Lebensversicherung verkaufen

So holen Sie das meiste Geld aus Ihrem Vertrag

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer vorzeitig an das Guthaben seiner privaten Lebens- oder Rentenversicherung muss, kann seinen Vertrag verkaufen.
  • Voraussetzung ist meist, dass der Vertrag schon einige Jahre läuft, einen ausreichend hohen Rückkaufswert hat und von einer Versicherung ist, die unter der deutschen Finanzaufsicht steht.
  • Spezialisierte Unternehmen, sogenannte Policenankäufer, prüfen Ihren Vertrag und zahlen Sie aus: Sie bekommen häufig 2 bis 4 Prozent mehr als bei einer Kündigung.
  • Ein Verkauf der Lebensversicherung kommt in Frage, wenn Sie langfristig Geld brauchen. Bei kurzfristigen Engpässen gibt es bessere Alternativen.
  • Bei neuen Verträgen ab 2005 zahlen Sie Steuern auf den Verkaufsgewinn.
  • Riester-, Rürup- und Betriebsrenten-Verträge sowie Risikolebensversicherungen können Sie nicht verkaufen.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie, ob ein Verkauf die beste Lösung ist. Häufig sprechen die gute Rendite Ihres Vertrags oder andere Punkte eher dafür, den Vertrag fortzuführen.
  • Falls Sie verkaufen möchten: Schauen Sie in der Mitteilung zum Stand des Vertragsguthabens nach, ob der Vertrag einen ausreichend hohen Rückkaufswert hat und weitere Kriterien erfüllt.
  • Lassen Sie Ihren Vertrag von mehreren Ankäufern prüfen und wählen Sie das beste Angebot aus.
  • Wir empfehlen die Ankäufer: Cumerius (CFI Fairpay), Partner in Life, Policen Direkt, Winninger und Cashlife.
  • Liegt ein Angebot unter dem Rückkaufswert Ihres Vertrags, sollten Sie nachhaken.
  • Prüfen Sie, ob Ihre Hinterbliebenen noch ausreichend geschützt sind, oder ob Sie zusätzlich eine Risikolebensversicherung abschließen müssen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Lebensversicherungen verkaufen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Eigentlich ist die Lebensversicherung eine langfristige Angelegenheit: Man sorgt privat für das Alter vor, um die gesetzliche Rente aufzubessern. Doch manchmal gibt es Gründe, warum man früher auf sein Erspartes zugreifen muss, zum Beispiel, wenn sich die Lebenssituation grundlegend ändert und man plötzlich wieder an sein Geld möchte. Im Jahr 2017 haben Sparer Lebensversicherungen im Wert von etwa 12,7 Milliarden Euro gekündigt.

Dabei ist die Kündigung in der Regel nicht die beste Wahl: Wer an sein Geld muss und bereits einige Jahre angespart hat, kann den Vertrag (die Police) auch verkaufen. Am Zweitmarkt für Renten- und Lebensversicherungen gibt es gleich mehrere Unternehmen, die die Verträge aufkaufen und Sie ausbezahlen. Sie bekommen so in der Regel mehr Geld als das, was die Versicherung bei einer Kündigung auf den Tisch legt (Rückkaufswert).

Für wen eignet sich ein Verkauf der Lebensversicherung?

Entnehmen Sie früher als zum vereinbarten Datum Geld aus Ihrer privaten Lebensversicherung oder Rentenversicherung, zahlen Sie immer drauf – auch bei einem Verkauf des Vertrags. Sie verzichten auf die weitere garantierte Verzinsung des Sparguthabens, auf Überschüsse und auf den Schlussbonus, den der Versicherer zum Ende der Laufzeit gutschreibt.

Stellen Sie sich daher zuerst die Frage, warum Sie Ihre Lebensversicherung loswerden möchten und prüfen Sie Alternativen.

Alternativen: Beleihen oder Widerruf

Brauchen Sie zum Beispiel nur kurzfristig Kapital, können Sie Ihre Police auch beleihen. Alternativ können Sie einzelne Komponenten des Vertrags kündigen oder den Vertrag einige Zeit beitragsfrei stellen. Letzteres ist auch eine Möglichkeit, wenn der Vertrag an sich eine gute Rendite abwirft, Sie aber die Beiträge nicht mehr zahlen möchten oder können.

