EC-Karte sperren

Das müssen Sie machen, wenn Ihre Bankkarte weg ist

Josefine Lietzau Stand: 16. März 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Sie müssen Ihre Bankkarte sperren lassen, falls diese verloren gegangen oder gestohlen worden ist.
  • Bis die Karte gesperrt ist, haften Sie bis höchstens 50 Euro. Ausnahmen gelten, falls Sie grob fahrlässig mit der Karte umgegangen sind. Dann haften Sie womöglich im vollen Umfang.
  • Die Banken dürfen keine Gebühren für das Sperren der Girocard (früher: EC-Karte) oder Kreditkarte verlangen.
So gehen Sie vor
  • Um eine verlorene oder gestohlene Karte zu sperren, rufen Sie entweder beim Sperr-Notruf 116 116, bei Ihrer Bank oder beim Kreditkarten-Unternehmen an.
  • Melden Sie den Verlust der Girocard auch der Polizei und bitten Sie sie, die Karte über das polizeieigene System Kuno zu sperren.
  • Kontrollieren Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig. Eventuell bemerken Sie nur so, dass jemand unbefugt Ihre Karte benutzt.

In der Brieftasche der meisten Menschen sammeln sich im Laufe der Zeit so einige Karten an: Girocard (früher: EC-Karte), Kreditkarte, Clubkarten für Einzelhändler und etliche mehr. Da fällt es oft nicht sofort auf, dass eine Karte fehlt. Dabei ist genau das wichtig, um zu verhindern, dass jemand Unbefugtes die Karte nutzt.

Wie sperre ich meine Bankkarte?

Falls eine Ihrer Bankkarten gestohlen wird oder verloren geht, sollten Sie sich so schnell wie möglich an Ihre Bank wenden und die Karten sperren lassen. Das klappt bei der Girocard (früher: EC-Karte) und der Kreditkarte in vielen Fällen auf dieselbe Weise, nämlich über den Sperr-Notruf 116 116.

Halten Sie für das Sperren der Bankkarte den Namen Ihrer Bank oder der kartenausgebenden Bank bereit. Bei EC-Karten müssen Sie zum Sperren außerdem Ihre Kontonummer nennen, auch die BIC – also die Bankleitzahl – der Bank kann hilfreich sein. Beim Sperren der Kreditkarte müssen Sie die Kartennummer parat haben.

Wichtig: Informieren Sie sich, ob Ihre Bank am Sperr-Notruf 116 116 teilnimmt, denn das ist nicht bei allen Banken der Fall. Eine Liste der teilnehmenden Banken und der dort gemeldeten Kartentypen finden Sie auf der Website des Notrufs.

EC-Karte sperren 

Um Ihre Girocard sperren zu lassen, rufen Sie beim Sperr-Notruf an. In Deutschland erreichen Sie den Notruf unter 116 116, im Ausland müssen Sie die Landesvorwahl für Deutschland an den Anfang der Nummer setzen. Über den Notruf werden Sie an den Herausgeber der Karte vermittelt und können so die EC-Karte sperren. Sie können aber auch direkt bei Ihrer Bank anrufen, um die Karte sperren zu lassen.

Melden Sie den Verlust Ihrer Girocard zudem bei der Polizei, auch wenn Sie nicht von einem Diebstahl ausgehen. Denn die Polizei kann die Karte noch über ein weiteres System sperren: Kuno, kurz für „Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen“.

Die Polizei meldet dem Einzelhandel über Kuno, dass die Karte abhandengekommen ist. So können zum Beispiel Diebe die Karte nicht mehr in den an das System angeschlossenen Läden nutzen, um über das Lastschriftverfahren zu zahlen, also mit Unterschrift.

Kreditkarte sperren 

Auch bei abhanden gekommenen Kreditkarten rufen Sie entweder beim Notruf 116 116 oder bei der kartenherausgebenden Bank an. Mastercard und Visa können die Karten nicht sperren, nennen aber Telefonnummern, über die die Kartenunternehmen Ihnen helfen, falls die Karte weg ist.

