Zuschuss zur Altersvorsorge

Wer darf riestern?

Sara Zinnecker
& Co-Autor
Stand: 23. April 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Riestern darf, wer verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt.
  • Zu dieser Gruppe zählen alle Arbeitnehmer, die in Voll- oder Teilzeit angestellt sind.
  • Selbstständige, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, sind auch förderberechtigt.
  • Eheleute können beide riestern, sofern einer von beiden Anspruch auf Förderung hat.
  • Auszubildende, Erziehende und Bezieher von Arbeitslosengeld I und II dürfen ebenfalls riestern.
  • Beamte, Richter oder Berufs- und Zeitsoldaten können riestern, auch wenn sie nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Der Staat unterstützt Sie bei der privaten Altersvorsorge mit der Riester-Förderung. Die Bundesregierung will so Anreize für eine stärkere private Vorsorge schaffen, weil 2002 das Niveau der gesetzlichen Rente gesenkt wurde. Nach § 10a EStG sind grundsätzlich alle zulagenberechtigt, die Pflichtbeträge in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Sie können die folgenden Riester-Verträge abschließen: Riester-Darlehen, Riester-BausparvertragRiester-Banksparplan, Riester-Rente und Riester-Fondssparplan.

Wer unmittelbar förderberechtigt ist

Sind Sie Arbeitnehmer, werden Sie automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Als abhängig Beschäftigter haben Sie Anspruch auf die Riester-Förderung. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie in Voll- oder Teilzeit arbeiten.

Als Angestellter in einem Betrieb sind Sie der Prototyp des Förderberechtigten und unmittelbar zulagenberechtigt. Daneben gibt es auch die mittelbare Förderung über den Ehepartner und zahlreiche Ausnahmen, die wir weiter unten zusammengestellt haben.

Riestern als Beamter – das geht auch

Das Riestern soll die Kürzungen der gesetzlichen Rente ausgleichen. Weil auch Beamte, Berufssoldaten, Richter oder Pfarrer künftig niedrigere Pensionen erhalten, sind auch sie förderberechtigt – obwohl sie nicht gesetzlich rentenversichert sind. Auch Selbstständige, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sind zulagenberechtigt. Das sind etwa Künstler, Autoren oder Journalisten, die zum Beispiel Beiträge an die Künstlersozialkasse überweisen.

Als unmittelbar förderberechtigt gelten Sie, sobald Sie gesetzlich rentenversichert sind – auch wenn Sie nicht das ganze Jahr über eingezahlt haben. Hier die wichtigsten Berufsgruppen und Sonderfälle:

  • Arbeitnehmer in versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen bei einem privaten, öffentlichen oder kirchlichen Arbeitgeber;
  • Auszubildende;
  • Selbstständige mit Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung;
  • Beamte sowie Richter oder Berufs- und Zeitsoldaten, die Beamten weitgehend gleichgestellt und nicht verpflichtet sind, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen;
  • Menschen, die Rente wegen Erwerbsminderung, Erwerbsunfähigkeit oder Versorgung wegen Dienstunfähigkeit erhalten;
  • Beschäftigte in Midijobs mit einem Verdienst zwischen 450 Euro und 850 Euro im Monat;
  • Bezieher von Arbeitslosengeld I und II, die als arbeitssuchend gemeldet sind;
  • Kindererziehende in den ersten 36 Kalendermonaten nach Geburt sowie
  • diejenigen, die Bundesfreiwilligendienst leisten.

Über den Ehepartner zum Riester-Vertrag

Auch wenn Sie nicht unmittelbar Anspruch auf Förderung haben, können Sie Zulagen erhalten – wenn Ihr Ehepartner unmittelbar förderberechtigt ist. Das betrifft vor allem Hausfrauen oder -männer und Selbstständige, die nicht gesetzlich rentenversichert sind.

Voraussetzung dafür ist, dass Ihr Partner selbst riestert und dass Sie den Mindestbetrag von 60 Euro jährlich in einen eigenen Vertrag einzahlen. Damit sind Sie mittelbar förderberechtigt und erhalten die Zulage von 175 Euro pro Jahr (seit 2018).

Sie bekommen die Zulage aber nur dann, wenn Ihr Partner den Mindestbetrag von vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlt. Zahlt Ihr Ehepartner nur die Hälfte oder ein Drittel, erhalten auch Sie nur die Hälfte beziehungsweise ein Drittel der Zulage – selbst wenn Sie mehr als den Sockelbetrag von 60 Euro einzahlen.

Nicht unmittelbar, aber eventuell über den Ehepartner mittelbar zulagenberechtigt, sind

  • Hausfrauen/-männer, die nicht in der Elternzeit sind;
  • Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung sind;
  • Sozialhilfeempfänger und Bezieher von Sozialgeld.

Wollen Sie genau nachsehen, welche Sparer begünstigt oder welche Sonderfälle förderberechtigt sind, finden Sie alle Informationen in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 31. März 2010.

Diese Riester-Rente passt zu Ihnen

  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für eine Riester-Rentenversicherung: Hannoversche (Tarif AV1) und Huk24 (TarifBRZ24) 
  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für einen Riester-Fondssparplan: DWS Toprente Dynamik über Online-Vermittler, Fairriester 2.0, Deka Zukunftsplan Classic und Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für einen Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethome.

Zum Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker
& Co-Autor
Dr. Manuel Kayl

Stand: 23. April 2018


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