Private Rentenversicherung Teure Produkte für eine lebenslange Rente

Martin Klotz
Martin Klotz
Experte Vorsorge

Das Wichtigste in Kürze

  • Aus einer privaten Rentenversicherung bekommst Du bis zum Lebensende monatlich Geld ausgezahlt.
  • Dafür zahlst Du Geld an einen Versicherer, entweder auf einen Schlag oder regelmäßig über viele Jahre. Dieser legt Deine Einzahlungen für Dich an – zinsbasiert, fondsgebunden oder als Mischform davon.
  • Die meisten Verträge lohnen sich wegen hoher Kosten und gleichzeitig geringer Rendite nicht. Lediglich als Riester-, Rüruprente oder betriebliche Altersvorsorge kann ein Neuabschluss unter Umständen sinnvoll sein.
  • Für die Altersvorsorge gibt es bessere Alternativen, zum Beispiel einen kostengünstigen Sparplan auf einen weltweiten Aktien-ETF.

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Früher war sie einmal der Standard für die Altersvorsorge: die private Rentenversicherung. Auch heute werden jedes Jahr noch viele solcher Verträge verkauft. Doch nur selten eignet sich eine Versicherung tatsächlich noch, um für den Ruhestand vorzusorgen.

Wir bei Finanztip raten in den meisten Fällen davon ab, eine Rentenversicherung für die Altersvorsorge abzuschließen. Wegen hoher Kosten und geringer Rendite lohnt sich das kaum.

Lediglich in der geförderten Variante als Riester- beziehungsweise Rürup-Vertrag oder als betriebliche Altersvorsorge kann eine Form der privaten Rentenversicherung sinnvoll sein. Für die meisten Menschen sind andere Alternativen zum Sparen für das Alter besser geeignet.

Welche Arten der privaten Rentenversicherung gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Formen der privaten Rentenversicherung: die aufgeschobene Rentenversicherung und die Sofortrente.

Bei einer aufgeschobenen Rentenversicherung zahlst Du während der Ansparphase regelmäßig Beiträge ein. Aus dem eingezahlten Geld und dem erwirtschafteten Gewinn zahlt Dir der Versicherer ab dem Rentenbeginn eine monatliche Rente aus.

Statt über Jahre Kapital anzusparen, zahlst Du bei einer Sofortrente einmalig einen hohen Betrag in einen Versicherungsvertrag ein. Dieses Geld legt der Versicherer an und beginnt parallel damit, es als monatlichen Betrag wieder an Dich auszuzahlen. Diese Form der Rentenversicherung wird Dir meist angeboten, wenn Du im Ruhestand oder kurz davor eine größere Summe zur Verfügung hast.

Was ist eine klassische Rentenversicherung?

Eine klassische Rentenversicherung ist ein Vertrag, bei dem Dein Geld mit einem festgelegten Zinssatz bis zum Rentenbeginn angelegt wird. Der Begriff „klassisch“ grenzt dabei diese ursprüngliche Vertragsart von neuen Anlagekonzepten ab.

Klassische Rentenversicherungen sind heutzutage immer weniger verbreitet. Fondsgebundene Rentenversicherungen, die wir in Kapitel 3 erklären, haben ihnen inzwischen den Rang abgelaufen.

Wie viel Zinsen gibt es bei einer klassischen Rentenversicherung?

In diesem Jahr liegt der Höchstrechnungszins bei 1,0 Prozent. Das ist der vom Bundesfinanzministerium festgelegte Zinssatz für neu abgeschlossene klassische Verträge. Diesen Zins garantiert Dir der Versicherer für Dein Geld.

Klassische Rentenversicherungen leiden genauso wie Kapital-Lebensversicherungen unter den niedrigen Zinssätzen für Lebensversicherungen. Denn Rentenversicherungen sind eine Unterform der Lebensversicherungen.

Auch wenn der Höchstrechnungszins zuletzt von 0,25 auf 1,0 Prozent gestiegen ist: Im historischen Vergleich ist das noch immer ein niedriger Wert.

Was ist die laufende Verzinsung bei einer klassischen Rentenversicherung?

Die laufende Verzinsung beschreibt den Zinssatz, den Du vom Versicherer fürs Anlegen Deines Geldes bekommst. Der Wert liegt in den meisten Fällen höher als die im Vertrag garantierte Verzinsung.

