Makler erhält für sein vermitteltes Geschäft vom Versicherungsunternehmen eine Courtage. Die Courtage ist in der Regel ein Entgelt, das sich aus einem Vermittlungsentgelt (für den Erstvertrag und/oder die Nichtkündigung des bestehenden Vertrages) und einem Betreuungsentgelt (für Verwaltung und Bestandspflege) zusammensetzt. Der Makler steht in einem Interessenkonflikt. Viele preiswerte Versicherungsunternehmen zahlen teilweise nur geringe oder manchmal überhaupt keine Vermittlungsprovisionen. Das Interesse des Versicherungsmaklers kollidiert mithin mit dem Interesse des Kunden an niedrigen Versicherungsbeiträgen. Häufig betreut der Versicherungsmakler seinen Kunden auch in anderen Versicherungsverhältnissen. Website: Verband Deutscher Versicherungsmakler e.V
Nach der Regelung zur Beratungsgrundlage des Versicherungsvermittlers hat der Versicherungsmakler gemäß § 60 VVG dem Kunden seinem Rat eine hinreichende Zahl von auf dem Markt angebotenen Versicherungsverträgen und von Versicherern zu Grunde zu legen, so dass er nach fachlichen Kriterien eine Empfehlung dahin abgeben kann, welcher Versicherungsvertrag geeignet ist, die Bedürfnisse des Versicherungsnehmers zu erfüllen. Dies gilt nicht, soweit er im Einzelfall vor Abgabe der Vertragserklärung des Versicherungsnehmers diesen ausdrücklich auf eine eingeschränkte Versicherer- und Vertragsauswahl hinweist.

Pflichten der Versicherungsvermittler

Die Umsetzung der Versicherungsvermittler-Richtlinie der EU in deutsches Recht hat die Rechte der Versicherten deutlich verbessert. So müssen mit Ausnahme der nebenberuflichen Vermittler die Versicherungsvermittler eine fachliche Mindestqualifikation aufweisen. und eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Der Versicherungsvermittler hat den Kunden darüber zu informieren, ob er ein gebundener Vermittler (Einfirmen-Vertreter oder Mehrfach-Agent) oder ein ungebundener Vermittler (Makler) ist (siehe hierzu im Detail die Versicherungsvermittlungsverordnung und zwar § 11 VersVermV). .
Außerdem muss er sich in einem öffentlichen Register bei den Industrie- und Handelskammern eintragen lassen. Im Versicherungsvermittlerregister sind die gewerbebezogenen Daten des Versicherungsvermittlers bzw. Versicherungsberaters frei einsehbar. Das Register soll die Überprüfung ermöglichen, ob ein Versicherungsvermittler oder - berater zugelassen ist und so für mehr Transparenz und Verbraucherschutz sorgen.
Auf der Website des Versicherungsvermittlerregisters stehen für die Ausübung der Tätigkeit als Vermittler umfangreiche Merkblätter zum Download bereit. Dies sind die Merkblätter zu: Versicherungsvermittler mit Erlaubnis, Sachkundenachweis und Sachkundeprüfung, Gebundene Versicherungsvertreter, Versicherungsvermittler mit Erlaubnisbefreiung und Versicherungsberater.

Versicherungsberater - unabhängig aber kostenpflichtig

Versicherungsberater mit besonderer Erlaubnis der IHK gemäß § 34e Abs. 1 GewO sind unabhängige und neutrale Berater und Vertreter in allen Versicherungsangelegenheiten und frei von Abhängigkeiten jeglicher Art, die ihre Berufsausübung beeinträchtigen. Sie dürfen zur Wahrung der beruflichen Unabhängigkeit keine Bindungen eingehen, die ihre Entscheidungsfreiheit beeinträchtigen könnten oder auch nur solchen Anschein erwecken. Versicherungsberater dürfen gemäß Absatz 3 der Vorschrift von den Versicherungsunternehmen keine Provision oder Courtage annehmen. Nur so können sie unabhängig und neutral in ihrer Beratung sein. Der Versicherungsberater erhält dafür vom Kunden ein Honorar. In Deutschland gibt es nur ungefähr 100 Versicherungsberater, die teilweise auch als unabhängige Gutachter tätig sind.

