Kleinkredit

Nur ein wenig Geld leihen – und nicht zu viel drauf zahlen

Josefine Lietzau
&Co-Autor
22. November 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei einem Kleinkredit geht es nur um einen geringen Betrag.
  • Die Schufa spielt dennoch eine wichtige Rolle.
  • Banken vergeben Kredite ab etwa 1.000 Euro. Andere Anbieter von Kurzzeitkrediten liegen noch darunter.
So gehst Du vor
  • Prüf zunächst mit unserem Kreditrechner, wie hoch die Kreditsumme sein könnte und welche Raten Du Dir leisten solltest.
  • Such mit unserem Kreditvergleich nach dem passenden Kredit. Fang dabei bei Verivox an, das Portal ist besonders übersichtlich. Halte aber die Angebote eines zweiten Portals dagegen. Wir empfehlen dafür Check24, Finanzcheck und Smava.

Es muss ja nicht immer gleich um 10.000 Euro gehen. Für viele Verbraucher, die nach einem passenden Kredit für kleinere Anschaffungen suchen, ist eine solche Summe viel zu hoch gegriffen. Ein Darlehen über 1.000, vielleicht 2.000 Euro genügt ihnen. Vielleicht brauchst Du sogar weniger. Banken und andere Anbieter wissen das. Und wenden sich gern direkt an solche Verbraucher und werben mit dem Begriff „Kleinkredit“. Doch genau genommen gibt es den gar nicht.

Was ist ein Kleinkredit?

Ein Kleinkredit ist nicht etwa ein bestimmter Kredit. Es handelt sich nicht einmal um ein klar abgegrenztes Produkt. Banken, Vergleichsportale und andere Anbieter können den Begriff daher frei und nach eigenen Maßstäben benutzen, um ihre Angebote zu bewerben.

Bei Banken ist die Kreditspanne ohnehin weit gefächert. Einige bieten auch normale Ratenkredite an, bei denen die Kreditsumme relativ klein ist. Solche Kredite kannst Du dann in einer relativ kurzen Laufzeit abbezahlen. 

Bei einigen Anbietern liegen die Grundeinstellungen für Kredithöhe und Laufzeit bei sogenannten Kleinkrediten etwa 3.000 Euro oder auch 1.500 Euro über 36 Monate. Teils werden Dir auf Kreditportalen sogar 500 Euro angeboten – in der Regel steckt hinter diesem Angebot immer die Santander, andere Banken bieten solche geringe Summen nicht an.

Aber nicht nur die Banken nutzen den Begriff Kleinkredit, um ihre Ratenkredite zu bewerben. Auch Anbieter wie Cashper, Vexcash und Expresskredit bezeichnen ihre Angebote als Kleinkredite. Die angebotenen Summen sind kleiner als bei den Banken, die Laufzeiten kürzer.

Wo bekommt man einen Kleinkredit?

Falls Du einen Kleinkredit von der Bank haben willst, beantrag ihn wie jeden anderen Ratenkredit auch.

Am einfachsten findest Du das passende Angebot über Vergleichsportale. Denn so kannst Du mit einem Mal die Konditionen verschiedener Banken einsammeln und einen günstigen Kredit finden. Ein Manko: Nicht alle Anbieter sind auf solchen Portalen vertreten.

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Hinweise zum Rechner (Disclaimer)

Auch bei kleinen Beträgen rückt die Bank nicht sofort mit dem Geld heraus. Du musst ihr zunächst einige Unterlagen zukommen lassen. Darunter den unterschriebenen Kreditantrag und Gehaltsnachweise. Bis die Kreditsumme gutgeschrieben ist, dauert es ein paar Tage.

Wer sich darüber hinaus nicht sicher ist, wie viel Kreditsumme er sich leisten kann, sollte unseren Kreditrechner zur Hilfe nehmen. Er gibt an, wie hoch die Kreditsumme für eine bestimmte Laufzeit und Rate sein sollte.

Welche Rolle spielt die Schufa?

Auch wenn es sich nur um kleine Summen handelt: Deine Kreditwürdigkeit (Bonität) spielt für die Bank eine große Rolle. Denn nur wenn die Bank glaubt, dass Du den Kredit auch zurückzahlen kannst und wirst, wird sie Dir den Kleinkredit gewähren. Schätzt sie das Risiko als eher hoch ein, ist aber trotzdem willig, Dir das Geld zu leihen, dann wird sie die Zinsen höher ansetzen als bei anderen Kunden.