Die laufende Verzinsung entsteht dadurch, dass die Anbieter das Geld aller Kunden anlegen und damit Gewinn erwirtschaften. Einen Teil davon geben Sie an ihre Kunden weiter.

Für klassische Rentenversicherung nahm die sogenannte laufende Verzinsung über das letzte Jahrzehnt ab. Bedingt durch den allgemeinen Zinsanstieg erholte sie sich seit 2021 wieder leicht.

Wie hoch ist die laufende Verzinsung klassischer Rentenversicherungen?

bei Neuabschluss

im Jahr

laufende Verzinsung
20152,54 %
20162,86 %
20172,61 %
20182,47 %
20192,46 %
20202,29 %
20212,13 %
20222,15 %
20232,26 %
20242,41 %
20252,53 %
20262,62 %

Durchschnittliche laufende Verzinsung 2024 ohne Schlussüberschuss und Beteiligung an Bewertungsreserven, gewichtet
Quelle: Assekurata (Stand: 2026) 

Allerdings wird bei einer klassischen Rentenversicherung lediglich der Anteil Deines Beitrags verzinst, der nicht für Kosten oder Risikoschutz verwendet wird. Von 100 Euro Einzahlung sparst Du als Versicherter also effektiv nur circa 80 oder 90 Euro an, der Rest geht für Kosten des Vertrags drauf. Zum Beispiel für Provisionen und die Verwaltung. Lediglich der Rest kann angelegt und verzinst werden.

Daher wirken die Werte in der Tabelle besser, als sie eigentlich sind. Du kannst den Zinssatz daher beispielsweise nicht mit einem kostenfreien Tagesgeldkonto vergleichen. Dort werden die Zinsen auf das gesamte Kapital gezahlt.

Wenn Du die Zinssätze dann noch in Bezug zur Inflation setzt, wird das Bild noch düsterer. Die durchschnittliche Inflation von 2015 bis 2024 betrug laut Daten des statistischen Bundesamts rund 2,41 Prozent pro Jahr.

Martin Klotz

Wegen hoher Kosten und niedrigen Zinsen raten wir bei Finanztip vom Abschluss einer klassischen privaten Rentenversicherung ab.

Martin Klotz
Unser Finanztip-Experte für Vorsorge

Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung?

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist ein Fondssparplan im Mantel eines Versicherungsvertrags. Die Beiträge werden dabei zu einem Teil oder komplett in Fonds investiert. Diese kannst Du Dir meist selbst aussuchen.

Das Vertragsguthaben richtet sich nach der Wertentwicklung der Fonds. Die spätere Rentenhöhe ist abhängig vom Kapital im Vertrag beim Übergang in die Auszahlphase.

Provisionen und Verwaltung sind bei fondsgebundenen Verträgen meist deutlich teurer als bei klassischen Rentenversicherungen. Wir bei Finanztip raten daher, eine fondsgebundene Rentenversicherung nur in Ausnahmefällen abzuschließen.

Zum Beispiel, wenn Deine Firma die betriebliche Altersvorsorge nur in dieser Form anbietet. Und auch nur, wenn Du eine hohe Zuzahlung von Deiner Firma bekommst. Weitere Infos dazu liest Du in unserem ausführlichen Ratgeber zur Entgeltumwandlung.

Wie wird eine private Rentenversicherung ausgezahlt?

Die Rentenzahlungen beider Arten von Rentenversicherungen, klassisch und fondsgebunden, laufen lebenslang. Du erhältst also garantiert monatlich Geld, bis Du stirbst. In gewisser Weise ist eine Rentenversicherung eine Wette auf ein langes Leben. Denn je länger Du lebst, desto wahrscheinlicher bekommst Du mehr Geld ausgezahlt als Du eingezahlt hast. Verstirbst Du früh, sind die Auszahlungen oft geringer als Deine kumulierten Einzahlungen.

Bei nicht geförderten, aufgeschobenen Rentenversicherungen kannst Du zum Ablauf auch eine einmalige Kapitalauszahlung wählen. Du bekommst dann das ganze Guthaben auf einen Schlag. Aber Achtung: Das ist steuerlich in der Regel teurer als monatliche Rentenzahlungen.

Welche Arten der Rentenauszahlung gibt es?

Wenn Du Dich für die Rentenzahlung entscheidest, kannst Du beim Übergang in den Ruhestand zwischen einer dynamischen und einer konstanten Rente wählen. 

