Kündigung und Wechsel der Krankenkasse

Mit nur zwei Schreiben sind Sie Mitglied einer neuen Kasse

Julia Rieder Stand: 31. Januar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Jeder gesetzlich Krankenversicherte darf seine Krankenkasse wechseln. Der Wechsel ist unkompliziert und mit zwei Schreiben erledigt.
  • Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende.
  • Wenn Ihre Kasse einen Zusatzbeitrag einführt oder erhöht, können Sie außerordentlich kündigen. In einem Wahltarif gelten gesonderte Fristen.
So gehen Sie vor
  •  Kündigen Sie schriftlich bei Ihrer alten Kasse. Nutzen Sie dazu unser Musterschreiben.
     
  • Stellen Sie bei der neuen Krankenversicherung einen Antrag auf Mitgliedschaft und weisen Sie der alten Kasse nach, dass jene Sie aufgenommen hat.

Die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, kann sinnvoll sein. Denn die Kassen nehmen unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge und bieten abweichende Zusatzleistungen. Wie Sie die für Sie am besten geeignete Kasse finden, erfahren Sie in unserem Ratgeber gesetzliche Krankenversicherung.

Achtung: Ein Teil der Beitragsersparnis wird durch höhere Steuern wieder aufgefressen. Unterm Strich fällt die Ersparnis also geringer aus.

Wie kann ich die Krankenkasse wechseln?

Der Wechsel zu einer anderen gesetzlichen Krankenversicherung ist unkompliziert und mit zwei Schreiben erledigt. Sie kündigen der alten Krankenkasse und melden sich bei der neuen an. Die Kündigung ist aber erst komplett, wenn der alten Kasse die Mitgliedsbescheinigung der neuen Kasse vorliegt – noch innerhalb der Kündigungsfrist.

Kündigungsfrist - Die reguläre Kündigungsfrist in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt zwei volle Monate zum Monatsende. Das bedeutet: Wer beispielsweise bis zum 31. Januar seiner alten Kasse das Kündigungsschreiben geschickt hat, kann sich ab dem 1. April bei einer neuen Kasse versichern.

Die Mindestvertragslaufzeit beträgt bei allen Krankenkassen 18 Monate. Erst danach können Sie mit einer regulären Kündigung zu einer neuen Versicherung wechseln.

Wahltarife haben eigene Mindestlaufzeiten. Wenn Sie einen solchen gewählt haben, sind möglicherweise länger an Ihre Kasse gebunden.

Sonderkündigungsrecht - Führt die Kasse einen Zusatzbeitrag ein oder erhöht sie den bisherigen Zusatzbeitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht, auch wenn die Mindestversicherungszeit von 18 Monaten noch nicht erfüllt ist. Allerdings gibt es kein Sonderkündigungsrecht, wenn die Krankenkasse Zusatzleistungen kürzt oder streicht.

Auch mit Sonderkündigungsrecht gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten – in der neuen Krankenkasse können Sie also erst zwei Monate nach Ihrer Kündigung Mitglied werden.Das Kündigungsschreiben muss spätestens bis zum Ende des Monats bei der Versicherung eingehen, in dem diese das erste Mal den neuen Zusatzbeitrag erhebt. Die meisten Versicherungen ändern ihren Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel. Bevor die Krankenkasse den höheren Beitrag erhebt, muss sie Sie auf Ihr Kündigungsrecht hinweisen. Kommt die Benachrichtigung der Krankenkasse zu spät bei Ihnen an, verlängert sich die Frist des Sonderkündigungsrechts (§ 175 Abs. 4 SGB V), und Sie können rückwirkend kündigen.

Auch wenn Sie in einem Wahltarif versichert sind, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Nur den Krankengeld-Wahltarif können Sie erst mit Ablauf der Mindestlaufzeit kündigen.

Kündigungsschreiben - Nutzen Sie zum Kündigen unser Musterschreiben, das Sie auch per Fax versenden können. Wer das Sonderkündigungsrecht nutzt, sollte sich im Schreiben auf den erhöhten Zusatzbeitrag beziehen: „Aufgrund des von Ihnen erhobenen Zusatzbeitrags mache ich von meinem Sonderkündigungsrecht nach § 175 Abs. 4 Satz 5 des SGB V Gebrauch.“

Hier können Sie sich unser Musterschreiben für die Kündigung der Krankenversicherung herunterladen:

Mitgliedsantrag - Um Mitglied einer neuen Krankenkasse zu werden, genügt es, den Mitgliedsantrag der Versicherung auszufüllen. Normalerweise ist dieser online verfügbar. Dafür benötigen Sie Ihre Sozialversicherungsnummer und die Anschrift Ihres Arbeitgebers, damit die Kasse ihn über Ihren Wechsel informieren kann. Für mitversicherte Familienangehörige oder Selbstständige gibt es zusätzliche Antragsformulare. Die Anträge können Sie oft online ausfüllen oder auch faxen.

Die alte Kasse ist verpflichtet, innerhalb von 14 Tagen eine Kündigungsbestätigung auszustellen (Paragraf 175 Absatz 4 SGB V). Diese schicken Sie entweder direkt mit den Antragsunterlagen mit oder reichen Sie vor Beginn der Mitgliedschaft in der neuen Kasse nach. Erst dann ist der Kassenwechsel abgeschlossen.

Welche Krankenkassen empfiehlt Finanztip?

Wer mit den Leistungen oder dem Preis seiner bisherigen gesetzlichen Krankenversicherung unzufrieden ist, sollte sich nach einem neuen Anbieter umschauen.

Wir haben in unserem Krankenkassenvergleich im Januar 2019 die Zusatzleistungen verschiedener, bundesweit geöffneter Kassen untersucht und ihr Angebot in den Bereichen Service, Familienleistungen, Vorsorge und alternative Heilmethoden bewertet. Am besten abgeschnitten haben die HEK, TK, BKK VBU, Bahn BKK und BKK24.

Die günstigste Kasse je Bundesland

Sparfüchse, denen es nur auf den Beitrag ankommt, können auch zur günstigsten regionalen Kasse wechseln. Versicherte dürfen in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland geöffnet ist, in dem sie entweder wohnen oder arbeiten.

Preislich besonders attraktiv ist die AOK Sachsen-Anhalt mit 14,9 Prozent Beitrag. Ebenfalls günstig ist die BKK Euregio, die von Mitgliedern in Hamburg und Nordrhein-Westfalen 14,95 Prozent Beitrag verlangt. In allen anderen Bundesländern ist die HKK mit 14,99 Prozent Gesamtbeitrag die günstigste Kasse.

Die günstigsten Krankenkassen 2019 nach Bundesland

BundeslandKasseGesamtbeitrag 2019
Baden-WürttembergHKK14,99 %
BayernHKK14,99 %
BerlinHKK14,99 %
BrandenburgHKK14,99 %
BremenHKK14,99 %
HamburgBKK Euregio14,95 %
HessenHKK14,99 %
Mecklenburg-VorpommernHKK14,99 %
NiedersachsenHKK14,99 %
Nordrhein-WestfalenBKK Euregio14,95 %
Rheinland-PfalzHKK14,99 %
 BKK Pfaff15 %
SaarlandHKK14,99 %
SachsenHKK14,99 %
Sachsen-AnhaltAOK Sachsen-Anhalt14,9 %
Schleswig-HolsteinHKK14,99 %
ThüringenHKK14,99 %

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 7. Januar 2019)

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Autor
Julia Rieder

Stand: 31. Januar 2019