Dispo überzogen

So holen Sie Ihr Konto aus dem Minus

Das Wichtigste in Kürze

  • Dispokredite sind teuer und eignen sich nur für kurze Zeiten im Minus. Die Zinsen bei Ratenkredite sind niedriger.
  • Schulden Sie um, wenn Sie absehbar länger im Minus sind.
  • Ratenkredite müssen Sie jedoch Monat für Monat abbezahlen. Achten Sie deshalb auf eine bezahlbare Ratenhöhe.
  • Mit Vergleichsportalen können Sie den für Sie günstigsten Kredit zum Umschulden finden.
  • Ihren Ratenkredit haben Sie für die Vertragslaufzeit sicher. Den Dispo dürfen Banken jederzeit kündigen.
  • Wenn Sie finanzielle Probleme haben, lassen Sie sich von Verbraucherzentralen oder einer Schuldnerberatungen helfen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Girokonto immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Die Miete ist gestiegen, das Gehalt leider nicht. Dann geht auch noch die Waschmaschine kaputt, und das Auto muss in die Werkstatt. Ehe sie sich versehen, rutschen manche Verbraucher in solchen Situationen in den Dispo. Und bleiben dort erst einmal. Das überzogene Konto wird von der Notlösung zum Alltag. Eine Abwärtsspirale droht: Schließlich verlangen die Banken für Dispokredite zweistellige Zinssätze. Es fällt den Betroffenen auch durch die hohe Verzinsung immer schwerer, das Konto wieder ins Plus zu drehen.

Auswege aus der Dispofalle

Zwei Wege bleiben Bankkunden bei häufiger und ausgeprägter Nutzung des teuren Dispokredits. Falls Sie Ersparnisse haben, zum Beispiel auf dem Tagesgeldkonto, sollten Sie zuerst diese nutzen, um den Dispo zu tilgen. Denn die Zinsen der Geldanlage sind praktisch immer niedriger als die Kreditzinsen, die Sie zahlen.

Ohne Ersparnisse können Sie aus einem teuren Dispo zumindest einen preiswerteren Ratenkredit machen. Erstens sparen Sie Zinsen, und zweitens bauen Sie die Schulden schrittweise ab. 

Ein Beispiel: Sie haben Disposchulden in Höhe von 3.000 Euro. Wenn Sie die umschulden und innerhalb von zwei Jahren abbauen, zahlen Sie im Vergleich deutlich weniger Zinsen.

Tilgung von Disposchulden

Dispo mit Tilgung Ratenkredit mit Tilgung
Nominaler Zinssatz pro Jahr 11,70 % 5,65 %
Ratenhöhe 140,80 € 132, 49 €
Laufzeit 24 Monate 24 Monate
Gezahlte Zinsen 379,21 € 179,74 €

Quelle: eigene Berechnung (Stand: 31. Mai 2016)

Doch nicht allen Verbrauchern gelingt es, so umzuschulden. Gehen Sie die Sache falsch an, führt der Ratenkredit nicht aus den Schulden hinaus, sondern noch weiter hinein. Das gilt vor allem, wenn Sie während der Umschuldung das Girokonto wieder überziehen.

Ausgaben und Einnahmen vor Kreditaufnahme vergleichen

Anders als einen Dispokredit müssen Sie den Ratenkredit mit regelmäßigen, monatlichen Zahlungen in einer bestimmten Zeit tilgen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie herausfinden, welche Kreditraten Sie sich überhaupt leisten können. Rechnen Sie genau. Weil hohe Raten bei der Tilgung helfen, gilt die Grundregel: so schnell wie möglich zurückzahlen, ohne wieder in den Dispo zu geraten. Führen Sie ein Haushaltsbuch, um einen Überblick zu bekommen.

Das Umschulden funktioniert nur, wenn Sie sich bewusst verhalten. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Kontostand nicht aufgrund anderer Ausgaben erneut ausreizen oder gar Konsumgüter über weitere Kredite finanzieren.

Den richtigen Ratenkredit finden

Bankkunden müssen den Kredit für die Umschuldung nicht bei der Hausbank aufnehmen und bei der Kreditaufnahme auch nicht angeben, dass sie das Geld für die Umschuldung brauchen. Vergleichsportale wie Check24, Finanzcheck und Smava helfen dabei, einen niedrig verzinsten Kredit bei einem anderen Kreditinstitut zu finden.

Falls Sie nicht wechseln wollen, können Sie diese guten Angebote zumindest nutzen, um mit Ihrer Bank über einen preiswerten Kredit zu verhandeln.

Verzichten Sie bei dem Ratenkredit auf eine Restschuldversicherung. Die macht den Kredit unnötig teurer. Oft verdoppelt sie die Zinsbelastung sogar. Passen Sie beim Abschluss des Ratenkredits auf: Nicht immer nennen die Banken die Restschuldversicherung beim Namen. Restschuldversicherungen sind für die Institute ein gutes Geschäft.