Haben Sie Ihre Lebensversicherung zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen, wurden Sie möglicherweise nicht richtig über die Möglichkeit eines Widerrufs belehrt. Dann lässt sich noch heute der Vertrag rückabwickeln. Das ist in jedem Fall besser als zu kündigen und meist auch besser als der Verkauf.

Prüfen Sie, ob Ihr Vertrag sich lohnt

Als Faustregel gilt: Macht Ihnen ein Ankäufer ein Angebot für Ihre private Lebens- oder Rentenversicherung, würde es sich grundsätzlich auch lohnen, den Vertrag fortzuführen. Sind Sie unsicher, ob Sie den Vertrag wirklich kappen wollen, nutzen Sie unseren Rechner: Damit können Sie selbst prüfen, ob sich die Fortführung des Vertrags mit Blick auf die Rendite lohnt.

Was bedeutet der Verkauf einer Lebensversicherung?

Wer seine Lebens- oder Rentenversicherung verkauft, tritt die Ansprüche aus dem Vertrag an einen Ankäufer ab. Der Anbieter kauft mit dem Vertrag alle Rechte auf die Auszahlung bei Vertragsende. Er profitiert also von der guten garantierten Verzinsung bei älteren Verträgen, den Überschüssen und dem Schlussbonus. Dafür bezahlt er in der Regel bis zum Vertragsende weiterhin die Beiträge.

Häufig bleiben Sie auch nach dem Verkauf Versicherungsnehmer, obwohl der Ankäufer alle Rechte aus dem Vertrag hält. In dem Fall bekommen Sie manchmal Post von der Versicherung, etwa die jährliche Mitteilung über den Stand des Vertragsguthabens. Manche Versicherer stimmen dagegen zu, dass der Policenankäufer neuer Versicherungsnehmer wird. Dann hören Sie in der Regel nichts mehr von Ihrem alten Versicherer.

Hinterbliebenenschutz bleibt häufig bestehen

Solange der Ankäufer den Vertrag fortführt, bleibt auch der Hinterbliebenenschutz in der Regel erhalten. Falls Sie versterben, erhalten Ihre Hinterbliebenen die vereinbarte Todesfallsumme, allerdings geht davon noch der Anteil des Aufkäufers ab.

Der Ankäufer zieht zunächst den Kaufpreis der Police ab – diesen hat er Ihnen ja bereits bezahlt. Ab gehen außerdem seine bis dahin bezahlten Beiträge zuzüglich Zinsen von 6 bis 7 Prozent. Manchmal fällt auch eine Bearbeitungsgebühr an. Der verbleibende Todesfallschutz sinkt also, je später Sie Ihren Vertrag verkaufen.

Hinweis: Policenankäufer behalten es sich vor, die Versicherung, die sie von Ihnen gekauft haben, nicht mehr weiter zu bedienen und selbst zu kündigen. Dies ist nicht die Regel, könnte aber passieren, wenn der Ankäufer sein Portfolio anders ausrichten will. In solchen Situationen erlischt der Hinterbliebenenschutz komplett.

Welche Verträge können Sie verkaufen?

Policenankäufer nehmen nicht jede Lebens- oder Rentenversicherung an. Voraussetzungen dafür, dass Ihr Vertrag geprüft wird, sind häufig folgende:

  • Der Rückkaufswert Ihres Vertrags erreicht eine gewisse Summe. Je nach Vertrag manchmal 5.000 Euro, häufig 10.000 Euro.
  • Der Vertrag läuft noch einige Jahre, zum Beispiel mindestens noch fünf.
  • Der Vertrag beinhaltet noch gute Garantiezinsen. Manche Ankäufer berücksichtigen etwa nur Verträge bis 2005 oder 2012.
  • Der Versicherer ist von der Bafin beaufsichtigt und befindet sich nicht in der Abwicklung (Run-Off).

Verträge, die diese Kriterien erfüllen, haben eine gute Chance, angekauft zu werden. Eine Garantie ist das trotzdem nicht. Manche Anbieter achten genau darauf, welche Risikostruktur an Verträgen sie im Portfolio haben. Das heißt, sie kaufen zum Beispiel von kleineren Versicherungsunternehmen nur einen bestimmten Prozentsatz an Verträgen auf.

Darüber hinaus kaufen die meisten Ankäufer nur kapitalbildende und keine fondsgebundenen Versicherungen. Staatlich geförderte Verträge, also Riester- oder Rürup-Policen, kauft kein Anbieter. Auch Lebensversicherungen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge, sogenannte Direktversicherungen, sind ausgeschlossen.

