Lebensversicherung verkaufen

So holen Sie das meiste Geld aus Ihrer Police raus

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Lebens- oder Rentenversicherung sollten Sie nicht kündigen, falls sie schon länger als fünf Jahre läuft. Sie verlieren sonst Geld.
  • Der Verkauf der Police bringt meist mehr ein als eine Kündigung: in der Regel bis zu 5 Prozent.
  • Achtung: Bei Policenankäufern gibt es schwarze Schafe. Verkaufen Sie Ihre Police daher nur an Anbieter, die im Bundesverband Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) organisiert sind.
  • Prüfen Sie auch, ob ein Widerruf der Versicherung möglich ist.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie zunächst mit unserem Ratgeber, ob die Rendite Ihres Vertrags oder andere Punkte doch für eine Fortführung sprechen.
  • Wenn das nicht der Fall ist: Schauen Sie in der Standmitteilung nach, ob Ihre Police für einen Verkauf einen ausreichenden Rückkaufswert hat.
  • Holen Sie Angebote von mehreren Policenankäufern ein. Wir empfehlen:

Policen Direkt
Cumerius (CFI Fairpay)
Partner in Life
Cashlife

  • Liegt ein Angebot unter dem Rückkaufswert des Vertrags, sollten Sie nachhaken.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Lebensversicherungen verkaufen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Wem die Lebensversicherung zu wenig abwirft, wer Geld braucht oder wer des Sparens müde ist, kündigt seine Lebensversicherung. Im Jahr 2016 haben Versicherte Policen im Wert von fast 12,4 Milliarden Euro aus dem Ordner genommen und gekündigt. Für die meisten dürfte es ein rechtes Verlustgeschäft gewesen sein. Bei einer Kündigung zahlt die Versicherungsgesellschaft nämlich nur den Rückkaufswert der Police. Ansprüche auf den Schlussüberschuss verfallen zu großen Teilen.

Der Verkauf der Lebens- oder Rentenversicherung bringt in der Regel mehr Geld ein. Doch auch mit dieser Variante machen Sie immer noch einen Verlust.

Zuerst sollten Sie sich drüber klar werden, warum Sie Ihre Lebensversicherung loswerden möchten. Wer nur kurzfristig Kapital braucht, kann seine Police auch beleihen, einzelne Komponenten des Vertrags kündigen oder beitragsfrei stellen. Letzteres ist auch eine Möglichkeit, wenn der Vertrag an sich eine gute Rendite abwirft, Sie aber die Beiträge nicht mehr zahlen möchten oder können. Prüfen Sie mit unserem Rechner, ob sich die Fortführung des Vertrags nicht doch lohnt oder ob andere Aspekte dafür sprechen.

Als Faustregel gilt: Bietet Ihnen ein Policenaufkäufer tatsächlich an, Ihren Vertrag zu kaufen, würde es sich grundsätzlich auch lohnen, den Vertrag fortzuführen. Nur wer wirklich langfristig Geld braucht und seine Police nicht weiterführen möchte, sollte also tatsächlich verkaufen.

Wer seine Lebensversicherung zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen hat, wurde möglicherweise nicht richtig über seine Widerrufsmöglichkeit belehrt. Dann lässt sich noch heute der Vertrag rückabwickeln. Das ist in jedem Fall besser als zu kündigen und meist auch besser als der Verkauf.

Was bedeutet der Verkauf einer Lebensversicherung?

Wer seine Lebensversicherung verkauft, tritt seine Ansprüche aus der Police an einen sogenannten Policenankäufer ab. Der Anbieter kauft mit dem Vertrag alle Rechte auf die Zahlungen zum Ablauf des Vertrags. Dafür bezahlt er in der Regel bis zum Vertragsende weiterhin die Beiträge.

Ein Vorteil: Solange der Aufkäufer den Vertrag fortführt, bleibt auch der Hinterbliebenenschutz in gewissem Umfang erhalten. Falls Sie sterben, erhalten Ihre Hinterbliebenen die im Vertrag vereinbarte Todesfallsumme. Allerdings zieht der Aufkäufer in der Regel den Kaufpreis der Police und seine bis dahin bezahlten Beiträge mit 6 bis 7 Prozent Zinsen von dem Betrag ab. Manchmal fällt auch eine Bearbeitungsgebühr an. Die Todesfallsumme sinkt dadurch mit der Zeit immer mehr. Im Durchschnitt werden nach Angaben verschiedener Policenaufkäufer etwa 20.000 Euro ausgezahlt, wenn der ursprüngliche Inhaber bereits verkaufter Policen verstirbt. 

