Ratgeber Richtige Altersvorsorge

Wann sich Riester oder betriebliche Altersvorsorge lohnen

Das Wichtigste in Kürze

  • Allen Arbeitnehmern stehen Riester-Produkte sowie betriebliche und private Altersvorsorge offen.
  • Riester und betriebliche Altersvorsorge fördert der Staat mit attraktiven Zulagen; es fallen dafür aber höhere Abgaben in der Rente an.
  • Bei der ungeförderten privaten Altersvorsorge ist es umgekehrt.
  • Lebenslange Renten wie die Riester-Rente oder eine Betriebsrente lohnen sich erst, wenn Sie mehr als 90 Jahre alt werden.
  • Bei jeder Vorsorgeform sind die Kosten entscheidend. Bei der betrieblichen Vorsorge müssen Sie diese selbst herausfinden.

So gehen Sie vor

  • Wollen Sie sich dagegen absichern, dass Sie sehr alt werden, ist eine Rente die richtige Wahl. Wenn nicht, setzen Sie auf eine flexible Altersvorsorge.
  • Überprüfen Sie die Kosten der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) Ihres Arbeitgebers. Sind diese hoch, scheidet sie aus.
  • Wenn die Kosten akzeptabel sind und Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt, lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge praktisch immer.
  • Ohne Zuschuss rentiert sie sich für Kinderlose, die weniger als 50.850 Euro brutto verdienen.
  • Wer Kinder oder mehr als 50.850 Euro Bruttojahreseinkommen hat, sollte einen kostengünstigen Riester-Vertrag bevorzugen.
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Sie ist eine der großen Fragen der jetzt berufstätigen Menschen: Wie richtig vorsorgen für die Zeit, wenn die Rentner in Deutschland den größten Anteil an der Bevölkerung ausmachen und die gesetzlichen Renten auf einen Mini-Betrag sinken? Deutlich weniger als die Hälfte seines Einkommens kann ein künftiger Ruheständler von der gesetzlichen Rente erwarten – da ist der Handlungsbedarf groß. Doch spätestens seit der Finanzkrise sind viele Menschen verunsichert: Wie am besten sparen, wenn es kaum noch Zinsen gibt und Banken und Versicherungen nicht mehr sonderlich vertrauenswürdig erscheinen?

Finanztip hat drei gängige Formen der Altersvorsorge gegeneinander gerechnet: die Riester-Rente, die betriebliche Altersvorsorge (bAV) und die private Altersvorsorge in Form einer Rentenversicherung. Wir wollten vor allem wissen: Für wen lohnt sich wann die staatliche Förderung auf Riester und bAV – und wann nicht? Dabei zeigte sich: Es kommt auf vor allem darauf an, wie alt Sie werden, wie teuer die vom Chef angebotene Vorsorge ist und ob er etwas dazubezahlt.

Das Problem mit der Förderung

Auf der Riester-Rente ist in den vergangenen Jahren in den Medien viel herumgehackt worden, manchmal zu Recht. Die Verträge seien viel zu teuer, das System zu kompliziert und ungerecht, bemängelten die Kritiker. Allerdings sind bei Riester-Produkten die Kosten qua Gesetz wenigstens teilweise transparent. Dadurch fällt dort mehr auf, was auch für viele andere Altersvorsorgen gilt: In den ersten Jahren fließt viel Provision an den Vermittler und die in Aussicht gestellten Beträge werden später nicht erreicht.

Auch ein vom Versicherungsvertrieb oft unterschlagenes Argument trifft auf Riester genauso zu wie auf die von fast allen Seiten gepriesene betriebliche Altersvorsorge: Die Förderung während des Erwerbslebens ist beträchtlich, aber in der Auszahlphase im Rentenalter bedient sich der Staat dafür mit hohen Steuern beziehungsweise Sozialabgaben. Da könnte mancher auf den Gedanken kommen, dass sich eine private Altersvorsorge deutlich mehr lohnt. Bei der gibt es zwar während des Ansparens nichts vom Staat dazu, dafür fallen im Alter aber deutlich weniger Steuern an.

