Goldene Kreditkarte

Gold- und Platin-Kreditkarten sind Goldgruben für die Anbieter

Josefine Lietzau Stand: 10. Januar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Banken und andere Unternehmen geben Gold- und Platin-Kreditkarten heraus. Diese Karten kosten Geld, warten aber mit Zusatzleistungen auf.
  • Zu den Zusatzleistungen gehören zum Beispiel Bonusmeilen beim Fliegen, Rabatte beim Tanken oder Versicherungsleistungen.
  • Der Versicherungsschutz ist jedoch nicht immer empfehlenswert, und es lauern viele Kostenfallen.
  • Für viele Verbraucher sind preiswerte Standard-Kreditkarten die bessere Lösung.
So gehen Sie vor
  • Fragen Sie sich bei Gold- oder Platinum-Kreditkarten immer, ob Sie die zusätzlichen Leistungen überhaupt brauchen.
  • Rechnen Sie durch, ab wann sich eine bestimmte Karte für Sie lohnt. Abhängig von Ihrem Nutzerverhalten können bestimmte goldene Kreditkarten passend sein.
  • Vergleichen Sie die Konditionen und Vorteile der goldenen oder Platin-Kreditkarten mit den Leistungen von Standardkarten.

Banken verkaufen nicht nur Plastikkarten, wenn sie Kreditkarten mit Gold- und Platinstatus anbieten. Sie verkaufen zusätzliche Leistungen. Diese fallen abhängig vom Anbieter unterschiedlich aus: Bonusmeilen, Tankrabatte, Bonusprogramme, Serviceleistungen oder Versicherungsschutz – alles ist dabei. Das kann ganz schön ins Geld gehen.

Rechnen Sie genau

Den Wert dieser zusätzlichen Leistungen holen sich die Banken meist über eine hohe Jahresgebühr und hohe Kosten beim Geldabheben oder Bezahlen wieder zurück. Selbst wenn die Anbieter auf die Jahresgebühr verzichten, sind die Grundkosten solcher Kreditkarten oft höher als bei guten Standardkarten.

Deshalb sollten Sie genau rechnen, ob sich eine Goldkarte für Sie lohnt. Das hängt vor allem davon ab, ob die zusätzlichen Leistungen für Sie überhaupt sinnvoll sind und ob Sie die Leistung womöglich zu günstigeren Preisen bei anderen Anbietern einzeln bekommen würden.

Falls Sie nur eine Kreditkarte suchen, um damit Geld abzuheben oder zu bezahlen, sind Standardkarten in den meisten Fällen die preiswertere Option. Finanztip empfiehlt solche Kreditkarten. Die Gebühren und Sollzinsen für diese Karten sind erheblich niedriger als für viele Gold- und Platinkarten. Dafür müssen Sie allerdings weitgehend auf Zusatzleistungen verzichten.

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • monatliche Abrechnung
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden
Barclaycard
Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht offenen Betrag in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag manuell überweisen, um Zinsen zu vermeiden
Payback
Visa Flex
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrags möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Daten werden durch Payback gesammelt
Nur beim Anbieter abschließbar
Consorsbank
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • kostenloses Abheben in der Eurozone
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben
  • Bargeldabhebungen unter 50 Euro nicht kostenlos
  • mögliche Probleme bei Hotels und Mietwagen
Nur beim Anbieter abschließbar

Das Preis-Leistungs-Verhältnis zählt

Jedes Kreditkarten-Angebot enthält unterschiedliche Extras. Oft sind Zusatzleistungen jedoch mit vielen Einschränkungen oder bei Versicherungen mit hohen Selbstbeteiligungen versehen. Oder sie sollen Sie dazu ermuntern, mehr Geld bei einem bestimmten Anbieter auszugeben.

Die gängigsten Leistungen, die angeboten werden, sind:

Reiseversicherungen - Dazu zählen eine Reisekrankenversicherung im Ausland und eine Reiserücktrittsversicherung. Oft sind diese Leistungen nur für Reisen gültig, die Sie mit der Karte bezahlt haben. Und diese Versicherungen haben einen hohen Selbstbehalt. Privat Krankenversicherte benötigen zudem meist keine separate Auslandskrankenversicherung.

Kfz-Versicherungen für Mietwagen -  Die Palette reicht von einer Aufstockung der Haftpflichtversicherung über eine Vollkaskoversicherung bis hin zu einer eigenen Rechtsschutzversicherung für Mietwagen.

Sonstige Versicherungen - Manche Karten-Firmen bieten Ihnen eine Einkaufsversicherung an für Gegenstände, die Sie mit der Kreditkarte erworben haben.

