Revolving-Kreditkarten

Kreditkarten mit Ratenzahlung

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Revolving-Kreditkarten kannst Du das ausgegebene Geld in Raten zurückzahlen.
  • Für Deine Kartenschulden verlangen die Banken hohe Zinsen.
  • Bei einigen Revolving-Karten kannst Du die Ratenfunktion ausstellen.

So gehst Du vor

  • Finanztip empfiehlt nur Revolving-Kreditkarten, bei denen die Bank Deine Schulden auch komplett einzieht.
  • Mit der Barclays Visa und der Genialcard der Hanseatic Bank kannst Du weltweit kostenlos Geld abheben und Bezahlen.
  • Schalte auf jeden Fall die Teilzahlungsfunktion aus.

Der Name Kreditkarte verrät es schon: Über diese Karten leihen Dir Banken Geld. Doch viele Verbraucher haben dabei nicht die Zinsen im Blick, die bei einigen dieser Karten anfallen.

Was ist eine Revolving-Kreditkarte?

Die Banken geben unterschiedliche Kartentypen von Visa und Mastercard aus:

  • Prepaid-Kreditkarten
  • Debitkarten
  • Charge-Kreditkarten
  • Revolving-Kreditkarten

Bei Prepaid und Debit handelt es sich nicht um richtige Kreditkarten. Du kannst mit ihnen zwar online und international bezahlen, die Banken leihen Dir aber kein Geld. Du musst bei Prepaid-Kreditkarten zunächst Guthaben auf ein Kartenkonto laden, das Du dann nach und nach verbrauchst. Bei Debitkarten wird das Geld vom angeschlossenen Girokonto abgezogen.

Zu den richtigen Kreditkarten gehören Charge- und Revolvingkarten. Bei den Chargekarten wird der Umsatz auf einem Kartenkonto vorgemerkt und dann gesammelt vom Girokonto abgebucht. Meist leiht Dir die Bank dafür für einen Monat das Geld, dieser Kredit ist dann für Dich kostenlos.

Bei Revolvingkarten gibt es eine Teilzahlungsfunktion. Das heißt, Du musst zum Abrechnungszeitpunkt nur einen Teil Deiner Schulden begleichen, den Rest zahlst Du dann in Raten zurück. In der Regel verlangt die Bank eine Mindestrückzahlung, meist sind das 3 oder 5 Prozent.

Bei richtigen Kreditkarten spielt Deine Bonität für die Banken eine größere Rolle als bei Debit- und Prepaidkarten. Die Banken gehen schließlich das Risiko ein, dass Du die Schulden nicht tilgen kannst. Sieht es bei Dir finanziell schwieriger aus, kann es durchaus sein, dass die Bank Dir eine solche Karte verwehrt.

In der Regel überprüfen die Banken also neben Deinen Angaben zum Gehalt auch die Daten, die die Schufa über Dich abgespeichert hat. Kriegst Du keine Kreditkarte, kannst Du es noch bei Debitkarten versuchen, hier gehen die Banken weniger Risiko ein. Auch Prepaid-Kreditkarten sind eine Option, auch wenn sie oft teurer sind.

Wie teuer sind Revolving-Kreditkarten?

Bei Revolving-Kreditkarten fallen zunächst die gleichen Gebühren an wie bei anderen Kreditkarten:

Jahresgebühr - Diese Gebühr bezahlst Du für die eigentliche Karte.

Abhebegebühr - Mit guten Kreditkarten kannst Du umsonst Geld abheben. Doch bei vielen Angeboten fallen Gebühren an, teilweise gibt es bestimmte Grenzen für das Abheben. So kannst Du bei Karten, bei denen keine Abhebegebühr anfällt, oft nur Summen ab 50 Euro abheben. Einige Anbieter schränken auch die Anzahl für das kostenlose Abheben ein. Das heißt für Dich dann, du kannst womöglich nur dreimal im Monat kostenlos Geld holen oder nur insgesamt 200 Euro.

Fremd­wäh­rungs­ge­bühr - Wenn Du in einer anderen Währung bezahlst oder Geld abhebst, kommen bei vielen Angeboten weitere Gebühren dazu. Oft sind es 1,75 Prozent der Summe als Gebühr.