Bei der konstanten Rente soll die Zahlung während der gesamten Rentenphase gleich hoch bleiben. Der Versicherer rechnet daher in die Rentenhöhe bereits eine prognostizierte Überschussbeteiligung für die gesamte Rentenzeit ein. Treten die Erwartungen nicht ein, ist es möglich, dass die Rente gesenkt wird. Auch wichtig: Die konstante Rente verliert durch die Inflation mit der Zeit an Wert.

Wie funktioniert die dynanische Rentenzahlung? 

Die dynamische Rente steigt mit der Zeit an, sofern es die erwirtschafteten Überschüsse des Versicherers zulassen. Daher ist sie zu Rentenbeginn etwas niedriger als die konstante Rente. Gesenkt werden kann die einmal erreichte Rentenhöhe bei der dynamischen Zahlung nicht mehr. Aufgrund der Anpassung verliert die Rente durch Inflation die Inflation weniger an Wert. Sie lohnt sich zudem mehr, je älter Du wirst.

Eine Mischform der beiden Auszahl-Varianten ist die teildynamische Rente. Ein Teil der Überschüsse ist dabei dynamisch und kann nicht abgesenkt werden. Ein anderer Teil wird vor Rentenbeginn hochgerechnet und kann wieder gesenkt werden, falls die Überschüsse nicht zur Finanzierung ausreichen.

Was ist der Rentenfaktor und warum ist er so wichtig?

Wie hoch genau Deine monatlichen Zahlungen bei einer privaten Rentenversicherung ausfallen, bestimmt der sogenannte Rentenfaktor. Das ist ein Umrechnungswert für das angesparte Kapital in monatliche Rente und wird meist pro 10.000 Euro angegeben.

Hast Du in Deinem Vertrag am Ende der Laufzeit beispielsweise 100.000 Euro, bekommst Du bei einem Rentenfaktor von 30 eine monatliche Rente von 300 Euro. Liegt der Rentenfaktor bei 20, bekommst Du mit 200 Euro pro Monat deutlich weniger. Und das, obwohl Dein Guthaben in beiden Fällen gleich ist.

Klassische Rentenversicherung - Beim Abschluss einer klassischen Rentenversicherung garantiert der Anbieter eine Mindestrente im Alter. Diese Mindestrente errechnet sich aus dem garantierten Kapital, dementsprechend gibt es für diesen Teil der zukünftigen Rente einen Rentenfaktor. Dieser steht bereits zu Vertragsabschluss fest und ist lediglich kalkulatorisch relevant – also im Hintergrund beim Versicherer. Doch die Höhe Deiner Rente bestimmt sich darüber hinaus aus nicht garantierten Überschüssen. Der Rentenfaktor dafür wird erst zu Beginn der Rentenzahlung vom Versicherer festgelegt.

Fondspolicen oder neue Klassik - Bei Verträgen, bei denen kein Kapital zu Rentenbeginn garantiert ist, gibt es einen Rentenfaktor, der für die Umrechnung des gesamten Kapitals in eine monatliche Rente genutzt wird. Dieser wird allerdings erst zum Ende der Ansparphase endgültig festgelegt. Oft nennen Versicherer bereits in den Versicherungsunterlagen einen garantierten oder aktuellen Rentenfaktor. Diese dienen lediglich der Orientierung. Beide können – mit unterschiedlich hohen Hürden für den Versicherer – während der Ansparphase gesenkt werden.

Was kannst Du tun, wenn Dein Rentenfaktor gesenkt wurde? 

In den letzten Jahren haben einige Versicherer während der Laufzeit von Rentenversicherungen den Rentenfaktor ihrer Versicherten gesenkt. Als Begründung für die Rentenkürzung haben sie die Niedrigzinsphase angegeben. Das ist laut Bundesgerichtshof in mehreren Fällen nicht rechtens (u.a. Az. IV ZR 34/25).

Eine ausführliche Anleitung, um Dich gegen die Kürzung Deiner Rente zu wehren, findest Du in unserem Ratgeber zum Rentenfaktor.

Wie funktionieren hybride Rentenversicherungen?