Quelle: Finanztip (Stand: 28. August 2015)

Es muss nicht immer eine Rente sein

Die erste Erkenntnis unserer Untersuchung haben auch andere Experten schon beschrieben: Riester, betriebliche Altersvorsorge und private Rentenversicherung sehen grundsätzlich eine lebenslange Rentenzahlung vor. Damit sich diese wirklich lohnt, müssen Sie in der Regel älter als 90 Jahre werden. Dieses Alter wird in Zukunft zwar keine Seltenheit mehr sein. Aber wer früher stirbt, macht rechnerisch meist Verluste. Die Gründe dafür sind einfach:

  • Die Anbieter lassen sich das Risiko vergüten, dass Sie sehr alt werden. Im Gegenzug sind Sie gegen dieses sogenannte Langlebigkeitsrisiko versichert.
  • Die Zinsen sind derzeit niedrig. Die Anbieter kalkulieren das Risiko ein, dass die Zinsen niedrig bleiben, bis Sie in Rente gehen, und garantieren deshalb nur vergleichsweise niedrige Renten.

Sie können auch darauf hoffen, dass die Anbieter im Alter deutlich mehr Rente zahlen als heute garantiert. Das ist möglich – vor allem, wenn die Zinsen wieder deutlich steigen. Dann rechnen sich die ausgezahlten Renten auch schon früher, wie unsere Beispielrechnung zeigt.

Eine lebenslange Rente ist eine Versicherung, die Geld kostet, weil sie Sie gegen ein bestimmtes Risiko schützt. Deshalb sollten Sie beim Abschluss bewusst entscheiden: Möchten Sie sich heute schon gegen das Risiko versichern, dass Sie sehr alt werden? Wenn nicht, dann ist eine flexible Altersvorsorge wahrscheinlich die bessere Wahl für Sie. Dabei können Sie das Geld zu Rentenbeginn relativ steuergünstig aus dem Vertrag entnehmen und es im Alter selbst einteilen. Wenn vom Geld bei Ihrem Tod noch etwas da ist, freuen sich Ihre Erben. Und Sie können sich bei Rentenbeginn immer noch für eine lebenslange Rente entscheiden.

Mehr dazu im Ratgeber Flexible Altersvorsorge

Manuel Kayl
Experte für Geldanlage

Mit ETFs vorsorgen

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Auf die Kosten kommt es an

In unserem Vergleich lagen bei annähernd gleichen Kosten die drei Altersvorsorgeformen nicht dramatisch auseinander. Daher unsere zweite Erkenntnis: Die Kosten eines Produkts können die Vorteile der jeweiligen Sparte schnell auffressen. Ein wirklich teures Produkt lohnt sich praktisch nie, nur weil es für Sie die bessere Förderung bietet. Das bedeutet, dass ein teures Produkt nicht dadurch entscheidend besser wird, dass es die bessere Förderung für Sie bietet. Die Kosten stehen also im Vordergrund.

Allerdings sind diese für Verbraucher nicht leicht zu ermitteln und einzuschätzen. Zwar hat der Gesetzgeber dafür gesorgt, dass Banken und Versicherungen mittlerweile mehr Kosten offenlegen müssen als früher. Aber weder sind diese Angaben immer vollständig, noch sind sie leicht vergleichbar.

Finanztip hat für Riester sowie für die ungeförderte private Altersvorsorge bereits kostengünstige Angebote ermittelt, die für jüngere Sparer auch gute Renditen versprechen. Bei der betrieblichen Altersvorsorge bestimmt der Arbeitgeber das Produkt – Sie können bestenfalls einen Vorschlag machen. Wie in allen Sparten sind auch dort die Kostenunterschiede enorm: Manche Betriebe bieten hervorragende und sehr günstige Vorsorgen an. Dazu zählen einige Großkonzerne. Aber andere betriebliche Altersvorsorgen sind ähnlich teuer wie normale Lebens- und Rentenversicherungen und daher nicht zu empfehlen.

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Schätzen Sie die Kosten der betrieblichen Altersvorsorge ab

Deshalb sollten Sie als erstes herausfinden, wie teuer die Angebote Ihres Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge sind. Wenn es eine echte Betriebsrente gibt, die der Chef vollständig bezahlt, ohne dass Sie selbst etwas dazu beisteuern müssen, spielt das keine Rolle – greifen Sie zu, einem (voll) geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Aber sobald Sie eigenes Geld aufwenden, sollten Sie prüfen, wie viel davon Sie dem Anbieter in den Rachen werfen.

Bei der bAV ist es für den Arbeitnehmer manchmal schwierig, die Kosten zu erfahren, da offiziell der Arbeitgeber Kunde des Anbieters ist und oft nur er vollständige Informationen bekommt. Haken Sie also beim zuständigen Vermittler oder in der Personalabteilung nach und lassen Sie sich ein vollständiges Angebot geben, bei Versicherungstarifen inklusive Produktinformationsblatt.

