Tipps & Tricks

PKV-Beiträge steigen 2027 stark: So steuerst Du gegen

In der privaten Krankenversicherung steigen die Beiträge 2027 für viele Versicherte deutlich – stärker als in der gesetzlichen. Wir zeigen Dir, wie Du sparst.

Nathanael Häfner
Nathanael Häfner • Unfall & BU
PKV
Unsere Empfehlungen

Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung. Empfehlungen sind aufwändig recherchiert und basieren auf den strengen Kriterien der Finanztip-Expertenredaktion. Mehr Infos

Von unseren Finanztip-Experten empfohlen
Streng nach dem Prinzip unseres Redaktionskodex

Bist Du privat krankenversichert? Dann ist die Gefahr groß, dass Dein Beitrag Anfang 2027 stark steigt: Der PKV-Verband erwartet für mehr als jeden zweiten Versicherten eine Erhöhung um ø 13,4 % – spätere unterjährige Erhöhungen noch nicht einkalkuliert.

Wie viel ist das im Vergleich?

  1. Im Schnitt 7 bis 18 % teurer pro Jahr wurde es in den vergangenen drei Jahren – ebenfalls für immer mehr als die Hälfte der PKV-Versicherten
  2. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt 2027 der Höchstbeitrag, gerechnet mit dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag, nach aktuellem Stand um 9,7 % von 1.017,19 auf 1.115,63 € im Monat. Bei Spitzenverdienern in der GKV steigt der Beitrag also weniger als beim durchschnittlichen Betroffenen in der PKV. Bist Du angestellt, zahlt Dein Arbeitgeber die Hälfte. Das gilt bis zu einer Höchstgrenze auch in der PKV.

    Warum sich das schon sagen lässt? In der GKV hängt der Beitrag von Deinem Gehalt ab. Du zahlst aber nur bis zu einer gewissen Gehaltsgrenze Beiträge. Mittlerweile steht praktisch fest, dass sie 2027 deutlich steigt. Gleichzeitig rechnet der GKV-Schätzerkreis mit einem konstant bleibenden durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 %. Zusammen ergibt das den höheren Höchstbeitrag.

    Tatsächlich kann sich das aber noch ändern. Der Zusatzbeitrag von ø 2,9 % ist nur ein Orientierungswert des Gesundheitsministeriums. Schon dieses Jahr ist der wahre Durchschnitt höher. Und: Wie viel Du zahlst, hängt von Deiner Krankenkasse ab. Jede bestimmt ihren Zusatzbeitrag selbst, teils sogar über 4 %. Der maximale Höchstbeitrag wird also noch etwas höher sein
  3. Die langfristige Tendenz bei GKV und PKV ist ähnlich: Laut Wissenschaftlichem Institut der PKV sind die Beitragseinnahmen je Versichertem von 2006 bis 2026 in der PKV um ø 3,4 % pro Jahr gestiegen, in der GKV um ø 3,9 %
So gehst Du vor
  1. Erhöhung prüfen lassen

    Hast Du eine saftige PKV-Erhöhung bekommen, lohnt es sich eventuell, sie von unseren Empfehlungen prüfen zu lassen. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber.
     

    RA Pilz, Wesser & Partner*
    Rechtsanwaltskanzlei Dr. Johannes Fiala
  2. Innerhalb der PKV sparen

    Prüf v. a. einen Tarifwechsel bei Deinem Versicherer, aber auch Risikozuschläge und Selbstbehalt. Den Versicherer solltest Du nicht wechseln. Details hier.

  3. GKV-Wechsel prüfen

    Muss es unbedingt die PKV sein? Unter bestimmten Bedingungen kannst Du auch zurück in die GKV – ab 55 aber so gut wie nicht mehr. In der GKV empfehlen wir:

  4. Trotz aktueller Erhöhungen in die PKV?

    Bisher steigen die Beiträge in GKV und PKV ähnlich stark. Du willst unbedingt in die PKV? Lass Dich bei der Tarifwahl beraten:

Warum der erneut starke Anstieg?

Laut PKV-Verband steigen die Beiträge u. a. wegen immer höherer Ausgaben in den Krankenhäusern: 2025 musste die PKV dort für allgemeine Leistungen ca. 7,5 % mehr zahlen als im Vorjahr. Bei ambulanten Leistungen gab es ähnliche Steigerungen, z. B. 8 % mehr für Arzneimittel und 6 % bei ärztlichen Behandlungen.

Woran liegen Erhöhungen weit über dem Schnitt?

