Frühstart-Rente Was bringt die Altersvorsorge für Schulkinder?

Nadine Graf
Nadine Graf
Expertin Geldanlage

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Frühstart-Rente ist ein Projekt aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD, um das deutsche Rentensystem zu entlasten.
  • Der Staat soll für jedes Schulkind ab 2026 zehn Euro im Monat für die Altersvorsorge bereitstellen.
  • Bis zum Rentenalter soll das Geld in einem Depot vermehrt werden und dann verfügbar sein.
  • Viele Details zur Umsetzung sind noch unklar. 

So gehst Du vor

  • Unabhängig von der staatlichen Förderung ist ein Juniordepot mit einem weltweiten Aktien-ETF die beste Möglichkeit, für Dein Kind vorzusorgen und ein finanzielles Polster für das Erwachsenenleben aufzubauen.
  • Eine einfache und günstige Lösung sind Kinderdepots unserer Depotempfehlungen Finanzen.net Zero, ING, Flatex, Consorsbank, Trade Republic, Comdirect und S Broker.

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  • Damit Euch die staatliche Förderung nicht entgeht, informiere Dich als Elternteil eines berechtigten Kindes über die Frühstart-Rente. In unserem Newsletter und unserer App halten wir Dich zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

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Von zehn Euro würden Kinder wahrscheinlich Süßigkeiten, ein Kinoticket oder ein Videospiel kaufen. Die Bundesregierung denkt langfristiger und will zehn Euro im Monat für jedes Schulkind für dessen Altersvorsorge anlegen. Darauf haben sich Union und SPD im April in ihrem Koalitionsvertrag geeinigt. Den aktuellen Stand der Frühstart-Rente haben wir zusammengefasst. 

Was ist die Frühstart-Rente?

Die Frühstart-Rente ist eine staatliche Unterstützung für die Altersvorsorge von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, die 2026 starten soll. Diese Idee ist Teil des Koalitionsvertrages, den CDU/CSU und SPD Anfang April 2025 vorstellten.

Zehn Euro pro Monat soll jedes Kind zwischen sechs und 18 Jahren vom Staat für die Altersvorsorge bekommen. Das Geld soll in ein spezielles Depot eingezahlt werden. Der Koalitionsvertrag gibt einige Regeln für die staatliche Förderung vor: 

  • Zielgruppe: 6- bis 17-Jährige, die eine Schule oder andere Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen.
  • Staatliche Förderung: monatlich zehn Euro.
  • Start: Geplant ab dem 1. Januar 2026, realistischer ist ein späterer Start.
  • Eigene Einzahlungen: Möglich ab dem 18. Geburtstag, mit Höchstbetrag.
  • Auszahlung: Wenn das Kind im Rentenalter ist. Vorher nicht möglich.
  • Steuer: Erträge aus dem Depot sind bis Renteneintritt steuerfrei. Erst in der Rentenphase sollen Steuern anfallen.  
  • Schutz: Sparkapital soll „vor staatlichem Zugriff“ sicher sein.

Verstirbt eine begünstigte Person vor Rentenbeginn, soll das Kapital aus der Frühstart-Rente an die Erben gehen. Diskutiert wird außerdem ein Zuschlag von fünf Euro im Monat für einkommensschwache Familien, um die Frühstart-Rente sozial gerechter zu gestalten.  

Wann tritt die Frühstart-Rente in Kraft?

Im Koalitionsvertrag wird der 1. Januar 2026 für den Beginn der Frühstart-Rente genannt. Dieses Datum ist allerdings nicht mehr realistisch. Der zuständige Koalitionsausschuss schloss Anfang Juli explizit aus, dass die Frühstart-Rente bis Januar 2026 umgesetzt werden soll.

Einen genauen Zeitplan der Regierung für das Gesetzesvorhaben gibt es nicht, bislang ist die Frühstart-Rente nur eine Absichtserklärung im Koalitionsvertrag. Als nächster Schritt folgt ein Beschluss der Bundesregierung. Der soll noch im Herbst 2025 erfolgen, wie der Koalitionsausschuss aus CDU/CSU und SPD am 9. Juli 2025 verkündete. 

Was an der Frühstartrente ist noch nicht klar?

