Online-Konto

So nutzen Sie Ihr Girokonto auch ohne Bankfiliale

Josefine Lietzau Stand: 28. Mai 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit Online-Konten können Sie alle Bankgeschäfte erledigen und sind durch das Online-Banking zeitlich flexibel.
  • Internet-Konten sind in der Regel preiswerter als Konten mit Filialservice.
  • Die Kontoeröffnung ist einfach und erfolgt online. Allerdings müssen Sie sich wie bei anderen Konten auch mit einem Ausweisdokument legitimieren.
  • Sie können ein Online-Konto auch eröffnen, falls Sie eine schlechte Schufa-Bewertung haben. Womöglich bietet Ihnen die Bank dann aber nur ein Basiskonto an. Ein solches Basiskonto hat nur eingeschränkte Funktionen und kostet häufig mehr als ein normales Girokonto.
So gehen Sie vor
  • Falls Sie bisher noch kein Online-Konto haben, können Sie zunächst zum Online-Modell Ihrer Filialbank wechseln und so testen, ob ein solches Konto das richtige für Sie ist.
  • Besonders günstige Online-Konten finden Sie bei der Comdirect, der Norisbank, der DKB und der Santander Consumer Bank. Was diese und andere Konten bieten und was sie kosten, zeigt Ihnen der Finanztip-Girokontorechner.

Zum Girokontorechner

  • Haben Sie sich für ein Angebot entschieden, eröffnen Sie das Online-Konto und legitimieren sich. Bis das Konto nutzbar ist und Sie alle Zugangsdaten haben, vergehen meist einige Tage.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Computer für das Online-Banking gesichert ist: mit aktuellem Betriebssystem und Virenschutz.

Ein Online-Konto ist ein Girokonto, mit dem Sie Ihre Bankgeschäfte immer dann erledigen können, wenn Sie Zugang zum Internet haben: über Ihren Computer zum Beispiel, über ein Tablet oder ein Smartphone. Das geht bei Direktbanken – also Banken ohne Filiale –, aber auch bei Filialbanken, und zwar zu jeder Zeit.

Was kann ein Online-Konto?

Mit dem Online-Konto können Sie fast alle Bankgeschäfte erledigen, die Sie auch aus der Bankfiliale kennen: den Kontostand abfragen, Geld überweisen, einen Dauerauftrag einrichten oder ändern. Die Umsätze sehen Sie über den Online-Banking-Zugang Ihrer Bank ein. Von den Öffnungszeiten Ihrer Bank sind Sie dabei nicht abhängig, das Online-Banking funktioniert schließlich rund um die Uhr.

Für die meisten Angestellten, Arbeiter und Beamten dürfte ein Online-Konto daher allemal genügend Leistungen bieten. Selbstständige können ihre Konten zwar ebenfalls online führen, allerdings gibt es dafür spezielle gewerbliche Konten, die die besonderen gesetzlichen Vorgaben für Selbstständige erfüllen.

Wer für ein privates Girokonto häufiger Leistungen benötigt, die sich nicht ohne Weiteres in der Online-Welt abwickeln lassen – etwa das Einzahlen von Bargeld –, sollte im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank zunächst prüfen, ob die Bank diese Leistungen überhaupt anbietet und zu welchem Preis. Es kann dann unter dem Strich günstiger sein, mit dem Girokonto bei einer Filialbank zu bleiben.

Wenn Sie ein Online-Konto bei einer Filialbank führen, steht Ihnen in der Regel auch der Service der Filialen offen. Sie können Überweisungen auf Papier abgeben, Kontoauszüge ausdrucken oder Geld über Selbstbedienungsautomaten überweisen. Die meisten Filialbanken verlangen bei ihren Online-Konto-Modellen aber höhere Gebühren für dieseDienste, denn die Modelle sind nicht auf den Filialservice ausgerichtet.

Wieviel kostet ein Online-Konto?

Welche Gebühren für ein Online-Konto anfallen, hängt von der jeweiligen Bank ab. Grundsätzlich bezahlen Sie aber weniger für ein Online-Konto als für andere Konten – solange Sie Ihre Bankgeschäfte auch tatsächlich online erledigen. Wenn Sie Kunde bei einer Filialbank sind und noch zweifeln, ob ein Online-Konto das passende Kontomodell ist, können Sie erstmal zum Online-Konto der eigenen Bank wechseln und schauen, ob Sie damit zurechtkommen.

Noch mehr lässt sich sparen, wenn Sie von einem Online-Konto einer Filialbank zu einem Konto bei einer Direktbank wechseln. Finanztip hat dies bei verschiedenen Banken ausgerechnet und festgestellt, dass so oft um die 100 Euro Ersparnis im Jahr drin sind.

Welches Online-Konto passt zu mir?

Wenn Sie ein günstiges Online-Konto suchen, finden Sie es über den Finanztip-Girokontorechner. Neben den Konten von Direktbanken listen wir im Rechner auch die Online-Konten von großen überregionalen Filialbanken. Sie werden also auch fündig, falls Sie doch ein  Konto mit Filialservice möchten.

Mit unserem Girokontorechner das beste Konto finden

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchten Sie kostenlos abheben?
Brauchen Sie eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken finden Sie am Ende des Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Das Besondere am Finanztip-Girokontorechner: Wir berechnen anhand eines Musterkunden, was das Konto im Jahr kostet. Denn wenn Banken von kostenlosen Konten reden, meinen sie das nur in Bezug auf die Kontoführungsgebühren. Für viele andere Leistungen fallen trotzdem Kosten an, diese bleiben in der Werbung aber unerwähnt.

