Bauspartarife für Modernisierung

Richtig sparen für Ausgaben rund ums Eigenheim

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einem Bausparvertrag können Sie eine Modernisierung Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung vorbereiten.
  • Sie nutzen dann die nächsten Jahre, um einen Teil der Bausparsumme anzusparen. Danach können Sie das Bauspardarlehen zu einem festen Zins beantragen.
  • Alternativ dazu können Sie auch erst mit Tagesgeld oder Festgeld sparen und dann ein Bankdarlehen beantragen.
  • Welche Variante günstiger ist, hängt von der Zinsentwicklung ab. Diese lässt sich allerdings nicht vorhersagen.
  • Die Bauspar-Variante ist vorteilhaft, falls die Zinsen ansteigen. In jedem Fall gibt Ihnen der Vertrag die Sicherheit, mit einer einmal festgelegten finanziellen Belastung planen zu können.
  • Falls Sie die staatliche Wohnungsbauprämie erhalten, gleicht dies die niedrige Verzinsung des Bausparvertrags während der Sparphase zum Teil aus.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie zunächst, wie viel Geld Sie für die geplante Maßnahme benötigen und wann Sie Ihre Immobilie modernisieren wollen.
  • Falls Sie steigende Zinsen erwarten und auf einen Bausparvertrag setzen, können Sie auf dieser Grundlage die notwendige Bausparsumme und die Spardauer festlegen. Daraus ergibt sich dann der monatliche Sparbeitrag.
  • Vergleichen Sie dann die Angebote verschiedener Bausparkassen. Schauen Sie nicht nur auf den Darlehenszins, sondern auch auf die Guthabenverzinsung und die Kosten des Vertrags.
  • Wir empfehlen bei einem Bausparvertrag zur Modernisierung die Tarife der Alten Leipziger (AL-Bau Finanz 2,5) und der BHW (Wohnbausparen). Dieser ist fast identisch mit dem Tarif der Deutschen Bank Bausparkasse, der ebenfalls eine gute Wahl ist.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Bausparen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, kennt das Problem: In regelmäßigen Abständen stehen kleinere oder größere Reparaturen an. Und selbst wenn nicht gerade etwas kaputt ist, möchten viele Eigentümer in die eigenen vier Wände investieren – etwa, weil die Ansprüche steigen oder Wohntrends sich verändern. Für eine neue Heizung, ein neues Dach oder die Badrenovierung benötigen Sie dann Summen zwischen 15.000 und 50.000 Euro. Fangen Sie frühzeitig an zu sparen, damit dies nicht zum Problem wird. Ein Bausparvertrag kann in diesem Fall eine sinnvolle Lösung sein.

Bausparvertrag oder Tagesgeld mit Bankdarlehen?

Ein Bausparvertrag ist eine Kombination aus einem Sparplan und einem Immobiliendarlehen. Die Zinssätze für beide Phasen (und auch die Kosten) stehen von Anfang an fest. Ob sich diese Kombination für Sie lohnt, hängt von der Zinsentwicklung bis zum Zeitpunkt der Finanzierung ab. Denn dann entscheidet sich, ob das Bauspardarlehen wirklich günstiger ist als ein Bankdarlehen.

Grundsätzlich können Sie das Geld für die Investition also auch aufbringen, indem Sie zunächst einen Teil des benötigten Geldes auf einem Tagesgeldkonto ansparen und anschließend den restlichen Betrag über ein Bankdarlehen finanzieren. Das hat den Vorteil, dass Sie für beide Phasen das beste Angebot aussuchen können und keine Extra-Kosten anfallen.

Allerdings wissen Sie bei dieser Variante – anders als beim Bausparvertrag – nicht von Beginn an, wie teuer der Baukredit später wird. Steigt das allgemeine Zinsniveau während der Sparphase an, holt der Bausparvertrag die niedrigere Verzinsung in der Sparphase und die Kosten allmählich auf und schneidet schließlich besser ab als die Lösung mit zwei Verträgen. In unserem Ratgeber Bausparvertrag haben wir die Unterschiede zwischen den beiden Varianten für unterschiedliche Zinsentwicklungen berechnet.

