Girokonto von N26

Smartphone statt Geldautomat und Kreditkarte

Josefine Lietzau Stand: 30. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Als N26-Kunde erledigen Sie den größten Teil Ihrer Bankgeschäfte über eine Smartphone-App.
  • Das Konto an sich und die Karten sind kostenlos. Gebühren fallen aber beim Geld abheben an.
  • Der Anbieter setzt stark auf digitale Hilfsmittel, zum Beispiel beim Versenden von Geld.
So gehen Sie vor
  • Stellen Sie sich die Frage, ob Ihnen das Banking per Smartphone und Laptop und die eingeschränkten kostenlosen Bargeldabhebungen reichen.
  • Wenn Ihnen bestimmte App-Funktionen wichtig sind, werfen Sie einen Blick auf die Apps anderer Anbieter. Viele Funktionen gibt es auch bei anderen Smartphone-Banken und Direktbanken.
  • Geht es Ihnen vor allem um die Kosten, nutzen Sie den Finanztip-Girokontorechner, um das passende Konto zu finden.

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Wer braucht noch Filialen, dachten sich Direktbanken vor einigen Jahren. Das Fintech-Unternehmen N26 (zuvor Number26) und seine Konkurrenten gehen noch ein Stück weiter: Wer braucht noch schnödes Online-Banking mit dem Computer? Ein Konto als App auf dem Smartphone tut es doch auch.

Zu wem passt das N26-Konto?

Wer ein Girokonto bei N26 eröffnen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein und in einem der Länder leben, in denen N26 tätig ist, zum Beispiel in Deutschland. Eine weitere Voraussetzung ist eher ungewöhnlich: Erforderlich ist ein mit der N26-App kompatibles Smartphone, auf dem die Banking-App installiert wird.

Zwar können Kunden das Konto auch ohne Handy nutzen, jedoch funktioniert nicht alles über den Browser. So ist das Smartphone nötig, um die Anmeldung bei N26 abzuschließen. Sie brauchen es aber auch, um Überweisungen und Daueraufträge zu bestätigen – das ist inzwischen aber auch bei immer mehr Banken der Fall. Wenn Sie sich für das Konto interessieren, sollten Sie zunächst kontrollieren, ob die App überhaupt auf Ihrem Handy funktioniert.

Das Smartphone dient als sogenanntes Authentifizierungsinstrument – damit die Bank weiß, dass Sie wirklich Sie sind. N26 nutzt dazu Hardware-Merkmale des Gerätes. Kunden müssen es deshalb sicher aufbewahren und vor dem Zugriff Dritter schützen. Falls das Smartphone verloren geht oder gestohlen wird, müssen die Kunden dies N26 melden.

Ist das Handy kaputt oder abhandengekommen, ist das Konto erst einmal nicht mehr nutzbar. Bevor Kunden sich auf einem neuen Gerät einloggen können, muss das alte Smartphone vom Konto getrennt werden – „entknüpft“, wie das bei N26 heißt.

Denn aus Sicherheitsgründen lässt sich immer nur ein einziges Smartphone mit dem Konto verbinden. Als zusätzliche Absicherung dient das Passwort für die App und die PIN für Überweisungen. Je nach Handymodell können Sie bei N26 auch den Fingerabdruck-Scanner oder die Gesichtserkennung Ihres Geräts nutzen. Finanztip empfiehlt zudem, auch das Handy insgesamt mit einer PIN abzusichern.

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Dein monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchst Du eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchst Du die Karte auf Wunsch dazu.

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Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken findest Du am Ende dieses Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Was kostet das Konto?

N26 verlangt beim Standardkonto weder eine Gebühr für die Kontoführung noch für die dazugehörige Maestro-Karte oder Mastercard-Kreditkarte. Auch fallen keine Kosten an, wenn Kunden mit den Karten bezahlen, egal in welcher Währung. Bei Fremdwährungen nutzt N26 den Mastercard-Wechselkurs.

Anders sieht es beim Geldabheben am Automaten in Deutschland aus: Mit der Maestro-Karte kostet das immer 2 Euro. Mit der Mastercard geht das kostenlos – allerdings nur dreimal im Monat beziehungsweise seltener als einmal pro Woche. Jedes weitere Abheben kostet ebenfalls 2 Euro. Wer das Konto als Hauptkonto benutzt, kann fünfmal im Monat kostenlos Geld abheben.

Falls die kostenlosen Abhebungen nicht reichen, können Nutzer zwar bei bestimmten Einzelhändlern über „Cash26“ Geld abheben. Dann sind sie allerdings an deren jeweilige Öffnungszeiten gebunden.

