Familienversicherung

Die Familie in der gesetzlichen Krankenkasse mitversichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesetzlich Krankenversicherte können unter gewissen Voraussetzungen ihre Kinder und ihren Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner kostenfrei mitversichern.
  • Das ist ein großer Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gegenüber der privaten Krankenversicherung (PKV), wo jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag braucht.
  • Eine Mitversicherung des Partners ist nur möglich, wenn er nicht mehr als 425 Euro oder bei einem Minijob nicht mehr als 450 Euro verdient. Er darf kein Beamter sein, nicht hauptberuflich selbstständig und nicht privat versichert.
  • Kinder können bis zum 23. Lebensjahr über die Familienversicherung kostenfrei versichert sein, wenn sie noch nicht selbst arbeiten. Wenn sie sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden, liegt die Altersgrenze bei 25.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie, ob alle Bedingungen für die Familienversicherung erfüllt sind. Kinder können beispielsweise nicht mitversichert werden, wenn ein Ehepartner oder Partner privat versichert ist und 2017 mehr als 4.800 Euro brutto im Monat verdient.
  • Stellen Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf eine kostenlose Familienversicherung.
  • Die Krankenkasse prüft regelmäßig, ob Sie auch weiterhin Anspruch auf die Familienversicherung haben.
  • Einige gesetzliche Krankenkassen bieten Zusatzleistungen für Familien. Falls der Leistungsumfang Ihrer Kasse nicht mehr passt, können Sie wechseln.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema gesetzliche Krankenversicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist für viele Familien besonders günstig, denn Kinder, auch Stief- und Pflegekinder, sind kostenlos mitversichert. Auch Ehepartner und eingetragene Lebenspartner sind unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei mitversichert. Gleiches gilt für ein Enkelkind, das bei Ihnen lebt und von Ihnen versorgt wird. Mit einem Beitrag kann so unter Umständen die gesamte Familie gesetzlich krankenversichert sein.

Gegenüber der privaten Krankenversicherung (PKV) kann schon bei einem Kind die gesetzliche Familienversicherung deutlich günstiger sein. Denn in der PKV braucht jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag, das Kind kostet demnach extra. Gesetzlich mitversicherte Familienmitglieder erhalten dagegen mit Ausnahme des Krankengelds die vollen Leistungen der Kasse. Im August 2017 waren nach Angaben des GKV-Spitzenverbands mehr als 16 Millionen Familienangehörige mitversichert.

Das sind die Voraussetzungen für eine Familienversicherung

Damit Sie Ihre Familienmitglieder beitragsfrei mitversichern können, müssen folgende Kriterien zutreffen:

  • Das Familienmitglied muss in Deutschland wohnen.
  • Das Familienmitglied darf nicht selbst versicherungspflichtig sein und mehr als 425 Euro monatlich verdienen. Hat es einen Minijob, liegt die Grenze bei 450 Euro monatlich.
  • Das Familienmitglied darf nicht versicherungsfrei sein, zum Beispiel als gut verdienender Arbeitnehmer oder Beamter.
  • Das Familienmitglied darf nicht hauptberuflich selbstständig tätig sein. Das ist zumindest dann der Fall, wenn es mehr als 18 Stunden in der Woche für die selbstständige Tätigkeit verwendet.

Erfüllt das Kind, der Ehegatte oder Partner einen dieser Punkte nicht, ist eine Mitversicherung ausgeschlossen: Er muss selbst Mitglied in einer Krankenversicherung bleiben oder werden. Die Familienversicherung tritt damit immer hinter die eigene Versicherungspflicht zurück.

Wird zum Beispiel jemand arbeitslos und erhält Arbeitslosengeld (ALG I), ist er selbst pflichtversichert und kann nicht über die Familienversicherung mitversichert werden. Ehegatten und Lebenspartner, die zu Beginn der Mutterschutzfrist nicht in der GKV versichert waren, können ebenfalls nicht mitversichert werden. Dasselbe gilt für die Schutzfrist nach der Entbindung und den Beginn der Elternzeit.

So beantragen Sie eine Familienversicherung

Tipp

Krankenkassen vergleichen

Der allgemeine Beitragssatz in der GKV bleibt zum 1. Januar 2018 bei 14,6 Prozent. Gleichzeitig erheben die Kassen aber einen Zusatzbeitrag. Dieser fällt je nach Kasse unterschiedlich hoch aus, außerdem unterscheiden sich die Zusatzleistungen der Kassen. Wie Sie die beste Krankenkasse für sich finden, haben wir in unserem Ratgeber für Sie zusammengestellt.

