Bank wechseln

Mit dem Kon­to­wech­sel­ser­vice leichter ans Ziel

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit
04. Januar 2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Ohne Hilfe von der Bank dauert ein Kontowechsel lange und ist aufwendig.

  • Seit 2016 müssen Dich die Banken beim Wechsel unterstützen.

  • Zusätzlich bieten viele von ihnen eine digitale Wechselhilfe an.

So gehst Du vor
  • Entscheide Dich, ob Du ohne Unterstützung oder mit Hilfe der Bank wechseln willst.
  • Mit unserer Checkliste behältst Du den Überblick darüber, wen Du informieren solltest.

Checkliste herunterladen

  • Lass Dein altes Konto noch eine Weile laufen, auch wenn Du schon Zugriff auf das neue Konto hast.

Wenn Du mit Deinem Girokonto nicht mehr zufrieden bist, zum Beispiel weil die Bank die Gebühren erhöht oder den Service reduziert, dann ist es womöglich Zeit für einen Wechsel des Kontos – oder der Bank.

Verbraucher scheuen Kontowechsel

Trotz der der großen Auswahl von Girokonten scheuen Viele den Kontowechsel. Das Ganze ist zwar nicht schwer, aber es macht Arbeit. Du musst Daueraufträge kündigen, beim neuen Girokonto wieder einrichten und alle informieren, die Geld auf Dein Girokonto überweisen oder davon abbuchen. Damit niemand in Vergessenheit gerät, solltest Du Dir die Kon­to­be­we­gung­en der letzten Monate ansehen, schließlich fallen einige Zahlungen nur vierteljährlich oder sogar nur jährlich an. Finanztip bietet dazu eine Checkliste an.

Deshalb gilt beim Kontowechsel immer der Tipp: Kündige das alte Konto nicht sofort, sondern warte einige Monate. So verhinderst Du zum Beispiel, dass Du Gebühren für eine Lastschrift zahlen musst, die nicht eingelöst werden konnte. Denk auch daran, Deine Kontoauszüge herunterzuladen, bevor Du das alte Konto kündigst.

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Dein monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchst Du eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchst Du die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchtest Du Geld abheben?
Brauchst Du eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister FinanceAds GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein ver­brau­cher­freund­liches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken findest Du am Ende dieses Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Kon­to­wech­sel­ser­vice bei einigen Banken

Ob der Girokontowechsel mit Arbeit für Dich verbunden ist, hängt ganz von den Banken ab. Denn inzwischen gibt es Firmen, die mit den Banken zusammenarbeiten und den Kontowechsel erleichtern. Fintech-Unternehmen wie Finleap Connect, Fino oder Kontowechsel24 übernehmen einen Großteil der Arbeit für wechselwillige Bankkunden.

Dazu eröffnest Du zunächst das Girokonto bei der neuen Bank. Dann meldest Du Dich mit den Daten der alten Bank bei dem Wechselservice an, der mit der neuen Bank zusammenarbeitet. Das funktioniert über eine Website oder eine App. Du gibst beim Wechselservice Deine Kontaktdaten an, die Anbieter nutzen diese für die Schreiben an die Zahlungspartner.

Der Wechselservice analysiert die Lastschriften, Daueraufträge und Geldeingänge auf dem alten Konto, und Du kannst entscheiden, wer alles über die neue Kontoverbindung informiert wird. Die Unterschrift leistest Du digital, der Wechselservice schickt die Briefe an die Zahlungspartner. Du kannst außerdem festlegen, ab wann Du das neue Girokonto für die Zahlungen nutzen willst.

Abschließend solltest Du die Daten noch einmal überprüfen. Denn es kann sein, dass die Anbieter nicht alle Transaktionen der letzten Monate auslesen können. Das hängt ganz von der abgebenden Bank ab.

Denk dran: Bei Unternehmen wie Amazon oder iTunes musst Du selber aktiv werden und die dort hinterlegte Kontonummer ändern.

Gesetz erleichtert Girokontowechsel

Seit 2016 greift das Zahlungskontengesetz beim Kontowechsel, dieser soll durch das Gesetz erleichtert werden. Die Banken müssen Dir beim Wechseln des Kontos helfen. Dazu ermächtigst Du die Bank, indem Du spezifische Formulare zum Wechseln nutzt. Die müssen die Banken Dir auf Wunsch geben.

Über die Formulare legst Du zum Beispiel fest, welche Daten zwischen den Banken weitergegeben werden sollen und wann die vorherige Bank das Konto kündigen soll.

