Frühstart-Rente Was bringt die Altersvorsorge für Schulkinder?

Nadine Graf
Nadine Graf
Expertin Geldanlage

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Frühstart-Rente ist eine staatliche Förderung für die Altersvorsorge von Kindern.
  • Langfristig soll jedes Schulkind zehn Euro im Monat bekommen. An Kinder, die 2020 geboren wurden, soll die Förderung rückwirkend 2027 fließen. Jüngere Jahrgänge sollen folgen.
  • Bis zum Rentenalter soll das Geld in einem Depot vermehrt werden und dann verfügbar sein.
  • Das Gesetz für die Frühstartrente gibt es noch nicht, es soll 2026 beschlossen werden.

So gehst Du vor

  • Unabhängig von der staatlichen Förderung ist ein Juniordepot mit einem weltweiten Aktien-ETF die beste Möglichkeit, für Dein Kind vorzusorgen und ein finanzielles Polster für das Erwachsenenleben aufzubauen.
  • Eine einfache und günstige Lösung sind Kinderdepots unserer Depotempfehlungen Traders Place, Scalable Capital, Consorsbank, Flatex, Trade Republic, ING, Finanzen.net Zero, Comdirect und S Broker.

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  • Informiere Dich als Elternteil eines berechtigten Kindes über die Frühstart-Rente. In unserem Newsletter und unserer App halten wir Dich zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

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Von zehn Euro würden Kinder wahrscheinlich Süßigkeiten, ein Kinoticket oder ein Videospiel kaufen. Die Bundesregierung denkt langfristiger und will zehn Euro im Monat für jedes Schulkind für dessen Altersvorsorge anlegen. Darauf haben sich Union und SPD im April in ihrem Koalitionsvertrag geeinigt. Den aktuellen Stand der Frühstart-Rente haben wir zusammengefasst. 

Was ist die Frühstart-Rente?

Die Frühstart-Rente ist eine staatliche Unterstützung für die Altersvorsorge von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Erziehungsberechtigte sollen bald ein individuelles Altersvorsorgedepot bei einem Anbieter ihrer Wahl eröffnen können und dort monatlich mit zehn Euro vom Staat bei der Altersvorsorge für ihren Nachwuchs unterstützt werden.

Die Förderung der Frühstart-Rente soll es laut einem Eckpunktepapier der Bundesregierung vom Dezember 2025 allerdings vorerst nur für Kinder des Jahrgangs 2020 geben. Jedes Jahr soll ein jüngerer Jahrgang hinzukommen: Kinder, die im jeweiligen Jahr das sechste Lebensjahr vollendet haben.

Wann tritt die Frühstart-Rente in Kraft?

Voraussichtlich tritt die Frühstart-Rente am 1. Januar 2027 in Kraft. Wer 2026 bereits berechtigt war, die Frühstart-Rente zu erhalten, soll rückwirkend Zahlungen für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2026 bekommen. Laut Papier des Koalitionsausschusses soll die Frühstart-Rente rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft treten. Noch 2025 sollen die Eckpunkte von der Bundesregierung beschlossen werden.

Ein passendes Depot werden die Eltern der berechtigten Kinder aber wahrscheinlich erst ab 2027 eröffnen können. Die Bundesregierung begründet dieses Vorgehen mit administrativem Vorlauf. Laut des Eckpunktepapieres vom Dezember 2025 soll die Frühstart-Rente außerdem gemeinsamen mit der Reform der privaten Altersvorsorge (pAV) starten. Auch hierfür werden neue Produkte geschaffen.

Gibt es ein Gesetz zur Frühstart-Rente?

Noch gibt es kein Gesetz, das die Frühstart-Rente regelt. 2026 soll jedoch ein entsprechender Gesetzesentwurf beschlossen werden, um einen Start ab 2027 zu ermöglichen. Als Grundlage für diesen Gesetzesentwurf dient das Eckpunktepapier der Bundesregierung, das im Dezember 2025 veröffentlicht wurde. Demnach soll die Frühstart-Rente auch auf die Strukturen abgestimmt werden, die für die Reform der privaten Altersvorsorge (pAV) im Dezember 2025 beschlossen wurden.