Automatengebühr - Neben dem Kartenherausgeber verlangen insbesondere im Ausland auch die Automatenbetreiber Gebühren fürs Abheben. Die meisten Anbieter erstatten diese Gebühren nicht. Aber zumindest sollten die Automaten Dir die Höhe der Gebühr anzeigen.

Zinsen - Wenn Du das ausgegebene Geld in Raten zurückzahlst, werden die restlichen Schulden verzinst. Das unterscheidet Revolvingkarten von anderen Angeboten.

Wann empfiehlt Finanztip Revolving-Karten?

Finanztip schaut sich regelmäßig den Kreditkarten-Markt an und analysiert die Angebote. Dabei achten wir auf die Kosten für die Karte selbst und das Abheben und Bezahlen. Aber auch die Fallstricke sind für uns wichtig. Und gerade diese können bei Revolving-Kreditkarten zum Problem werden.

Wenn Du tatsächlich Deine Schulden in Raten zurückzahlst, zahlst Du hohe Zinsen – um die 18 Prozent. Wir raten deshalb davon ab, die Teilzahlungsoption zu nutzen. Trotzdem empfehlen wir zwei Revolving-Kreditkarten.

Der Grund dafür ist einfach: Bei unseren Emp­feh­lungen kannst Du die Ratenoption ausschalten, und das solltest Du auch tun. Dann funktionieren die Karten wie Charge-Karten. Bei beiden Karten stellst Du die Option in der App oder im Online-Banking aus.

Richtige Kreditkarten sind insbesondere im Urlaub wichtig, da Debitkarten und Prepaid-Kreditkarten immer noch nicht zuverlässig funktionieren, wenn Du einen Mietwagen ausleihst. Auch in Hotels kann es hin und wieder zu Problemen kommen.

Barclays
Barclays Visa (Revolving)
Nutzer-Erfahrungen
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
Hanseatic Bank
Genialcard / Visa (Revolving)
Nutzer-Erfahrungen
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden
Zum Anbieter

Was solltest Du bei Revolving-Karten noch beachten

Die Anbieter gestalten ihre Revolvingkarten unterschiedlich aus. Auf diese Punkte solltest Du neben den allgemeinen Gebühren achten:

Teilzahlungsoption - Bei einigen Anbietern kannst Du die Ratenoption ausschalten, doch das ist nicht immer der Fall. Manche Anbieter buchen von selbst immer nur einen Teil Deiner Schulden ab, Du kannst dies nicht auf 100 Prozent erhöhen. In solchen Fällen musst Du dann selbst Geld auf das Kartenkonto überweisen, um die Zinsen zu umgehen.

Guthaben - Es ist auch möglich, Revolving-Kreditkarten im Plus zuführen. Wenn Du Geld auf das Kartenkoto überweist, nutzt Du erst dieses, bis Du wieder in den Kreditrahmen fällst. Auch so kannst Du die Zinsen umgehen. Einige Anbieter erlauben Dir aber nicht, Guthaben auf dem Kartenkonto zu haben.

Das kann zum Beispiel zum Problem werden, wenn Du zu viel Geld auf das Konto überweist, um Deine Schulden zu tilgen. Der Anbieter überweist das Geld dann zurück. Dabei können Gebühren anfallen oder das Geld schwirrt erst mal im Nirgendwo herum, weil Du es zum Beispiel nicht vom gewohnten Girokonto überwiesen hast.

Erlaubt Dir der Anbieter, Guthaben auf dem Konto zu haben, kannst Du auch einen Dauerauftrag einrichten. Das funktioniert immer dann recht gut, wenn Du ein Gefühl dafür hast, wieviel Geld Du monatlich mit der Karte ausgibst.

Kommunikation - Die Anbieter informieren Dich meist darüber, dass eine neue Rechnung im Kartenkonto bereit liegt. Schalte insbesondere bei Revolvingkarten diese Kommunikation auch an und lasse Dir Mails oder Push-Nachrichten zuschicken. Falls die Bank nur einen Teil der Rechnung abbucht, sind die Nachrichten eine gute Erinnerung, um Deine eigene Überweisung zu erledigen.

Sollte es solche Erinnerungen nicht geben, musst Du Dich selbst darum kümmern. Stell Dir zum Beispiel einen Termin in Deinem Handy-Kalender ein.

Autor
Josefine Lietzau

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