Hinweis: Liegt der Rückkaufswert Ihrer Lebensversicherung unter der von den Anbietern geforderten Mindestsumme, ist eine Kündigung meist die beste Alternative. Denn bei einer Beitragsfreistellung nagen die laufenden Kosten am geringen angesparten Kapital.

Wie viel Geld bekommen Sie für Ihren Vertrag?

Unterschiedliche Policenankäufer werden Ihnen unterschiedliche Kaufpreise anbieten. Denn sie berechnen – jeder ein wenig anders – wie viel ihnen der Vertrag noch Wert ist. Unter anderem fließen in diese Bewertung die veranschlagte Rendite des Vertrags nach Kosten, die Überschusssituation des Versicherers und das Alter des Versicherungsnehmers ein.

Der Kaufpreis liegt in der Regel über dem sogenannten Rückkaufswert: Dies ist die Summe, die Ihnen Ihr Lebensversicherer bieten würden, falls Sie den Vertrag kündigen. Es handelt sich dabei um Ihre eingezahlten Beiträge abzüglich angefallener Kosten und einer Stornogebühr. Der Rückkaufswert ist in der jährlichen Mitteilung zum Guthabenstand ausgewiesen.

Policenankäufer bieten nach eigenen Angaben im Durchschnitt 2 bis 4 Prozent mehr als den Rückkaufswert. Das ist logisch, weil sie den Vertrag ja gewinnbringend bis zum Schluss weiterführen können. Einen Teil dieses künftigen Gewinns können die Ankäufer an Sie abgeben. Nur bei äußerst renditestarken Rentenversicherungen kann der Aufschlag auch mal höher liegen.

Holen Sie Angebote von verschiedenen Ankäufern ein

Weil jeder Anbieter anders kalkuliert und auch nicht jeder Anbieter Ihre Police annehmen muss, sollten Sie auf jeden Fall mehrere Angebote einholen und vergleichen. Liegt ein angebotener Kaufpreis unter dem von der Versicherung angegebenen Rückkaufswert, sollten Sie nachhaken. Was Sie – insbesondere bei Verträgen ab 2005 – bei der Steuer beachten müssen, lesen Sie weiter unten.

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Welche Ankäufer empfiehlt Finanztip?

Wir haben im September 2018 Ankäufer unter die Lupe genommen, die Mitglied im Bundesverband für Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) sind. So ist garantiert, dass die Anbieter auch seriös arbeiten, Ihren Vertrag kostenlos prüfen und das Geld in einer Summe auszahlen. Details zu unserem Vorgehen lesen Sie im Abschnitt „So haben wir analysiert“ am Ende des Ratgebers.

Da jeder Anbieter den Wert der Lebensversicherung anders berechnet und auch nicht jeder Anbieter Ihre Police akzeptieren muss, sollten Sie immer mehrere Angebote einholen und den Kaufpreis vergleichen. Diese Ankäufer empfehlen wir:

Cumerius (CFI Fairpay)
kauft selber Policen an

  • kauft kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf ab 10.000 € Rückkaufswert

Partner in Life
kauft selber Policen an

  • kauft kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf ab 10.000 € Rückkaufswert
  • Gute Verkaufschancen bei Verträgen mit Abschluss bis 2004

Policen Direkt
kauft selber Policen an

  • kauft kapitalbildende und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf bereits ab 5.000 € Rückkaufswert

Winninger
Kauft selber Policen an

  • kauft kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen
  • Ankauf ab 10.000 € Rückkaufswert, niedrigere Rückkaufswerte werden geprüft
  • kauft auch jüngere Verträge, die bis 2012 geschlossen wurden

Winninger

Der Anbieter Cashlife kauft Policen nicht selber an, sondern vermittelt die Verträge an andere Aufkäufer und Investoren weiter. Der Vorteil: Dadurch erreicht Ihre Lebensversicherung möglicherweise eine größere Gruppe von Kaufinteressenten, die ein Angebot abgeben können. Der Nachteil: Cashlife arbeitet natürlich nicht kostenlos, sondern erhält für die Vermittlung eine Provision, die möglicherweise den Verkaufspreis verringert.

Falls Sie sich für einen Verkauf über Cashlife entscheiden, sollten Sie sich auch den Käufer anschauen. Sie schließen den Vertrag mit diesem, nicht mit Cashlife. Das Unternehmen übernimmt nur die Kommunikation zwischen Ihnen und dem Aufkäufer. Achten Sie darauf, dass dieser auch Mitglied im BVZL ist. Falls Ihnen der Todesfallschutz wichtig ist, sollten Sie im Kaufvertrag außerdem auf die jährlichen Zinsen achten, die der Käufer von der Todesfallsumme abziehen würde.