Viele Details und Fragen sind heute noch ungeklärt. Zum Beispiel: 

  • Welchen Anforderungen muss das „individuelle, kapitalgedeckte und privatwirtschaftlich organisierte Altersvorsorgedepot“, das im Koalitionsvertrag erwähnt wird, entsprechen?
  • Wie sollen die Kinder und Jugendlichen nachweisen, dass sie eine Schule oder Bildungseinrichtung besuchen? Wie wird das nicht zu einem großen bürokratischen Aufwand?
  • Wie wird die Frühstart-Rente technisch umgesetzt?
  • Wie werden die Erträge der staatlichen Zuschüsse und der eigenen Sparbeträge in der Rentenphase versteuert?
  • Zu welchen Bedingungen sollen die Begünstigten selbst Einzahlungen tätigen können?
  • Wie sollen Begünstigte sich informieren und weiterbilden können?

Unklar ist außerdem noch, ob die Frühstart-Rente direkt für alle zwischen sechs und 18 Jahren eingeführt wird, oder ob sie zunächst nur für alle Sechsjährigen startet und dann nach und nach pro Jahrgang ausgebaut wird.  

Was ist das Ziel der Frühstart-Rente?

Die Frühstart-Rente soll junge Menschen an den Kapitalmarkt heranführen und die Finanzbildung fördern. Unabhängig von ihrem Elternhaus soll der jungen Generation der Zugang zur privaten Altersvorsorge ermöglicht werden. 

Die Frühstart-Rente soll das deutsche Rentensystem entlasten, indem mehr Menschen dazu angeregt werden, privat vorzusorgen und ihre Rentenlücke zu schließen. Die staatlichen Einzahlungen allein werden jedoch nicht ausreichen, um individuelle Rentenlücken zu schließen. Sie sind vielmehr ein Startkapital für die private Vorsorge.  

Nadine Graf

Sich mit Geld vom Staat an den Aktienmarkt zu wagen, kann für viele junge Menschen und ihre Familien die Hemmschwelle senken, mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen.

Nadine Graf
Unsere Finanztip-Expertin für Geldanlage

Wer profitiert von der Frühstart-Rente?

Kinder zwischen dem sechsten und 18. Lebensjahr, die in Deutschland eine Schule oder eine andere Bildungseinrichtung besuchen, sollen die staatliche Förderung durch die Frühstart-Rente bekommen. Genaueres ist noch nicht bekannt. 

Begünstigt dürften Kindern sein, die in Deutschland zur Schule gehen oder studieren. Gleiches könnte auch für Minderjährige gelten, die eine Ausbildung machen und zu einer Berufsschule gehen. Ob Minderjährige berechtigt sind, die zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Freiwilligen Wehrdienstes leisten, ist noch unklar. 

Der Koalitionsvertrag lässt noch offen, wie die Kinder und Jugendlichen nachweisen sollen, dass sie eine Bildungseinrichtung besuchen. 

Die Frühstart-Rente soll keinen früheren Renteneintritt ermöglichen, sondern jungen Menschen bei der Altersvorsorge unter die Arme greifen.

Was bringt die Frühstart-Rente wirklich?

Ein Kind, das die staatliche Förderung durch die Frühstart-Rente in voller Höhe bekommt und sie in einen weltweiten Aktien-ETF anlegt, kann mit 73.067 Euro in Rente gehen. Dieser Betrag müsste allerdings in der Rente versteuert werden und beinhaltet keine Kosten für Depot und ETF.  

Wie viel zahlt der Staat für Kinder ein?

Erhalten Kinder ab ihrem sechsten Geburtstag die Förderungen der Frühstart-Rente durchgängig bis zur Volljährigkeit, kommen über die monatlichen Einzahlungen für zwölf Jahre 1.440 Euro zusammen. 

Ab dem 18. Geburtstag gibt es keine staatlichen Einzahlungen mehr. Dann können allerdings schon 2.090 Euro im Depot liegen. Das wäre der Fall, wenn das Geld in einen passiven Welt-Aktien-ETF angelegt wird, der die Ausschüttungen wiederanlegt. Laut Finanztip-Berechnungen bringt eine solche Anlage langfristig eine Durchschnittsrendite von sechs Prozent jährlich.

Wie entwickelt sich das eingezahlte Geld? 

Wer über die staatliche Förderung von zehn Euro im Monat hinaus kein weiteres Geld einzahlt, hat mit 67 Jahren einen Depotwert von 73.067 Euro

Spart eine Person ab ihrem 18. Geburtstag jeden Monat zusätzlich 50 Euro privat an, käme sie zum Renteneintritt mit 67 auf einen Depotwert von 423.680 Euro. Dabei müssten die Erträge in der Rente versteuert werden. Kosten für Depot und ETF haben wir nicht berücksichtigt. 