Allerdings hat der Policenankäufer das Recht, die Police, die er von Ihnen gekauft hat, nicht mehr weiter zu bedienen und selbst zu kündigen. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen ist dies sogar meistens der Fall: Die Aufkäufer sind in der Regel nur an den enthaltenen Fonds interessiert.

In solchen Situationen erlischt der Hinterbliebenenschutz komplett, er ist also nicht garantiert. Das Recht auf Kündigung oder auch Weiterverkauf halten sich alle Aufkäufer offen. In der Regel führen die Investoren die aufgekauften kapitalbildenden Versicherungen aber fort.

Das bekommen Sie für Ihre Police

Um den Preis zu bestimmen, berechnet der Policenankäufer den sogenannten inneren Wert der Police. Wichtige Faktoren dafür sind die prognostizierte Rendite des Vertrags, das Alter des Versicherungsnehmers und die Kostenquote des jeweiligen Versicherers. Je günstiger diese Faktoren bei Ihrem Vertrag ausfallen, desto höher ist der Kaufpreis für Ihre Police, weil sich der Käufer einen höheren Gewinn ausrechnet. Meist liegt der Kaufpreis zwischen 3 und 5 Prozent über dem Rückkaufswert. In Ausnahmefällen kann noch mehr drin sein: Besonders bei guten Rentenversicherungen kann der Aufschlag auch mal bei bis zu 15 Prozent liegen.

Jeder Anbieter kalkuliert den inneren Wert anders, deshalb sollten Sie auf jeden Fall mehrere Angebote einholen und vergleichen. Liegt ein angebotener Kaufpreis unter dem von der Versicherung angegebenen Rückkaufswert, sollten Sie nachhaken.

Die Erfahrung zeigt, dass nicht jeder Versicherte für seine Police ein Angebot bekommt. Vor allem in den Jahren während der Finanzkrise verkauften sich nur wirklich renditestarke Verträge. Doch der Markt scheint sich wieder zu entspannen. Aus der Branche heißt es, dass etwa jede zweite Police aufgekauft wird. Investoren suchen derzeit nach guten Anlagemöglichkeiten.

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Warum Fondspolicen ein Sonderfall sind

Etwa 21 Prozent der Versicherungen sind fondsgebundene Policen. Zwar ist der Rückkaufswert ausschlaggebend für den Kaufpreis. Aber bei Fondspolicen kann er sogar unter dem Rückkaufswert liegen, da der Wert dieser Policen stark schwankt. Policen Direkt garantiert zum Beispiel einen Kaufpreis von 97 Prozent des Rückkaufswerts.

Interessant wird ein Verkauf erst durch die steuerlichen Aspekte. Wer eine fondsgebundene Police verkaufen möchte, sollte deshalb vorher unbedingt seinen Steuerberater oder das Finanzamt fragen. Rechnen Sie die Möglichkeiten Verkauf und Kündigung durch.

Kündigen Sie, bekommen Sie zwar den vollen Rückkaufswert ausgezahlt. Alle Zinsen, die auf die Beiträge gutgeschrieben wurden, müssen Sie aber möglicherweise versteuern.

Bei einem Verkauf fällt die Steuer dagegen nur auf die Differenz zwischen Kaufpreis und gezahlten Beiträgen an. Liegt der Kaufpreis unter den bisher gezahlten Beiträgen, können Sie eventuell einen Veräußerungsverlust bei der Steuer geltend machen und erhalten Geld vom Finanzamt zurück. Der Verlust lässt sich allerdings nur mit anderen Kapitalerträgen verrechnen, sofern diese über dem Sparerpauschbetrag liegen.

