Krankenversicherungspflicht

Jeder muss sich krankenversichern

Julia Rieder
& Co-Autor
Stand: 01. Februar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • In Deutschland hat jeder die Pflicht, einer Krankenversicherung beizutreten.
  • Arbeitnehmer, deren Bruttoarbeitsentgelt die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt, sind pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV).
  • Wer einmal in der gesetzlichen Krankenversicherung ist, muss diese nie mehr verlassen.
So gehen Sie vor
  • Gehören Sie zum Personenkreis, der nicht pflichtversichert ist, müssen Sie sich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern.
  • Prüfen Sie, welches System für Sie am besten geeignet ist. Eine Entscheidungshilfe finden Sie in unserem Ratgeber Gesetzliche oder private Krankenversicherung?.
  • Sie können Ihre Krankenkasse frei wählen. Vergleichen Sie daher die Leistungen, um für sich die passende Kasse zu finden. Die umfassendsten Zusatzleistungen in unserem Vergleich boten HEK, TK, BKK VBU, Bahn-BKK und BKK24.

In Deutschland muss jeder einer Krankenversicherung haben. Je nachdem, welche Voraussetzungen Sie erfüllen, sind Sie Pflichtversicherter einer gesetzlichen Krankenkasse, müssen sich freiwillig gesetzlich versichern oder wählen eine private Krankenversicherung (PKV). Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) können ihre Kinder und Ehegatten oder Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft kostenfrei mitversichern. Trotz der Pflicht zu einer Versicherung gibt es Menschen, die weiterhin keine Krankenversicherung besitzen.

Für wen gilt die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kasse?

Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung sind grundsätzlich alle Arbeitnehmer, deren Bruttoarbeitsentgelt die aktuell geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze) nicht übersteigt. Für das Jahr 2019 beträgt diese 60.750 Euro oder 5063 Euro pro Monat. Dazu zählen neben dem laufenden monatlichen Bruttoeinkommen auch regelmäßige jährliche Zahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Jeder kann frei wählen, bei welcher gesetzlichen Krankenkasse er Mitglied wird. Da sich die Krankenkassen im Beitrag und in kleinen Teilen ihrer Leistung unterscheiden, lohnt sich ein Vergleich.

Mehr dazu im Ratgeber Gesetzliche Krankenversicherung

  • Bei Zusatzleistungen, Beitrag und Service gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Krankenkassen.
  • Von uns empfohlene Anbieter: HEK, TK, BKK VBU, Bahn-BKK und BKK24

Zum Ratgeber

Zum Jahreswechsel hebt der Gesetzgeber regelmäßig die Gehaltsgrenze an, ab der sich ein Arbeitnehmer privat versichern darf. Lag das Jahreseinkommen eines Angestellten bisher über dieser Jahresarbeitsentgeltgrenze und fällt es mit Beginn des neuen Jahres wieder darunter, tritt grundsätzlich die Krankenversicherungspflicht in der gesetzlichen Versicherung ein. Sie haben dann ein Sonderkündigungsrecht, falls Sie privatversichert sind. Falls Sie aber in der privaten Krankenversicherung bleiben möchten, können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Das gilt auch, wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze im Laufe eines Kalenderjahres nicht nur vorübergehend unterschritten wird (zum Beispiel per Tarifvertrag durch Verringerung der Arbeitszeit). Wer möchte, kann diese Gelegenheit nutzen, um von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren. Sinkt das Gehalt nur vorübergehend, etwa durch Kurzarbeit oder eine Wiedereingliederung bei längerer Arbeitsunfähigkeit, hat das keine Auswirkung auf die Krankenversicherungspflicht.

Wer muss sich gesetzlich krankenversichern?

Geregelt ist die Versicherungspflicht im Sozialgesetzbuch (SGB, Paragraf 5 SGB V). Demnach sind vor allem folgende Personen zur gesetzlichen Krankenversicherung verpflichtet:

  • Arbeitnehmer, deren Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung mehr als 450 Euro monatlich beträgt, aber die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt;
  • Auszubildende, Studierende und Praktikanten, die eine in Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschriebene berufspraktische Tätigkeit ohne Arbeitsentgelt verrichten;
  • Rentnerinnen und Rentner, sofern bestimmte Vorversicherungszeiten erfüllt sind;
  • Bezieher von Arbeitslosengeld oder Unterhaltsgeld nach dem SGB III sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch Bezieher von Arbeitslosengeld II;
  • land- und forstwirtschaftliche Unternehmer und ihre mitarbeitenden Familienangehörigen sowie Altenteiler in der Landwirtschaft;
  • Künstler und Publizisten;
  • Menschen ohne anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall, die zuletzt gesetzlich krankenversichert waren oder der gesetzlichen Krankenversicherung zuzuordnen sind.

Wer als Arbeitnehmer versicherungspflichtig wird, muss sich innerhalb von zwei Wochen für eine Krankenkasse entscheiden. Nach Ablauf dieser Frist kann der Arbeitgeber ihn bei einer Krankenkasse seiner Wahl anmelden.

Nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung sind Menschen, die hauptberuflich selbstständig beziehungsweise freiberuflich erwerbstätig sind sowie Beamte, Richter und Zeitsoldaten. Außerdem endet die Versicherungspflicht aus der gesetzlichen Krankenkasse für Angestellte, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen die jeweils geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet.

Wer kann sich freiwillig in der Gesetzlichen versichern?

Wer zu den nicht oder nicht mehr versicherungspflichtigen Personen gehört, muss sich entweder freiwillig in der GKV versichern oder einer privaten Krankenversicherung beitreten. Dabei gilt: Niemand, der zuvor gesetzlich krankenversichert war, muss diese verlassen. Insbesondere Existenzgründer müssen keineswegs in die PKV eintreten, sondern können und sollten sich in der Regel freiwillig gesetzlich versichern.

Sobald Angestellte, die freiwillig versichert waren, in Rente gehen, sind sie entweder pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner oder müssen sich weiterhin freiwillig versichern. Die Mitgliedschaft in der Krankenversicherung der Rentner hat den Vorteil, dass weniger Beiträge fällig werden.

Autor
Julia Rieder
& Co-Autor
Annika Krempel

Stand: 01. Februar 2019


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