Weil eine Auszahlung des Geldes nicht vor dem Renteneintritt möglich ist, läuft der Vermögensaufbau langfristig: Jede Person hat einen Anlagehorizont von mindestens 49 Jahren. Zumindest, sofern das Renteneintrittsalter bei 67 Jahren bleibt. 

So kann der Zinseszinseffekt optimal genutzt werden. Er wirkt stärker, je länger das Geld angelegt wird. Sind die Erträge bis zum Renteneintritt steuerfrei, so wie aktuell geplant, greift der Zinseszins im Vergleich zu anderen Anlagen bei der Frühstart-Rente ungebremst.  

Was sind die besten Anbieter für die Frühstart-Rente?

Konkrete Angebote von Depotanbietern gibt es noch nicht, da die Frühstart-Rente frühstens 2026 eingeführt wird. Allerdings bringen sich viele Anbieter bereits mit herkömmlichen Juniordepots in Stellung. 

Ein gutes Juniordepot findest Du mit dem Finanztip-Vergleich solcher Angebote. Bei vielen Anbietern ist die Depotführung kostenlos und ETF-Sparpläne gebührenfrei. Manche Depots werben sogar mit Prämien für Kinder. Auch wenn die Werbung dies suggeriert: Bislang gibt es noch keine staatlichen Förderungen für Juniordepots. 

Die Auswahl erfolgt nach verbraucherfreundlichen Finanztip-Kriterien, sortiert nach Preis-Leistungs-Bewertung. Mehr erfahren.

Hinweis zum Depot-Vergleich

Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.

Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.

Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnen werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist. 

Wie kann das Geld angelegt werden? 

Die staatliche Förderung soll in ein „individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot“ fließen. Der Koalitionsvertrag lässt allerdings offen, in welche Produkte die staatliche Förderung und das später selbst angesparte Geld angelegt werden sollen. 

Es könnte in einen weltweiten Aktien-ETF angelegt werden, den Finanztip für die Altersvorsorge empfiehlt. Möglich wären aber auch Investments in andere Produkte von Versicherungen, aktiv gemanagte Fonds oder Einzelaktien. Hierbei ist zu befürchten, dass die Kosten der Produkte hoch ausfallen und die Renditen schmälern. Einzelaktien hingegen sind sehr spekulativ und bieten – anders als ein Aktien-ETF – keine Streuung. 

Noch ist ebenfalls unklar, wie das Depot für die Frühstart-Rente aussehen soll. Ähnliche Pläne für ein Altersvorsorgedepot, das staatlich gefördertes ETF-Sparen ermöglichen sollte, hatte die Ampel-Regierung 2024. Auch das sollte die private Altersvorsorge stärken und ein Nachfolger der Riester-Rente sein, wurde allerdings nie umgesetzt.

Was sollten Familien beachten? 

Ein Juniordepot für den Nachwuchs einzurichten und regelmäßig Geld in einen Welt-Aktien-ETF anzulegen, ist sinnvoll, egal wie es mit den Plänen der Regierung zur Frühstart-Rente weitergeht.  

Nadine Graf

Egal, wie sich die Pläne der Regierung entwickeln: Ein Juniordepot fürs Kind einzurichten, wird sich lohnen – am besten so früh wie möglich.

Nadine Graf
Unsere Finanztip-Expertin für Geldanlage

Wer ein Kinderdepot unabhängig von der staatlichen Förderung eröffnet, ist flexibler: (Teil-)Verkäufe der Wertpapiere im Depot sind bei der Frühstart-Rente nicht möglich. Die staatliche Förderung und alle Erträge daraus sind bis zum Renteneintritt gesperrt und kein Zugriff darauf möglich. So die Pläne im Koalitionsvertrag.

Über ein Juniordepot können Familien auch Geld für andere Zwecke als die Altersvorsorge anlegen. So können der Führerschein, die Ausbildung oder das Eigenkapital für einen Immobilienkauf davon bestritten werden. 

Einzige Einschränkung bei der Anlage in Aktien-ETFs: Das Geld sollte für mindestens 15 Jahre, gerne länger, angelegt werden, um zwischenzeitliche Kursschwankungen aussitzen zu können. Ist das Sparziel kurzfristiger, weil zum Beispiel der Führerschein in den nächsten Jahren ansteht, eignen sich andere Geldanlagen wie Tagesgeld, Festgeld oder ein Geldmarkt-ETF.

Welche weiteren Vorteile ein Juniordepot hat, liest Du in unserem Finanztip-Ratgeber zu Juniordepots.

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