Diese Idee zur Frühstart-Rente stammt aus dem Koalitionsvertrag, den CDU/CSU und SPD Anfang April 2025 vorgestellt hatten.

Wer soll die Förderung erhalten?

Berechtigt sollen Kinder sein, die in Deutschland zur Schule gehen. Begonnen wird mit allen Kindern aus dem Geburtsjahrgang 2020. Weitere, jüngere Jahrgänge sollen Schritt für Schritt folgen. Im Eckpunktepapier vom Dezember 2025 stellt die Bundesregierung außerdem in Aussicht, dass ab 2029 weitere Jahrgänge folgen könnten. 

Wie soll die Frühstart-Rente aussehen?

Zehn Euro pro Monat soll jedes sechsjährige Kind vom Staat für die Altersvorsorge bekommen. Das Geld soll in ein spezielles Depot eingezahlt werden. Das Eckpunktepapier gibt einige Regeln für die staatliche Förderung vor: 

  • Zielgruppe: 6- bis 17-Jährige, die eine Schule oder andere Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen.
  • Einschränkung: Zunächst werden nur Kinder des Jahrgangs 2020 berücksichtigt. Jüngere Jahrgänge sollen nach und nach folgen.
  • Staatliche Förderung: monatlich zehn Euro.
  • Start: Voraussichtlich 1. Januar 2027, mit rückwirkenden Zahlungen ab dem 1. Januar 2026.
  • Eigene Einzahlungen: Möglich ab dem 18. Geburtstag, mit Höchstbetrag.
  • Auszahlung: Wenn das Kind im Rentenalter ist. Vorher nicht möglich.
  • Steuer: Erträge aus dem Depot sind bis Renteneintritt steuerfrei. Erst in der Rentenphase sollen Steuern anfallen.  
  • Schutz: Sparkapital soll „vor staatlichem Zugriff“ sicher sein.

Verstirbt eine begünstigte Person vor Rentenbeginn, soll das Kapital aus der Frühstart-Rente an die Erben gehen. Diskutiert wird außerdem ein Zuschlag von fünf Euro im Monat für einkommensschwache Familien, um die Frühstart-Rente sozial gerechter zu gestalten.

Was ist das Ziel der Frühstart-Rente?

Die Frühstart-Rente soll junge Menschen an den Kapitalmarkt heranführen und die Finanzbildung fördern. Unabhängig von ihrem Elternhaus soll der jungen Generation der Zugang zur privaten Altersvorsorge ermöglicht werden. 

Die Frühstart-Rente soll das deutsche Rentensystem entlasten, indem mehr Menschen dazu angeregt werden, privat vorzusorgen und ihre Rentenlücke zu schließen. Die staatlichen Einzahlungen allein werden jedoch nicht ausreichen, um individuelle Rentenlücken zu schließen. Sie sind vielmehr ein Startkapital für die private Vorsorge.

Nadine Graf

Sich mit Geld vom Staat an den Aktienmarkt zu wagen, kann für viele junge Menschen und ihre Familien die Hemmschwelle senken, mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen.

Nadine Graf
Unsere Finanztip-Expertin für Geldanlage

Auffanglösung: Was passiert, wenn Erziehungsberechtigte sich nicht kümmern?

Die staatliche Förderung wird nur in ein Altersvorsorgedepot für die Frühstart-Rente gezahlt. Das Depot muss von den Erziehungsberechtigten eröffnet werden. Eröffnen sie das nicht oder nicht direkt, soll die Fördersumme in eine Auffanglösung fließen. Ihren Teil der Förderung und eventuelle Erträge sollen die Berechtigten später erhalten können.

Wie funktioniert die Auffanglösung?