Etwas anders funktioniertes bei American Express und Diners Club, da diese Kreditkarten-Unternehmen die Karten selbst herausgeben. Sie haben eigene Notruf-Nummern. Ihre American Express-Kreditkarte können Sie unter der Nummer 069/97 97 10 00 und Ihre Diners Club-Karte unter 069/900 150 135 sperren.

Kosten für das Sperren der Karten

Ihre Bank darf kein Geld verlangen, falls Sie Ihre Karte sperren lassen. Die Bank erfüllt in diesem Fall nämlich nur eine sogenannte Nebenpflicht (§ 675f Abs. 4 Satz 2 BGB). Das gilt übrigens auch, falls Sie die Karte wieder entsperren oder aber die Bank eine Ersatzkarte nach dem Sperren der Originalkarte ausstellt.

Wer haftet, wenn Fremde die Karte nutzen?

Falls Unbefugte Ihre Kreditkarte oder Girocard benutzen, um zu bezahlen oder Geld abzuheben, haften Sie bis zum Sperren mit höchstens 50 Euro. Danach übernimmt die Bank die entstehenden Kosten. Bei den Kreditkarten-Unternehmen Mastercard und Visa gilt zudem eine sogenannte Zero Liability Policy. Das heißt, Kunden haften überhaupt nicht, falls ihre Karte für unautorisierte Zahlungen oder zum Abheben genutzt wird.

Klingt einfacher, als es ist: Sowohl die gesetzlichen Regeln als auch die Geschäftsbedingungen der Kreditkarten-Unternehmen schützen Sie nur, wenn Sie nicht leichtsinnig mit der Karte oder den Daten umgegangen sind. Sollte dies jedoch der Fall sein, werfen Ihnen die Banken in einigen Fällen grobe Fahrlässigkeit vor. Sie haften dann womöglich für den gesamten Schaden.

Was genau unter grob fahrlässig fällt, ist immer wieder Streitpunkt vor Gerichten. So urteilte zum Beispiel das Oberlandesgericht Düsseldorf und auch das Landgericht Berlin, dass es grob fahrlässig ist, die Girocard im verschlossenen Handschuhfach des Autos liegen zu lassen (26. Oktober 2007, Az. I-16 U 160/04 und 22. Juni 2010, Az. 10 S 10/09).

Schwierig wird es auch, wenn Sie die Karte verlieren oder jemand sie stiehlt und kurz danach zum Abheben oder Bezahlen mit PIN nutzt. Viele Banken vertreten den Standpunkt, dass die PIN sicher ist. Das heißt aus Sicht der Banken: Der Karteninhaber muss die PIN zusammen mit der Karte aufbewahrt haben, sonst hätte niemand anders die Karte nutzen können. Und genau das dürfen Bankkunden auf keinen Fall tun. Die Gerichte stimmen dieser Einschätzung der Banken oft zu und urteilen aufgrund dieses sogenannten Anscheinbeweises zugunsten der Banken.

Haftung beim kontaktlosen Bezahlen 

Die Kreditkarten-Unternehmen und Banken entwickeln ihre Karten stetig weiter. Zu den technischen Neuerungen der vergangenen Jahre gehört beispielsweise die sogenannte Near Field Communication (NFC), auf Deutsch Nahfeldkommunikation. Mit dieser Technik können Sie mit Ihrer Girocard oder Kreditkarte zahlen, ohne sie in ein Lesegerät zu stecken. Sie halten die Karte lediglich an das Gerät. In manchen Fällen funktioniert das sogar ohne das Eingeben der PIN, nämlich wenn der zu zahlende Betrag unter 25 Euro liegt.

Auch in diesen Fällen gilt die Zero Liability Policy von Mastercard und Visa. Bei Girocards haftet beim kontaktlosen Bezahlen ohne PIN oft bereits die kartenausgebende Bank.

Kontrollieren Sie regelmäßig die Kartenumsätze anhand Ihrer Kontoauszüge. Das gilt auch, falls die Karte verloren ging und Sie sie bereits gesperrt haben. Womöglich bemerken Sie nur beim Blick auf die Kontobewegungen, dass jemand anders die Karte oder eine Kartendublette nutzt oder das Sperren nicht geklappt hat. Zum Beispiel, weil Sie vergessen haben, die Girocard auch über Kuno sperren zu lassen.

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 16. März 2018


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