Um die Kosten einzuschätzen, können Sie sich an zwei Punkten orientieren:

  • Abschlusskosten: Gute betriebliche Altersvorsorgen haben keine Abschlusskosten oder nur sehr niedrige von wenigen Hundert Euro über eine lange Laufzeit. Schlechte kosten dagegen Tausende Euro, die als Provision an den Vermittler gehen. Ein Beispiel: Bei 100 Euro Monatsbeitrag über 35 Jahre Laufzeit sind 1600 Euro Abschlusskosten viel, 400 Euro noch in Ordnung.
  • Fondskosten: Viele betriebliche Altersvorsorgen enthalten Investmentfonds, die eine höhere Rendite versprechen als die derzeit niedrigen Zinsen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, zumal in einer bAV auch nie das gesamte Geld in riskante Fonds fließt, sondern immer ein Teil in sichere Anlagen. Wichtig ist aber, dass diese besparten Fonds wenig kosten. Am besten sind sogenannte Indexfonds (ETFs). In der Regel können Sie die jährlichen Verwaltungskosten dieser Fonds nachschauen, in den Vertragsunterlagen oder im Internet. Auch dazu ein Beispiel: Fondskosten von 1,5 Prozent pro Jahr sind hoch, 0,5 Prozent sind okay.

Haben Sie den Eindruck, dass die Kosten hoch sind, kommt die betriebliche Altersvorsorge grundsätzlich nicht infrage – selbst dann nicht, wenn Sie einen Zuschuss vom Arbeitgeber erhalten. Dieser muss schon sehr hoch sein, damit Sie ihn nicht ausschlagen, zum Beispiel, wenn er genauso hoch ist wie Ihre eigenen Einzahlungen (100 Prozent Bezuschussung).

Handelt es sich bei dem bAV-Angebot um eine Direktversicherung oder eine Pensionskasse und sind keine Fonds enthalten, entspricht der Vertrag im Wesentlichen einer klassischen Rentenversicherung. Diese hat zurzeit eher geringe Renditeaussichten und lohnt sich auch bei niedrigen Kosten nur dann, wenn der Chef ordentlich etwas dazubezahlt.

Vom Arbeitgeber mindestens 15 Prozent Zuschuss fordern

Viele Firmen bezuschussen die betriebliche Vorsorge ihrer Arbeitnehmer, entweder prozentual im Verhältnis zur Einzahlung des Angestellten oder mit absoluten Beträgen. Das ist schon deshalb fair, weil nicht nur Sie Sozialabgaben sparen, wenn Sie von Ihrem Bruttolohn in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen, sondern auch Ihr Arbeitgeber. Wenn Sie den Betrag verhandeln können, sollten Sie daher mindestens einen Zuschuss von 15 Prozent verlangen.

Wenn die Kosten der bAV im Rahmen sind und Sie einen Zuschuss von mindestens 15 Prozent vom Arbeitgeber erhalten, dann liefert nach unserer Untersuchung die betriebliche Altersvorsorge bei sonst gleichen Voraussetzungen in jedem Fall die beste Rendite. Details zu unseren Berechnungen finden Sie hier.

Kinderlos und Einkommen unter 50.850 Euro

Selbst ohne Arbeitgeberzuschuss lohnt sich eine kostengünstige betriebliche Altersvorsorge, wenn Ihr Bruttoeinkommen weniger als 50.850 Euro beträgt und Sie keine Kinder haben. Denn dann sparen Sie durch die sogenannte Entgeltumwandlung, also durch die Einzahlung von Ihrem Bruttogehalt in eine bAV, auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. In unserer Untersuchung erzielte die betriebliche Altersvorsorge in diesen Fällen immerhin einen Renditevorteil von 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr gegenüber Riester bei sonst gleichen Voraussetzungen.

Das gilt auch, wenn Ihr Partner riestert und die Zulagen für Ihre Kinder vereinnahmt. Die Kinderzulagen gibt es nur einmal, nicht für beide Elternteile.

Tipp

Drei und mehr Kinder

Wenn Sie mindestens drei Kinder haben, sollten Sie in jedem Fall riestern, selbst wenn Sie einen Zuschuss vom Arbeitgeber bekommen. Da Sie bei drei ab 2008 geborenen Kindern maximal 87 Euro im Monat in Riester einzahlen, bleibt vielleicht auch noch Geld für die bAV.