Fördergeld, das nicht abgerufen wird, soll gemeinschaftlich angelegt werden. Für bessere Nachverfolgung kollektiv nach Kohorte. Es könnte zum Beispiel sein, dass pro Jahrgang ein gemeinsamer Topf gebildet wird. Die genaue Ausgestaltung lässt das Eckpunktepapier aber noch offen.

Klar ist, dass in der Auffanglösung keine individuellen Zuzahlungen oder Anlagepräferenzen berücksichtigt werden. Die Anlagestrategie dieser Auffanglösung soll „einfach, transparent und für Dritte nachahmbar“ sein, heißt es im Papier.

Wie können sich Berechtigte ihre Förderung nachträglich sichern?

Laut Eckpunktepapier sollen Berechtigte Fördergeld und eventuelle Erträge noch nachträglich erhalten können, indem die Erziehungsberechtigten zu einem späteren Zeitpunkt ein Altersvorsorgedepot eröffnen oder die volljährigen Berechtigten einen eigenen Vertrag abschließen. Das Geld wird aus der Auffanglösung genommen.

Relevant werden diese Optionen, wenn die Erziehungsberechtigten nicht oder nicht direkt zum Beginn der Frühstart-Rente aktiv geworden sind.

Wer profitiert von der Frühstart-Rente?

Die staatliche Förderung sollen langfristig alle Kinder zwischen dem sechsten und 18. Lebensjahr bekommen, die in Deutschland eine Schule oder eine andere Bildungseinrichtung besuchen. Zu Beginn der Frühstart-Rente sind jedoch nur Kinder des Jahrgangs 2020 berechtigt, die Förderung zu erhalten. Jedes Jahr soll der jeweils nächstjüngere Jahrgang hinzukommen.

Ob Minderjährige berechtigt sind, die zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Freiwilligen Wehrdienstes leisten, ist noch unklar. 

Die Frühstart-Rente soll keinen früheren Renteneintritt ermöglichen, sondern jungen Menschen bei der Altersvorsorge unter die Arme greifen.

Wie soll der Nachweis der Berechtigung funktionieren?

Eltern können wahrscheinlich über den Bezug des Kindergeldes und ihrens Wohnsitz in Deutschland nachweisen, dass ihre Kinder berechtigt sind, die Förderung zu bekommen. Diesen Vorschlag machte die Bundesregierung in ihrem Eckpunktepapier, um für wenig Bürokratie zu sorgen. Ob dieses Vorgehen jedoch mit EU-Recht konform ist, wird derzeit noch geprüft.

Was ist mit Kindern, die nicht berechtigt sind?

Anders als im Koalitionsvertrag vorgesehen, werden von der Frühstart-Rente die Kinder, die vor 2020 geboren sind, nicht profitieren. Es gibt die Aussicht, dass eventuell ab 2029 weitere Jahrgänge Förderungen von zehn Euro pro Monat bekommen sollen. Welche Jahrgänge das betrifft, ist allerdings noch unklar.

Ein spezielles Depot für die Frühstart-Rente soll auch für Kinder verfügbar sein, die keine Förderung erhalten. Das gilt für die Jahrgänge, die vor 2020 geboren, aber noch nicht volljährig sind. Ihre Erziehungsberechtigten sollen dort freiwillige Einzahlungen tätigen können. So könnten die Familien von Steuerfreiheit bis zum Renteneintritt und denselben Konditionen bei den Anbietern profitieren.

Für alle Familien gilt unabhängig von der Frühstart-Rente, dass es sich lohnt, ein Juniordepot auch ohne staatliche Förderung zu eröffnen. Erziehungsberechtigte können hier flexibel Geld für den Nachwuchs einzahlen und vom Zinseszinseffekt profitieren. Warum sich dafür ein weltweiter Aktien-ETF am besten eignet, liest Du in unserem Ratgeber zum Juniordepot.

Was passiert, wenn berechtigte Kinder volljährig werden?

