Kreditkarte ohne Schufa

Kreditkarten für Kunden mit schlechter Bonität

Josefine Lietzau 25. Februar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Banken überprüfen auch bei der Ausgabe von Kreditkarten, ob Verbraucher gut finanziell dastehen.
  • Warst Du schon mal in Zahlungsschwierigkeiten oder vertrauen Banken Deiner finanziellen Situation aus anderen Gründen nicht, wirst Du womöglich keine (echte) Kreditkarte bekommen.
  • Du hast dennoch drei Möglichkeiten, eine Karte fürs Bezahlen im Internet und zum Geldabheben zu bekommen. Eine davon wird jedoch schnell teuer.
So gehst Du vor
  • Keine Angst vor der Schufa: Versuche zunächst eine Standard-Kreditkarte zu bekommen. Wir empfehlen folgende Karten: DKB Visa-Card, Hanseatic Bank Genialcard, Barclaycard Visa (Achtung: teure Teilzahlungsfunktion), Payback Visa Flex und Consorsbank Visa.
  • Falls Du damit nicht weiterkommst: Finanztip empfiehlt Dir in solch einem Fall die Debit-Karte von Transferwise. Aber auch ein Basiskonto kann eine Lösung sein.

Falls es um Deine Schufa etwas schlechter steht, hast Du womöglich Probleme, eine Kreditkarte zu bekommen. Denn mit einer Kreditkarte vergeben die Banken auch einen Kredit und dabei achten sie auch immer auf die finanzielle Situation der Kunden. Doch es gibt Alternativen: Debit-Karten ohne Schufa-Abfrage, Basiskonten und Prepaid-Kreditkarten.

Welche Rolle spielt die Schufa bei der Kreditkarten-Vergabe?

Die Auskunftei Schufa speichert Daten wie Name und Adresse von Verbrauchern, aber auch Daten zu Krediten oder geplatzten Schecks. Dabei arbeitet sie mit mehr als 9.000 Vertragspartnern zusammen, die im Gegenzug auf die bei der Schufa gespeicherten Daten zugreifen können. Zu diesen Partnern gehören unter anderem Banken, Sparkassen, Versandhändler und Telefonkonzerne. Die Schufa gibt an, Daten von mehr als 66 Millionen Bürgern vorzuhalten.

Banken fragen diese Daten ab, sobald Verbraucher einen Kredit, ein Girokonto oder eine Kreditkarte bei ihnen beantragen. Interessiert sind die Unternehmen an den Negativmerkmalen, auch unter „negativer Schufa“ bekannt. Dabei geht es um Informationen zu Zahlungsausfällen und gekündigten Krediten oder aber Einträge in öffentlichen Schuldnerverzeichnissen.

Auch die Score-Werte sind wichtig. Dafür analysiert die Schufa die Daten einer Person und vergleicht sie mit den Daten von anderen. Die Anbieter beachten neben den Daten der Auskunfteien auch andere Informationen zum Verbraucher, zum Beispiel das Gehalt. Mit diesen Daten entscheiden Banken, ob sie eine Kreditkarte gewähren. Wer eine Kreditkarte ohne Schufa-Prüfung möchte, muss auf einiges verzichten.

Denn mit einer echten Kreditkarte erhalten Kunden nicht nur die Möglichkeit, weltweit zu bezahlen und Geld abzuheben – die Banken strecken auch Geld vor. Eine schlechte Schufa erhöht für das Geldinstitut das Risiko, dass jemand seine Kartenschulden nicht begleichen kann.

Aber: Die Banken sehen die Daten zur finanziellen Situation nicht immer gleich streng. So kann es vorkommen, dass Dir eine Bank eine Kreditkarte verweigert, eine andere aber nicht. Versuche also immer erst bei mehreren Banken eine Karte zu bekommen. Denn bei Kreditkarten ohne Schufa-Prüfung musst Du auf einiges verzichten.

Falls die Banken den Kreditkartenantrag immer wieder ablehnen, liegt das nicht unbedingt an der Bonität, manchmal sind die gespeicherten Daten fehlerhaft. Du solltest daher in solchen Fällen Deine Schufa-Einträge überprüfen: Vielleicht hat sich ein Fehler eingeschlichen und eine einfache Korrektur reicht aus, um an die gewünschte Kreditkarte zu kommen. Falls das nichts bringt, gibt es noch eine weitere Lösung. Oft sind Banken wesentlich kulanter, falls sie zur Kreditkarte keinen Kreditrahmen anbieten.

Welches passende Girokonto gibt es mit Kreditkarte?

Falls die Schufa-Bewertung nur etwas schlechter ausfällt, können Verbraucher auch versuchen, ein von Finanztip empfohlenes Girokonto zu eröffnen. Bei denen sind die Kreditkarten dabei. Falls die Banken ihnen trotz der Bewertung das Girokonto geben, bekommen die Verbraucher die Kreditkarte also in der Regel mit dazu. Es könnte allerdings sein, dass der Verfügungsrahmen sehr niedrig bleibt.

Debit-Kreditkarte ohne Schufa-Abfrage?

Einige Banken verzichten auf eine Überprüfung der Schufa-Daten oder die Ergebnisse sind nicht wichtig für die Vergabe der Karte. Das kann zum Beispiel bei Debit-Karten der Fall sein.

Bei Debit-Karten wird das Geld zeitnah vom Girokonto abgebucht. Wenn Dir die Bank also keinen Dispo gewährt, dann gibt sie Dir auch auf der Karte keinen Kredit. Deine finanzielle Situation ist weniger wichtig.

Debit-Karten werden aber neben den Banken auch von anderen anders behandelt, nämlich von Hotels und Autovermietungen: Sie akzeptieren sie teilweise nicht vor Ort, auch wenn Du das Hotelzimmer oder den Wagen im Internet mit der Karte buchen kannst.

