Kinderkrankengeld

Wann Eltern Geld fürs kranke Kind bekommen

Das Wichtigste in Kürze

  • Sie erhalten von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung Kinderkrankengeld, falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter krank ist, betreut werden muss und Sie deswegen nicht zur Arbeit gehen können.
  • Wie viel Geld die Kasse pro Arbeitstag zahlt, richtet sich nach Ihrem Einkommen. Es ist aber deutlich weniger als Ihr reguläres Gehalt.
  • In jedem Kalenderjahr und für jedes Kind bekommen Sie maximal für zehn Arbeitstage Krankengeld. Wenn Sie mehr als zwei Kinder haben, sind es höchstens 25 Tage pro Jahr. Alleinerziehende haben Anrecht auf doppelt so viele Tage.
  • Privatversicherte haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Krankengeld immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

    Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

    Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

    Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

    Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
    Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Keine Frage: Kranke Kinder müssen betreut und versorgt werden. Aber wenn beide Elternteile arbeiten, kann das zum Problem werden. Meist bleibt dann einer zu Hause – was auch sein gutes Recht ist. Niemand muss Urlaubstage oder Überstunden opfern, wenn der Nachwuchs hustet und schnieft. Eltern sind dann laut Gesetz von der Arbeit freigestellt. Aber wie sieht es finanziell aus? Wenn Sie Glück haben, zahlt Ihnen Ihr Arbeitgeber Ihr Gehalt weiter. Ansonsten bekommen gesetzlich Versicherte das sogenannte Kinderkrankengeld.

Dann erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber weiterhin Gehalt

Wenn Sie aus persönlichen Gründen nicht arbeiten können, zum Beispiel weil Sie sich um Ihr krankes Kind kümmern müssen, sieht das Gesetz vor, dass Sie in dieser Zeit weiter von Ihrem Arbeitgeber bezahlt werden (§ 616 BGB). Nach der Rechtsprechung müsste ein Betrieb in so einer Situation das Gehalt für bis zu fünf Arbeitstage fortzahlen (BAG, Urteil vom 19. April 1978, Az. 5 AZR 834/76). Dafür müssen Sie Ihrem Arbeitgeber aber ein ärztliches Attest vorlegen. Oft schließt der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag diese Möglichkeit aus. Eine typische Klausel, mit der Unternehmen die bezahlte Freistellung ausschließen, lautet: „Bei sonstiger Dienstverhinderung aufgrund eines in seiner Person liegenden Grundes besteht kein Anspruch des Mitarbeiters auf Fortzahlung der Vergütung. § 616 BGB findet keine Anwendung.“

Haben Sie eine solche Klausel in Ihrem Arbeitsvertrag, sind Sie zwar freigestellt – aber unbezahlt. Das ist heutzutage Regel. Aber an dieser Stelle springt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit dem Kinderkrankengeld ein (§ 45 SGB V).

Wer hat Anspruch auf Kinderkrankengeld?

Sie können Kinderkrankengeld bekommen, falls

  • Sie als Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert sind,
  • Ihr Kind so krank ist, dass es nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen kann,
  • ein Arzt attestiert hat, dass Sie Ihr Kind betreuen müssen und
  • Sie deswegen nicht arbeiten können.

Diese Regelung gilt aber nur, wenn Ihr krankes Kind in Ihrem Haushalt lebt und nicht älter als zwölf Jahre ist. Die Altersgrenze entfällt, wenn es sich um ein behindertes Kind handelt.

Wichtig ist, dass nicht nur Sie gesetzlich krankenversichert sind, sondern auch der kränkelnde Nachwuchs. Meistens handelt es sich dabei um eine Familienversicherung. Ist Ihr Kind privat krankenversichert, stehen Ihnen keine Leistungen zu, auch wenn Sie selbst in der GKV sind. Außerdem darf niemand anders im Haushalt zur Verfügung stehen, der das Kind betreuen könnte. Lebt zum Beispiel die Großmutter mit Ihnen unter einem Dach, kann sie möglicherweise ihren Enkel gesund pflegen.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Krankengeld immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

Achtung

Kein Kinderkrankengeld für Privatversicherte

Private Krankenversicherungen (PKV) sehen grundsätzlich keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld vor. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung und informieren Sie sich über spezielle Kinderkrankentagegeld-Tarife, wenn Ihnen das wichtig ist.

Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II gibt es bei Pflege eines erkrankten Kindes weiterhin. Sie müssen der Agentur für Arbeit die ärztliche Bestätigung vorlegen, dass es erforderlich ist, dass Sie Ihr Kind beaufsichtigen und betreuen müssen und deswegen nicht dem Amt zur Verfügung stehen. An Ihre Krankenkasse brauchen Sie sich nicht zu wenden. Arbeitslosen steht dieselbe Anzahl an Kinderpflegetagen wie Berufstätigen zu. Allerdings verlängert sich die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds dadurch nicht.