Im Ausland wird das kostenlose Abheben bei der Kreditkarte nicht eingeschränkt, solange es sich um Euro handelt. N26 verlangt aber eine Fremdwährungsgebühr von 1,7 Prozent der abgehobenen Summe, falls Sie Geld in einer anderen Währung als Euro abheben. Außerdem fallen bei einigen Automatenbetreibern zusätzliche Gebühren an, für die N26 nicht aufkommt. Das ist etwa in Nordamerika sowie Südostasien häufig der Fall.

Aber auch einige Sparkassen in Deutschland erheben Gebühren, wenn fremde Kunden mit einer Mastercard bei ihnen Geld abheben. Das können durchaus um die 10 Euro sein. Automaten in Deutschland zeigen diese Gebühr in aller Regel an.

Auch Einzahlungen sind möglich. Mangels eigener Filialen geht das über die „Cash26“-Partner, also in bestimmten Supermärkten oder anderen Geschäften. Das kostet eine Gebühr von 1,5 Prozent der Summe.

Der Zins für einen Dispokredit beträgt 8,9 Prozent pro Jahr. Ob Sie einen Dispo erhalten und wie hoch der Disporahmen ist, hängt von Ihrer Schufa-Bewertung ab, dem monatlich eingehenden Gehalt und anderen regelmäßigen Geldeingängen. Den Dispo beantragen Sie in der App und erhalten laut N26 sofort Rückmeldung. Sie können den Dispo kündigen und innerhalb des gewährten Rahmens senken oder erhöhen. Jede Anfrage wird vorübergehend bei der Schufa gespeichert.

Wie kann ich Geld überweisen?

Das Überweisen funktioniert wie bei jedem anderen Konto auch. Das N26-Konto hat eine normale deutsche IBAN-Kontonummer. Einzige Besonderheit: Die PIN zum Überweisen legen Sie selbst fest. Die Zahlenkombination brauchen Sie auch, wenn Sie mit dem Smartphone Geld an einer Ladenkasse abheben (Cash26) oder Daueraufträge anlegen.

Neben normalen Überweisungen können Sie auch sogenannte Moneybeams an andere N26-Kunden schicken. Dazu brauchen Sie keine Kontodaten eingeben, das Ganze funktioniert über die im Handy gespeicherten Kontaktdaten des Empfängers. Bis zu 1.000 Euro am Tag können Sie so senden. Der Empfänger bekommt das Geld innerhalb von Sekunden.

N26 arbeitet für Überweisungen in fremder Währung mit dem britischen Fintech Transferwise zusammen. Das soll schneller gehen und preiswerter sein als bei normalen Banken.

Wie funktionieren die Karten zum N26-Girokonto?

Bei den Karten handelt es sich um eine Debit-Kreditkarte von Mastercard und eine Maestro-Karte. Bei beiden Karten geht das Geld beim Verwenden also sofort vom Konto ab. Die PINs für die beiden Karten können die Kunden selbst festlegen. Sie können mit dem Überweisungscode übereinstimmen – sollten sie aber nicht.

Die Maestro-Karte ist nicht an das deutsche Girocard-System angeschlossen. Das bedeutet für Sie, dass Sie beim Bezahlen darauf achten müssen, dass das Maestro-Logo auf der Kasse zu sehen ist.

Bei den N26-Kreditkarten sind die PINs online im Mastercard-Netzwerk hinterlegt. In einigen Ländern (zum Beispiel Frankreich und Irland) lesen die Kassen die PIN jedoch vom Chip auf der jeweiligen Karte aus. Deshalb können Sie in diesen Ländern nicht sofort mit Karte bezahlen, weil die PIN nicht von vornherein auf dem N26-Chip gespeichert ist.

Sie müssen in solchen Fällen zunächst etwas Geld an einem Automaten abheben, damit dieser die PIN online liest und auf den Chip schreibt. Danach ist die Karte für das bargeldlose Bezahlen einsatzbereit. Falls Sie die PIN ändern, müssen Sie das Ganze beim nächsten Auslandsaufenthalt wiederholen.

Mit der Mastercard können Sie kontaktlos bezahlen. Dafür halten Sie die Karte lediglich an das Bezahlterminal, bei Summen unter 25 Euro müssen Sie keine PIN eingeben.

Wie kann ich mit dem Smartphone Geld abheben und einzahlen?

N26-Kunden können nicht nur an Automaten Geld abheben. Über „Cash26“ ist dies auch an den Kassen verschiedener Supermärkte und Einzelhändler in Deutschland möglich, darunter Rewe, Penny und Budni. Das funktioniert komplett über das Smartphone.