Basiskonto mit Kreditkarte?

Verbraucher mit schlechter Schufa-Bewertung steht ein weiterer Weg offen, um an eine Kreditkarte zu kommen. Seit Juni 2016 müssen Banken jedem Verbraucher, der sich legal in der Europäischen Union aufhält, auf Wunsch ein sogenanntes Basiskonto eröffnen. Zwar überprüfen einige Banken auch bei diesem Kontotyp die Schufa-Daten, ablehnen dürfen sie einen Kunden wegen einer schlechten Bewertung aber nicht. Ein Ablehnungsgrund kann jedoch sein, dass der Antragsteller bereits woanders ein Konto hat.

Kunden müssen grundlegende Bankgeschäfte wie Geld überweisen und Geld abheben mit dem Basiskonto erledigen können, eine Kreditkarte gehört nicht zwingend dazu. Trotzdem ist sie manchmal dabei, zum Beispiel bei der Consorsbank. Sie gibt eine Debit-Karte zum Basiskonto aus. Da die Funktionen des Kontos sehr eingeschränkt sind, sind solche Basiskonten allerdings nur für diejenigen Verbraucher eine Alternative, die Schwierigkeiten haben, ein reguläres Girokonto zu bekommen.

Prepaid-Kreditkarten als Ausweg?

Es gibt auch Karten, die nur über ein Guthaben funktionieren. Die Bank streckt nichts vor, das Geld wird sofort abgebucht. Damit können Verbraucher nicht über die Kreditkarte in die Schuldenfalle geraten. Bei diesen Prepaid-Kreditkarten kommen die Banken oft ohne Schufa-Abfrage aus.

Bei Prepaid-Kreditkarten handelt es sich also wie auch bei Debit-Karten nicht um richtige Kreditkarte, aber in vielen Fällen funktionieren sie wie Kreditkarten. Verbraucher bezahlen damit in Restaurants und Läden oder setzen sie beim Online-Einkauf ein. Sie bringen jedoch auch Probleme mit sich.

Höhere Kosten - Prepaid-Kreditkarten sind nicht besser als normale Kreditkarten, kosten aber trotzdem oft mehr. Zudem ist die Kostenstruktur oft komplizierter als bei normalen Kreditkarten.

Kleineres Limit - Manche Anbieter von Prepaid-Kreditkarten begrenzen stark die Menge an Bargeld, die Verbraucher abheben können.

Kein Kredit - Mit Prepaid-Kreditkarten erhalten die Kunden keinen Kredit. Das kann Vorteil und Nachteil zugleich sein. Einerseits kann die Kreditkarte so nicht zur Schuldenfalle werden. Andererseits können Verbraucher keinen zusätzlichen Kreditrahmen nutzen, um den Dispo zu vermeiden.

Keine Flexibilität - Die Kunden müssen immer Geld auf dem Kartenkonto haben, um die Karte zu nutzen.

Keine Kaution - Falls Verbraucher ein Hotel oder einen Mietwagen buchen, müssen sie eine Kaution hinterlegen; die Kreditkarte genügt in der Regel als Sicherheit. Aber Prepaid-Karten werden nicht immer akzeptiert. Das kann auch bei Debit-Karten ein Problem sein.

Betrügerische Anbieter - Einige Anbieter bewerben zwar eine Prepaid-Karte, doch die Verbraucher erhalten etwas ganz anderes: Einen Kredit und eine Karte, für die sie bereits beim Erhalten viel Geld zahlen müssen.

Prepaid-Karten sind also für die meisten Verbraucher keine gute Idee. Sie eigenen sich jedoch für Menschen, die sonst keine Karte erhalten: Verbraucher mit schlechter Schufa-Bewertung und Minderjährige.

Mehr dazu im Ratgeber Prepaid-Kreditkarten

  • Prepaid-Karten eignen sich insbesondere für Jugendliche und Menschen mit schlechter Schufa-Bewertung.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Volkswagen Bank, DKB, Commerzbank, Transferwise

Zum Ratgeber

Was steckt hinter virtuellen Kreditkarten ohne Schufa?

Es gibt weitere Anbieter, die auf eine Schufa-Prüfung verzichten: Falls Verbraucher lediglich eine virtuelle Kreditkarte benötigen – also bloß die Kreditkartendaten, aber keine Plastikkarte, um damit in Läden und Restaurants zu bezahlen – dann bekommen sie bei einigen Anbietern Kreditkarten ohne Schufa-Prüfung. Deren Gebühren sind jedoch oft kompliziert gestaltet. Außerdem können virtuelle Kreditkarten nicht viel mehr als ein Paypal-Konto oder andere Bezahldienste.

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

  • Mit dem richtigen Girokonto kannst Du Gebühren sparen und bekommst gute Leistungen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Comdirect, DKB, Consorsbank, Norisbank

Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Kreditkarten ohne Schufa

Finanztip hat unterschiedliche Prepaid-Kreditkarten von Mastercard und Visa untersucht, bei denen die Anbieter auf eine Schufa-Prüfung verzichten oder bei denen die Prüfung keine Rolle spielt. Wir empfehlen die Debit-Karte von Transferwise. Zur Karte gehört ein kostenloses Smartphone-Konto. Du erledigst also den größten Teil Deiner Bankgeschäfte über eine Handy-App.

Transferwise
Multi-Währungs-Konto
  • keine Jahresgebühr
  • für Menschen mit schlechter Bonität erhältlich
  • nur bis zu 200 Britische Pfund kostenlos abheben im Monat
  • Komplizierte Angabe zu den Freiabhebungen
  • Smartphone-Konto
Nur beim Anbieter abschließbar
Autor
Josefine Lietzau

25. Februar 2020


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.