Steuern auf den Verkauf

Nicht nur bei fondsgebundenen Verträgen, auch bei kapitalbildenden Lebensversicherungen sollten Sie vor dem Verkauf prüfen, ob auf den Erlös eine Steuer fällig wird. Bei Verträgen, die vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden, ist das meist nicht der Fall. Sofern der Vertrag seit mindestens zwölf Jahren besteht und Sie fünf Jahre lang Beiträge bezahlt haben, ist der Verkauf steuerfrei. Für Policen, die ab dem 31. März 1996 abgeschlossen wurden, muss außerdem ein Todesfallschutz von mindestens 60 Prozent der Beitragssumme vereinbart sein. Achten Sie beim Verkauf darauf, dass der Ankäufer vom Kaufpreis keine Steuer abzieht.

Auf neuere Lebensversicherungen, die Sie 2005 oder später abgeschlossen haben, zahlen Sie dagegen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag. Die Steuer fällt an auf den Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis der Police und die Summe der gezahlten Beiträge. In keinem Fall müssen Sie den Erlös versteuern, wenn die insgesamt gezahlte Beitragssumme höher ist als der Kaufpreis Ihrer Police. 

Klären Sie steuerliche Fragen unbedingt mit Ihrem Steuerberater oder dem Finanzamt.

Voraussetzungen für den Verkauf

Die Hälfte kündigt

Nach Zahlen des Versicherungsverbandes GDV und der Deutschen Aktuarvereinigung werden 32 Prozent der Versicherungen innerhalb der ersten zwölf Jahre gekündigt, über die gesamte Laufzeit sogar mehr als die Hälfte. Die durchschnittliche Laufzeit eines Vertrags beträgt 28 Jahre, die durchschnittliche Versicherungssumme etwa 32.000 Euro, ermittelte die Dr.-Karl-Wilder-Stiftung im Auftrag des GDV.

Policenankäufer sind auf der Suche nach Lebens- oder Rentenversicherungen, mit denen sie einen möglichst großen Gewinn machen können, wenn sie den Vertrag übernehmen. Dafür müssen die Policen einige Voraussetzungen mitbringen. So sind zum Beispiel oft Verträge uninteressant, die in ein oder zwei Jahren auslaufen. Gleichzeitig ist die Rendite von Verträgen höher, die sich schon in der zweiten Hälfte ihrer Laufzeit befinden.

Rentenversicherungen sind komplizierter als Lebensversicherungen, die Aufkäufer müssen sie intensiver auf Renditechancen prüfen. Daher ist ein höherer Rückkaufswert beim Verkauf zunächst ein Vorteil. Führt der Ankäufer den Vertrag fort, sind für ihn manchmal höhere Gewinne drin. Stimmt die Rendite, werden Sie daher mitunter auch eine kleine Police los. Wollen Sie eine Rentenversicherung verkaufen, ist es möglicherweise eine Bedingung, dass Sie zuerst eine Risikolebensversicherung abschließen. So verhindert der Aufkäufer, dass er einen Verlust macht, sollten Sie vor Vertragsende sterben. Die Beiträge zur Risikolebensversicherung übernimmt der neue Besitzer Ihrer Police.

Die von uns untersuchten Anbieter kaufen Policen mit Rückkaufswerten zwischen mindestens 10.000 und 25.000 Euro. Im Großen und Ganzen haben sich aber 10.000 Euro als Standard etabliert. Staatlich geförderte Verträge, also Riester- oder Rürup-Policen, kauft kein Anbieter.

Fondsgebundene Lebensversicherungen nehmen nicht alle an. Der Anbieter Policen Direkt ist die Ausnahme, auch Cashlife vermittelt solche Verträge an Investoren. Seit Dezember 2016 nimmt auch CFI Fairpay Fondspolicen an, schränkt die Auswahl allerdings stark ein. Voraussetzung ist, dass der Rückkaufswert mindestens 20.000 Euro beträgt, zusätzlich muss der Vertrag vor Januar 2005 abgeschlossen worden und damit steuerfrei sein.

Liegt der Rückkaufswert der Lebensversicherung noch unter der von den Anbietern geforderten Mindestsumme, ist eine Kündigung meist die beste Alternative. Denn bei einer Beitragsfreistellung nagen die laufenden Kosten am wenig angesparten Kapital.

Schließen Sie unseriöse Anbieter aus

Holen Sie nur Angebote von Anbietern ein, die im Bundesverband für Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) organisiert sind. Damit schließen Sie schwarze Schafe im Markt von vorneherein aus.

