Hochzinsanleihen

Mehr Rendite bei weniger
Sicherheit

Das Wichtigste in Kürze

  • Hochzinsanleihen sind in der Regel Unternehmensanleihen, die von den Ratingagenturen als spekulativ eingestuft werden.
  • Die Gefahr, einen Kapitalverlust zu erleiden, ist bei diesen Papieren höher als bei Unternehmensanleihen mit guter Kreditwürdigkeit.
  • Sie eignen sich deswegen nur für Profis mit langjähriger Kapitalmarkt-Erfahrung.
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Bei Hochzinsanleihen, die auch High-Yield-Anleihen, Junk-Bonds oder Ramschanleihen genannt werden, handelt es sich meistens um Unternehmensanleihen. Sie werden von Konzernen mit niedriger Kreditwürdigkeit ausgegeben. Oft sind diese Firmen bereits hoch verschuldet. Deshalb ist das Ausfallrisiko von Hochzinsanleihen höher als von Unternehmensanleihen, denen die Ratingagenturen eine ausreichende bis hohe  Kreditwürdigkeit bescheinigen. Gute Schuldner bekommen das Gütesiegel „Investment Grade“. Mäßige bis schlechte Schuldner teilen die Ratingagenturen in den „Non-Investment-Grade“-Bereich ein – das Hochzinsanleihen-Segment. Dazu gehören auch Anleihen von manchen Staaten, etwa die von Griechenland und Portugal.

Höhere Zinsen wegen größerer Risiken

Für die größeren Risiken, die Investoren mit Hochzinsanleihen eingehen, erhalten sie einen höheren Zins im Vergleich zu Investment-Grade-Anleihen. Laut einer Studie der Ratingagentur Moody’s betrug die Verlustrate bei klassischen Unternehmensanleihen von 1982 bis 2010 im Durchschnitt nur 0,06 Prozent pro Jahr. Bei High-Yield-Anleihen waren es hingegen 2,8 Prozent pro Jahr. Während wirtschaftlicher Abschwünge stieg die weltweite Ausfallrate von Hochzinsanleihen aber zeitweise auf rund 10 Prozent an. Das war zum Beispiel Anfang der 1990er-Jahre der Fall, zu Beginn des neuen Jahrtausends und 2009. Die Rendite-Unterschiede zwischen Hochzins- und Investment-Grade-Anleihen verdeutlicht ein Vergleich zwischen dem französischen Schifffahrts- und Logistikunternehmen CMA CGM S.A. und dem Schweizer Energie- und Automatisierungstechnikkonzern ABB.

 

Vergleich einer High-Yield- mit einer Investment-Grade-Anleihe

Unternehmen CMA CGM S.A. ABB Finance B.V.
WKN A1GQEY A1G2U4
Typ Hochzinsanleihe Investment-Grade-Anleihe
Rating Caa A
Kupon 8,88 Prozent 2,63 Prozent
Kurs 103,95 Prozent 109,23 Prozent
Restlaufzeit 4 Jahre, 2 Monate 4 Jahre, 2 Monate
Rendite 7,88 Prozent 0,34 Prozent
     

Quelle: Onvista, Börse Frankfurt (Stand: 26. Februar 2015)

Hohe Kursrisiken

Wie bei allen Anleihen schwanken auch die Kurse von Hochzinsanleihen. Allerdings können die Ausschläge in diesem Segment besonders stark ausfallen, wie die Vergangenheit zeigt. Zwischen August und Dezember 2008, auf dem Höhepunkt der jüngsten Finanzkrise, brachen High-Yield-Anleihen rund um den Globus im Schnitt um 31 Prozent ein. Wenn die Unsicherheit an den Finanzmärkten steigt, verkaufen Investoren riskante Wertpapiere und flüchten in sichere Anlagen, beispielsweise in Staatsanleihen von wirtschaftlich gesunden Ländern wie Deutschland.

Der Markt für Hochzinsanleihen

Die in den vergangenen Jahren immer weiter sinkende Verzinsung von Staatsanleihen und Bankeinlagen wie Tages- und Festgeld, hat zu einer steigenden Nachfrage nach Hochzinsanleihen geführt. Unternehmen mit mäßiger Kreditwürdigkeit nutzten die Gunst der Stunde und nahmen an den Kapitalmärkten zu günstigen Konditionen immer mehr Geld auf. Der HSH Nordbank zufolge gaben Unternehmen in den USA allein im Jahr 2013 für fast 400 Milliarden US-Dollar High-Yield-Anleihen aus – mehr als doppelt so viel wie 2007, dem Jahr vor der Finanzkrise.

Manche Fachleute sehen in dem starken Anstieg des Marktvolumens eine Gefahr. Ihre Befürchtung: Sollten die Zinsen wieder steigen, könnte es für viele Unternehmen mit mäßiger Bonität schwierig werden, eine Anschlussfinanzierung zu bekommen. Und bleibt frisches Geld aus oder wird es zu teuer, droht manchen Firmen die Pleite. Deren Anleihen werden dann wertlos.

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Junk-Bonds nur für Profis geeignet

Wegen der hohen Risiken, die mit High-Yield-Anleihen verbunden sind, eignen sich diese Papiere nur für Profis mit langjähriger Kapitalmarkt-Erfahrung. Hochzinsanleihen sind keinesfalls ein lukrativer Ersatz für sichere Staatsanleihen. In einem vernünftig gemischten Portfolio, das normalerweise aus sicheren Anlagen wie Staatsanleihen und Bankeinlagen sowie aus riskanteren Wertpapieren wie Aktien besteht, sollte man Hochzinsanleihen bei den Risiko-Papieren einordnen. Dafür spricht auch der auffallende Gleichlauf zwischen Aktien und Hochzinsanleihen. Fielen die Preise für Aktien, gaben in der Vergangenheit häufig auch die Kurse von Junk-Bonds nach. 

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Sara Zinnecker
von Finanztip,
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Artikel verfasst von

Markus Neumann

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis Oktober 2015)

Markus Neumann schrieb für Finanztip über alle Aspekte der Geldanlage. Der erfahrene Finanzjournalist verfasste bereits zahlreiche Publikationen zum Thema Geldanlage, die im Berliner Fuchsbriefe-Verlag und bei der Stiftung Warentest erschienen sind. Neumann volontierte beim Heinrich Bauer Verlag in Hamburg. Im Anschluss arbeitete er viele Jahre als Redakteur und Reporter.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.