Cashlife
vermittelt Policen an Investoren

  • vermittelt den Verkauf von kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen an Investoren
  • Vertrag wird mit dem Investor geschlossen, nicht mit Cashlife

Woran Sie unseriöse Anbieter erkennen

Unseriöse Ankäufer wollen den Kaufpreis häufig nur in Raten zahlen oder fordern für ein Angebot eine Gebühr. Dabei sollte der Handel für den Verkäufer kostenlos sein. Eine Masche ist es auch, dass Sie Ihren Erlös nach dem Verkauf in geschlossene Fonds investieren sollen, die der Anbieter vertreibt. Die Renditeversprechen haben mit der Realität in der Regel nichts zu tun. Lassen Sie die Finger von solchen Angeboten.

Wie läuft der Verkaufsprozess genau ab?

Der Verkauf der Police erfolgt in mehreren Schritten: Sie geben bei dem Policenankäufer zunächst Ihre Daten in ein Online-Formular ein. Zu diesen Informationen zählen neben Kontaktdaten auch Angaben zu Ihrem Vertrag, zum Beispiel Policennummer, Versicherer, Vertragslaufzeit und Rückkaufswert.

Im zweiten Schritt erteilen Sie dem Ankäufer eine Informationsvollmacht. Damit erlauben Sie ihm, Ihre Daten beim Versicherer zu überprüfen und falls nötig weitere relevante Daten anzufordern. Die Vollmacht unterschreiben Sie und senden sie zusammen mit der Kopie Ihres Versicherungsscheins an den Ankäufer. Im Anschluss erhalten Sie ein Angebot. Das Angebot gilt in der Regel für 14 Tage – Sie haben also genug Zeit, weitere Offerten zu vergleichen.

Drei bis acht Wochen Bearbeitungszeit

Falls Sie das Angebot annehmen, braucht der Aufkäufer den unterschriebenen Kaufvertrag sowie den Originalvertrag. Im nächsten Schritt zeigt der Ankäufer dem Versicherer die Abtretung des Vertrags an und zahlt Ihnen den Kaufpreis. Der gesamte Vorgang dauert in der Regel drei bis acht Wochen.

Einige Anbieter haben sich darauf spezialisiert, pauschale Angebote zu machen: So bekommen Sie beispielsweise beim Anbieter Winninger zwei Prozent mehr als den Rückkaufswert, wenn dieser zwischen 10.000 und 15.000 Euro liegt. Das Geld ist in dem Fall in wenigen Tagen auf Ihrem Konto. Wir empfehlen Ihnen allerdings, Ihren Vertrag lieber kostenlos prüfen zu lassen. Nur dann haben Sie die Chance, den besten Preis für Ihre Police zu bekommen.

Treuhänder sichert Verkaufsgeschäft ab

Bei hohen Kaufsummen können Sie den Vertrag auch über einen Treuhänder abwickeln. Das kostet zwar zwischen 125 und 250 Euro extra, bietet aber zusätzliche Sicherheit, dass das Geld bei Ihnen ankommt. Der Policenankäufer stellt den Kontakt zum Treuhänder auf Ihren Wunsch hin her.

Was müssen Sie bei der Steuer beachten?

Behalten Sie im Blick, dass Sie nicht immer den vollen Kaufpreis behalten dürfen, den Sie vom Policenankäufer überwiesen bekommen. Manchmal möchte auch der Fiskus etwas abhaben.

Verträge ab 2005 - Verkaufen Sie Ihren Vertrag, ist der Versicherer verpflichtet, das für Sie zuständige Finanzamt unverzüglich zu informieren. Der Versicherer meldet die Verkaufssumme und die Höhe der von Ihnen bereits entrichteten Beträge.

Ist die Verkaufssumme höher als die eingezahlten Beiträge – haben Sie also einen Gewinn erzielt – müssen Sie diesen versteuern. 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer werden fällig.

Der Versicherer muss zwar das Finanzamt informieren, führt aber die Steuer nicht ab. Sie müssen also selbst ran. Den Gewinn geben Sie in der Steuererklärung als Kapitalerträge in der Anlage KAP an.