Eine kostenfreie Mitversicherung von Familienmitgliedern müssen Sie bei der Krankenkasse beantragen. Die Anträge finden Sie auf der Website Ihrer Kasse. Dort müssen Sie Angaben machen zur bisherigen Versicherung, zum Einkommen und den Kindern und weitere Daten angeben. Der GKV-Spitzenverband hat dazu einen einheitlichen Fragebogen entwickelt (Familienversicherung-Meldeverfahren, Anlage 1).

Dabei ist der Ehe- oder Lebenspartner anzugeben. Der Begriff Lebenspartner bezieht sich ausschließlich auf eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, nicht auf eheähnliche Gemeinschaften. Eine Familienversicherung für einen Partner in einer eheähnlichen Gemeinschaft ist grundsätzlich nicht möglich.

Die Krankenkassen prüfen regelmäßig, ob die Voraussetzungen für eine Familienversicherung weiterhin erfüllt sind. Dazu verwenden sie einen umfangreichen Fragebogen, den Sie ausfüllen müssen (Familienversicherung-Meldeverfahren, Anlage 2).

Falls beide Elternteile erwerbstätig und versicherungspflichtig sind, können Sie selbst festlegen, bei wem die Kinder mitversichert sein sollen. Dabei ist es unerheblich, ob die Kinder bei der gesetzlich versicherten Mutter oder beim Vater mitversichert werden. Die Höhe des Einkommens ist nicht entscheidend. Beachten Sie, dass eine gleichzeitige Familienversicherung bei verschiedenen Krankenkassen unzulässig ist.

Weitere Tipps im Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Leistungen meist gleich

  • Kassen erheben unterschiedliche Zusatzbeiträge.
  • Achten Sie auf Zusatzleistungen und Erstattungen.
  • Sie dürfen die Krankenkasse jederzeit wechseln.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Anbieter:

Altersgrenzen der Kinder für die Familienversicherung

Kinder bis zum 23. Lebensjahr können in der Familienversicherung mitversichert bleiben, sofern sie noch nicht selbst arbeiten. Sollten die Kinder ein Studium oder eine Berufsausbildung aufnehmen, verlängert sich die kostenfreie Mitversicherung bis zum 25. Lebensjahr. Für die Dauer des Engagements im Bundesfreiwilligendienst oder während eines FSJ/FÖJ besteht eine eigene Versicherungspflicht in der GKV. Die Familienversicherung ist für die Dauer des Engagements ausgeschlossen.

Die Familienversicherung kann über das 25. Lebensjahr hinaus um weitere zwölf Monate verlängert werden, wenn die Schul- oder Berufsausbildung durch folgende Dienste unterbrochen oder verzögert wird:

Kinder, die aufgrund einer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, können ohne Altersbegrenzung familienversichert sein.

Dann können Kinder nicht mitversichert werden

Tipp

Auskunft über das Bürgertelefon

Für alle Informationen rund um die GKV hat das Bundesgesundheitsministerium ein Bürgertelefon eingerichtet. Hier erhalten Sie Auskunft über das Beitrags- und Leistungsrecht der gesetzlichen Krankenkassen: 030 / 340 60 66 – 01

Nicht jede Familie kann die Kinder kostenfrei in der GKV mitversichern. Das ist der Fall, wenn ein Ehepartner privat versichert ist und sein monatliches Gesamteinkommen ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt und regelmäßig höher ist als das Einkommen des anderen gesetzlich versicherten Ehepartners (§ 10 Abs. 3 SGB V). Die monatliche Einkommenshöchstgrenze liegt 2017 bei 4.800 Euro brutto.  

Beispiel: Der Ehemann und Vater ist Mitglied in der GKV, während die Ehefrau und Mutter in der PKV ist. Sie haben einen 15 Jahre alten Sohn. Der Vater verdient 3.700 Euro, die Mutter 5.000 Euro pro Monat. Da die Mutter privat versichert ist, ihr Einkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt und auch regelmäßig höher ist als das Einkommen des Vaters, kann der Sohn nicht über die Familienversicherung des Vaters versichert werden. Für den Sohn müssen die Eltern eine eigene Krankenversicherung abschließen.

Familienzuschläge nach Besoldungsrecht bleiben bei der Berechnung des Einkommens außer Betracht (BSG, Urteil vom 29. Juli 2003, Az. B 12 KR 16/02 R). Dies kann für Beamte mit Kindern, die nicht höher als bis in Besoldungsgruppe A 14 eingestuft sind, den Unterschied zwischen Überschreiten oder Unterschreiten der 1/12-Grenze ausmachen.