Da sich klassische Verträge seit dem Beginn der Niedrigzinsphase für die Kunden immer weniger lohnen, haben Versicherer eine neue Produktart erfunden. Hybride Verträge der sogenannten „neuen Klassik“ haben weniger Garantien. Sie versprechen eine höhere Rendite, da der Versicherer einen Teil des Geldes auch in Aktien oder andere Anlageformen investieren kann.

Die Produkte der neuen Klassik sind sehr unterschiedlich. Allen gemein ist, dass sie einen Rückkaufswert haben und eine lebenslange Rente garantieren. Je nach Ausgestaltung liegt der Garantiezins manchmal bei weniger als ein Prozent, oftmals sogar bei null. Der Zins in der Rentenphase, mit dem das angesparte Kapital weiterhin verzinst wird, kann sich darüber hinaus von dem in der Ansparphase unterscheiden.

Einige Produkte garantieren den Erhalt der eingezahlten Beiträge, andere fordern dafür eine Mindestlaufzeit. Genauso verhält es sich mit der Garantie, dass zum Rentenbeginn ein Mindestkapital angespart ist. Manche Anbieter geben sie, andere nicht. Außerdem haben nur wenige Verträge einen garantierten Rentenfaktor.

Durch diese Vielfalt fällt es schwer, die unterschiedlichen Produkte sinnvoll zu vergleichen. Die Rating-Agentur Assekurata hat dennoch eine durchschnittliche laufende Verzinsung für Verträge der neuen Klassik errechnet, die sich aus dem Garantiezins und den Überschüssen ergibt: Sie lag 2024 mit 2,58 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie die laufende Verzinsung der klassischen Rentenversicherung. Diese betrug 2,42 Prozent.

Bei den Kosten schneidet die neue Klassik schlechter ab. Durchschnittlich verringerten die Kosten dieser Produkte die Rendite im Jahr 2024 um 1,09 Prozentpunkte. Damit waren sie im Durchschnitt knapp ein Fünftel teurer als klassische Produkte.

Was sind Indexverträge?

Indexverträge sind eine spezielle Unterart der hybriden Rentenversicherungen. Dabei legt der Versicherer einen kleinen Teil Deiner Einzahlungen am Aktienmarkt an. Der mögliche Gewinn ist allerdings begrenzt, da der Anbieter nur ein bisschen der erzielten Rendite an Dich weitergibt. Dafür verpflichtet er sich im Gegenzug, die potenziellen Verluste des Aktieninvestments komplett allein zu tragen.

Die Renditeaussichten eines Indexvertrags sind schwer einzuschätzen, denn die Deckelung des möglichen Gewinns kann der Versicherer jedes Jahr neu justieren. Eine kleine Veränderung daran hat aber bereits große Auswirkungen auf die Rendite.

Indexverträge sind verhältnismäßig teuer, äußerst komplex und je nach Anbieter sehr unterschiedlich in ihrer Struktur. Dazu kommt, dass Du regelmäßig Entscheidungen treffen musst, die eine gewisse Marktkenntnis erfordern. Daher raten wir bei Finanztip vom Abschluss einer Indexpolice ab.

Wenn Du mehr zum Thema wissen möchtest, lies in unserem ausführlichen Ratgeber zu Indexpolicen nach.

Wann kann sich eine aufgeschobene Rentenversicherung lohnen?

Private Rentenversicherungen können sich rechnen, wenn Du für Deinen Vertrag eine hohe Förderung bekommst. Zum Beispiel Zuschüsse vom Arbeitgeber, vom Staat oder Steuerrückerstattungen. Doch auch dann gibt es meist sinnvollere Produkte als eine private Rentenversicherung.

Riester-Rentenversicherung - Sehr viele bestehende Riester-Verträge sind private Rentenversicherungen mit der dazugehörigen staatlichen Förderung. Gerade bei diesen Verträgen fressen die Kosten einen Großteil der Förderung wieder auf. Das sorgt für geringe Renditen. Wir bei Finanztip empfehlen deshalb stattdessen Riester-Fondssparpläne. Aber generell gilt: Riestern lohnt sich nur für eine äußerst kleine Gruppe von Menschen  – unabhängig von der Art des Vertrags.

Rürup-Rente - Die Rürup-Rente ist grundsätzlich für gut verdienende Selbstständige als Ersatz für die gesetzliche Rente gedacht. Sie ist prinzipiell eine sehr unflexible Form der Altersvorsorge und die Verträge sind nicht kündbar. Es gibt Rürup-Verträge in der Form eines Fondssparplans oder als Rentenversicherung. Die Ergebnisse unseres aktuellen Tests findest Du im ausführlichen Rürup-Vergleich.

