Selbständige
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Darf’s ein bisschen mehr gesetzliche Rente sein? Wenig bekannt ist: Sie lässt sich tatsächlich aufstocken – durch freiwillige Beiträge! Auch Selbstständige können davon profitieren. Finanztip zeigt Ihnen drei Fälle, in denen sich freiwillige Beiträge besonders lohnen:

1. Die fünf Beitragsjahre vollmachen

Vielleicht haben Sie nur wenig in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt, weil Sie sich nach kurzer Zeit selbstständig gemacht haben oder in ein berufsständisches Versorgungswerk gewechselt sind. Vielleicht haben Sie auch nie eingezahlt, aber Kinder großgezogen. Was manche nicht wissen: Pro Kind, das seit 1992 geboten ist, erhalten Sie automatisch Rentenpunkte für drei Jahre (sonst 2 Jahre). Und zwar allein für die Erziehung.

Haben Sie also nur ein Kind, könnten die Punkte verfallen, denn einen Anspruch auf gesetzliche Rente haben Sie erst ab fünf Jahren. Es fehlen also zwei Jahre, die Sie freiwillig einzahlen sollten.

Auch, wer Angehörige pflegt, sollte prüfen, ob er die fünf Versicherungsjahre auf dem Papier schon erreicht hat!

Um die fünf Jahre vollzumachen, können Sie einfach nachzahlen: Solange der Beitragssatz bei 18,6 Prozent liegt, müssen Sie monatlich mindestens 83,70 Euro aufbringen, höchstens 1.209 Euro. Sie können Beiträge entweder überweisen oder abbuchen lassen.

2. Selbstständige: gesetzliche Rente statt Rürup

Wenn Sie selbstständig arbeiten, müssen Sie sich oft selbst komplett um Ihre Vorsorge kümmern. Sie haben etwa die Wahl zwischen einer staatlich geförderten Rürup-Rente oder freiwilligen Beiträgen in die gesetzliche Rentenversicherung. Nachdem Sie sich selbstständig gemacht haben, bleiben fünf Jahre, um sich noch freiwillig zu versichern. Dann zahlen Sie wahlweise einen Regelbeitrag oder einen einkommensabhängigen Beitrag ­– und haben nach einer Wartezeit einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Oder Sie zahlen flexibel bis zu zwölf Mal im Jahr freiwillig Geld ein – dann entfällt jedoch der Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

3. Abschlagsfrei in Frührente

Sie sind jenseits der 50 und überlegen, ob Sie nicht früher in Rente gehen sollten? Sie können etwas tun, um nicht zu sehr unter den späteren Rentenabschlägen zu leiden. Zahlen Sie schon heute einmalig oder in Teilen freiwillig einen größeren Betrag ein. So sammeln Sie zusätzliche Rentenpunkte, die sich am heutigen Lohnniveau festmachen – und damit weniger kosten als in ein paar Jahren. Wer etwa zwei Jahre früher die Füße hochlegen will und eine Rente von 1.200 Euro erwartet, müsste Stand heute zum Ausgleich gut 20.000 Euro an die Rentenkasse zahlen.

Kommen freiwillige Beiträge für Sie in Frage? Dann gehen Sie das Projekt an und lassen sich von einem Mitarbeiter der gesetzlichen Rentenversicherung beraten. Welche Altersvorsorge-Formen neben der gesetzlichen Rente in Betracht kommen, haben wir im Ratgeber Altersvorsorge aufgeschrieben.

Zum Ratgeber

Finanztip-Serie zur Rente

1. Pflege und Rente: Wer anderen hilft, verdient mehr Rente
2. Frührente: So vermeiden Sie große Kürzungen
3. Auslandsrente: Den Ruhestand unter Palmen genießen
4. Freiwillig in die Rentenkasse einzahlen
5. Wie Heiraten Sie fürs Alter absichert

 

3 KOMMENTARE

  1. Betr.: Gesetzliche Rente PLUS Höherversicherung ( Zusatzleistung ) . Monatliche Rentenzahlung
    schließt ein die Zusatzleistungen der Höherversicherung.
    FRAGE: Bei Eintritt in die Witwerrente, wie ist die Berechnung des 60%zentigen Anteils ?
    a) auf Rentenbetrag OHNE Zusatzleistungen ? ODER
    B) auf Rentenbetrag einschließlich Zusatzleistungen ? SEHR WICHTIG !!!
    Danke im Voraus für diese Information.

  2. über 10 Jahre NACH meinem Studium wurden mir die bis dahin angerechneten Jahre rückwirkend enteignet – nannte sich mal wieder „Rentenreform“. Kann ich die nun fehlenden Jahre (ich komme auf eine Rente von 35% des Einkommens – dank Studium) irgendwie nachentrichten?

  3. In der Vergangenheit bekam man für diese Zeiten Rentenanteile zugerechnet, ohne dass eine eigene Beitragsleistung erfolgt ist. Somit waren diese Anteile quasi ein kostenloses Extra. Von einer Enteignung kann man somit nicht sprechen.
    Und für die Erfüllung einiger Wartezeiten rechnen diese Zeiten weiterhin.
    Eine Nachzahlung ist möglich, allerdings nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres.
    https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_rente/03_vor_der_rente/03_rentenzeiten/02_nachzahlung_und_erstattung/01_nachzahlung_und_erstattung.html?cms_submit=Los&cms_resultsPerPage=5&cms_templateQueryString=nachzahlung+ausbildung

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