Zuschuss zur Altersvorsorge

Wer darf riestern?

Martin Klotz
Experte für Vorsorge
23. April 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Riestern darf, wer verpflichtend in die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung einzahlt.
  • Zu dieser Gruppe zählen alle Arbeitnehmer, die in Voll- oder Teilzeit angestellt sind.
  • Selbstständige, die in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung pflichtversichert sind, sind auch förderberechtigt.
  • Eheleute können beide riestern, sofern einer von beiden Anspruch auf Förderung hat.
  • Auszubildende, Erziehende und Bezieher von Ar­beits­lo­sen­geld I und II dürfen ebenfalls riestern.
  • Beamte, Richter oder Berufs- und Zeitsoldaten können riestern, auch wenn sie nicht in die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung einzahlen.

Der Staat unterstützt Dich bei der privaten Altersvorsorge mit der Riester-Förderung. Die Bundesregierung will so Anreize für eine stärkere private Vorsorge schaffen, weil 2002 das Niveau der gesetzlichen Rente gesenkt wurde. Nach § 10a EStG sind grundsätzlich alle zulagenberechtigt, die Pflichtbeträge in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Du kannst die folgenden Riester-Verträge abschließen: Riester-Darlehen, Riester-BausparvertragRiester-Banksparplan, Riester-Rente und Riester-Fondssparplan.

Wer unmittelbar förderberechtigt ist

Bist Du Arbeitnehmer, wirst Du automatisch in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung pflichtversichert. Als abhängig Beschäftigter hast Du Anspruch auf die Riester-Förderung. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du in Voll- oder Teilzeit arbeitest.

Als Angestellter in einem Betrieb bist Du der Prototyp des Förderberechtigten und unmittelbar zulagenberechtigt. Daneben gibt es auch die mittelbare Förderung über den Ehepartner und zahlreiche Ausnahmen, die wir weiter unten zusammengestellt haben.

Riestern als Beamter – das geht auch

Das Riestern soll die Kürzungen der gesetzlichen Rente ausgleichen. Weil auch Beamte, Berufssoldaten, Richter oder Pfarrer künftig niedrigere Pensionen erhalten, sind auch sie förderberechtigt – obwohl sie nicht gesetzlich rentenversichert sind. Auch Selbstständige, die in die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung einzahlen, sind zulagenberechtigt. Das sind etwa Künstler, Autoren oder Journalisten, die zum Beispiel Beiträge an die Künstlersozialkasse überweisen.

Als unmittelbar förderberechtigt giltst Du, sobald Du gesetzlich rentenversichert bist – auch wenn Du nicht das ganze Jahr über eingezahlt hast. Hier die wichtigsten Berufsgruppen und Sonderfälle:

  • Arbeitnehmer in versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen bei einem privaten, öffentlichen oder kirchlichen Arbeitgeber;
  • Auszubildende;
  • Selbstständige mit Versicherungspflicht in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung;
  • Beamte sowie Richter oder Berufs- und Zeitsoldaten, die Beamten weitgehend gleichgestellt und nicht verpflichtet sind, in die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung einzuzahlen;
  • Menschen, die Rente wegen Erwerbsminderung, Erwerbsunfähigkeit oder Versorgung wegen Dienstunfähigkeit erhalten;
  • Beschäftigte in Midijobs mit einem Verdienst zwischen 450 Euro und 850 Euro im Monat;
  • Bezieher von Ar­beits­lo­sen­geld I und II, die als arbeitssuchend gemeldet sind;
  • Kindererziehende in den ersten 36 Kalendermonaten nach Geburt sowie
  • diejenigen, die Bundesfreiwilligendienst leisten.

Über den Ehepartner zum Riester-Vertrag

Auch wenn Du nicht unmittelbar Anspruch auf Förderung hast, kannst Du Zulagen erhalten – wenn Dein Ehepartner unmittelbar förderberechtigt ist. Das betrifft vor allem Hausfrauen oder -männer und Selbstständige, die nicht gesetzlich rentenversichert sind.

Voraussetzung dafür ist, dass Dein Partner selbst riestert und dass Du den Mindestbetrag von 60 Euro jährlich in einen eigenen Vertrag einzahlst. Damit bist Du mittelbar förderberechtigt und erhältst die Zulage von 175 Euro pro Jahr (seit 2018).

Du bekommst die Zulage aber nur dann, wenn Dein Partner den Mindestbetrag von vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlt. Zahlt Dein Ehepartner nur die Hälfte oder ein Drittel, erhältst auch Du nur die Hälfte beziehungsweise ein Drittel der Zulage – selbst wenn Du mehr als den Sockelbetrag von 60 Euro einzahlst.

Nicht unmittelbar, aber eventuell über den Ehepartner mittelbar zulagenberechtigt, sind

  • Hausfrauen/-männer, die nicht in der Elternzeit sind;
  • Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung sind;
  • So­zi­al­hil­fe­em­pfän­ger und Bezieher von Sozialgeld.

Willst Du genau nachsehen, welche Sparer begünstigt oder welche Sonderfälle förderberechtigt sind, findest Du alle Informationen in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 31. März 2010.

Diese Riester-Rente passt zu Dir

  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für eine Riester-Rentenversicherung: Hannoversche (Tarif AV1) und Huk24 (TarifBRZ24) 
  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für einen Riester-Fondssparplan: Deka Zukunftsplan Classic und Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)

  • Unsere Anbieter-Empfehlungen für einen Wohn-Riester: Dr. Klein, Interhyp und Planethome

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