Direktversicherung - Das ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge, hinter der sich eine Rentenversicherung verbirgt. Sie ist vor allem bei kleineren Unternehmen der gängigste Weg, Mitarbeitern die Entgeltumwandlung zu ermöglichen. Sind die Konditionen richtig gut, kann sich solch ein Vertrag lohnen. Worauf Du achten solltest, liest Du in unserem Ratgeber zur Direktversicherung.

Wann kann sich eine Sofortrente lohnen?

Wer einen größeren Batzen Geld übrig hat und für das Alter vorsorgen möchte, kann dies mit einer Sofortrente tun. Sinnvoll kann das für Dich vor allem sein, wenn Du schon älter bist und gerade eine größere Summe Geld bekommen hast. Zum Beispiel durch ein Erbe oder eine Auszahlung aus einer alten Lebensversicherung.

Die Sofortrente eignet sich für Dich grundsätzlich, wenn Du erwartest, noch sehr lange zu leben. Die Höhe der Auszahlung hängt davon ab, wie viel Geld Du einzahlst und wie gut der Rentenfaktor des Vertrags ist. Der Versicherer errechnet daraus eine lebenslang garantierte Mindestrente. Zusätzlich zahlt er Dir Überschüsse aus. Diese stehen aber nicht fest und sind auch nicht garantiert.

Martin Klotz

Bevor Du eine Sofortrente abschließt, prüfe, ob es sich stattdessen für Dich mehr lohnt, Rentenpunkte zu kaufen.

Martin Klotz
Unser Finanztip-Experte für Vorsorge

Rentenpunkte kaufen: die beste Alternative zur Sofortrente?

Die beste Alternative zu einer Sofortrente ist der Kauf von Rentenpunkten der gesetzlichen Rentenversicherung. Das kannst Du im Alter von 50 bis 66 beziehungsweise 67 Jahren tun – je nach Jahrgang.

Der zum Vergleich mit einer privaten Rentenversicherung umgerechnete Rentenfaktor solcher Rentenpunkte beträgt 40,63 (Stand: Februar 2026). Damit liegt er deutlich höher als der Rentenfaktor einer Sofortrente.

Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu einer Sofortrente kannst Du die Ausgaben für Rentenpunkte bei der Steuer ansetzen. Auch hast Du beim Kauf keine zusätzlichen Kosten. Alle Details dazu liest Du in unserem Ratgeber zum Thema Rentenpunkte kaufen.

Was tun, wenn Du mit Deiner Rentenversicherung unzufrieden bist?

Wenn Du mit Deiner Rentenversicherung unzufrieden bist, hast Du folgende Optionen: Du kannst den Vertrag kündigen, ihn beitragsfrei stellen, die Höhe der Beiträge reduzieren oder ihn optimieren.

Versuche, die Vergangenheit bei Deiner Entscheidung außen vor zu lassen. Vielleicht hattest Du beim Abschluss des Vertrags weniger Finanzwissen als heute. Das ist okay. In den ersten fünf Vertragsjahren zahlst Du von jeder Monatsrate einen Teil der Abschlusskosten. Dazu fallen noch jährliche Verwaltungskosten an. Dieses Geld ist ohnehin weg und Du bekommst es nicht zurück. Und zwar egal, welche Entscheidung Du jetzt triffst.

Richte daher Deinen Blick auf die Zukunft und frag Dich, ob diese Rentenversicherung das Produkt ist, in das Du Deine nächste Sparrate für die Altersvorsorge investieren möchtest. Schau dabei als erstes auf die Art der Auszahlung im Ruhestand, die sich für Dich gut anfühlt.

Wenn Dir eine lebenslange Rentenzahlung wichtig ist und Du bereit bist, dafür ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen, dann ist eine Rentenversicherung für Dich grundsätzlich ein zweckmäßiges Vorsorgeprodukt. Aber nur, wenn es ein guter Vertrag ist.

Wann ist eine private Rentenversicherung gut?