Das brauchen Sie für die Auszahlung

Für die Auszahlung von Kinderkrankengeld durch die Krankenkasse sind lediglich zwei einfache Bescheinigungen nötig:

Ärztliches Attest und Antrag - Sie brauchen vom betreuenden Arzt eine Bescheinigung, dass Sie aufgrund der Pflege Ihres kranken Kindes nicht arbeiten können. Dazu gibt es einen Vordruck, der auch gleich den Antrag auf Kinderkrankengeld enthält. Dort müssen Sie Ihre Bankverbindung angeben und erklären, ob Sie von Ihrem Arbeitgeber in dieser Zeit Gehalt bekommen oder nicht. Die Bescheinigung und den unterschriebenen Antrag schicken Sie an Ihren Arbeitgeber und Ihre Krankenkasse. Ein Muster für ein solches Formular finden Sie hier.

Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers - Um das Krankengeld berechnen zu können, benötigt Ihre Krankenkasse außerdem eine Bescheinigung über Ihren Verdienst.

Liegen der Krankenkasse beide Nachweise vor, berechnet sie Ihren Leistungsanspruch und überweist das Kinderkrankengeld auf Ihr Konto. Steht in der Bescheinigung, dass Sie das Kind infolge eines Unfalls betreuen müssen, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung das Krankengeld. Das gilt jedoch nur, wenn sich der Unfall im Kindergarten, im Hort, in der Schule oder auf dem Weg dorthin oder nach Hause ereignet hat.

Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Krankengeld immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail an Ihre Adresse gesendet.

Schauen Sie gleich in Ihr E-Mail-Programm.

Sie haben keine E-Mail erhalten? Kann es sein, dass die Nachricht im SPAM-Ordner Ihres E-Mail-Anbieters gelandet ist?
Bitte schauen Sie auch dort einmal nach und fügen die Mail-Adresse von Finanztip.de Ihrem Adressbuch hinzu.

So hoch ist das Krankengeld für die Pflege Ihres Kindes

Die Höhe des Kinderkrankengelds ist gesetzlich festgelegt (§ 45 Abs. 2 SGB V). Genau wie beim normalen Krankengeld erhalten Sie 90 Prozent Ihres ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Gleichzeitig darf die Zahlung aber 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze nicht überschreiten. Der Tageshöchstsatz beläuft sich nach dieser Berechnung im Jahr 2017 auf 101,50 Euro.

So lange erhalten Sie Kinderkrankengeld

In jedem Kalenderjahr und für jedes Kind bekommt jedes Elternteil maximal für zehn Arbeitstage Krankengeld, sofern sie berufstätig sind. Insgesamt gibt es pro Kind demnach 20 Tage. Alleinerziehende Versicherte mit einem Kind haben alleine Anspruch auf höchstens 20 Arbeitstage. Haben Sie mehrere Kinder, kann jeder Elternteil insgesamt 25 Arbeitstage pro Jahr Kinderkrankengeld beziehen. Bei Alleinerziehenden mit mehr als zwei Kindern sind es maximal 50 Tage.

Falls ein Elternteil aus persönlichen oder beruflichen Gründen die Betreuung am Krankenbett nicht übernehmen kann, lässt sich der Anspruch auf Kinderkrankengeld unter bestimmten Bedingungen auch auf den anderen Elternteil übertragen. Das geht jedoch nur, wenn beide berufstätige Eltern gesetzlich versichert sind und der Arbeitgeber dem zustimmt.

Eltern von schwerstkranken Kindern, die nur noch wenige Wochen oder Monate zu leben haben, können zeitlich unbegrenzt Krankengeld bekommen. In diesem Fall muss das Kind auch nicht zwingend im Haushalt des Versicherten wohnen und dort betreut werden. Es kann auch in einem Krankenhaus oder Hospiz untergebracht sein.

Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutzversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Ein Rechtsstreit kann teuer werden

  • Rechtsschutz ist sinnvoll, aber kein Muss.
  • Viele Fälle, etwa rund um Hausbau oder Scheidung, sind nicht versichert.
  • Wir zeigen gute Tarife zu einem fairen Preis.

» Zum Ratgeber

Sollen wir Sie
zum Thema Krankengeld
sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten?

Einmal pro Woche die wichtigsten Verbraucher-Tipps - kostenlos und werbefrei direkt in Ihr Postfach.

  • Wertvolle Spartipps für Ihr Geld
  • Urteile, die Sie kennen sollten
  • Updates zu unseren beliebten Rechnern und Musterschreiben
  • Unverbindlich und jederzeit kündbar


Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

Vielen Dank für Ihre Anmeldung

Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse

  1. Schauen Sie gleich in Ihrem Postfach nach.
  2. Öffnen Sie die Mail von Finanztip Newsletter.
  3. Klicken Sie auf den Bestätigungslink.

Schauen Sie bitte auch im Spam-Ordner nach.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei

Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter [email protected].

Peter Neitzsch

freier Finanztip-Mitarbeiter

Als freier Autor arbeitet Peter Neitzsch im Versicherungsressort von Finanztip. Der freiberufliche Journalist schreibt vorwiegend über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Vor der Selbstständigkeit leitete er das Wirtschaftsressort von stern.de. In Dresden und Paris studierte Peter Neitzsch Sozialwissenschaften und absolvierte danach die Berliner Journalisten-Schule. Im Anschluss arbeitete er unter anderem am Newsdesk der Frankfurter Rundschau und von tagesschau.de.