Zinspilot

Ein-Konto-Lösung für Festgelder in Europa

Dirk Eilinghoff
& Co-Autor
Stand: 13. Dezember 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Zinspilot ist eine Zinsplattform, mit der Anleger in Deutschland Tagesgeld- und Festgeldangebote bei Banken im europäischen Ausland nutzen können. Da viele Banken in Deutschland inzwischen kaum noch Zinsen zahlen, lohnt sich der Blick auf diese Angebote.
  • Ein Teil der Zinspilot-Partnerbanken liegt allerdings in Ländern, deren Wirtschaftskraft Ratingagenturen als sehr viel schlechter einschätzen als jene Deutschlands. Es ist nach unserer Einschätzung nicht gesichert, dass die Einlagensicherung dort in jedem Fall funktioniert.
  • Finanztip empfiehlt nur Banken aus Ländern mit gutem Rating. Dies ist der Kern der Finanztip-Stabilitätskriterien.
  • Angebote sicherer Banken finden Sie in unseren Ratgebern Tagesgeld und Festgeld.

Das Zinsniveau in Deutschland ist auf Rekordtief – Sparer müssen weiter gehen als zur Hausbank um die Ecke, um Zinsen aufs Tagesgeld und Festgeld zu erhalten, die über der Inflationsrate liegen. Und da es attraktive Zinssätze oft nur für kurze Zeit gibt, bedeutet das auch, dass Kunden ihre Sparkonten öfter wechseln müssen, um stets die besten Angebote zu finden. An diesem Punkt knüpfen Zinsplattformen wie Zinspilot an.

Was ist Zinspilot?

Das Unternehmen Zinspilot bietet seinen Kunden Anlagemöglichkeiten bei verschiedenen Banken aus Deutschland und anderen EU-Ländern an. Der Anbieter setzt dabei vor allem darauf, den Anlageprozess zu erleichtern: Zinspilot ermöglicht seinen Kunden die Anlage von Tages- und Festgeld, ohne dass sie bei den Anlagebanken selbst ein Konto eröffnen müssen.

Für den Anlageprozess bei den unterschiedlichen Banken genügt es also, einmalig über Zinspilot ein Konto zu eröffnen und sich zu legitimieren. Andere Zinsplattformen sind etwa Weltsparen und Savedo.

So funktioniert Zinspilot

Zinspilot arbeitet mit Partnerbanken zusammen, bei denen Sie zunächst ein Verrechnungskonto einrichten müssen.

Kontoeröffnung nur mit deutscher Meldeadresse

Für die Eröffnung eines Zinspilot-Kontos gelten die gleichen Bedingungen wie bei den meisten anderen Konten: Der zukünftige Anleger muss volljährig und Steuerinländer sein. Er muss eine deutsche Meldeadresse vorweisen können und darf nicht steuerpflichtig in den USA sein.

Abwicklung erfolgt über Konten bei den Partnerbanken

Da Zinspilot selbst keine Bank ist, erhält der Kunde für die Abwicklung der Tages- und Festgeldanlagen ein Konto bei einer der beiden Zinspilot-Partnerbanken. Neukunden erhalten dieses Konto bei der Sutor Bank, manche Bestandskunden und Kunden des Online-Brokers Flatex haben es bei der Fintech Group Bank.

Um das Konto zu eröffnen, müssen Sie sich über das Postident-Verfahren legitimieren. Sobald das Konto eingerichtet ist, können Sie auswählen, bei welchem Tages- oder Festgeldanbieter Sie Ihr Geld deponieren möchten.

Die Partnerbank legt das Geld treuhänderisch an

Die Anlage der Kundengelder erfolgt bei Zinspilot nach dem Treuhand-Modell. Die Partnerbank legt das Geld treuhänderisch bei der jeweiligen Anlagebank an. Das hat den Vorteil, dass Anleger keine weiteren Konten bei anderen Banken eröffnen müssen. Für die Anlage gelten dann die Konditionen und auch die Einlagensicherung der Bank, bei der das Geld letztlich angelegt ist.

Ein Beispiel: Sie haben Ihr Basiskonto bei der Sutor Bank und entscheiden sich für ein Festgeld für die Dauer von sechs Monaten bei der Austrian Anadi Bank. Sie erhalten dann die Zinsen, die Ihnen die Austrian Anadi Bank bietet. Ihre Einlagen sind über den Sicherungsfonds aus dem Land abgesichert, aus dem diese Bank ihre Banklizenz besitzt – in diesem Fall über den österreichischen Einlagensicherungsfonds.

Sollte die Partnerbank oder Zinspilot in eine finanzielle Schieflage geraten, hat das zunächst keine finanziellen Folgen, sofern Ihr Geld nur bei einer Anlagebank liegt und diese nicht auch pleitegeht. Haben Sie Geld auf dem Konto bei der Partnerbank geparkt, sind Ihre Einlagen im Fall einer Pleite über den deutschen Einlagensicherungsfonds gesichert, dem sowohl die Sutor Bank als auch die Fintech Group Bank angehören.

Die Steuerregeln sind weitgehend so wie im Inland

Seit Anfang 2018 gelten für die Anlagen bei Zinspilot grundsätzlich die gleichen Regeln wie bei einer inländischen Bank: Auch wenn der Anleger also sein Geld über die Plattform etwa in Großbritannien oder Österreich anlegt, ist die inländische Partnerbank dafür zuständig, dass die Steuern auf Zinserträge in Deutschland abgeführt werden.

Anleger können den Steuerabzug vermeiden, indem Sie der Zinspilot-Partnerbank einen Freistellungsauftrag erteilen. Der Freistellungsauftrag gilt dann für alle Kapitalerträge, die der Anleger über Zinspilot tätigt.

Durch den Freistellungsauftrags können Sparer den Steuerabzug bis zur Höhe des Sparerfreibetrags verhindern, also bis zu 801 Euro. Bei Ehepartnern, die zusammen veranlagt werden, beträgt er 1.602 Euro.

Höhere Kapitalerträge werden dagegen ganz regulär mit Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer belegt.

Obwohl die Steuerregeln somit weitgehend so sind wie bei einer inländischen Bank, sind bei einer Anlage im EU-Ausland doch immer noch weitere Fragen zu klären: Die im Ausland erwirtschafteten Kapitalerträge können gegebenenfalls einer Quellensteuer im jeweiligen Land unterliegen. In diesen Fällen prüft die Zinspilot-Partnerbank allerdings, inwieweit diese Quellensteuern in Deutschland anrechenbar sind. In manchen Fällen müssen Anleger dann immer noch eine Ansässigkeitsbescheinigung einreichen, um den Einbehalt von Quellensteuern zu verhindern oder zu reduzieren.

Das Angebot von Zinspilot ist für Kunden kostenlos. Das Unternehmen plant, sich langfristig über Gebühren zu finanzieren, die es von den Anlagebanken erhält. Diese Banken sparen sich dadurch Kosten für Marketing, Kontenführung und Kundenservice. Vorerst stammt das Geld für den Aufbau und das Wachstum von Zinspilot aber vor allem aus mehreren Finanzierungsrunden, die das Start-up-Unternehmen in den vergangenen Jahren erfolgreich abgeschlossen hat.

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Autor
Dirk Eilinghoff
& Co-Autor
Josefine Lietzau

Stand: 13. Dezember 2019


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