Sie generieren über Handy und PIN einen Barcode, den Sie an den Kassen einlesen lassen. Dazu muss das Smartphone online sein. Das Geld geht direkt vom Konto ab. Sie können den Code löschen, falls Sie ihn doch nicht brauchen. Machen Sie das nicht, können sie 24 Stunden lang nicht auf das Guthaben zugreifen. Danach wird es automatisch wieder dem Konto gutgeschrieben.

Wenn Sie über Cash26 in Supermärkten und bei Einzelhändlern einzahlen, können Sie darauf sofort mit den N26-Karten zugreifen. Allerdings dauert es auch bei Cash26 ein bis zwei Tage, bis das eingezahlte Geld für Überweisungen oder Lastschriften bereitsteht. Wie beim Überweisen müssen Sie eine Push-TAN bestätigen. N26 verlangt zudem Gebühren, wenn Sie Geld einzahlen: 1,5 Prozent der eingezahlten Summe.

Wie kann ich mit dem Handy bezahlen?

N26 arbeitet mit Google und Apple zusammen, um das Bezahlen mit dem Handy zu ermöglichen. Dabei halten die Kunden das Smartphone lediglich an das Bezahlterminal. Beim Bezahlen werden  keine Kartendaten weitergegeben, die Zahlung erfolgt über eine virtuelle Kontonummer.

Was kann die N26-App?

N26-Kunden können über die App die Karten sperren und Karteneinstellungen verändern. So lassen sich zum Beispiel Auslandszahlungen, Online-Zahlungen und Bargeldabhebungen aktivieren und deaktivieren oder Limits ändern.

Eine Besonderheit der N26-App ist das „Echtzeit-Banking“: Zu allen Ausgaben und Transaktionen erhalten Sie Push-Benachrichtigungen. Das gilt für Überweisungen, aber auch für das Bezahlen mit Kreditkarte oder Geldabheben mit der Maestro-Karte. Wer das nicht will, kann diese Nachrichten abschalten.

Die App weist den Transaktionen Kategorien zu, zum Beispiel „Bars & Restaurants“. So können Sie Ihre Ausgaben über Statistiken analysieren. Zudem können Sie Unterkonten einrichten, N26 nennt diese „Spaces“, mit denen Sie alle Ausgabenkategorien im Blick behalten.

Jede ausgehende Zahlung bestätigen Sie über Push-TANs. Das Push-TAN-Verfahren kommt grundsätzlich ohne weitere Geräte aus und richtet sich an Verbraucher, die ihre Bankgeschäfte über Smartphones und Tablets erledigen wollen. Dabei laufen Online-Banking und TAN-Verfahren zwar auf ein- und demselben Gerät ab, sind aber voneinander getrennt.

In jedem Fall gilt: Schützen Sie Ihr Smartphone vor unbefugtem Zugriff, egal ob Sie es für das N26-Konto oder das mTAN-Verfahren anderer Banken verwenden. Der IT-Branchenverband Bitkom rät, die Sicherheit auf dem Smartphone genauso ernst zu nehmen wie auf dem PC.

Wenn Sie sich aufgrund der App und deren Funktionen für das Konto von N26 interessieren: Inzwischen gibt es noch mehr Smartphone-Banken auf dem Markt. Und auch Filialbanken und Direktbanken haben bei ihren Apps nachgerüstet und bieten gleiche oder ähnliche Funktionen an. Einen Vergleich finden Sie in unserem Artikel Smartphone-Banken.

Was bietet N26 noch?

N26 startete mit dem kostenlosen Girokonto. Inzwischen hat der Anbieter weitere Modelle im Programm: You und Metal. Für beide Kontomodelle müssen Sie Gebühren bezahlen, N26 bewirbt sie mit zusätzlichen Leistungen wie Versicherungen, mehr Unterkonten oder gar einer Karte aus Metall. Auch ein Konto für Geschäftskunden gibt es.

Zudem bietet N26 einen Kredit an und eine Auswahl an internationalen Festgeldkonten. Kunden können darüber hinaus ihre Versicherungen über die App verwalten.

Was für ein Unternehmen ist N26?

N26 zählt zu den sogenannten Fintechs. Das sind Finanz-Unternehmen, die mit neuen Technologien und speziellen Dienstleistungen den klassischen Bankensektor aufmischen. N26 hat seit Mitte Juli 2016 eine eigene Banklizenz. Im Zuge dieser Veränderung bekam die Firma den Namen N26, zuvor hieß sie noch Number26. Die Kundenkonten zogen ab Ende Oktober 2016 vom früheren Partner Wirecard zur N26-Bank um.

N26 ist außer in Deutschland noch in 24 anderen Ländern verfügbar, zum Beispiel in Frankreich und Griechenland. 

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 30. September 2020


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