Kon­to­füh­rungs­ge­bühren

Jeder Monat kostet Geld

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit
03. Mai 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei vielen Girokonten zahlst Du eine monatliche Grundgebühr für das Konto.
  • Bei manchen Kontomodellen entfallen die Kon­to­füh­rungs­ge­bühren, wenn genug Geld auf dem Konto eingeht.
  • Neben den Kon­to­füh­rungs­ge­bühren verlangen viele Banken weitere Gebühren, zum Beispiel für Überweisungen oder fürs Geldabheben.
So gehst Du vor
  • Wechsel Dein Girokonto, falls Deine Bank zu hohe Gebühren verlangt. Die Banken müssen Dich beim Wechsel unterstützen.
  • Mit dem Finanztip-Girokonto-Vergleich erkennst Du ganz leicht die Gesamtkosten verschiedener Girokonten. Die Kosten haben wir über einen Beispielkunden berechnet.

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Sie ist nicht totzukriegen – die Kon­to­füh­rungs­ge­bühr. Bankkunden bezahlen sie Monat für Monat nur für das Verwalten des Kontos, weitere Leistungen gehören nicht dazu. Und immer mehr Banken führen sie wieder ein.

Wie hoch ist die Kon­to­füh­rungs­ge­bühr?

So durchschaubar und einfach, wie die Kon­to­füh­rungs­ge­bühr erscheint, ist sie nicht. So senken zum Beispiel einige Banken die Gebühr oder streichen sie komplett, falls regelmäßig Geld auf dem Konto eingeht. Einige Banken nehmen es genauer und verlangen, dass es sich bei diesem Geld um ein Gehalt handeln muss. Eine weitere Variante: Die Kon­to­füh­rungs­ge­bühr fällt erst ab einem bestimmten Alter des Bankkunden an oder nach seinem Studium.

Außerdem gibt es regionale Unterschiede bei Sparkassen, Volksbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Jede setzt ihre eigenen Kon­to­füh­rungs­ge­bühren fest, Kunden können nicht von einer Sparkasse auf die andere schließen – selbst wenn ihre Filialen nur wenige Kilometer auseinander liegen.

Die Kon­to­füh­rungs­ge­bühr wird meist quartalsweise abgebucht. Hast Du nicht genug Geld auf dem Konto, kannst Du dadurch in den Dispokredit rutschen.

Unser Tipp: Setz die Kon­to­füh­rungs­ge­bühren steuerlich ab und zwar als Werbungskosten. 16 Euro kannst Du jährlich ohne Nachweise absetzen.

Mus­ter­schrei­ben Preiserhöhungen zurückfordern

Viele neu eingeführte Kon­to­füh­rungs­ge­bühren sind laut einem BGH-Urteil im April 2021 ungültig. Du kannst Dein Geld zurückfordern! Nutz dazu ganz einfach unser Mus­ter­schrei­ben.

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Was steckt hinter dem kostenlosen Girokonto?

Selbst wenn es sich um ein Girokonto ohne Kon­to­füh­rungs­ge­bühr handelt, heißt das nicht, dass das Konto komplett gratis ist. Denn die Banken können neben den Kon­to­füh­rungs­ge­bühren andere Gebühren verlangen, vor allem Filialbanken machen beides.

Typische Kosten, die beim Girokonto neben den Kon­to­füh­rungs­ge­bühren anfallen, sind Überweisungsgebühren, sofern die Kunden dafür noch Papierformulare nutzen. Einige Banken verlangen Gebühren selbst für Online-Überweisungen, für die SMS beim mTan-Verfahren oder für den Überweisungsvorgang an sich. Weitere Kosten können entstehen beim Geldabheben oder beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro.

Jahresgebühren sind bei Kreditkarten üblich. Inzwischen verlangen einige Banken auch für die Girocard (früher: EC-Karte) eine Jahresgebühr. Obwohl die Girocard fest zum Girokonto gehört, fallen eventuelle Jahresgebühren für die Girocard extra an, zusätzlich zur Kon­to­füh­rungs­ge­bühr. Zumindest dürfen Banken Konten nicht als „kostenlos“ bewerben, wenn sie eine Jahresgebühr für die Girocard verlangen (Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 6. Januar 2017, Az. 38 O 68/16).

All diese verschiedenen Kosten können ein Girokonto teuer machen, auch wenn die Kon­to­füh­rungs­ge­bühr niedrig ist oder die Bank keine verlangt. Deshalb berücksichtigt der Finanztip-Girokonto-Vergleich nicht nur die Kon­to­füh­rungs­ge­bühren, sondern auch die anderen Kosten. An den Gesamtkosten kannst Du erkennen, welches der Konten das passende für Dich ist.

Mit unserem Gi­ro­kon­to­rech­ner das beste Konto finden

Dein monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchst Du eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchst Du die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchtest Du Geld abheben?
Brauchst Du eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister FinanceAds GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein ver­brau­cher­freund­liches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken findest Du am Ende dieses Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Welche Gebühren sind unzulässig?

Banken dürfen nicht für jede Leistung Gebühren verlangen, zum Beispiel nicht für einen „Service aus Eigeninteresse“. Es gibt allerdings Grenzfälle, bei denen Gerichte teilweise zu Ungunsten der Verbraucher entschieden haben. So dürfen Banken zum Beispiel für die mTan Gebühren verlangen – obwohl das Geldinstitut damit sicherstellt, dass der richtige Kunde von dem Konto Geld überweist.

Doch es gibt einige klar unzulässige Gebühren. Die kannst Du Dir in einigen Fällen erstatten lassen; die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Auch Deine Kon­to­füh­rungs­ge­bühren kannst Du zurückholen – falls Deine Bank Dich dazu falsch informiert hat.

Sie muss Dir zwei Monate vor der Änderung Bescheid geben und auf Dein Recht einer fristlosen und kostenlosen Kündigung hinweisen. Außerdem musst Du der Änderung aktiv zustimmen, das hat der Bundesgerichtshof im April 2021 entschieden (Az. XI ZR 26/20). Das ist eine Neuerung und erlaubt Dir, viele Gebühren zurückzufordern, die in den letzten drei Jahren eingeführt oder erhöht wurden. Wie das geht, erklären wir Dir im Ratgeber über unzulässige Bank­ge­büh­ren.

Die Banken gehen bisher unterschiedlich mit den Anfragen ihrer Kunden um. Wir haben dazu eine Datenbank gebaut:


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