Hacker
Bild: Panthermedia / Imago

Wenn Du Opfer eines Phishing-Angriffs wirst, ist das schlimm genug. Noch schlimmer ist, wenn der Schaden sich auf 25.960 Euro beläuft. Und Deine Bank Dir das Geld nicht einmal erstatten will. Und zwar mit der fadenscheinigen Begründung, dass Du Deine Kontodaten an Deinen Ehepartner weitergegeben hast.

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth kam es jetzt zum Prozess um genau einen solchen Fall. Und die gute Nachricht ist: Das Gericht hat entschieden, dass die beklagte Bank auch in diesem Fall den Schaden erstatten muss.

Geklagt hatte eine Frau, die ihr Konto von ihrem Ehemann verwalten ließ. Schon bei der Kontoeröffnung hatte sie die Handynummer ihres Mannes hinterlegt. Die TAN-Sicherheitsnummern sendete die Bank daher an dessen Mobiltelefon. Durch einen Phishing-Angriff auf das Handy wurde das Geld vom Depot-Konto der Frau abgebucht. Bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen sind Banken nach dem Gesetz verpflichtet, die betrügerische Abbuchung zu erstatten (§ 675u BGB).

In diesem Fall weigerte sich die Bank jedoch mit der Begründung, die AGB regelten ja, dass die Frau ihre Kontodaten geheim halten müsse. Zu Unrecht, urteilte das Gericht (Az. 6 O 5935/19): Wer das Konto verwaltet, spiele keine Rolle. Die Weitergabe der Daten an den Mann habe einen Phishing-Angriff nicht wahrscheinlicher gemacht.

Tipps, wie Du Deine Bankgeschäfte vor Online-Kriminellen schützen kannst, findest Du in unserem Ratgeber.

Max Mergenbaum
Autor

Stand:

Max Mergenbaum geht nicht nur privat gerne auf Reisen, er schreibt auch darüber. Etwa welche Versicherungen Reisende unbedingt abschließen sollten. Max hat bei Finanztip volontiert, inklusive Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion des RBB Inforadios. Vorher studierte er Politik, Wirtschaft & Gesellschaft sowie Germanistik. Nach einem Auslandssemester in Canterbury schloss er sein Politik-Studium an der Freien Universität Berlin mit einem Master ab.

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