Die Ausschlussregelung in Paragraf 10 Abs. 3 SGB V ist mit dem Grundgesetz vereinbar und trägt zum sozialen Gleichgewicht einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft bei (Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 14. Juni 2011, Az. 1 BvR 429/11). Die Krankenversicherungsbeiträge für Kinder können aber als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.  

Haben Sie sich für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung entschieden, obwohl Sie in eine private Krankenversicherung hätten wechseln können, können Ihre Kinder dennoch gesetzlich kostenfrei mitversichert werden. Die Ausschlussregelung findet nur dann Anwendung, wenn ein Familienmitglied privat versichert ist.

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Studenten in der Familienversicherung

Achtung

Zu viel verdient

Verdienen Sie als familienversicherter Student zu viel, werden Sie selbst versicherungspflichtig, fallen aus der Familienversicherung heraus und müssen unter Umständen sogar nachzahlen. Wenn Sie einen Nebenjob annehmen, sollten Sie unbedingt vorher mit Ihrer Krankenkasse sprechen.

Studierende können bis zum 25. Geburtstag in der Familienversicherung der Eltern bleiben. Für sie gilt allerdings auch, dass sie als mitversicherte Familienangehörige kein Gesamteinkommen haben dürfen, das den Betrag von monatlich 425 Euro beziehungsweise bei geringfügiger Beschäftigung von monatlich 450 Euro regelmäßig übersteigt.

Bei einem zweimonatigen Nebenjob in der vorlesungsfreien Zeit können Sie mehr hinzuverdienen und sind weiterhin familienversichert. Die Höhe Ihres Verdienstes ist bei einer solchen kurzfristigen Beschäftigung grundsätzlich unerheblich.

Eigene studentische Krankenversicherung

Studenten, die nicht mehr in der Familienversicherung kostenfrei mitversichert sind, können sich an die günstige studentische Krankenversicherung wenden. Seit dem 1. Oktober 2016 betragen die monatlichen Beiträge dafür bundesweit 66,33 Euro plus Zusatzbeitrag von bis zu 1,8 Prozent pro Monat. In die Pflegeversicherung zahlen Studenten monatlich 16,55 Euro ein. Für Studenten und Studentinnen, die älter als 23 Jahre sind und noch keine eigenen Kinder haben, beträgt der Beitrag 18,17 Euro im Monat. Da sich der Krankenkassenbeitrag anhand des Bafög-Satzes für Studenten errechnet, steigen die Beiträge bei einer Erhöhung der Förderung mit an – unabhängig davon, ob Sie selbst diesen staatlich geförderten Studienkredit bekommen oder nicht.  

Auch private Krankenversicherungen bieten Tarife für Studenten an. Sie sind eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung. Der Wechsel zur privaten Krankenversicherung kann jedoch erst nach der Befreiung aus der gesetzlichen Versicherung erfolgen. Prüfen Sie kritisch, ob sich die private Krankenversicherung im Studium rechnet.

Übergangsbeitrag in der Endphase des Studiums

Eine studentische Krankenversicherung gilt nicht unbegrenzt. Nach Paragraf 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V endet sie zum Ende des Semesters, in dem der Student das 30. Lebensjahr vollendet oder bereits 14 Semester in einem Studiengang studiert hat. Danach müssen Studenten eine freiwillige Weiterversicherung beantragen. Sie können dann bis zum Studienabschluss, allerdings höchstens 6 Monate lang den Übergangstarif für Studierende in der Studienabschlussphase wählen. Wenn Sie maximal 992 Euro brutto monatlich verdienen, müssen Sie folgende Beiträge zahlen:

  • 101,35 Euro plus Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung (bis zu 1,8 Prozent)
  • 27,77 Euro für die Pflegeversicherung (kinderlose Studierende über 23 Jahre)
  • 25,29 Euro für die Pflegeversicherung (alle anderen Studierenden)

Bei einem höheren monatlichen Bruttoeinkommen müssen 10,22 Prozent des Einkommens zuzüglich des prozentualen Zusatzbeitrags von bis zu 1,8 Prozent an die gesetzliche Krankenkasse gezahlt werden. Für die Pflegeversicherung liegt der Beitragssatz bei 2,35 Prozent, kinderlose Studenten über 23 Jahre zahlen 2,6 Prozent.

Wer in den 6 Monaten nicht mit dem Studium fertig wird, muss sich danach freiwillig versichern.

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.