Du hattest in den letzten Jahren noch stabile PKV-Beiträge, aber jetzt bekommst Du plötzlich ein richtig gepfeffertes Erhöhungsschreiben? Vielleicht sogar weit über den ø 13,4 %? Das kann an den Grundregeln für Erhöhungen in der PKV liegen. Die Versicherer dürfen ihre Beiträge erst dann erhöhen, wenn bestimmte Schwellenwerte erreicht sind:

  • Ihre tatsächlichen Ausgaben für Leistungen liegen mind. 10 % über der Erwartung. In den Tarifbedingungen kann auch ein anderer Wert festgelegt werden
  • Oder: Die Lebenserwartung ihrer Versicherten steigt um 5 %​

Heißt also: Bleibt Dein Versicherer unter den Schwellenwerten, bleibt Dein Beitrag jahrelang konstant. Sobald der Versicherer die Grenze dann einmal reißt, kann er aber drastisch erhöhen. Denn jetzt holt er oft auch nach, was er in den Vorjahren nicht durfte. Beiträge nachzahlen musst Du aber nicht.

Was kannst Du bei einer Erhöhung tun?

Willst oder musst in der PKV bleiben, hast Du mehrere Möglichkeiten beim Beitrag zu sparen:

  • Internen Tarifwechsel prüfen: Meistens gibt’s bei Deinem Versicherer mehrere Tarife – und Du hast das Recht, in einen Tarif mit gleichartigen Leistungen zu wechseln. Manchmal kann das deutlich günstiger sein. Forder Deinen Versicherer auf, Dich kostenlos zu beraten. Vielleicht kannst Du sogar auf Dinge wie das Einbettzimmer verzichten – auch das spart. Den Versicherer solltest Du aber nicht wechseln. Dann verlierst Du oft einen Großteil Deiner Altersrückstellungen
  • Selbstbehalt erhöhen: Du kannst auch die Summe erhöhen, die Du jedes Jahr max. aus eigener Tasche für Krankheitskosten zahlen möchtest. Das senkt den Beitrag. Bedenk aber: Bist Du angestellt, teilst Du Dir die Beitragsersparnis mit dem Arbeitgeber. Den Selbstbehalt trägst Du allerdings allein. Setz ihn also nur etwas höher an, wenn Dein Notgroschen gut gefüllt ist. Außerdem musst Du in aller Regel eine neue Gesundheitsprüfung machen, wenn Du den Selbstbehalt wieder senken möchtest
  • Risikozuschläge prüfen: Hattest Du bei Vertragsabschluss bestimmte Vorerkrankungen, zahlst Du evtl. einen erhöhten Beitrag. Ist z. B. Dein Heuschnupfen durch eine Hyposensibilisierung mittlerweile geheilt, kannst Du Deine Versicherung auffordern, den Beitragszuschlag dafür wieder zu streichen. Dabei hilft Dir ein aktueller Arztbericht

Hilft das alles noch immer nicht genug, könnten auch noch die besonders günstigen Optionen Standardtarif oder Basistarif für Dich infrage kommen. Bei den Leistungen machst Du aber bei beiden Tarifen meist deutliche Abstriche. Lass Dir das also konkret vom Versicherer auflisten, sodass Du keine böse Überraschung erlebst. Details zu all diesen Sparoptionen liest Du in unserem Ratgeber zum Senken der PKV-Kosten. 

Letzte Ausfahrt GKV-Rückkehr?

Eine weitere Option ist der Wechsel in die GKV. Dort empfehlen wir aktuell die HKK, TK, Audi BKK und DAK. Du musst aber diverse Bedingungen erfüllen, z. B. vorübergehend Dein Gehalt reduzieren oder in ein Angestelltenverhältnis wechseln – und ab 55 klappt der Wechsel fast gar nicht mehr. Wann das doch noch geht und alles was sonst wichtig ist, liest Du in unserem Ratgeber zur Rückkehr in die GKV.

Deine Finanzen. Deine App.

Verpasse dank Push-Nachrichten keine News, Spartipps oder wichtigen To-Dos mehr, erhalte einen Überblick über Deine Finanzen mit dem Finanzcoach und speichere wichtige Inhalte für später.

Hol Dir die App

Werde jetzt Teil unserer Mission für mehr Finanzbildung!

Mit Deinem monatlichen Beitrag stärkst Du die Finanztip Stiftung und hilfst, unser Angebot auszubauen. Als Unterstützer erhältst Du zudem exklusiven Zugang zu Expertengesprächen und zur kompletten Finanztip Academy.

Unterstütze uns

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.