Die staatliche Förderung soll für berechtigte Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt werden. Ab der Volljährigkeit können die Berechtigten im Frühstart-Renten-Altersvorsorgedepot selbst weitersparen. Den Anbieter zu wechseln, soll mit „geringen Kosten“ möglich sein, heißt es im Eckpunktepapier. Eine Entnahme der Förderung oder der Erträge ist vor dem Renteneintritt der berechtigten Person nicht möglich.

Berechtigte Personen, deren Erziehungsberechtigte kein Altersvorsorgedepot für die Frühstart-Rente eröffnet haben, können bei Volljährigkeit ihren Anspruch an die Auffanglösung geltend machen. Dieses Startkapital können sie in einem selbst abgeschlossenen Altersvorsorgevertrag anlegen.

Soll es Schulunterricht zur Altersvorsorge geben?

Die Bundesregierung plant laut dem Eckpunktepapier zur Frühstart-Rente, dieses Projekt auch durch Bildungsmaßnahmen zu begleiten. In welchen Formaten Wissen über die Frühstart-Rente und Altersvorsorge allgemein vermittelt wird, ist noch nicht klar. Die Regierung will aber auf die Länder zugehen, um die Frühstart-Rente in den Schulunterricht aufzunehmen.

Informationen und Analysen zur Entwicklung der Renten und Renditen sollen aber auch die privaten Anbieter und die Anbieter der Auffanglösung bereitstellen. Die Frühstart-Rente soll für Kinder und Eltern ein Anlass sein, sich mit Altersvorsorge und Kapitalanlage auseinanderzusetzen, heißt es im Eckpunktepapier.

Was bringt die Frühstart-Rente wirklich?

Ein Kind, das die staatliche Förderung durch die Frühstart-Rente in voller Höhe bekommt und sie in einen weltweiten Aktien-ETF anlegt, kann mit 73.067 Euro in Rente gehen. Dieser Betrag müsste allerdings in der Rente versteuert werden und beinhaltet keine Kosten für Depot und ETF.  

Wie viel zahlt der Staat für Kinder ein?

Erhalten Kinder ab ihrem sechsten Geburtstag die Förderungen der Frühstart-Rente durchgängig bis zur Volljährigkeit, kommen über die monatlichen Einzahlungen für zwölf Jahre 1.440 Euro zusammen. 

Ab dem 18. Geburtstag gibt es keine staatlichen Einzahlungen mehr. Dann können allerdings schon 2.090 Euro im Depot liegen. Das wäre der Fall, wenn das Geld in einen passiven Welt-Aktien-ETF angelegt wird, der die Ausschüttungen wiederanlegt. Laut Finanztip-Berechnungen bringt eine solche Anlage langfristig eine Durchschnittsrendite von sechs Prozent jährlich.

Wie entwickelt sich das eingezahlte Geld? 

Wer über die staatliche Förderung von zehn Euro im Monat hinaus kein weiteres Geld einzahlt, hat mit 67 Jahren einen Depotwert von 36.312 Euro

Spart eine Person ab ihrem 18. Geburtstag jeden Monat zusätzlich 50 Euro privat an, käme sie zum Renteneintritt mit 67 auf einen Depotwert von 205.352 Euro. Dabei müssten die Erträge in der Rente versteuert werden. Kosten für Depot und ETF haben wir nicht berücksichtigt. 

Weil eine Auszahlung des Geldes nicht vor dem Renteneintritt möglich ist, läuft der Vermögensaufbau langfristig: Jede Person hat einen Anlagehorizont von mindestens 49 Jahren. Zumindest, sofern das Renteneintrittsalter bei 67 Jahren bleibt. 

So kann der Zinseszinseffekt optimal genutzt werden. Er wirkt stärker, je länger das Geld angelegt wird. Sind die Erträge bis zum Renteneintritt steuerfrei, so wie aktuell geplant, greift der Zinseszins bei der Frühstart-Rente im Vergleich zu anderen Anlagen ungebremst.  

Jan ScharpenbergJörg Leine
Jan Scharpenbergmit Jörg Leine

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Was sind die besten Anbieter für die Frühstart-Rente?