Haben Sie Ihren Freibetrag von 801 Euro (1.602 Euro bei Verheirateten) noch nicht ausgeschöpft, können Sie diesen nun ebenfalls eintragen und anrechnen lassen.

Sollten Sie Ihren Vertrag mit Verlust verkauft haben, können Sie diesen ebenfalls in der Anlage KAP angeben. Sollten Sie weitere Kapitalerträge erzielt haben, würde der Verkaufsverlust diese – und damit Ihre Steuerlast – mindern.

Verträgen vor 2005 - Sie zahlen Sie in der Regel keine Steuer. Voraussetzung dafür ist, dass Sie mindestens fünf Jahre in den Vertrag einbezahlt haben. Das dürfte in den allermeisten Fällen gegeben sein.

Mehr Details dazu, was Sie bei der Steuer beachten müssen, haben wir in unserem Ratgeber Lebensversicherung versteuern zusammengefasst.

Woran sollten Sie noch denken?

Haben Sie Ihre Lebensversicherung verkauft, sollten Sie zuerst den Dauerauftrag bei Ihrer Bank beenden, mit dem Sie bisher die Beiträge zahlen. Wer die Zahlungen zu spät stoppt, erhält die Beiträge aber vom Aufkäufer zurück.

Achtung: Mit dem Verkauf der Police sind nicht alle Pflichten beendet. Stirbt der Versicherte, müssen die Hinterbliebenen weiterhin dessen Tod unverzüglich der Versicherung und dem Ankäufer melden.

Achten Sie auf Zusatzversicherungen

Zusatzversicherungen wie eine Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung gehen durch den Verkauf der Police verloren. Doch gerade die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet oft einen Schutz, der erhalten bleiben sollte. Einige Versicherungen wandeln die Zusatzversicherung daher in eine eigenständige Police um, oft sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Fragen Sie vor dem Verkauf der Lebensversicherung unbedingt Ihren Anbieter, ob das möglich ist. Falls er dies nicht anbietet, sollten Sie prüfen, ob Sie einen neuen Vertrag abschließen können. Meist sind die Beiträge dann aber deutlich höher als beim ersten Abschluss der Lebensversicherung.

Wer auf den Todesfallschutz der Lebensversicherung angewiesen ist, um die Familie abzusichern, sollte über den Abschluss einer Risikolebensversicherung nachdenken. Denn nach dem Verkauf sinkt die Summe des Todesfallschutzes stetig und reicht vielleicht im Ernstfall nicht mehr aus.

Mehr dazu im Ratgeber Risikolebensversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Sichert Hinterbliebene im Todesfall ab

  • Empfehlenswert bei Allein- oder Hauptverdienern.
  • Ein Muss bei Immobilienkrediten.
  • Die Summe richtet sich nach der individuellen Situation.

» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung aus dem Finanztip Ratgeber:

So haben wir analysiert

Lebensversicherung verkaufen 2018 
Wir haben im September 2018 per Fragebogen Aufkäufer genauer untersucht, die Mitglied im Bundesverband für Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) sind. Der Verband formuliert Qualitätskriterien für Aufkäufer, an denen sich die Mitglieder orientieren und die wir als wichtig für Verbraucher erachten. Dazu gehören:

  • Auszahlung der Kaufsumme in einem Betrag,
  • keine Bearbeitungsgebühr für Prüfung der Police,
  • Abwicklung über einen Treuhänder möglich.

Für die Empfehlung eines Ankäufers haben wir als weitere Voraussetzungen verlangt, dass die Website auf Deutsch sein und ein Antrag für die Prüfung eines Vertrags online möglich sein muss. Die Ankaufbedingungen müssen außerdem für den Kunden online auffindbar sein.

Zusätzlich sollte der mindestens geforderte Rückkaufswert für klassische Lebensversicherungen nicht höher als 10.000 Euro liegen und der Aufkäufer Verträge von allen gängigen deutschen Anbietern annehmen, die dem Sicherungsfonds Protektor angehören.

Fünf der Anbieter haben alle diese Bedingungen erfüllt, nämlich:

Weitere Tipps im Ratgeber Altersvorsorge

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

So können Sie fürs Alter vorsorgen

  • Zur Basisversorgung zählen die gesetzliche Rentenversicherung und Rürup-Verträge.
  • Gefördert sind Riester-Verträge oder betriebliche Altersvorsorge.
  • Die Lebensversicherung zählt zur ungeförderten Vorsorge.

» Zum Ratgeber

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.