Ob Sie mit dem Bausparvertrag finanziell richtig lagen, erfahren Sie also erst, wenn Sie mit dem Renovieren starten. Andere Vor- und Nachteile der beiden Varianten stehen dagegen von Beginn an fest.

Getrennte Lösung ist flexibler

Für die Variante mit Tagesgeldkonto und Bankdarlehen spricht die zeitliche Flexibilität. Sie beginnen dann mit der Renovierung, wenn Sie es für richtig oder notwendig halten. Als Bausparer müssen Sie dagegen warten, bis Ihr Vertrag zuteilungsreif ist. Danach sind Sie aber ebenfalls flexibel und können von Quartal zu Quartal entscheiden, ob Sie das Darlehen beantragen.

Größere Flexibilität haben Sie als Banksparer auch bei der Höhe der Finanzierungssumme. Bevor Sie mit dem Sanieren anfangen, können Sie die Kosten noch einmal abschätzen und dann die passende Darlehenssumme wählen. Dies ist gerade dann ein Vorteil gegenüber dem Bausparvertrag, falls die Ausgaben höher sind als ursprünglich geschätzt.

Bausparvertrag punktet beim Darlehen

Der Bausparvertrag punktet dagegen bei den Fragen rund um den Darlehensantrag. Im Grundsatz muss der Sparer sich um wenig kümmern: Die Bausparkasse informiert ihn über den Zuteilungszeitpunkt, übersendet den Darlehensantrag und steuert die weiteren Schritte. Mittlere Darlehenssummen für das Modernisieren gehören für die Bausparkassen – anders als für Banken – ohnehin zum täglichen Geschäft. Darlehen von weniger als 30.000 Euro können sie auch ohne Grundschuld vergeben.

Der Banksparer muss dagegen selbst aktiv werden und Finanzierungsangebote einholen. Zur Unsicherheit über den besten Zins gesellt sich bei ihm noch jene über die beste Form des Darlehens. Infrage kommen sowohl ein klassisches Immobiliendarlehen als auch ein Ratenkredit. Das Immobiliendarlehen ist tendenziell günstiger, denn die Bank sichert ihre Ansprüche durch eine Grundschuld. Deren Abtretung oder Übertragung verursacht jedoch Kosten. Und: Viele Banken vergeben Immobiliendarlehen erst ab einer Summe von 50.000 Euro. Für geringere Summen bieten sie dagegen den Ratenkredit an. Welche Form günstiger ist, hängt also nicht nur von den Zinssätzen, sondern auch von den weiteren Kosten ab.

Staatliche Förderung spricht für den Bausparvertrag

Wie bei einem Bausparvertrag für Jugendliche zeigt sich auch bei der Modernisierung: In Zeiten niedriger Zinsen wird die staatliche Förderung immer wichtiger. Als reiner Sparvertrag bringen die meisten Bausparangebote in der Regel keine Zinsen mehr – selbst wenn der Vertrag eine minimale Verzinsung des Guthabens vorsieht. Dies liegt an den Kosten des Vertrags. Wegen der Abschlussgebühr startet der Bausparvertrag im Minus. Kommen dann noch jährliche Gebühren für die Kontoführung dazu, vergrößert sich der Abstand zu anderen Sparverträgen. Bei fast allen Verträgen erhält der Sparer daher weniger Guthaben ausgezahlt, als er vorher überwiesen hat.

Ein Ausgleich gelingt erst über die staatliche Förderung, etwa in Form der Wohnungsbauprämie. Dies gilt allerdings nur, sofern der Eigenheimbesitzer die Voraussetzung dafür vollständig erfüllt. Mit der Förderung erhält der Sparer dann zumindest seine eingezahlten Beiträge zurück. Verträge mit niedrigen Kosten und einer im Vergleich zu anderen Bausparangeboten besseren Verzinsung schlagen mit staatlicher Prämie sogar ein ähnlich verzinstes Tagesgeld.