Konkrete Angebote von Depotanbietern gibt es noch nicht, da die Frühstart-Rente frühstens 2026 eingeführt wird. Allerdings bringen sich viele Anbieter bereits mit herkömmlichen Juniordepots in Stellung. 

Ein gutes Juniordepot findest Du mit dem Finanztip-Vergleich solcher Angebote. Bei vielen Anbietern ist die Depotführung kostenlos und ETF-Sparpläne gebührenfrei. Manche Depots werben sogar mit Prämien für Kinder. Auch wenn die Werbung dies suggeriert: Bislang gibt es noch keine staatlichen Förderungen für Juniordepots. 

Die Auswahl erfolgt nach verbraucherfreundlichen Finanztip-Kriterien, sortiert nach Preis-Leistungs-Bewertung. Mehr erfahren.

Hinweis zum Depot-Vergleich

Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.

Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.

Das Depot von N26 wird aktuell mit null Punkten bewertet. Grund dafür sind aktuelle Maßnahmen der Bafin gegen diese Bank.

Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnen werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist. 

Welche Vorgaben gibt es für Frühstart-Renten-Altersvorsorgedepots?

Das Eckpunktepapier der Bundesregierung sieht vor, dass die Depots für die Frühstart-Rente bei verschiedenen, privatwirtschaftlichen Anbietern abgeschlossen werden können. Es sollen individuelle Depots sein, die „bürokratiearm und kostengünstig“ sein sollen und außerdem „eine chancenreiche Kapitalanlage sicherstellen“, so das Papier. Um das zu erreichen, soll die Frühstart-Rente an das Standardprodukt anknüpfen, das mit der Reform der privaten Altersvorsorge geschaffen wird.

Wie kann das Geld angelegt werden? 

Es könnte in einen weltweiten Aktien-ETF angelegt werden, den Finanztip für die Altersvorsorge empfiehlt. Möglich wären aber auch Investments in andere Produkte von Versicherern, aktiv gemanagte Fonds oder Einzelaktien. Hierbei ist zu befürchten, dass die Kosten der Produkte hoch ausfallen und die Renditen schmälern. Einzelaktien hingegen sind sehr spekulativ und bieten – anders als ein Aktien-ETF – keine Streuung.

Was sollten Familien beachten? 

Ein Juniordepot für den Nachwuchs einzurichten und regelmäßig Geld in einen Welt-Aktien-ETF anzulegen, ist sinnvoll, unabhängig davon, wie es mit den Plänen der Regierung zur Frühstart-Rente weitergeht.  

Nadine Graf

Egal, wie sich die Pläne der Regierung entwickeln: Ein Juniordepot fürs Kind einzurichten, wird sich lohnen – am besten so früh wie möglich.

Nadine Graf
Unsere Finanztip-Expertin für Geldanlage

Wer ein Kinderdepot unabhängig von der staatlichen Förderung eröffnet, ist flexibler: (Teil-)Verkäufe der Wertpapiere im Depot sind bei der Frühstart-Rente nicht möglich. Die staatliche Förderung und alle Erträge daraus sind bis zum Renteneintritt gesperrt und kein Zugriff darauf möglich. So die Pläne im Koalitionsvertrag.

Über ein Juniordepot können Familien auch Geld für andere Zwecke als die Altersvorsorge anlegen. Zum Beispiel für den Führerschein, die Ausbildung oder das Eigenkapital für einen Immobilienkauf.

Einzige Einschränkung bei der Anlage in Aktien-ETFs: Das Geld sollte für mindestens 15 Jahre, gerne länger, angelegt werden, um zwischenzeitliche Kursschwankungen aussitzen zu können. Ist das Sparziel kurzfristiger, weil zum Beispiel der Führerschein in den nächsten Jahren ansteht, eignen sich andere Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder ein Geldmarkt-ETF.

Welche weiteren Vorteile ein Juniordepot hat, liest Du in unserem Finanztip-Ratgeber zu Juniordepots.

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