Um eine Einschätzung über Deine Bonität zu bekommen, fragt die Bank bei einer Auskunftei nach. Zum Beispiel der Schufa. Einen Kredit ohne Schufa gibt es im Rahmen solcher Kleinkredite nicht. Es kann sich daher für Dich lohnen, vor der Kreditsuche Deine Einträge bei der Schufa zu kontrollieren. Falls Du Fehler findest, melde diese der Schufa. Die muss Fehler ausbessern.

Was steckt hinter Kurzzeitkrediten?

Bist Du online auf der Suche nach einem Kleinkredit, stößt Du schnell auch auf Angebote für sogenannte „Kurzzeitkredite“. Anbietern wie Cashper, Vexcash und „Xpresscredit Kurzzeitkredite“ bieten an, für einen oder zwei Monate kleine Summen zu verleihen. Los geht es bereits mit 50 oder 100 Euro. Mehr als 3.000 Euro bieten sie nicht an.

Doch Achtung. In der Regel sind bei diesen Angeboten zwar nicht die Zinsen der Kostentreiber – die bleiben meist im Rahmen. Die Extras jedoch, die können ins Geld gehen. Darunter fällt zum Beispiel die Möglichkeit, den Kredit in Raten zu bezahlen anstatt auf einem Schlag am Ende des Monats. Oder aber Gebühren dafür, dass das Geld schneller auf dem Konto landet.

Diese Kosten sind nicht im eigentlichen Kreditzins eingerechnet. Das macht Dir als Kunde den Vergleich zwischen den unterschiedlichen Angeboten und auch mit möglichen Alternativen schwer. Rechne hier also genau nach.

Schwierig wird es bei der der Bonitätsprüfung.  Die Anbieter ziehen nicht immer die Schufa heran, was für den ein oder anderen Kunden zunächst positiv klingt. Sie wenden dann aber gerne eigene Kriterien an. Denn ganz ohne Prüfung der Kreditwürdigkeit geht es eben auch bei Kurzzeitkrediten nicht. Pass dann auf. Denn teilweise musst Du für die Bonitätsprüfung extra bezahlen.

Finanztip rät, nur im absoluten Notfall Kurzzeitkredite zu beantragen und vorher alle Alternativen zu prüfen.

Welche Alternativen zum Kleinkredit gibt es?

Die naheliegende Alternative zu Klein- oder Kurzzeitkredit heißt „normaler“ Ratenkredit. Die Mindestsumme bei Ratenkrediten beträgt meist 1.000 Euro. Weniger würden Banken in der Regel nicht verleihen. Wer geringere Beträge braucht, der nutzt entweder seinen Dispokredit, die Kreditkarte oder nimmt einen Rahmenkredit auf. Bei letzterem vereinbarst Du mit Deiner Bank einen bestimmten Kreditrahmen, den Du in Anspruch nehmen kannst.

Die Alternativen haben Vor- und Nachteile.

Beim Dispokredit solltest Du darauf achten, dass Du ihn tatsächlich nur für eine kurze Zeit nutzt. Denn Banken verzinsen den Dispo recht hoch. Zudem können sie Dir den Dispositionskredit jederzeit kürzen oder kündigen. In solchen Fällen musst Du das Geld zeitnah zurückzahlen. Längerfristig planen solltest Du also mit dem Dispo besser nicht.

Auch der Kreditrahmen der Kreditkarte sollte nur eine kurzfristige Lösung sein. Das Ganze funktioniert so: Wenn Dir Deine Bank bei der Kreditkarte einen kostenlosen Zahlungsaufschub gibt, nutz die Kreditkarte immer dann, wenn Dein Girokonto sich den roten Zahlen nähert. Aber denk daran, das Geld rechtzeitig wieder auf dem Konto zu haben. Denn klappt das nicht, landest Du entweder im Dispo oder musst Zinsen auf Dein Kreditkartenkonto zahlen. Beides ist schlecht. Denn die Zinsen sind dann in der Regel höher als beim Ratenkredit.

Der Rahmenkredit ist meist die preiswerteste Variante unter den Alternativen. Banken verzinsen ihn im Vergleich zum Dispo oder der Kreditkarte recht günstig. Allerdings haben nur wenige Banken das Produkt im Angebot. Außerdem ist ein Rahmenkredit zunächst nichts für spontane Aktionen. Denn Du solltest ihn beantragen, bevor Du ihn überhaupt brauchst. Denn auch bei einem Rahmenkredit dauert es eine Weile, bis Du ihn sicher hast.

Ein Rahmenkredit ist sozusagen eine Art Absicherung für schlechte Zeiten. Wenn Du einen hast, kannst Du ihn sehr flexibel nutzen: Du hebst das Geld ab, wenn Du es brauchst und zahlst nach und nach zurück. Verzinst wird nur die Summe, die Du Dir gerade leihst.

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