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Ein Bausparvertrag gibt einen klaren Fahrplan vor

Jenseits der reinen Zahlen gilt also: Wer flexibel bleiben möchte und für die nächsten Jahre eher von einem gleich bleibenden Zinsniveau ausgeht, sollte sich für die Variante mit dem Sparvertrag und dem Bankdarlehen entscheiden. Wer dagegen mit steigenden Zinsen rechnet und einen klaren Fahrplan bevorzugt, liegt mit einem Bausparvertrag richtig. Dies gilt besonders, wenn Anspruch auf staatliche Förderung besteht.

Um den passenden Vertrag zu finden, sollten Sie allerdings die Angebote der einzelnen Bausparkassen vergleichen. Denn die Verträge der Anbieter unterscheiden sich stark, besonders bei den Zinssätzen, Kosten und Laufzeiten. Für eine typische Bausparsumme von 30.000 Euro haben wir die Unterschiede berechnet.

Unsere Empfehlungen: Passende Bausparverträge für Modernisierung

Für unseren Test im Januar 2016 haben wir – soweit möglich – die Angebote aller 20 Bausparkassen in Deutschland für ein typisches Modernisierungsvorhaben berechnet: In unserem Modellfall benötigt ein Paar für die gemeinsame Wohnung 30.000 Euro für eine Renovierung. Die beiden sind steuerlich gemeinsam veranlagt und erfüllen die Voraussetzungen für die Wohnungsbauprämie.

In unserem letzten Test vom Januar 2016 waren dies die besten Angebote:

Bauspartarife für Modernisierung

Anbieter Tarif Kosten in Sparphase Sparzins Darlehenszins errechneter Vorteil im Modellfall
Alte Leipziger AL-Baufinanz 2,5 300 € 0,25 % 2,5 % 1005 €
BHW Wohnbausparen¹ 480 € 0,1 % 2,35 % 793 €
Deutsche Bank Bausparkasse Wohnbausparen¹ 480 € 0,1 % 2,35 % 783 €

¹Die Tarife Wohnbausparen sind in den Grunddaten identisch, arbeiten aber mit unterschiedlichen Bewertungszahlen, daraus ergeben sich geringfügige Unterschiede zwischen den Angeboten.
Quelle: Online-Rechner der Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand Berechnung: 15. Januar 2016 - Stand Tarifdaten: 22. Februar 2017)

Unter den getesteten Angeboten liegt der Tarif der Alten Leipziger vorn. Er kombiniert vergleichsweise niedrige Kosten mit einer etwas erhöhten Verzinsung und einem günstigen Darlehenszins. Allerdings können Sie ihn online nur berechnen, nicht aber direkt abschließen.

Der Tarif der BHW schneidet im Vergleich der Zahlen insgesamt etwas schlechter ab. Im Vergleich zur Alten Leipziger profitiert er in der Darlehensphase vom etwas niedrigeren Zinssatz. Zudem können Sie ihn direkt auf der Website des Anbieters beantragen.

Den fast identischen Tarif erhalten Sie auch bei der Deutschen Bank Bausparkasse – allerdings nur in der Bankfiliale. Die BHW-Variante, die Sie auch in den Filialen der Postbank erhalten, enthält außerdem noch eine Regelung zur Wahlzuteilung.

Alte Leipziger AL-Baufinanz 2,5

  • niedrige Kosten
  • günstiger Darlehenszins
  • mittlere Guthabenverzinsung
  • kein Online-Antrag möglich

Alte Leipziger AL-Baufinanz 2,5

BHW Wohnbausparen

  • günstiger Darlehenszins
  • Online-Antrag möglich
  • höhere Kosten
  • niedrige Guthabenverzinsung
BHW Wohnbausparen

So haben wir getestet

Vergleich Bauspartarife für Modernisierung 2016

Als Basis für unseren Test haben wir im Januar 2016 auf den Websites aller 20 Bausparkassen in Deutschland versucht, unseren Modellfall zu berechnen und dann die Angebote mit unterschiedliche Szenarien zur Zinsentwicklung verglichen.

