Goldene Kreditkarte

Gold- und Platin-Kreditkarten sind Goldgruben für die Anbieter

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit
03. Januar 2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Neben Standard-Kreditkarten kannst Du Gold- und Platin-Kreditkarten beantragen. Diese Karten kosten mehr, locken aber mit Zusatzleistungen.

  • Zu den Extras gehören zum Beispiel Bonusmeilen beim Fliegen, Rabatte beim Tanken oder Versicherungsleistungen.

  • Für viele Verbraucher sind preiswerte Standard-Kreditkarten trotzdem die bessere Lösung.
So gehst Du vor
  • Frage Dich bei Gold- oder Platinum-Kreditkarten immer, ob Du die zusätzlichen Leistungen überhaupt brauchst.
  • Rechne durch, ab wann sich eine bestimmte Karte für Dich lohnt.
  • Vergleiche die Konditionen und Vorteile der goldenen oder Platin-Kreditkarten mit den Leistungen von Standardkarten.

Banken verkaufen nicht nur die eigentliche Karte, wenn sie Dir Kreditkarten mit Gold- und Platinstatus anbieten. Sie verkaufen zusätzliche Leistungen. Diese fallen ganz unterschiedlich aus: Bonusmeilen, Tankrabatte, Serviceleistungen oder Ver­si­che­rungs­schutz – alles ist dabei. Das goldene Extra kann aber ins Geld gehen.

Lohnen sich die Extras für Dich?

Die Banken bieten Dir den gehobenen Service nicht umsonst an. In der Regel zahlst Du für goldene Kreditkarten hohe Gebühren, egal ob es um die Jahresgebühren geht oder ums Geldabheben. Selbst wenn die Anbieter auf die Jahresgebühr verzichten, sind die Grundkosten solcher Kreditkarten oft höher als bei guten Standardkarten.

Deshalb solltest Du genau rechnen, ob sich eine Goldkarte für Dich lohnt. Das hängt vor allem davon ab, ob die zusätzlichen Leistungen für Dich überhaupt sinnvoll sind und ob Du die Leistung womöglich zu günstigeren Preisen bei anderen Anbietern einzeln bekommen würdest.

Im Detail heißt das: Fährst Du genug Auto, dass sich die Tankrabatte auszahlen? Fliegst Du vielleicht einmal pro Jahr oder mehrfach und die Bonusmeilen werden interessant? Und was sind die Punkte bei den Bonusprogrammen überhaupt wert? Die richtige goldene Kreditkarte findest Du nur, wenn Du Dein eigenes Verhalten genau analysierst und es mit den Extras und ihrem Wert vergleichst.

Falls Du nur eine Kreditkarte suchst, um damit Geld abzuheben oder zu bezahlen, sind Standardkarten in den meisten Fällen die preiswertere Option. Wir haben uns solche Karten angeschaut und empfehlen Karten, bei denen keine Jahresgebühren anfallen und Du auch keine oder nur wenig Gebühren für die weiteren Standardleistungen bezahlst. Dafür musst Du allerdings weitgehend auf Zusatzleistungen verzichten.

Barclays
Barclays Visa (Revolving)
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
Nur beim Anbieter abschließbar
Hanseatic Bank
Genialcard / Visa (Revolving)
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden
Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Debit-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • mögliche Probleme bei Hotels und Mietwagen, da Debitkarte
  • 2,2 Prozent Fremd­wäh­rungs­ge­bühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
Nuri (früher: Bitwala)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte (Debit)
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • mögliche Probleme bei Hotels und Mietwagen, da Debitkarte
  • starker Fokus auf dem Handel mit Kryptowährung

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei Goldkarten?

Jedes Kreditkarten-Angebot enthält unterschiedliche Extras. Oft sind Zusatzleistungen jedoch mit vielen Einschränkungen oder bei Versicherungen mit hohen Selbstbeteiligungen versehen. Oder sie sollen Dich dazu ermuntern, mehr Geld bei einem bestimmten Anbieter auszugeben.

Die gängigsten Leistungen, die angeboten werden, sind:

Reiseversicherungen - Dazu zählen eine Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung im Ausland und eine Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung. Oft sind diese Leistungen nur für Reisen gültig, die Du mit der Karte bezahlt hast. Zudem gilt ein hoher Selbstbehalt; Du musst einen großen Anteil der Kosten also immer noch selbst übernehmen, wenn etwas passiert. Wichtig: Privat Krankenversicherte benötigen meist sowieso keine separate Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung, für sie sind diese Extras in aller Regel unnötig.