Der Mindestrückkaufswert der Policen beginnt bei diesen Anbietern ab 10.000 Euro. Außerdem ist bei ihnen möglich, den Vertrag über einen Treuhänder abzuwickeln. Das kostet zwar zwischen 125 und 250 Euro extra, bietet aber zusätzliche Sicherheit, dass das Geld bei Ihnen ankommt.

Unseriöse Anbieter erkennen Sie zum Beispiel daran, dass diese den Kaufpreis nur in Raten zahlen wollen oder für ein Angebot eine Gebühr fordern. Dabei sollte der Handel für den Verkäufer kostenlos sein. Eine Masche ist es auch, dass Sie Ihren Erlös nach dem Verkauf in geschlossene Fonds investieren sollen, die der Anbieter vertreibt. Die Renditeversprechen haben mit der Realität in der Regel nichts zu tun. Lassen Sie die Finger von solchen Angeboten.

So finden Sie das beste Angebot

Wir haben Aufkäufer unter die Lupe genommen, die Mitglied im Bundesverband für Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) sind. Details zu unserem Vorgehen lesen Sie am Ende des Textes. Da jeder Anbieter den Wert der Lebensversicherung anders berechnet, sollten Sie immer mehrere Angebote einholen und den Kaufpreis vergleichen. Diese Aufkäufer empfehlen wir:

Policen Direkt
kauft selber Policen an

  • kauft kapitalbildende und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf ab 10.000 € Rückkaufswert
  • verwaltet Policen weiterhin auch bei möglichem Weiterverkauf
  • Zins auf Kaufpreis und Beiträge bei Todesfallschutz 6 %


Cumerius (CFI Fairpay)
kauft selber Policen an

  • Ankauf von kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf Lebensversicherung ab 10.000 € Rückkaufswert
  • Zins auf Kaufpreis und Beiträge bei Nachzahlung im Todesfall 7 %
  • kauft fondsgebundene Policen nur ab 20.000 € Rückkaufswert und Abschluss vor 2005
  • Ankauf Rentenversicherung erst ab 25.000 €


Partner in Life
bietet den Ankauf von Policen an

  • Ankauf von kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf ab 10.000 € Rückkaufswert
  • Zins auf Kaufpreis und Beiträge bei Nachzahlung im Todesfall 6,5 %
  • kein Ankauf von fondsgebundenen Policen


Cashlife
vermittelt Policen an Investoren

  • vermittelt den Verkauf von kapitalbildenden und fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen an Investoren
  • Vertrag wird mit dem Investor geschlossen, nicht Cashlife
  • Zins auf Kaufpreis und Beiträge bei Todesfallschutz unterscheidet sich je nach Käufer


Der Anbieter Cashlife kauft Policen nicht selber an, sondern vermittelt die Verträge an andere Aufkäufer und Investoren weiter. Der Vorteil: Dadurch erreicht Ihre Lebensversicherung möglicherweise eine größere Gruppe von Kaufinteressenten, die ein Angebot abgeben können. Der Nachteil: Cashlife arbeitet natürlich nicht kostenlos, sondern erhält für die Vermittlung eine Provision, die möglicherweise den Verkaufspreis verringert.

Falls Sie sich für einen Verkauf über Cashlife entscheiden, sollten Sie sich auch den Aufkäufer anschauen. Sie schließen den Vertrag mit diesem, nicht mit Cashlife. Das Unternehmen übernimmt nur die Kommunikation zwischen Ihnen und dem Aufkäufer. Achten Sie darauf, dass dieser auch Mitglied im BVZL ist. Falls Ihnen der Todesfallschutz wichtig ist, sollten Sie im Kaufvertrag außerdem auf die jährlichen Zinsen achten, die der Käufer von der Todesfallsumme abziehen würde.

So läuft der Verkaufsprozess ab

Der Verkauf der Police erfolgt in mehreren Schritten: Sie geben bei dem Policenankäufer zunächst Ihre Daten in ein Online-Formular ein. Zu diesen Informationen zählen neben Kontaktdaten auch Angaben zu Ihrem Vertrag, zum Beispiel Policennummer, Versicherer, Vertragslaufzeit und Rückkaufswert.