Ein Angebot für unseren Modellfall konnten wir online bei den folgenden Bausparkassen berechnen:

  • Alte Leipziger Bausparkasse
  • Bausparkasse Schwäbisch Hall
  • BWH Bausparkasse
  • Deutsche Bank Bausparkasse
  • Deutscher Ring Bausparkasse
  • LBS Hessen-Thüringen
  • LBS Westdeutsche Landesbausparkasse
  • Signal Iduna Bauspar AG

Die anderen Anbieter hatten entweder keine Bausparrechner auf ihren Websites oder nur solche mit eingeschränkten Funktionen, beispielsweise Wüstenrot, so dass eine Berechnung nach unseren Vorgaben nicht möglich war.

Das waren unsere Testkriterien:

Grundangaben Modellfall - Ein Paar plant, in sieben Jahren 30.000 Euro für eine Modernisierung ausgeben. Das Paar ist steuerlich gemeinsam veranlagt. Beide erfüllen die Voraussetzungen für die Wohnungsbauprämie.

Anforderungen an die Tarife - Der Verbraucher muss die Angebote der Bausparkassen online zumindest berechnen können.

Zinsszenarien - Für den Vergleich der Tarife haben wir insgesamt neun Szenarien berechnet. In der Sparphase wurden die Bauspartarife mit einem Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von 0,5 Prozent, 1 Prozent und 1,5 Prozent verglichen. Für die Darlehensphase haben wir die Angebote der Bausparkassen mit einem Bankdarlehen zu 3 Prozent, 4 Prozent und 5 Prozent verglichen. Die unterschiedlichen Laufzeiten wurden dabei auf eine Darlehenslaufzeit von sieben Jahren angeglichen. Für jeden Tarif ergaben sich daraus neun Berechnungen. Die besten drei Tarife empfehlen wir.

Nachfolgend stellen wir beispielhaft die Ergebnisse für ein Szenario dar (Tagesgeld: 1 Prozent Verzinsung, Bankdarlehen: 4 Prozent Verzinsung). In diesem Szenario beträgt der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Ergebnis fast 1.200 Euro.

Anbieter (alphabetisch) Nachteil oder Vorteil gegenüber Tagesgeld in Sparphase Vorteil zum Bankkredit in Darlehensphase Vorteil Bausparvertrag insgesamt Rang
Alte Leipziger (AL-Baufinanz 2,5) -22 € 1028 € 1.006 € 1
BHW (Wohnbausparen) -257 € 1050 € 793 € 2
Deutsche Bank (Wohnbausparen)¹ -256 € 1039 € 783 € 3
Deutscher Ring 26 € 489 € 515 € 5
LBS Heessen-Thüringen -429 € 621 € 192 € 7
LBS Westdeutsche Landebausparkasse -531 € 346 € -185 € 8
Schwäbisch Hall -564 € 760 € 196 € 6
Signal Iduna 199 € 330 € 528 € 4

¹Der Tarif der Deutschen Bank ist in den Eckdaten identisch mit dem der BHW. Da der BHW-Tarif online beantragt werden kann und noch eine Wahlzuteilung ermöglicht, bevorzugen wir diesen.
Quelle: Online-Rechner der Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand: 15. Januar 2016)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dirk Eilinghoff

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Als Teamleiter Bankprodukte ist Dirk Eilinghoff bei Finanztip für die Themen Geldanlage und Altersvorsorge zuständig. Erfahrungen in diesem Bereich bringt er mit aus seiner Arbeit als selbstständiger Finanz- und Honorarberater. In früheren Jahren leitete der studierte Historiker und Diplom-Kaufmann gemeinnützige Projekte bei der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung.