Mutter und Sohn
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Die Zeiten sind vorbei, als es noch ordentlich Zinsen aufs Sparbuch gab. Willst Du heute mit Rendite sparen, musst Du ein gewisses Risiko eingehen und am Aktienmarkt am besten in ETFs anlegen. Das eignet sich auch für Kinder, wenn Du richtig vorgehst.

 

1. Ein extra Depot fürs Kind

Auch für Kinder gibt es vollwertige Wertpapierdepots. Du kannst also wie beim Sparbuch das Geld direkt auf den Namen des Kindes anlegen. Das hat den Vorteil, dass Du für Erträge keine extra Steuern zahlen musst. Denn Dein Nachwuchs hat seine eigenen Steuer-Freibeträge. Bedenke: Du hast zwar die Vollmacht über das Depot, darfst das Geld aber weder für dessen Unterhalt noch für Dich selbst ausgeben – auch nicht in einer Notlage.

 

2. Entscheide Dich für einen Anbieter

Drei unserer Depot-Empfehlungen bieten auch eine Variante für Kinder an: Comdirect*, Consorsbank* und DKB. Bei den ersten beiden sind Sparraten unter 100 Euro im Monat günstiger, bei der DKB solche über 100 Euro sowie Einmalanlagen.

Willst Du in einem eigenen Depot sparen, um das Geld erst zu einem bestimmten Zeitpunkt Deinem Kind zu schenken, dann hast Du zusätzlich die Wahl zwischen unseren drei Empfehlungen Onvista Bank, Smartbroker* und Trade Republic*. Diese auf Wertpapierhandel spezialisierten Broker bieten keine Kinderdepots an. Alles Weitere zum Finanztip-Depotvergleich liest Du in diesem Ratgeber.

 

3. Eröffne das Depot

Um das Kinderdepot zu eröffnen, musst Du online einen Antrag ausfüllen, einige Dokumente beilegen, wie Deinen Ausweis, Geburtsurkunde und Steuer-ID des Kindes, und dem Anbieter schicken. Du legitimierst Dich dann in einer Postfiliale oder per Videoanruf.

Ein Kinderdepot kannst Du nur für Kinder eröffnen, deren gesetzlicher Vertreter Du bist. Bist Du mit dem anderen Elternteil nicht verheiratet oder alleinstehend, musst Du Dein Sorgerecht nachweisen. Großeltern, die für ihre Enkel sparen wollen, müssen sich also an die Eltern wenden.

Beim Antrag musst Du angeben, ob Du Kenntnisse und Erfahrungen im Wertpapierhandel hast. Denn die Anbieter müssen sicherstellen, dass Du die Produkte verstehst, in die Du investierst.

Aber keine Sorge: Du kannst in ETFs anlegen, selbst wenn Du „keine Kenntnisse“ angibst. Dafür musst Du vor dem Kauf einen Warnhinweis beherzigen oder Deine Angaben anpassen. Wichtig: Geh so nur vor, wenn Du verstanden hast, was für ein Produkt Du kaufst. Wissen zu ETFs gibt’s hier.

Junge Familie
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4. Such Dir einen ETF aus

Als Nächstes suchst Du einen passenden Fonds für das Kind. Wir empfehlen breit aufgestellte Aktien-ETFs. Damit streust Du das Risiko, dass sich einzelne Aktien nicht gut entwickeln. Das kann zum Beispiel ein ETF auf den Aktienindex MSCI World sein – das globale Gegenstück zum deutschen Dax. Der streut das Risiko aber nicht bloß auf 30 Firmen aus einem Land, sondern auf mehr als 1.600 aus 23 Industriestaaten. Den passenden Fonds für jeden der von uns empfohlenen Anbieter findest Du mit unserem ETF-Rechner.

 

5. Leg mit dem Sparen los

Am Schluss musst Du nur noch entscheiden, ob Du regelmäßig sparen oder nur hin und wieder Geld anlegen willst. Fürs Sparen in Raten (ab 25 Euro) richtest Du einen Sparplan ein. Wenn Du früh anfängst, etwa schon kurz nach der Geburt, hat das den Vorteil, dass die Aktien lange liegen. Dadurch gleichen sich Schwankungen an der Börse eher aus.

Falls Du ein konkretes Sparziel für das Kind hast, zum Beispiel den Führerschein, kannst Du hier ausrechnen, wieviel Du für die gewünschte Summe anlegen musst.

Hast Du den Sparplan abgeschlossen, richtest Du noch einen Dauerauftrag ein – von Deinem Konto auf das Verrechnungskonto des Depots. Und nun kannst Du in Ruhe abwarten, wie sich der Sparplan entwickelt.

 

Zum Ratgeber

Nicolas Heronymus
Autor

Stand:

Nicolas Heronymus schreibt im Newsletter über die wichtigsten aktuellen Geldthemen. Nicolas hat bei Finanztip volontiert und dabei auch zwei Monate bei Zeit Online hospitiert. Vor Finanztip sammelte er erste Erfahrungen in der Finanz- und Versicherungswelt. Er hat Politikwissenschaft in Lüneburg, Berlin und Rom studiert.

3 Kommentare

  1. Lieber Herr Heronymus, lieber Herr Tenhagen,
    ich lese häufig den Finanztip und bedanke mich für die redaktionelle Leistung.
    Prinzipiell und besonders bei der Anlage für Kinder/Enkel wundere ich mich aber, dass der Tipp für Indexfonds wie MSCI World
    – keinen Nachhaltigkeitskriterien entspricht und
    – keine Wahrnehmung von Stimmrechten bzw. deren Weitergabe an Vereinigungen wie den Dachverband der Kritischen Aktionäre ermöglicht, bzw. diese Möglichkeit noch nicht einmal erwähnt.
    Damit trennen Sie die Wertentwicklung eines Portfolios von der Verantwortung der Unternehmen. Kinder partizipieren nicht nur an einer Wertentwicklung sondern wissen gar nicht mit welchen Inhalten, Externalitäten und Nachhaltigkeits-(Nicht)-Einhaltungen diese Werte erwirtschaftet werden. Daher wäre
    – ein Hinweis auf die von Ihnen an anderer Stelle vorgestellten Nachhaltigen Fonds ebenso wünschenswert wie
    – ein Hinweis, dass bei ETFs und Fonds die Steuerungsmöglichkeit zum nachhaltigen Handeln von Unternehmen schlicht nicht wahrgenommen wird.

    Wäre das nicht einen Hinweis wert, zumindest für den Anteil der Leserschaft die auf beides Wert legen?

    Viele Grüße,
    Christian Klöckner

    1. Lieber Herr Klöckner,

      vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Den Hinweis auf nachhaltige ETFs haben wir an mehreren Stellen bei Finanztip untergebracht, unter anderem im oben verlinkten ETF-Rechner und auf https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/nachhaltige-geldanlagen/. Das Thema Stimmrechtsübertragungen spielt beim Besitz von Einzelaktien eine Rolle, allerdings sind aus unserer Sicht breit gestreute Fonds wie insbesondere passiv investierende ETFs aufgrund der besseren Risikostreuung vorzuziehen. Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der nachhaltigen Geldanlage werden wir demnächst in einem aktualisierten Ratgeber aufgreifen.

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