Rabatte - Viele Anbieter locken Sie mit Rabatten oder Bonusprogrammen. Weit verbreitet sind zum Beispiel Tankrabatte und Punktesysteme, für die Sie abhängig von der Höhe des Kartenumsatzes Prämien erhalten.

Services - Einige Unternehmen bieten Ihnen Services wie den Zugang zu Airport-Lounges oder Beratungsleistungen an. So können Sie zum Beispiel eine Notfallhilfe bei Verlust der Karte und wichtiger Dokumente in Anspruch nehmen oder Buchungen von Flügen und Hotels erledigen lassen.

Auf der Kostenseite können die Gold- und Platinkarten mit den kostenlosen Kreditkarten nicht mithalten. Zu den wichtigsten Kostenfaktoren zählen

Jahresgebühren - Für die meisten Gold- und Platinkarten wird eine Jahresgebühr fällig. Es gibt allerdings auch Angebote, die dauerhaft ohne Jahresgebühr auskommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Bank nicht über andere Gebühren auf ihre Kosten kommt. Bei manchen Angeboten hängt die Jahresgebühr vom Umsatz ab: Je mehr Sie die Karte benutzen, desto weniger kostet sie.

Gebühren im Zahlungsverkehr - Dazu zählen Gebühren für das Abheben am Geldautomaten und das Nutzen der Karte außerhalb der Eurozone. Wenn Sie zum Beispiel in einer anderen Währung bezahlen, verlangen viele Anbieter sogenannte Fremdwährungsgebühren. Heben Sie Geld in einem Nicht-Euro-Land ab, können sowohl Abhebegebühren als auch diese Fremdwährungsgebühren anfallen.

Sollzinsen - Bucht das Karten-Unternehmen den offenen Betrag sofort (Debit-Karten) oder monatlich (Charge-Karten) von Ihrem Girokonto ab, können Sie in den Dispo rutschen, wenn nicht genug Geld auf dem Konto ist. Falls Sie die Kreditkartenrechnung nicht auf einen Schlag zahlen, verlangen die Kartenanbieter Sollzinsen (Revolving-Karten). Wie hoch diese sind, hängt von der Karte ab. Diese Zinsen sind aber in der Regel wesentlich höher als beim Dispo. Insbesondere bei solchen Kreditkarten sollten Sie die Rechnung lieber komplett begleichen.

Gebühren für eine Zweit- oder Partnerkarte - Es fallen oft Gebühren an, falls Sie eine Zweitkarte für Ihren Lebenspartner oder ein anderes Familienmitglied beantragen.

Finanztip hat sich folgende Gold- und Platinkarten genauer angesehen: Miles-and-More Kreditkarte, Amazon Kreditkarte und die Advanzia Kreditkarte

Diese Kreditkarten-Anbieter sind die richtigen für Sie

Egal ob Visa, Mastercard, American Express oder Diners Club: Alle Anbieter von Kreditkarten haben Gold- oder Platinkarten im Programm. Weltweit werden Kreditkarten von Visa und Mastercard am meisten akzeptiert. Wir empfehlen Ihnen, sich bei Ihrer Auswahl auf diese Anbieter zu beschränken.

Die beiden Firmen haben keinen direkten Kontakt zum Karteninhaber, sondern vergeben Lizenzen an Banken und Sparkassen. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Kreditinstituten, bei denen Sie eine Gold- oder Platinkarte von Visa und Mastercard erhalten.

Einige Anbieter geben ein Kartendoppel aus Visa-Karte und Mastercard aus. Wenn Sie bereit sind, die Jahresgebühr für eine Gold- oder Platinkarte zu bezahlen, lohnt es sich in jedem Fall, gleich das Kartendoppel zu bestellen. Reisen Sie in exotische Gebiete, kann es beispielsweise vorkommen, dass nur Kreditkarten von einem Anbieter akzeptiert werden.

Besorgen Sie sich zusätzlich zu Ihrer Gold- oder Platinkarte eine kostenlose Kreditkarte. Die günstigsten Angebote sind vollständig kostenfrei. Falls für eine Leistung mit der Goldkarte hohe Gebühren anfallen, etwa am Geldautomaten, können Sie einfach auf die kostenlose Kreditkarte ausweichen.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

  • Es gibt kostenlose Kreditkarten, mit denen das Bezahlen und Geldabheben wenig kostet.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: DKB, Hanseatic Bank, Payback, Barclaycard, Consorsbank

Zum Ratgeber

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 10. Januar 2020


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