Maestro

Maestro macht Girocards international

Josefine Lietzau Stand: 25. Februar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wie gut kennen Sie Ihre EC-Karte? Im Zweifel nicht gut genug.
  • Ihre EC-Karte heißt zum Beispiel gar nicht EC-Karte – sondern Girocard.
  • Und eigentlich gehört die Karte zu einem rein deutschen System. Dass Sie sie dennoch auch im Ausland zücken und nutzen können liegt daran, dass Ihre Bank für Auslandseinsätze mit Mastercard zusammenarbeitet.
  • Wieviel Abheben und auch Bezahlen für Sie kostet, können Sie in der „Entgeltinformation“ Ihrer Bank nachlesen.
So gehen Sie vor
  • Achten Sie bei der Wahl des Girokontos darauf, dass die Girocard kostenlos ist.
  • Das passende Konto finden Sie mit unserem Girokontorechner. Auch die Kosten für die Girocard haben wir dabei einberechnet.
  • Sollten Sie die Karte verlieren, sperren Sie sie zeitnah bei Ihrer Bank oder über die Telefonnummer 116 116.

Ein Konto ohne Girocard – also der „EC-Karte“ – ist fast nicht vorstellbar. Denn mit dieser Karte können Bankkunden in Deutschland bezahlen und Geld abheben. Aber: Die Girocard gehört zu einem rein deutschen System. Im Ausland würde sie meist nicht funktionieren. Deshalb arbeiten die Banken mit internationalen Partnern zusammen, in der Regel mit Mastercard und Visa. Die machen aus der nationalen Karte eine internationale, die Karte funktioniert dann über zwei Systeme. Bei Mastercard handelt es sich um die Maestro-Karte.

Wie kann ich mit der Maestro-Karte bezahlen und Geld abheben?

Wenn Sie Ihre Girocard in Deutschland in einen Geldautomaten stecken, funktioniert das über das Girocard-System. Heben Sie aber im Ausland ab, kommt Maestro zum Zug. Davon bekommen Sie nur über die Gebühren etwas mit. Denn beim Abheben mit der Girocard bestimmt der Automatenbetreiber die Kosten, sie werden in der Regel angezeigt. Ausnahmen gelten, falls Sie die Geldautomaten der eigenen Bank nutzen, das ist meist kostenlos. Wenn im Ausland jedoch Maestro zum Einsatz kommt, bestimmt die kartenausgebende Bank die Gebühren. Sie können die Kosten in der Entgeltinformation zu Ihrem Girokonto nachlesen. Zudem können die Automatenbetreiber zusätzliche Gebühren verlangen.

Beim Bezahlen in Deutschland funktionieren sowohl Girocard als auch Maestro. Die Händler stellen ein System in ihren Bezahlterminals ein, die Kunden können aber das andere wählen. Für Sie hat das keine Konsequenzen, für die Händler schon: Sie bezahlen unterschiedliche Gebühren. Im Ausland funktioniert die Karte wieder über Maestro, die Gebühren nennen die Banken im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Hin und wieder geben Banken in Deutschland auch reine Maestro-Karten aus. Ob das für die Kunden zum Problem wird, hängt ganz davon ab, ob es in der Wohngegend genug Automaten und Geschäfte gibt, die Maestro akzeptieren.

Wo werden Maestro-Karten akzeptiert?

Sie können mit Maestro-Karten weltweit bezahlen. Darin unterscheiden sich Maestro-Karten von den V-Pay-Karten von Visa. Denn im Gegensatz zu V-Pay funktioniert Maestro sowohl über den integrierten Chip als auch über den Magnetstreifen auf der Karte.

Falls im Ausland der Chip nicht ausgelesen werden kann, greifen Kassen und Geldautomaten über den Magnetstreifen auf die Daten zu. Bei V-Pay werden die Daten nicht auf dem Magnetstreifen gespeichert, um das Auslesen der Daten durch Betrüger zu verhindern. Banken, die V-Pay-Karten anbieten, müssen diese erst bei Visa für den weltweiten Gebrauch freischalten lassen.

Maestro zufolge gibt es etwa 15 Millionen Akzeptanzstellen, an denen die Verbraucher die Karte einsetzen können. Ob das an einer bestimmten Kasse oder einem bestimmten Geldautomaten geht, erkennen Sie an dem Logo, das sowohl auf der Karte als auch auf der Kasse oder dem Geldautomaten zu sehen ist.

Wie wird das Geld abgebucht?

Wenn Sie mit der Maestro-Karte Geld abheben oder damit bezahlen, geht der Umsatz direkt vom Konto ab. Diese Art von Karte wird auch als Debitkarte bezeichnet. Im Gegensatz zu den Kreditkarten von Mastercard können Sie mit Ihren deutschen Maestro-Karten nicht im Internet bezahlen.

Wie kann man die Maestro-Karte sperren?

Sie müssen die Karte sperren, falls sie verloren geht. Dazu rufen Sie entweder bei Ihrer Bank oder bei der Sperrnummer 116 116 an. Wenn sie von Deutschland aus anrufen, ist das kostenlos. Bei Auslandstelefonaten fallen entsprechende Gebühren an und Sie müssen 0049 als Vorwahl für Deutschland eingeben. Bis zum Sperren haften Sie, falls die Karte von Unbefugten genutzt wird. Dafür gilt jedoch eine Maximalgrenze von 50 Euro.

Sperren Sie Karten nicht nur bei der Bank, sondern auch bei der Polizei. Denn bei einigen Händlern unterschreiben Sie an der Kasse, statt eine PIN einzugeben. Die Meldung bei der Polizei und damit das Sperren über KUNO (Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen) soll das verhindern.

Denken Sie daran, vorsichtig mit der Karte und den Kartendaten wie der PIN umzugehen. Falls Sie zum Beispiel die Karte zusammen mit der PIN aufbewahren, haften Sie komplett, falls die Karte verloren geht. Die Banken bezeichnen das als grob fahrlässig. Rechtlich fraglich ist aber, wie genau die Banken beweisen müssen, dass Sie das überhaupt getan haben.

Das passende Konto finden mit unserem Girokontorechner

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 25. Februar 2020


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