Kinder oder Einkommen über 50.850 Euro

Wenn Sie aber

  • keinen Zuschuss vom Arbeitgeber bekommen und
  • Kinder haben oder
  • Ihr Bruttoeinkommen über 50.850 Euro liegt,

dann empfehlen wir Ihnen einen Riester-Vertrag als renditestärkste Altersvorsorge. Dabei spielen Ihnen entweder die Kinderzulagen oder die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge in die Karten. Wie auch bei der betrieblichen Altersvorsorge sind niedrige Kosten entscheidend.

Bei einem Einkommen zwischen 50.850 und 74.400 Euro (in Westdeutschland) sparen Sie in der betrieblichen Altersvorsorge zwar noch Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge, aber eben keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Das macht die bAV unattraktiver. Wir haben in diesem Fall für Kinderlose einen Vorteil für Riester zwischen 0,39 und 0,75 Prozent pro Jahr gegenüber der bAV errechnet. Bei drei Kindern muss der Arbeitgeberzuschuss mindestens 30 Prozent betragen, damit sich die betriebliche Altersvorsorge mehr lohnt als Riester.

Diese Riester-Rente ist die richtige für Sie

Manuel Kayl
Experte für Geldanlage

Altersvorsorge mit staatlicher Förderung

  • Speziell für Arbeitnehmer und Beamte.
  • Förderung durch Zulagen und Steuervorteile.
  • Versteuerung erfolgt im Rentenalter.
  • Viele Varianten zur Auswahl.

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Unsere Anbieter-Empfehlung:

Altersvorsorge über ETFs immer eine gute Alternative

Wenn Sie feststellen, dass die angebotene betriebliche Altersvorsorge zu teuer ist, Sie keine Kinder haben und Ihr Einkommen weniger als 50.850 Euro beträgt, ist die flexible Altersvorsorge über ETFs eine gute Alternative. Das gilt übrigens grundsätzlich, wenn Ihnen die Kosten eines Altersvorsorgeprodukts unklar sind oder Sie sich schlicht mit Riester oder bAV nicht festlegen wollen. Mit der flexiblen Altersvorsorge haben Sie in jedem Fall niedrige Kosten und können später immer noch in eine andere Form wechseln. Angesichts der mageren Aussichten für die gesetzliche Rente gilt nämlich: Hauptsache, Sie fangen überhaupt mal mit der Vorsorge an.

Tipp

Die zweit- und drittbeste Alternative

In unserem Testartikel finden Sie die Ergebnisse unserer Berechnungen. Für verschiedene Fälle (Single, Eltern, Niedrig- und Gutverdiener) ist dort aufgeführt, um wie viel Prozent in der Rendite die jeweils zweit- und drittbeste Alternative gegenüber unserer ersten Empfehlung zurückliegen. Das können Sie beispielsweise als Anhaltspunkt nehmen, wenn Sie schon eine bAV haben und überlegen, welche zusätzliche Altersvorsorge Sie angehen könnten.

Was wir nicht berechnet haben

Unser Vergleich gilt nur für kleine und mittlere Monatsbeiträge bis etwa 150 Euro (1.800 Euro im Jahr). Das liegt daran, dass jeder Riester-Sparer im Jahr höchstens 1.946 Euro gefördert einzahlen kann. Besonders, wenn Sie Kinder haben, ist Ihr Eigenbeitrag damit rasch ausgeschöpft. Bei der betrieblichen Altersvorsorge können Sie derzeit zusammen mit dem Arbeitgeberzuschuss bis zu 242 Euro im Monat einzahlen, die steuer- und sozialversicherungsfrei von Ihrem Bruttogehalt weggehen.

Viele Menschen sehen in einer eigenen Immobilie die richtige Altersvorsorge. Ob und für wen das zutrifft, haben wir nicht betrachtet. Das liegt daran, dass bei Immobilien die künftige Wertentwicklung eine ganz entscheidende Rolle spielt. Und die ist natürlich stark abhängig vom jeweils konkreten Objekt. Daher ist es schwierig, bei Immobilien mit allgemeinen Durchschnittswerten zu rechnen.

Unser Vergleich ist gedacht für angestellte Arbeitnehmer, die gesetzlich krankenversichert sind. Privat versicherte Arbeitnehmer können bei der betrieblichen Altersvorsorge keine Krankenversicherungsbeiträge sparen. Sie müssen umgekehrt aber auch keine auf die Betriebsrente bezahlen. Bei Riester und privater Rente bestehen für sie keine Unterschiede zu gesetzlich Versicherten. Beamte haben keine Möglichkeit zur betrieblichen Altersvorsorge, können aber unseren Vergleich für Riester und private Altersvorsorge nutzen. Selbstständige haben wir nicht betrachtet.

Ebenfalls außen vor gelassen haben wir engagierte Börsenanleger, die immer wieder kaufen und verkaufen und sich so ihr Polster aufbauen. Finanztip empfiehlt für Aktienengagements grundsätzlich regelmäßiges Anlegen in Indexfonds – ohne ständig den Markt im Blick zu behalten.

So haben wir gerechnet

Wir haben nicht konkrete Produkte, sondern die Systeme Riester, betriebliche Altersvorsorge und private Rentenversicherung miteinander verglichen. Wir haben berechnet, welches System durch die unterschiedlichen Steuern und Sozialabgaben in Anspar- und Rentenphase bei sonst gleichen Voraussetzungen die höchste Rendite abwirft. Dazu haben wir unter anderem einberechnet

  • die Steuer- und Sozialabgabenermäßigungen bei bAV und Riester sowie die Riester-Zulagen,
  • die Steuern und Sozialabgaben im Alter,
  • die Grenzsteuersätze in der Anspar- und in der Rentenphase sowie die Steigerung der Beitragsbemessungsgrenzen unter Annahme einer Inflation von 2 Prozent pro Jahr,
  • eine jährliche Steigerung der Renten in Höhe von 1 Prozent und
  • die Minderung der gesetzlichen Rente infolge der geringeren Rentenversicherungsbeiträge durch eine Entgeltumwandlung.

Variiert haben wir unter anderem

  • die Renditen der drei Vorsorgeformen in der Ansparphase, jeweils nach Kosten,
  • das aktuelle Alter des Sparers.
  • das angenommene Endalter (das Sterbealter),
  • das Bruttoeinkommen, Anzahl und Alter der Kinder, Familienstand, Einkommen des Ehepartners und das gemeinsam zu versteuernde Einkommen,
  • die Höhe des Bruttoeigenbeitrags (zwischen 50 und 242 Euro im Monat) und
  • die Höhe des Arbeitgeberzuschusses in Prozent des Arbeitnehmerbeitrags.

Wir haben dabei unterstellt, dass der jeweilige Anleger in allen drei Systemen die gleiche Geldanlage wählt und das gleiche Risikoprofil hat. In der privaten Rentenversicherung ist prinzipiell eine höhere Aktienquote möglich als in den Systemen Riester und betriebliche Altersvorsorge. Diesen potenziellen Vorteil lassen wir unberücksichtigt, weil wir uns nur für einen Systemvergleich, aber nicht für unterschiedliche Anlagemöglichkeiten interessieren. Näheres zu unserer Untersuchung finden Sie hier.

Update Sozialversicherungsgrößen 2016

Die Berechnungen für den hier besprochenen Test basieren auf den Sozialversicherungsgrößen für das Jahr 2015. Diese haben sich für das Jahr 2016 geändert wie die Bundesregierung hier bekanntgibt. Da sich unsere Empfehlungen an einer der Größen (Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung) orientiert, haben wir unseren Ratgeber entsprechend angepasst. Eine neue Berechnung ist hierfür nicht nötig, da sich die zugrunde liegenden Fakten für die Empfehlung nicht geändert haben, sondern lediglich die Höhe der Beträge. 

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16. Oktober 2015 zum Beitrag
Hallo Hesso,
"unbemerkt" ist gleich immer dünnes Eis ;-)
Die gesetzliche Rente ist ja kein Arbeitslosengeld II. Wenn Du in die Rentenversicherung eingezahlt hast, dann steht Dir auch eine ...
20. September 2015 zum Beitrag
Hallo Elias,
danke für den Hinweis. Das klingt durchaus interessant.
Aber wenn ich damit rechnen muss, dass man mir beim Renteneintritt (ca. 2035) meine Risterrente auf meine mickrige Rente, ...
20. September 2015 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.

Saidi Sulilatu

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis September 2015)

Saidi Sulilatu leitete bei Finanztip den Bereich Versicherungen. Zuvor war er viele Jahre als Honorarberater und Versicherungsmakler tätig. Sulilatu hat am 4. September 2015 Finanztip verlassen.