Dabei sollen die Trans­ak­ti­ons­da­ten innerhalb von zwölf Geschäftstagen durch die betroffenen Banken – abgebende und empfangende – bearbeitet werden. Durch den Postweg zwischen den Banken kann sich der Zeitraum verlängern. Du solltest das Konto also nicht zu einem Datum genau zwölf Tage nach dem Ermächtigen kündigen, sondern Dir etwas mehr Zeit lassen.

Die neue Bank muss sich innerhalb von zwei Geschäftstagen, nachdem sie die Ermächtigung erhalten hat, an die alte Bank wenden und die nötigen Daten einfordern. Die alte Bank hat wiederum fünf Geschäftstage Zeit, die Angaben abzuliefern. Dazu gehören sowohl Listen der Daueraufträge und Lastschriftmandate als auch die Daten zu eingehenden Überweisungen und vom Kunden veranlassten Lastschriften der vorangegangenen 13 Monate.

Die alte Bank darf ab einem vom Kunden gewünschten Zeitpunkt keine Lastschriften und Überweisungen mehr akzeptieren oder Daueraufträge ausführen. Sie muss restliches Guthaben auf das neue Konto überweisen und das alte Girokonto zum vom Kunden festgelegten Datum schließen. Falls die alte Bank eingehende Überweisungen und Lastschriften nicht an das neue Konto weiterleitet und die Zahlungen ablehnt, muss sie die Zahlenden darüber informieren.

Die neue Bank richtet die Daueraufträge ein, trifft Vorbereitungen, um die Lastschriften zu akzeptieren und informiert diejenigen über das neue Konto, die Geld einzahlen oder per Lastschrift abbuchen. Auch sie hat dafür fünf Geschäftstage Zeit.

Ähnlich wie beim digitalen Wechselservice musst Du auch bei der Wechselhilfe bei Unternehmen wie Amazon, Paypal oder iTunes selber aktiv werden und die neuen Kontodaten in Deinem Kundenkonto hinterlegen.

Du zahlt nur dann etwas für den Kon­to­wech­sel­ser­vice, falls dies zwischen Bank und Dir so vereinbart wurde. Das Entgelt muss angemessen sein und den tatsächlichen Kosten der Bank entsprechen. Es steht aber nicht fest, wie hoch die Gebühren tatsächlich sein dürfen.

Falls die Banken bei der Übertragung der Daten Fehler machen oder gegen Fristen verstoßen, haften sie für mögliche Schäden. Das gilt zum Beispiel für Mahngebühren, die durch verspätete Zahlungen entstehen. Banken können sich von dieser Haftung nicht befreien, indem sie die Wechselhilfe von einem externen Anbieter entwickeln lassen. Du kannst Dich in solchen Fällen an den Ombudsmann der Bank wenden. Zudem überwacht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Banken und kann Bußgelder verhängen.

Viele Banken bieten beide Möglichkeiten zum Wechseln an: die gesetzeskonforme Wechselhilfe und den digitalen Wechselservice. Die Haftung der Geldinstitute gilt dabei aber nur bei der Wechselhilfe

Welche Wechselmöglichkeit die passende ist, hängt vom Kunden ab. Der digitale Wechselservice eignet sich insbesondere für Verbraucher, die ihre Kon­to­be­we­gung­en gut im Kopf haben oder die Daten der Anbieter einfach kontrollieren können. Denn der digitale Wechselservice ist schneller und komfortabler als die gesetzliche Wechselhilfe. Der digitale Service ist auch das Mittel der Wahl, falls die Banken für die gesetzliche Wechselhilfe Gebühren verlangen. Doch Kunden, die sich unsicher sind, da sie viele unterschiedliche Zahlungen leisten und empfangen, nutzen besser die im Gesetz verankerte Kontohilfe.

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

  • Mit dem richtigen Girokonto kannst Du Gebühren sparen und bekommst gute Leistungen.
  • Gute Konten: Comdirect, DKB, Consorsbank, ING,

Zum Ratgeber

Depot wechseln

Du kannst natürlich auch Dein Depot wechseln. Auch in solchen Fällen bieten Dir viele Anbieter einen Umzugsservice an. Über ein Formular ermächtigst Du den neuen Depotanbieter, die Wertpapiere aus dem bisherigen Depot zu übertragen.

So ein Depotwechsel muss kostenlos sein, zumindest wenn es um deutsche Anbieter geht. Nach etwa zwei Wochen sollte der Depotwechsel erledigt sein.

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Was muss ich tun, um die Bank zu wechseln?

Was kostet ein Kontowechsel?

Wie läuft ein Kontowechsel ab?

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