Finanzprodukt-Vertriebsorganisationen / Strukturvertriebe

Der Begriff "Strukturvertrieb" ist spätestens seit dem Vertrieb von Bauherrenmodellen bzw. Erwerbermodellen negativ besetzt. Hiermit werden grundsätzlich - aber mit Schwerpunkt in der Finanzbranche - Organisationen und Unternehmen bezeichnet, bei denen die Provisionsverteilung "pyramidenförmig" erfolgt. Je höher ein Mitarbeiter eine hierarchische Ebene im Vertrieb erreicht, desto größer ist die Anzahl der abgeschlosseneen Verträge, an denen er partizipiert. Die größsten und bekanntesten Organisationen für den Vertrieb von Finanz- und Versicherungsprodukten sind: "DVAG, AWD, MLP, OVB, Bonnfinanz und HMI". Dies bedeutet nicht, dass diese Unternehmen unabhängig sind. Gesellschafter der DVAG ist zum Beispiel die AachenMünchener, die wiederum zur italienischen Generali gehört und der AWD gehört zu Swiss Life.

Verdeckte Provisionen (Kick-Backs)

Bei der Zahlung von verdeckten Provisionen ist eine Interessenkollision vorprogrammiert. Die Höhe der Vermittlungsprovision ist daher ein wichtiges Kriterium für die des Versicherungskunden. So ist zum Beispiel auch die Zulassung als Rentenberater mit einer Tätigkeit als "Versicherungsvermittler oder Finanzdienstleister" wegen Interessenkollision unvereinbar. Auch Inhaber einer Rechtsberatungserlaubnis, so zum Beispiel Versicherungsberater, Anwälte und Steuerberater, riskieren den Entzug ihrer Zulassung, wenn sie provisionsorientiert etwa eine Beratungs- und Vermittlungstätigkeit ausüben oder etwa als Vermögensberater bzw. Versicherungsmakler tätig sind.
In dieses Feld gehört auch ein "Beratungsmodell" bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Der Kunde zahlt für die Prüfung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ein festgelegtes Honorar, das jedoch - wenn es dann zur Vermittlung von Altersvorsorgeprodukten kommt, über eine (gesetzlich unzulässige) "Provisionsabgabe" verrechnet wird. Letzlich bezahlt der Kunde in den meisten Fällen doch kein echtes Honorar für die angeblich unabhängige Beratung. Weil für die Prüfung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zahlreiche Rechtsfragen zu beachten sind, kann insoweit eine unerlaubte Rechtsberatung vorliegen. Folge: Die abgeschlossenen Versicherungsverträge können ggf. rückabgewickelt werden.

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Stornohaftung beim Versicherungs-Vermittler

Für die Vermittlung einer Versicherung erhält der Vermittler in der Regel eine Abschlussprovision. Kündigt der Versicherungsnehmer frühzeitig den Versicherungsvertrag wieder, wird die Provision des Vermittlers innerhalb der so genannten Stornohaftungszeit anteilig bis vollständig gekürzt.Je kürzer der Stornozeitraum, desto besser für den Vermittler.
Besonders lang ist der Stornozeitraum für Versicherungen, bei denen der Versicherer bei Kündigung des Versicherungsvertrages einen Rückkkaufswert zu zahlen hat (vgl. § 169 VVG). Nach Absatz 3 dieser Vorschrift sind für die Ermittlung des Rückkaufswerts bei vorzeitiger Vertragsbeendigung die Abschlusskosten und Vertriebskosten auf die ersten fünf Vertragsjahre zu verteilen. Viele Versicherer haben daher auch den Zeitraum für die Stornohaftung für Provisionen bzw. Courtagen für derartige Versicherungsverträge (z.B. Kapitallebensversicherung) auf bis zu 5 Jahren verlängert. Vorzeitig an den Vermittler gezahlte Abschlussprovisionen stellen insoweit Darlehen der Versicherungsgesellschaft an den Vermittler dar.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Finanztip-Redaktion

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.