Kontoführungsgebühren

Jeder Monat kostet Geld

Josefine Lietzau Stand: 20. Februar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei vielen Girokonten zahlen Sie eine monatliche Grundgebühr für das Konto.
  • Bei manchen Kontomodellen entfallen die Kontoführungsgebühren, wenn genug Geld auf dem Konto eingeht.
  • Neben den Kontoführungsgebühren verlangen viele Banken weitere Gebühren, zum Beispiel für Überweisungen oder fürs Geldabheben.
So gehen Sie vor
  • Wechseln Sie Ihr Girokonto, falls Ihre Bank zu hohe Gebühren verlangt. Die Banken müssen Sie beim Wechsel unterstützen.
  • Mit dem Finanztip-Girokonto-Vergleich erkennen Sie ganz leicht die Gesamtkosten verschiedener Girokonten. Die Kosten haben wir über einen Beispielkunden berechnet.

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Sie ist nicht totzukriegen – die Kontoführungsgebühr. Bankkunden bezahlen sie Monat für Monat nur für das Verwalten des Kontos, weitere Leistungen gehören nicht dazu. Und immer mehr Banken führen sie wieder ein.

Wie hoch ist die Kontoführungsgebühr?

So durchschaubar und einfach, wie die Kontoführungsgebühr erscheint, ist sie nicht. So senken zum Beispiel einige Banken die Gebühr oder streichen sie komplett, falls regelmäßig Geld auf dem Konto eingeht. Einige Banken nehmen es genauer und verlangen, dass es sich bei diesem Geld um ein Gehalt handeln muss. Eine weitere Variante: Die Kontoführungsgebühr fällt erst ab einem bestimmten Alter des Bankkunden an oder nach seinem Studium.

Außerdem gibt es regionale Unterschiede bei Sparkassen, Volksbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Jede setzt ihre eigenen Kontoführungsgebühren fest, Kunden können nicht von einer Sparkasse auf die andere schließen – selbst wenn ihre Filialen nur wenige Kilometer auseinander liegen.

Die Kontoführungsgebühr wird meist quartalsweise abgebucht. Haben Sie nicht genug Geld auf dem Konto, können Sie dadurch in den Dispokredit rutschen.

Unser Tipp: Setzen Sie die Kontoführungsgebühren steuerlich ab und zwar als Werbungskosten. 16 Euro können Sie jährlich ohne Nachweise absetzen.

Was steckt hinter dem kostenlosen Girokonto?

Selbst wenn es sich um ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr handelt, heißt das nicht, dass das Konto komplett gratis ist. Denn die Banken können neben den Kontoführungsgebühren andere Gebühren verlangen, vor allem Filialbanken machen beides.

Typische Kosten, die beim Girokonto neben den Kontoführungsgebühren anfallen, sind Überweisungsgebühren, sofern die Kunden dafür noch Papierformulare nutzen. Einige Banken verlangen Gebühren selbst für Online-Überweisungen, für die SMS beim mTan-Verfahren oder für den Überweisungsvorgang an sich. Weitere Kosten können entstehen beim Geldabheben oder beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro.

Jahresgebühren sind bei Kreditkarten üblich. Einige wenige Banken verlangen auch für die Girocard (früher: EC-Karte) eine Jahresgebühr. Obwohl die Girocard fest zum Girokonto gehört, fallen eventuelle Jahresgebühren für die Girocard extra an, zusätzlich zur Kontoführungsgebühr. Zumindest dürfen Banken Konten nicht als „kostenlos“ bewerben, wenn sie eine Jahresgebühr für die Girocard verlangen (Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 6. Januar 2017, Az. 38 O 68/16).

All diese verschiedenen Kosten können ein Girokonto teuer machen, auch wenn die Kontoführungsgebühr niedrig ist oder die Bank keine verlangt. Deshalb berücksichtigt der Finanztip-Girokonto-Vergleich nicht nur die Kontoführungsgebühren, sondern auch die anderen Kosten. An den Gesamtkosten können Sie erkennen, welches der Konten das passende für Sie ist.

Mit unserem Girokontorechner das beste Konto finden

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchten Sie Geld abheben?
Brauchen Sie eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken finden Sie am Ende des Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Welche Gebühren sind unzulässig?

Banken dürfen nicht für jede Leistung Gebühren verlangen, zum Beispiel nicht für einen „Service aus Eigeninteresse“. Es gibt allerdings Grenzfälle, bei denen Gerichte teilweise zu Ungunsten der Verbraucher entschieden haben. So dürfen Banken zum Beispiel für die mTan Gebühren verlangen – obwohl das Geldinstitut damit sicherstellt, dass der richtige Kunde von dem Konto Geld überweist.

Doch es gibt einige klar unzulässige Gebühren. Die können Sie sich in einigen Fällen erstatten lassen; die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Kontoführungsgebühren zurückzuholen klappt in der Regel nur, wenn die Bank die Gebühr ändert und Sie darüber nicht oder falsch informiert. Die Bank muss Ihnen zwei Monate vor der Änderung Bescheid geben und auf Ihr Recht einer fristlosen und kostenlosen Kündigung hinweisen.

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 20. Februar 2020


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