Versicherungen für Singles

Diese Versicherungen brauchst Du als Single

Julia Rieder
&Co-Autor
22. August 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine private Haft­pflicht­ver­si­che­rung und eine Kran­ken­ver­si­che­rung sind ein Muss.
  • Wenn Du außerhalb von Deutschland Urlaub machst, brauchst Du außerdem eine Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung.
  • Sehr sinnvoll ist auch eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sowie für Immobilienbesitzer eine Wohngebäudeversicherung.
  • Prüf Deine Versicherungen regelmäßig, sobald sich etwas in Deinem Leben ändert – etwa wenn Du mit jemanden zusammenziehst oder heiratest.
  • Überleg vor Abschluss einer Versicherung immer, ob Du die Kosten im Versicherungsfall auch aus eigener Tasche bezahlen kannst. Dann brauchst Du die Versicherung nicht.

Als Alleinstehender brauchst Du in der Regel weniger Versicherungsschutz als beispielsweise Familien. Da Du keine Angehörigen absichern musst, solltest Du Dich hauptsächlich gegen existenzbedrohende Risiken schützen. Vor allem die private Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist für jeden ein Muss.

Diese Versicherungen sind Pflicht

Bei einigen Versicherungen hast Du keine Wahl, sie sind gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehören Kran­ken­ver­si­che­rung, die Kfz-Haftplicht und für viele auch die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung.

Kran­ken­ver­si­che­rung

Jeder Bundesbürger muss entweder gesetzlich oder privat krankenversichert sein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Für die meisten Menschen ist die gesetzliche Kran­ken­kas­se sinnvoller. Bei der privaten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) steigen die Beiträge im Alter häufig stark. Deshalb solltest Du nur in die PKV wechseln, wenn Du absolut sicher bist, das auch langfristig zahlen zu können. Wer keine Kran­ken­ver­si­che­rung hat, wird nur im Notfall behandelt.

Mehr dazu im Ratgeber Gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung

  • Bei Service, Zusatzleistungen und Beitrag gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Kran­ken­kas­sen.
  • Von uns empfohlene Anbieter: IKK Classic, HEK, SBK, BKK24 und BKK VBU.

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Für Autobesitzer: Kfz-Haftpflichtversicherung

Jedes Fahrzeug muss mindestens haftpflichtversichert sein. Voll- und Teil­kas­ko­ver­si­che­rung sind dagegen optional. Besonders beim Kauf eines Gebrauchtwagens solltest Du aufpassen: Falls Du Dich nicht rechtzeitig um eine Autoversicherung kümmerst, musst Du ein Bußgeld zahlen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Vergleiche jeden Herbst, ob Deine Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
  • Empfohlener Weg zum günstigsten Tarif: Erst bei Verivox oder Check24 vergleichen, dann Angebot bei der Huk24 einholen.

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Für Angestellte: Gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung

Die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung ist für die meisten Menschen der wichtigste Baustein ihrer Altersvorsorge. Bei Arbeitnehmern wird der Beitrag zur Ren­ten­ver­si­che­rung jeden Monat automatisch vom Lohn abgezogen. Auch einige Selbstständige wie Handwerker und Hebammen sind in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung pflichtversichert, alle anderen Selbständigen können freiwillig Beiträge zahlen. Oft reicht die gesetzliche Rente jedoch nicht aus und eine zusätzliche private Altersvorsorge ist sinnvoll.

Diese Versicherungen sind wirklich wichtig

Neben den Pflicht-Versicherungen gibt es einige Verträge, die Du unbedingt haben solltest, weil sie vor großen finanziellen Risiken schützen. Das Schöne: Wichtige Versicherungen müssen nicht immer teuer sein. Eine gute Privathaftpflichtversicherung gibt es für Singles schon ab 5 Euro im Monat, eine Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung für weniger als 10 Euro im Jahr.

Privathaftpflichtversicherung

Die private Haftpflicht ist eine der wichtigsten Versicherungen. Sie kann Dich vor existenzbedrohenden Kosten schützen, etwa wenn ein Mensch durch Deine Schuld zu Schaden kommt. Die Privathaftpflicht ist daher für jeden ein Muss. Nicht jeder Mensch braucht allerdings einen eigenen Vertrag: Junge Menschen beispielsweise sind oft noch über den Familientarif der Eltern versichert.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

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Für Immobilienbesitzer: Wohngebäudeversicherung

Falls Du eine Immobilie besitzt, solltest Du für Dein Haus oder Deine Wohnung eine Wohngebäudeversicherung abschließen. Diese versichert Schäden durch Sturm, Hagel, Feuer oder Blitzschlag. Der Vertrag kann, wenn nötig, durch eine Elementarschadenversicherung erweitert werden.