Schau bei einem klassischen Vertrag auf den garantierten Zinssatz und den realen Zinssatz nach Kosten, den Du die letzten Jahre bekommen hast. Wenn Du mit dem realen Zinssatz im Durchschnitt zufrieden bist und es für Dich auch in Ordnung wäre, in manchen Jahren nur den garantierten Zinssatz zu erhalten, dann führ den Vertrag weiter.

Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung schau auf die Fonds im Kern des Vertrags und den Rentenfaktor. Hast Du noch mehr als 15 Jahre Zeit bis zur Rente, stell sicher, dass Deine Einzahlungen in kostengünstige, weltweit gestreute Aktien-ETFs fließen. Zum Beispiel in den MSCI World oder den FTSE All-World.

Die Fonds in vielen, vor allem älteren fondsgebundenen Verträgen sind oftmals aktiv gemanagte Investmentfonds. Diese haben deutlich höhere Kosten als ETFs (Exchange Traded Funds). Das schmälert Deine Rendite über die Jahre erheblich. Der Wechsel zu einem günstigen ETF ist kostenfrei und bei vielen bestehenden Verträgen möglich.

Prüf darüber hinaus die Höhe Deines aktuellen beziehungsweise Deines garantierten Rentenfaktors. Je höher dieser Wert, desto mehr Rente bekommst Du im Ruhestand bei gleichem Kapital ausgezahlt. Und desto eher hast Du auch Deine Einzahlungen wieder raus.

Hat Dein Versicherer den Rentenfaktor während der Vertragslaufzeit gesenkt? Dann lies in unserem Ratgeber zum Rentenfaktor nach, was Du dagegen tun kannst.

Was ist die bessere Alternative als eine private Rentenversicherung?

Wir bei Finanztip empfehlen, Deine Rentenlücke statt mit einer privaten Rentenversicherung mit einer Kombination aus einem Tagesgeldkonto und einem Sparplan auf einen weltweit gestreuten Aktien-ETF zu schließen. Im Ruhestand nimmst Du dann selbst Auszahlungen vor.

Ist das auch Deine Strategie, dann sind weitere Einzahlungen in Deine private Rentenversicherung nicht sinnvoll. Entscheidest Du Dich gegen weitere Investitionen in Deine private Rentenversicherung, kannst Du den Vertrag entweder kündigen oder beitragsfrei stellen, also nicht mehr einzahlen.

Was passiert bei der Kündigung einer privaten Rentenversicherung? 

Bei der Kündigung einer klassischen privaten Rentenversicherung zahlt Dir Dein Versicherer den Rückkaufswert abzüglich eventuell anfallender Gebühren aus. Bei einem fondsgebundenen Vertrag bekommst Du das aktuelle Guthaben minus der Kosten für die Auflösung.

Achtung: Handelt es sich bei Deiner privaten Rentenversicherung um einen geförderten Vertrag, gibt es spezielle Regeln. Einen Rürup- oder Basisrentenvertrag beispielsweise kannst Du nicht kündigen. Ein betrieblicher Vorsorgevertrag unterliegt bestimmten Auflagen. Bei einem Riestervertrag musst Du bei der Kündigung besonders aufpassen. Mehr dazu liest Du in unserem Ratgeber zur Riester-Kündigung.

Martin Klotz

In den letzten Jahren vor der Rente ist eine Beitragsfreistellung meist besser als die Kündigung.

Martin Klotz
Unser Finanztip-Experte für Vorsorge

Was passiert bei einer Beitragsfreistelltung Deiner privaten Rentenversicherung?

Wenn Du nicht mehr in Deine private Rentenversicherung einzahlst, entwickelt sich dein Guthaben bis zum Eintritt in den Ruhestand weiter. Allerdings zahlst Du auch weiterhin die jährlichen Verwaltungskosten. Schau also bei einem Stopp Deiner Einzahlungen darauf, dass die Kosten nicht Dein Kapital auffressen. Bei klassischen Verträgen bekommst Du am Ende noch einen Schlussbonus ausgezahlt.

Die Sparrate, die nicht mehr in Deine Rentenversicherung fließt, kannst Du nun anderweitig für Deinen Ruhestand anlegen. In unserem ePaper zur cleveren Altersvorsorge findest Du Beispiele, die zeigen, wie viel Geld Du von Deinem Netto fürs Alter zurücklegen solltest.

Wie Du einfach und kostenlos einen ETF-Sparplan für Dich einrichtest, liest Du in unserem Artikel zum Vermögensaufbau in kleinen Raten.

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