Im zweiten Schritt erteilen Sie dem Ankäufer eine Informationsvollmacht. Damit erlauben Sie ihm, Ihre Daten beim Versicherer zu überprüfen und falls nötig weitere relevante Daten anzufordern. Die Vollmacht unterschreiben Sie und senden sie zusammen mit der Kopie Ihres Versicherungsscheins an den Ankäufer. Im Anschluss erhalten Sie ein Angebot. Das Angebot gilt in der Regel für 14 Tage – Sie haben also genug Zeit, weitere Offerten zu vergleichen.

Falls Sie das Angebot annehmen, braucht der Aufkäufer den unterschriebenen Kaufvertrag sowie die Originalpolice. Verkaufen Sie eine Rentenversicherung, müssen Sie gegebenenfalls den Abschluss einer Risikolebensversicherung nachweisen. Im nächsten Schritt zeigt der Ankäufer dem Versicherer die Abtretung des Vertrags an und zahlt Ihnen den Kaufpreis. Der gesamte Vorgang dauert in der Regel drei bis acht Wochen.

Vorsicht bei Zusatzversicherungen

Zusatzversicherungen wie eine Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung gehen durch den Verkauf der Police verloren. Doch gerade die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet oft einen Schutz, der erhalten bleiben sollte. Einige Versicherungen wandeln die Zusatzversicherung daher in eine eigenständige Police um, oft sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Fragen Sie vor dem Verkauf der Lebensversicherung unbedingt Ihren Anbieter, ob das möglich ist. Falls er dies nicht anbietet, sollten Sie prüfen, ob Sie einen neuen Vertrag abschließen können. Meist sind die Beiträge dann aber deutlich höher als beim ersten Abschluss der Lebensversicherung.

Wer auf den Todesfallschutz der Lebensversicherung angewiesen ist, um die Familie abzusichern, sollte über den Abschluss einer Risikolebensversicherung nachdenken. Denn nach dem Verkauf sinkt die Summe des Todesfallschutzes stetig und reicht vielleicht im Ernstfall nicht mehr aus.

Mehr dazu im Ratgeber Risikolebensversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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  • Die Summe richtet sich nach der individuellen Situation.

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Unsere Anbieter-Empfehlung aus dem Finanztip Ratgeber:

Nach dem Verkauf weitere Pflichten

Haben Sie Ihre Lebensversicherung verkauft, sollten Sie zuerst den Dauerauftrag bei Ihrer Bank beenden, mit dem Sie bisher die Beiträge zahlen. Wer die Zahlungen zu spät stoppt, erhält die Beiträge aber vom Aufkäufer zurück.

Achtung: Mit dem Verkauf der Police sind nicht alle Pflichten beendet. Stirbt der Versicherte, müssen die Hinterbliebenen weiterhin dessen Tod unverzüglich der Versicherung melden, damit diese die Todesfallleistung auszahlt.

So haben wir ausgewählt

Lebensversicherung verkaufen 2017
Wir haben im Juli und August 2017 per Fragebogen Aufkäufer genauer untersucht, die Mitglied im Bundesverband für Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) sind. Der Verband formuliert Qualitätskriterien für Aufkäufer, an denen sich die Mitglieder orientieren und die wir als wichtig für Verbraucher erachten. Dazu gehören:

  • Auszahlung der Kaufsumme in einem Betrag,
  • keine Bearbeitungsgebühr für Prüfung der Police,
  • Abwicklung über einen Treuhänder möglich.

Damit wir eine Empfehlung für einen Ankäufer aussprechen können, haben wir als weitere Voraussetzungen verlangt, dass die Website auf Deutsch sein und ein Antrag online möglich sein muss. Die Ankaufbedingungen müssen außerdem für den Kunden auffindbar sein. Zusätzlich sollte der geforderte Mindestrückkaufswert für klassische Policen bei 10.000 Euro liegen und der Aufkäufer Verträge von gängigen deutschen Anbietern annehmen, die dem Sicherungsfonds Protektor angehören.

Vier der Anbieter haben alle diese Bedingungen erfüllt, nämlich:

Der Anbieter Lifebond, der noch 2016 Teil unseres Vergleichs war, ist 2017 nicht mehr am Markt.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.