Sobald Du Deutschland verlässt: Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung

Eine Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung ist sehr sinnvoll, auch bei Reisen innerhalb der Europäischen Union. Sie bezahlt Behandlungen und medizinisch notwendige Rücktransporte. Die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung übernimmt solche Kosten im Ausland – je nach Reiseland – nur teilweise oder gar nicht. Auch als Privatversicherter solltest Du prüfen, ob Du eine Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung benötigst. Falls Du länger als acht Wochen ins Ausland gehst, brauchst Du einen speziellen Vertrag.

Mehr dazu im Ratgeber Auslandsreise-Krankenversicherung

  • Wer ins Ausland reist, bekommt schon für unter 10 Euro im Jahr den notwendigen Kran­ken­ver­si­che­rungsschutz.
  • Von uns empfohlene Tarife: DKV (Reise Med Tarif RD) (abschließbar über die Website der Ergo) für Einzelreisende und Familien, Debeka (Tarif AR) für Senioren und Reisen bis 70 Tage.

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Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung und Alternativen

Fast jeder braucht eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung – egal ob Dachdecker oder Sachbearbeiter. Denn nicht nur kaputte Knochen können berufsunfähig machen, sondern auch psychische Leiden. Die niedrige gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht oft nicht. Besonders, wenn Du jung oder selbstständig bist, solltest Du Dich daher absichern – je früher Du damit anfängst, desto besser. Falls Du aus gesundheitlichen Gründen keinen Vertrag bekommst oder Dir der Schutz zu teuer ist, gibt es Alternativen zur Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung.

Mehr dazu im Ratgeber Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

  • Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht nicht aus, eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist für fast jeden sinnvoll.
  • Von uns empfohlene Makler: Hoesch & Partner, Buforum24, Zeroprov, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung, P&F.

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Für Hundehalter: Hundehaftpflichtversicherung

In einigen Bundesländern ist sie bereits gesetzlich vorgeschrieben: die Hundehaftpflicht. Sinnvoll ist ein Vertrag für alle Hundehalter. Die Versicherung ersetzt Schäden, die der eigene Hund verursacht. Der Vierbeiner ist nicht in der privaten Haft­pflicht­ver­si­che­rung mitversichert.

Für Selbstständige und Gutverdiener: Krankentagegeld

Das Krankentagegeld fängt den Einkommensausfall infolge einer Krankheit auf. Sofern Du kein Krankengeld von der gesetzlichen Kran­ken­kas­se bekommst, brauchst Du ein Krankentagegeld. Das gilt für Privatversicherte und Selbstständige. Ebenfalls sinnvoll sein kann die Versicherung, wenn Du über der Beitragsbemessungsgrenze verdienst. Dann liegt das Krankengeld deutlich unter Deinem Nettogehalt, und Du solltest prüfen, ob es reicht, um Deine laufenden Kosten zu decken.

Über diese Versicherungen kannst Du nachdenken

Pflegezusatzversicherung

Pflege ist teuer. Die Leistungen aus der gesetzlichen Pfle­ge­ver­si­che­rung reichen meist nicht aus, um die hohen Kosten für Betreuung und medizinische Versorgung zu decken. Eine private Pflegezusatzversicherung kann diese Lücke schließen, kostet aber oft recht viel. Ein solcher Vertrag ist nur sinnvoll, wenn Du Dir die hohen Beiträge auch langfristig leisten kannst.

Hausratversicherung

Zerstört ein Wasserschaden die Wohnung, ersetzt die Hausratversicherung Kleider, Möbel und Wertsachen. Sie eignet sich vor allem, sofern Du eine teure Einrichtung hast, oder für den Fall, dass Du das wichtigste Inventar nicht aus Deinen Ersparnissen ersetzen kannst.

Mehr dazu im Ratgeber Hausratversicherung

  • Diese Versicherung solltest Du haben, wenn Du Deine Einrichtung nach Brand oder Einbruch nicht auf eigene Kosten ersetzen kannst.
  • Von uns empfohlenes Portal: Mr-Money

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Für Autobesitzer: Vollkasko-/Teilkaskoversicherung

Bei einem Unfall ist Dein Wagen nicht durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgesichert, stattdessen springen dann Vollkasko- und Teil­kas­ko­ver­si­che­rungen ein. Neuwagen solltest Du mit einer Vollkasko versichern, für hochwertige ältere Autos genügt eine Teilkasko. Bei alten Rostlauben brauchst Du keine der beiden Versicherungen.

Für Selbstständige: Basisabsicherung Rente

Wenn Du selbstständig tätig bist, dreht sich in den ersten Jahren zunächst alles ums Geschäft. Doch spätestens wenn Dein Unternehmen rund läuft, solltest Du darüber nachdenken, eine Basisabsicherung für die Zeit als Rentner abzuschließen. Du kannst Dich dafür entweder in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung (GRV) pflichtversichern oder in einer klassischen Rürup-Rentenversicherung ansparen. Auch eine Kombination aus freiwilliger gesetzlicher Ren­ten­ver­si­che­rung und einer fondsgebundenen Rürup-Rentenversicherung ist eine Möglichkeit.

Für Angestellte: Betriebliche Altersvorsorge (Direktversicherung)

Bist Du angestellt und gehst davon aus, dass Du Deinem Arbeitgeber die nächsten Jahre über treu bleibst, solltest Du das Thema betriebliche Altersvorsorge angehen. Dein Chef ist verpflichtet, Dir eine private Ren­ten­ver­si­che­rung zu vermitteln. Im Kontext der betrieblichen Altersvorsorge spricht man auch von Direktversicherung. Der Vorteil: Auf Deine Beiträge in die Direktversicherung zahlst Du keine Sozialabgaben und Steuern. Das lohnt sich, wenn Dein Chef Teile Deines Beitrags übernimmt. 15 Prozent Zuschuss sind ab 2019 für den Arbeitgeber Pflicht – versuch aber, mehr auszuhandeln.

Mehr dazu im Ratgeber betriebliche Altersvorsorge

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Für (angestellte) Gutverdiener: Riester

Bist Du angestellt und willst Deine gesetzliche Rente durch private Vorsorge aufstocken, kommt ein Riester-Vertrag infrage. Der Staat fördert Dein Sparvorhaben mit Zulagen und Steuervorteilen. Familien mit mehreren Kindern oder einzeln veranlagte Gutverdiener profitieren besonders von der Förderung. Du kannst über eine klassische Riester-Rentenversicherung nachdenken. Mehr Aussicht auf Rendite bietet jedoch der Riester-Fondssparplan. Verdienst Du eher durchschnittlich, solltest Du auf diese Riester-Variante setzen.

Mehr dazu im Ratgeber Riester-Fondssparplan

  • Ein Fondssparplan bietet unter allen Riester-Varianten die beste Chance auf eine hohe Aktienrendite.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: DWS Toprente Dynamik (über Online-Vermittler), Deka Zukunftsplan Classic, Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

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Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Willst Du Dich gegen die Kosten eines Rechtsstreits absichern, kannst Du eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung abschließen. Diese zahlt aber nur für Streitigkeiten in den versicherten Bereichen. Mitglieder von Mietervereinen sind bereits günstig gegen Mietstreit versichert, Gewerkschaftsmitglieder gegen Verfahren im Arbeitsrecht. Und die private Haft­pflicht­ver­si­che­rung hilft, wenn eine unberechtigte Schadensersatzforderung gegen Dich gestellt wird.

Mehr dazu im Ratgeber Rechts­schutz­ver­si­che­rung

  • Guten Rechtsschutz bekommst Du schon für unter 300 Euro im Jahr.
  • Von uns empfohlene Tarife: Arag Aktiv Komfort, Auxilia Jurprivat, WGV Optimal

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Krankenhaus-Zusatzversicherung

Wer Wert auf eine Behandlung durch Spezialisten legt, kann eine Krankenhauszusatzversicherung abschließen. Sie zahlt zusätzliche Honorare für Spezialisten und Mehrkosten für andere private Leistungen im Krankenhaus.

Mehr dazu im Ratgeber Krankenhaus-Zusatzversicherung

  • Mit dieser Versicherung bekommst Du teure Behandlungen beim Spezialisten bezahlt und hast freie Krankenhauswahl.
  • Von uns empfohlene Tarife: Deutsche Familienversicherung Klinikschutz Premium, R+V Klinik premium (K1U), Allianz Krankenhaus Best (KHB02 und AOPKH02), Inter Qualimed Z Stationär S1

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Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung

Die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung schießt bei den Kosten für Zahnersatz nur Festbeträge zu. Oft bleibt deshalb ein Eigenanteil von einigen Hundert oder gar Tausenden Euro. Trotzdem rechnet sich eine Zahn­zu­satz­ver­si­che­rung nur, wenn Du häufig kostspieligen Zahnersatz brauchst. Denn gute Verträge sind recht teuer, und die Versicherung zahlt nicht für Behandlungen, zu denen der Zahnarzt schon vor Vertragsabschluss geraten hatte.

Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung deckt vor allem schwere Unfälle ab, die eine Behinderung zur Folge haben. Allerdings entstehen nur 2 Prozent der Schwerbehinderungen durch einen Unfall, viel häufiger ist eine Krankheit die Ursache. Daher bietet die private Unfallversicherung sehr eingeschränkten Schutz und kommt nur als Notlösung in Betracht, falls eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung nicht möglich ist.

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