Kontoführungsgebühren

Das kostet ein Girokonto wirklich

Josefine Lietzau Stand: 14. August 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei den Kontoführungsgebühren handelt es sich um die monatlichen Gebühren, die Sie pauschal für die Verwaltung Ihres Girokontos bezahlen.
  • Manche Banken verlangen weitere Gebühren, zum Beispiel für Überweisungen oder fürs Geldabheben.
So gehen Sie vor
  • Wechseln Sie Ihr Girokonto falls Ihre Bank zu hohe Gebühren verlangt. Die Banken müssen Sie beim Wechsel unterstützen.
  • Mit dem Finanztip-Girokonto-Vergleich erkennen Sie ganz leicht die Gesamtkosten verschiedener Girokonten. Die Kosten haben wir über einen Beispielkunden berechnet.

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Sie ist nicht totzukriegen – die Kontoführungsgebühr. Bankkunden bezahlen sie Monat für Monat nur für das Verwalten des Kontos, weitere Leistungen gehören nicht dazu.

Kontoführungsgebühr ist nicht gleich Kontoführungsgebühr

So durchschaubar und einfach, wie die Kontoführungsgebühr erscheint, ist sie nicht. So senken zum Beispiel einige Banken die Gebühr oder streichen sie komplett, falls regelmäßig Geld auf dem Konto eingeht. Einige Banken nehmen es genauer und verlangen, dass es sich bei diesem Geld um ein Gehalt handeln muss. Eine weitere Variante: Die Kontoführungsgebühr fällt erst ab einem bestimmten Alter des Bankkunden an oder nach seinem Studium.

Außerdem gibt es regionale Unterschiede bei Sparkassen, Volksbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Jede setzt ihre eigenen Kontoführungsgebühren fest, Kunden können nicht von einer Sparkasse auf die andere schließen – selbst wenn ihre Filialen nur wenige Kilometer auseinander liegen.

Die Kontoführungsgebühr wird meist quartalsweise abgebucht. Dabei nutzen Banken auch den Dispokredit des Kontos, falls es nicht ausreichend gedeckt ist.

Unser Tipp: Setzen Sie die Kontoführungsgebühren steuerlich ab und zwar als Werbungskosten. 16 Euro können Sie so ohne Nachweise absetzen.

Das steckt hinter dem kostenlosen Girokonto

Selbst wenn es sich um ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr handelt, heißt das nicht, dass das Konto komplett gratis ist. Denn die Banken verlangen in solchen Fällen meist an anderer Stelle Gebühren.

Typische Kosten, die beim Girokonto neben den Kontoführungsgebühren anfallen, sind Überweisungsgebühren, sofern die Kunden dafür noch Papierformulare nutzen. Einige Banken verlangen Gebühren selbst für Online-Überweisungen, für die SMS beim mTan-Verfahren oder für die Überweisung an sich. Weitere Kosten können entstehen beim Geldabheben oder aber beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro.

Jahresgebühren sind bei Kreditkarten üblich. Einige wenige Banken verlangen auch für die Girocard (früher: EC-Karte) eine Jahresgebühr. Obwohl die Girocard fest zum Girokonto gehört, fallen eventuelle Jahresgebühren für die Girocard extra an, zusätzlich zur Kontoführungsgebühr. Zumindest dürfen Banken solche Konten nicht als „kostenlos“ bewerben, falls sie eine Jahresgebühr für die Girocard verlangen (Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 6. Januar 2017, Az. 38 O 68/16).

All diese verschiedenen Kosten können ein Girokonto teuer machen, auch wenn die Kontoführungsgebühr niedrig ist oder die Bank keine verlangt. Deshalb berücksichtigt der Finanztip-Girokonto-Vergleich nicht nur die Kontoführungsgebühren, sondern auch die anderen Kosten. An den Gesamtkosten können Sie erkennen, welches der Konten das passende für Sie ist.

Mit unserem Girokontorechner das beste Konto finden

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

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Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken finden Sie am Ende des Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Kontoführungsgebühren und unzulässige Gebühren

Banken dürfen nicht für jede Leistung Gebühren verlangen, zum Beispiel nicht für einen „Service aus Eigeninteresse“. Es gibt allerdings Grenzfälle, bei denen Gerichte teilweise zu Ungunsten der Verbraucher entschieden haben. So dürfen Banken zum Beispiel für die mTan Gebühren verlangen – obwohl das Geldinstitut damit sicherstellt, dass der richtige Kunde von dem Konto Geld überweist.

Doch es gibt einige klar unzulässige Gebühren. Die können Sie sich in einigen Fällen erstatten lassen; die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Kontoführungsgebühren zurückzuholen klappt in der Regel nur, wenn die Bank die Gebühr ändert und Sie darüber nicht oder falsch informiert. Die Bank muss Ihnen zwei Monate vor der Änderung Bescheid geben und auf Ihr Recht einer fristlosen und kostenlosen Kündigung hinweisen.

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 14. August 2017


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