V-Pay

Damit funktioniert die Girocard auch in Europa

Josefine Lietzau Stand: 29. Januar 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Die deutschen Girocards (früher EC-Karte) funktionieren im Ausland nicht. Um das zu ändern, gehen die Banken Partnerschaften ein, zum Beispiel mit Visa. Denn das Visa-System V-Pay funktioniert in vielen europäischen Ländern.
  • Die Banken bestimmen, welche Kosten bei V-Pay anfallen. Das Geld geht sofort vom Konto ab, wenn der Verbraucher die Karte einsetzt.
  • Kunden müssen die Karte sperren, falls sie abhandenkommt. Das geht zum Beispiel über die Telefonnummer 116 116. Solange sie dies nicht erledigen, haften sie mit bis zu 50 Euro, falls jemand die Karte missbräuchlich einsetzt.

Mit dem Girokonto bekommen die Kunden in der Regel eine Girocard (früher: EC-Karte). Eine ziemlich einfache Karte, so scheint es. Mit ihr können Verbraucher im Laden an der Kasse bezahlen und an Automaten Geld abheben. Doch ganz so einfach ist das Ganze nicht. Hinter der Karte stecken meist zwei Systeme: das deutsche Girocard-System und ein internationales System, zum Beispiel V-Pay (Visa).

Abheben und bezahlen in Deutschland und Europa

Falls Bankkunden mit der Karte in Deutschland Geld abheben, greift das Girocard-System. Für die Kunden fallen meist keine Kosten an, sofern sie die Geldautomaten der eigenen Bank nutzen oder das mit der Bank verbundene Automatennetzwerk (Cash Group oder Cashpool). Verlangt die Bank Gebühren, sind sie im Preis- und Leistungsverzeichnis aufgelistet. Falls die Kunden einen fremden Automaten nutzen, können Kosten entstehen. Die bestimmen die Betreiber der Automaten selbst, müssen sie aber vorher nennen.

Im Ausland wickelt ein internationaler Partner die Zahlung oder Abhebung mit der Girocard ab. Bei V-Pay von Visa legt die eigene Bank die Kosten für das Geldabheben fest und nennt sie im Preis- und Leistungsverzeichnis. Allerdings können die Automatenbetreiber zusätzliche Gebühren verlangen, die sie vorher anzeigen müssen.

Beim Bezahlen in Deutschland funktionieren Girocard und V-Pay gleich gut. Für den Kunden spielt es keine Rolle, welches Kartensystem zum Einsatz kommt, schließlich zahlt er das Gleiche bei beiden Varianten. Trotzdem können Verbraucher künftig an der Kasse das Kartensystem auswählen. Wichtig ist die Wahl für die Händler, denn sie zahlen davon abhängige Gebühren. Deshalb stellt der Handel in den Kassen sein bevorzugtes Bezahlsystem ein. Die Kunden dürfen ein anderes verlangen. Noch werden die Kassen dafür umgerüstet, dies wird wohl auch noch das Frühjahr 2017 in Anspruch nehmen.  Im Ausland kommt dann wieder V-Pay zum Zug.

Einige wenige Banken geben auch reine V-Pay-Karten aus. Dann bestimmen immer sie die anfallenden Gebühren.

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Europaweite Akzeptanz von V-Pay

Bei V-Pay-Karten sind die Daten für das Bezahlen und Geldabheben nur auf dem Chip der Karte gespeichert, nicht auf dem Magnetstreifen, wie es bei Maestro der Fall ist. Damit können die Daten nicht von Kriminellen ausgespäht werden.

Die Sicherheit geht jedoch zu Lasten der Akzeptanz. Die Karten werden zwar in den Ländern der Europäischen Union (EU), in anderen europäischen Ländern und Nachbarstaaten akzeptiert - doch in vielen anderen Ländern funktionieren sie nicht immer. Die Banken können V-Pay-Karten für den internationalen Gebrauch bei Visa freischalten lassen. Falls am Automaten oder beim Händler Visa-Karten akzeptiert werden, funktionieren nach dem Freischalten auch V-Pay-Karten. Weitere Voraussetzung ist, dass die EMV-Technologie zur Verfügung steht, die Kunden also mit dem Chip auf der Karte und PIN bezahlen können. Wer außerhalb Europas mit der V-Pay-Karte einkauft, sollte also nachfragen, ob die Karte in diesem Geschäft akzeptiert wird.

Maestro-Karten sollen dagegen weltweit akzeptiert werden. Falls Kunden also mit der V-Pay-Karte die EU verlassen, sollten sie zunächst bei der Bank nachfragen, ob die Karte im Reiseland überhaupt akzeptiert wird. Falls nicht, helfen Kreditkarte und Bargeld weiter. Im Internet werden die V-Pay-Karten im Gegensatz zu den Kreditkarten von Visa und Mastercard nicht akzeptiert.

Vor Ort ist es für die Kunden leicht zu erkennen, ob die Karte akzeptiert wird: Das V-Pay-Logo ist nicht nur auf die Karte gedruckt, es klebt auch an den Kassen und Automaten, bei denen die Karte funktioniert.

Geld wird sofort abgebucht

Bei V-Pay handelt es sich genau wie bei der Girocard um eine sogenannte Debitkarte. Das Geld wird also sofort vom Konto abgebucht. Damit haben die Bankkunden zwar eine gute Kostenkontrolle, können aber auch in den Dispo rutschen, falls nicht genug Guthaben auf dem Girokonto ist.

V-Pay-Karte sperren

Falls die Karte mal verloren gehen sollte oder sie gestohlen wird, müssen Kunden schnell aktiv werden und sie sperren. Entweder sie melden sich dazu bei ihre Bank oder aber sie nutzen die in Deutschland kostenlose Telefonnummer 116 116. Falls ein Kunde aus dem Ausland anruft, zahlt er entsprechende Gebühren – die Vorwahl für Deutschland (0049) nicht vergessen. Die Kunden haften bis zum Sperren mit bis zu 50 Euro, falls jemand die Karte missbräuchlich nutzt.

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 29. Januar 2018


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