Namen für die Restschuldversicherung

Anbieter Restschuldversicherung
EasyCredit EasyCredit-Schutzbrief
Postbank PB Ratenschutz
Targobank Kreditlebensversicherung
Santander Ratenschutzversicherung

Ein zweiter Trick, den viele Banken anwenden: Sie bieten beim Umschulden einen viel größeren Kredit an als notwendig, um den Dispo auszugleichen. So werden die Schulden größer statt kleiner. Manchmal tappen Kunden aber auch von selbst in die Falle und beantragen von sich aus einen größeren Kredit als nötig.

Wenn die Kreditsumme jedoch nur etwas höher ist als die Disposchuld, haben Sie ein Polster für die erste Ratenzahlung. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie direkt wieder in den Dispo geraten.

Wer erfolgreich umgeschuldet hat, sollte den Dispo nicht mehr nutzen. Dafür ist eine Übersicht über die eigenen Finanzen und Selbstdisziplin nötig. Ein Haushaltsbuch kann auch dabei helfen.

Tipp

Senken Sie Ihren Disporahmen nach der Umschuldung. Aber streichen Sie ihn nicht ganz. Schließlich können sich immer finanzielle Notfälle ereignen, für die Ihnen das Geld fehlt. Ohne Dispo kommt es dann zum Beispiel zu Rücklastschriften oder Mahngebühren. Vermeiden Sie aber konsequent, den Dispo zu nutzen.

Falls die aktuelle Bank den Dispozins besonders hoch ansetzt, können Sie zu einem Anbieter mit einem niedriger verzinsten Dispokredit wechseln.

Dispo ist bei persönlichen Krisen besonders riskant

Der Ratenkredit ist sicher, einen Dispo kann die Bank jederzeit kürzen oder gar kündigen. Oft geschieht das gerade in schlechten Zeiten, also wenn Sie arbeitslos oder krank werden und den Dispo besonders nötig hätten. Oft wird der Dispo nur bis zum Zweifachen eines Monatseinkommens gewährt. Sinkt das Einkommen, schrumpft auch der Dispo.

Die meisten Banken räumen den Kunden dabei eine Abwicklungsfrist ein. In dieser Zeit müssen Sie Ihre Disposchulden begleichen und den neuen Disporahmen einhalten. Prinzipiell kann die Bank sogar fristlos kündigen.

Kürzt die Bank Ihren Dispo, sollten Sie eine sogenannte Rückführung mit Ihrer Hausbank vereinbaren. Die Konditionen dazu können Sie mit der Bank aushandeln. So gut wie bei einem günstigen Ratenkredit werden sie nicht sein. Die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen geht jedoch davon aus, dass die Banken nur den gesetzlichen Verzugszinssatz von zurzeit 4 Prozent berechnen dürfen, nicht den Überziehungszinssatz (BGB §288). Der Verzugszinssatz liegt immer 5 Prozent über dem Basiszinssatz.

Zwar können Bankkunden bei einer Kündigung auch einen Ratenkredit aufnehmen, doch dann stehen sie unter stärkerem Druck seitens der Bank. Die verschlechterte Bonität kann auch dazu führen, dass die Banken nur teurere Ratenkredite vergeben.

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Was tun bei gekündigtem Dispo

Wenn die Bank Ihren Dispokredit komplett kündigt, sollten Sie ein neues, zusätzliches Konto bei einer anderen Bank eröffnen. Falls die Geldinstitute Ihnen selbst ein Konto auf Guthabenbasis verweigern, können Sie sich an den verantwortlichen Ombudsmann oder eine der Verbraucherzentralen wenden. Eine Schuldnerberatungsstelle kann helfen, die Finanzen neu zu planen. Zudem unterstützen einige Beratungsstellen Sie bei den Verhandlungen mit der ersten Bank. Ab dem 19. Juni 2016 müssen Ihnen die Banken ein Basiskonto eröffnen, ein Girokonto auf Guthabenbasis. Damit setzt Deutschland eine Richtlinie der Europäischen Union um.

Das zweite Konto ist wichtig, weil die Banken Geldeingänge auf dem Konto mit den Disposchulden verrechnen dürfen (BGH Az.: XI ZR 286/04). Die Miete und andere Zahlungen gehen dann womöglich aufgrund der fehlenden Kontodeckung nicht von Ihrem Konto ab.

Ein Pfändungsschutzkonto hilft nur wenig, da die kontoführende Bank auch hier die Geldeingänge nutzen darf, um den Dispo zu tilgen. Diese sogenannten P-Konten dienen dazu, einen Grundbetrag vor der Pfändung zu schützen. Zumindest Sozialleistungen bleiben davon für zwei Wochen verschont.

Falls Sie kein Zweitkonto eröffnen können, bleibt Ihnen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zufolge noch eine weitere Möglichkeit: Sie verhandeln mit der Bank über die Trennung von P-Konto und Disposchulden. Das P-Konto überziehen Sie nicht mehr. Die Schulden führen Sie schrittweise zurück. Aber auch in solchen Fällen müssen Sie darauf achten, dass Sie die Raten überhaupt zahlen können.

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.