Kfz-Versicherungen für Mietwagen - Die Palette reicht von einer Aufstockung der Haft­pflicht­ver­si­che­rung über eine Vollkaskoversicherung bis hin zu einer eigenen Rechts­schutz­ver­si­che­rung für Mietwagen.

Sonstige Versicherungen - Manche Kartenfirmen bieten Dir eine Einkaufsversicherung an für Gegenstände, die Du mit der Kreditkarte erworben hast.

Rabatte - Viele Anbieter locken Dich mit Rabatten oder Bonusprogrammen. Weit verbreitet sind zum Beispiel Tankrabatte und Punktesysteme, für die Du abhängig von der Höhe des Kartenumsatzes Prämien erhältst.

Services - Einige Unternehmen bieten Dir Services wie den Zugang zu Airport-Lounges oder Beratungsleistungen an. So kannst Du zum Beispiel eine Notfallhilfe bei Verlust der Karte und wichtiger Dokumente in Anspruch nehmen oder Buchungen von Flügen und Hotels erledigen lassen.

Bei den Gebühren können die Gold- und Platinkarten mit den kostenlosen Kreditkarten nicht mithalten. Zu den wichtigsten Kostenfaktoren zählen:

Jahresgebühren - Für die meisten Gold- und Platinkarten wird eine Jahresgebühr fällig. Es gibt allerdings auch Angebote, die dauerhaft ohne Jahresgebühr auskommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Bank nicht über andere Gebühren auf ihre Kosten kommt.

Bei manchen Angeboten hängt die Jahresgebühr vom Umsatz ab: Je mehr Du die Karte benutzt, desto weniger kostet sie.

Gebühren im Zahlungsverkehr - Dazu zählen Gebühren für das Abheben am Geld­au­to­ma­ten und das Nutzen der Karte außerhalb der Eurozone. Wenn Du zum Beispiel in einer anderen Währung bezahlst, verlangen viele Anbieter sogenannte Fremd­wäh­rungs­ge­bühren. Hebst Du Geld in einem Nicht-Euro-Land ab, können sowohl Abhebegebühren als auch diese Fremd­wäh­rungs­ge­bühren anfallen. Bei guten Standardkarten sind diese Gebühren niedriger oder fallen ganz weg.

Gebühren für eine Zweit- oder Partnerkarte - Es fallen oft Gebühren an, falls Du eine Zweitkarte für Deinen Lebenspartner oder ein anderes Familienmitglied beantragst.

Finanztip hat sich folgende Gold- und Platinkarten genauer angesehen: Miles-and-More Kreditkarte, Amazon Kreditkarte und die Advanzia Kreditkarte

Diese Kreditkarten-Anbieter sind die richtigen für Dich

Egal ob Visa, Mastercard, American Express oder Diners Club: Alle Anbieter von Kreditkarten haben Gold- oder Platinkarten im Programm. Weltweit werden Kreditkarten von Visa und Mastercard am meisten akzeptiert. Wir empfehlen Dir, Dich bei der Auswahl auf diese Anbieter zu beschränken.

Die beiden Firmen haben keinen direkten Kontakt zum Karteninhaber, sondern vergeben Lizenzen an Banken und Sparkassen. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Kreditinstituten, bei denen Du eine Gold- oder Platinkarte von Visa und Mastercard erhältst, jedes Mal mit anderen Extras und Gebühren. Denn die bestimmen die Anbieter.

Einige Anbieter geben ein Kartendoppel aus Visa-Karte und Mastercard aus. Wenn Du bereit bist, die Jahresgebühr für eine Gold- oder Platinkarte zu bezahlen, lohnt es sich in jedem Fall, gleich das Kartendoppel zu bestellen. Falls Du in exotische Gebiete reist, kann es beispielsweise vorkommen, dass nur Kreditkarten von einem Anbieter akzeptiert werden.

Besorge Dir zusätzlich zu Deiner Gold- oder Platinkarte eine kostenlose Kreditkarte. Die günstigsten Angebote sind vollständig kostenfrei. Falls für eine Leistung mit der Goldkarte hohe Gebühren anfallen, etwa am Geld­au­to­ma­ten, kannst Du einfach auf die kostenlose Kreditkarte ausweichen.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

  • Es gibt kostenlose Kreditkarten, mit denen das Bezahlen und Geld abheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Barclays, Hanseatic BankDKB, Nuri

Zum Ratgeber

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.