Tipp: Falls Sie in einer Gegend mit wenigen Geldautomaten wohnen und Sie zu einer Direktbank wechseln wollen, sollten Sie sich informieren, ob die Geldautomaten in Ihrer Umgebung die Kreditkarte der gewählten Bank akzeptieren. Einige Sparkassen und Volksbanken sperren die Karten bestimmter Direktbanken aus, darunter die der DKB, die Santander Consumer Bank und die ING-Diba.

Online-Konto bei schlechter Schufa 

Auch wenn es um Ihre Finanzen etwas schlechter steht, können Sie ein Online-Konto eröffnen, egal ob bei einer Filial- oder einer Direktbank. Falls die Bank Sie ablehnt: Ein Basiskonto muss sie Ihnen eröffnen. Basiskonten sind Girokonten mit eingeschränkten Funktionen; so gewähren die Banken zum Beispiel bei diesen Konten in der Regel keinen Dispokredit.

Achtung: Direktbanken gewährleisten oft über Kreditkarten die kostenlose Bargeldversorgung. Diese Karten sind aber nicht bei jedem Basiskonto dabei. Falls Sie ein Basiskonto bei einer Direktbank eröffnen wollen, sollten Sie herausfinden, wie Sie an Bargeld kommen.

Beispiele für die Bargeldversorgung bei Basiskonten von Direktbanken

Bank

Kreditkarte

zum Basiskonto

kostenlos Bargeld in Deutschland über:
ComdirectneinGirocard bei Cash-Group-Automaten / Girocard bei Supermärkten²
Consorsbankja¹Kreditkarte am Geldautomaten / Girocard bei Supermärkten²
DKBnein

Girocard bei Supermärkten²

ING DibaneinGirocard bei ING-Diba-Automaten / Girocard bei Supermärkten²
NorisbankneinServicecard bei Maestro-Automaten
Santander Consumer BankneinGirocard bei Cashpool-Automaten / Girocard bei Supermärkten²

¹Es handelt sich um eine Debit-Kreditkarte.
²nur bei Mindesteinkaufsumme
Quellen: Websites der Anbieter (Stand: Mai 2018)

Wie eröffne ich ein Online-Konto?

Nachdem Sie das passende Online-Konto gefunden haben, füllen Sie das Antragsformular auf der Website der Bank aus und schicken es ab. Bei manchen Banken müssen Sie das Formular außerdem ausdrucken und auf dem Postweg einsenden. Ähnlich sieht es mit dem Nachweis Ihrer Identität aus: Bei manchen Banken funktioniert das nur über das Post-Ident-Verfahren, einige Banken bieten aber auch Video-Ident an.

Falls Sie bereits ein Girokonto haben und wechseln wollen, müssen Ihnen die Banken beim Kontowechsel helfen. Neben der gesetzlichen Kontowechselhilfe bieten viele Banken inzwischen auch einen digitalen Wechselservice an. In beiden Fällen informiert die neue Bank einige Ihrer Zahlungspartner und übernimmt Information zu Daueraufträgen.

Wie schnell Sie Zugriff auf Ihr Konto haben, hängt von der Bank ab. Die wird Ihnen die nötigen Unterlagen für das Online-Banking, die Karten zum Konto und die PIN in mehreren Briefen zusenden. Das heißt, dass es auch bei einem Online-Konto ein paar Tage dauern kann, bis Sie alles zusammenhaben und das Konto komplett nutzen können.

Wie sicher ist ein Online-Konto?

Noch zögern viele Verbraucher, ihr Girokonto komplett online zu führen. Gründe dafür sind zum Beispiel Sicherheitsbedenken. Doch wie unsicher Online-Banking ist, hängt auch vom Kunden ab. Wichtig ist, das Betriebssystem des Computers und die Antiviren-Software aktuell zu halten und gut auf die Bankdaten und persönlichen Daten zu achten. Tipps dazu gibt es in unserem Ratgeber zum Thema Online-Banking.

Die Banken bieten zudem unterschiedliche Sicherheitsverfahren für das Online-Banking an und entwickeln darüber hinaus immer wieder neue Verfahren. Damit reagieren sie auf Kriminelle, die es schaffen, bisherige Sicherheitsverfahren zu knacken. So gibt es inzwischen keine einfachen Kennwort-Listen (TAN-Listen) mehr. Stattdessen bieten Banken verschiedene Verfahren an, bei denen die TAN genau in dem Moment erzeugt wird, in dem Sie sie benötigen. So erledigen Sie Ihre Bankgeschäfte beispielsweise mit TAN, die Sie per SMS erhalten (mTAN) oder die Sie selbst mit einem kleinen Generator erzeugen (chipTAN). Eine weitere Möglichkeit ist die photoTAN: Dabei lesen Sie die TAN über einen Barcode mit dem Smartphone oder einem anderen Lesegerät ab.

Mehr dazu im Ratgeber Girokonto

  • Mit dem richtigen Girokonto können Sie Gebühren sparen und bekommen gute Leistungen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Comdirect, Norisbank, DKB, Santander, ING, Consorsbank

Zum Ratgeber

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 28. Mai 2018


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