Direktbank

Geht es online günstiger?

Josefine Lietzau
Expertin für Bank und Kredit
12. April 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei Direktbanken verzichtest Du auf Filialen. Das heißt auch: keine Kontoauszugsdrucker, kein Schalter zum Geld einzahlen und kein Berater, der Dir vor Ort hilft.
  • Dafür sind Direktbanken meist günstiger. Sei es bei Girokonto oder Wertpapierdepot.
  • Als Kunde erledigst Du Deine Bankgeschäfte per Online-Banking, per Anruf oder über eine App auf dem Smartphone.
So gehst Du vor
  • Prüfe, ob Du Deine wichtigsten Bankgeschäfte problemlos auch bei einer Direktbank abwickeln könntest.
  • Vergleiche mit unseren Rechnern die Angebote für Girokonten, Tages- und Festgeld von Filialbanken und Direktbanken.
  • Entscheidest Du Dich für Online-Banking, müssen Dein Computer und Dein Smartphone sicher sein.

Bank ohne Schalter? Ansprechpartner nur per Mail oder Telefon? Klar! Direktbanken, also Banken ohne Filialnetz, sind heute alles andere als eine Ausnahmeerscheinung. Die ING und die DKB etwa gehören hierzulande zu den 20 Banken mit den größten Bilanzsummen. Was in den 90er-Jahren mit den ersten Direktbanken als Exoten in Deutschland begann, ist inzwischen Alltag. Wir erklären Dir, worauf Du bei Direktbanken achten solltest.

Direktbank oder Filialbank: Was ist billiger?

Während Filialbank-Kunden zum Beispiel Girokonten auch vollständig online nutzen und so die beiden Welten zusammenführen können, ist dies bei Direktbanken nicht möglich. Verbraucher verzichten komplett auf Filialen; die Mitarbeiter geben über Telefon und E-Mail Antworten.

Das hat Vorteile: Direktbanken bieten ihre Produkte und Leistungen in der Regel günstiger an als Filialbanken, auch wenn die Zeiten der komplett kostenlosen Girokonten inzwischen auch bei Direktbanken vorbei sind. 

Die Erklärung für die Preisunterschiede ist einfach: Filialbanken haben andere Kosten, da sie die Miete für die Geschäftsräume und die dortigen Mitarbeiter bezahlen müssen. Diese Ausgaben sparen sich Direktbanken: Sie verkaufen ihre Produkte direkt über ihre Website, Kundenkontakt ist oft unnötig.

Das beginnt bereits beim Eröffnen eines Girokontos oder beim Beantragen eines Kredits: Statt Deine Identität über das Postident-Verfahren nachzuweisen oder gar in eine Filiale zu gehen, kannst Du das Ganze bei vielen Direktbanken über das Videoident-Verfahren erledigen. Du musst das Wohnzimmer also nicht mehr verlassen. Das gilt auch für den Wechsel des Girokontos: Die meisten Direktbanken bieten dafür einen digitalen Wechselservice an.

Kostenfaktoren umgehen Direktbanken nicht nur beim Berater, der dem Kunden hilft, das Konto zu eröffnen, oder das Kreditangebot mit ihm durchgeht. So haben sie meist auch keine eigenen Geld­au­to­ma­ten. Die DKB und die Consorsbank gehören nicht einmal zu einem Automatenverbund, bei dem ihre Kunden kostenfrei mit der Girocard Geld holen können. Stattdessen versorgen sich ihre Girokonto-Kunden mit der Kreditkarte an den Automaten anderer Banken kostenlos mit Bargeld.

Ähnlich funktioniert es bei Wertpapierdepots: Es gibt Filialbanken, die Depots anbieten, für die ihre Kunden keinen Internetzugang brauchen. Diese Depots sind für die Kunden jedoch teuer, womöglich ist kein Direkthandel möglich oder die Kunden können keine kostengünstigen ETFs kaufen. Bei Direktbanken sind Depots oft preiswerter, das gilt auch für das Kaufen und Verkaufen.

Wer ein Girokonto eröffnen will, einen Kredit beantragt oder aber ein Depot braucht, steht also immer vor der Entscheidung: günstige Leistungen oder Filiale samt Mitarbeiter, die vor Ort beraten können.

Auf welche Punkte musst Du bei Direktbanken achten?

Bei der Entscheidung, ob Du zum Beispiel Dein Girokonto lieber bei einer Filialbank oder einer Direktbank hast, spielen aber nicht nur die Kosten eine Rolle. Wer lieber mit einem Berater von Angesicht zu Angesicht spricht, wird sich bei einer Direktbank nicht wohlfühlen. Auch beim Ablauf der Bankgeschäfte gibt es Unterschiede.

Woher bekommst Du Geld

Dass einige Direktbanken zu keinem Automatenverband gehören und auch keine eigenen Automaten aufstellen, spart ihnen Geld. Für Dich als Kunde ist das meist kein Problem, da Du in solchen Fällen mit der Kreditkarte Geld an den Automaten fremder Banken abholen kannst, und zwar kostenlos.

Doch das geht nicht immer gut: Manche Sparkassen und Volksbanken sperren die Kunden dieser Banken an ihren Automaten einfach aus, Du kannst also kein Geld abheben. Falls Du also in einer Gegend lebst, in der die meisten Automaten zu diesen Banken gehören, solltest Du Dich vor dem Wechsel zu einer Direktbank informieren, ob Du an den Automaten mit den Kreditkarten der gewählten Direktbank Geld abheben kannst. Oft nennen die Banken die jeweiligen Ausschlüsse im Preisaushang oder im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Außerdem dürfen die Automatenbetreiber bei Kreditkarten von Mastercard Gebühren verlangen, auch wenn es die kartenausgebende Bank selbst nicht tut und mit kostenlosem Abheben wirbt. Wir haben dazu bei den Banken nachgefragt, die zur Cash Group gehören: Bei ihren Automaten tauchen diese Extragebühren nicht auf.

Da bei den Karten auch Tageslimits gelten, kann es für Dich schwieriger sein, große Summen abzuheben. Das kann Folgen haben, wenn Du zum Beispiel ein gebrauchtes Auto bar bezahlen möchtest. Teilweise arbeiten dafür Direktbanken mit Filialbanken zusammen, so dass Du dann dort gegen eine Gebühr große Summen abholen kannst, zum Beispiel bei der Reisebank.

Geld abheben klappt also fast ohne Probleme. Doch was ist mit Geld einzahlen? Auch dafür gehen einige Direktbanken Kooperationen ein, zum Beispiel mit der Reisebank, aber auch mit unterschiedlichen Supermärkten, wenn Deine Bank mit barzahlen/viacash zusammenarbeitet. Falls Deine Direktbank so einen Service nicht anbietet, kannst Du Dein Geld auch in jeder beliebigen Filialbank einzahlen. Die Gebühren sind aber womöglich höher.

Wie erledigst Du Deine Bankgeschäfte

Einige Banken fokussieren sich bei Bankgeschäften auf das Smartphone. Für das Einloggen in das Bankkonto oder für die TAN-Verfahren zum Überweisen ist eine App nötig, ohne Smartphone klappen die Bankgeschäfte gar nicht mehr oder nur mit einem Generator, also einem zusätzlichen Gerät.

Allerdings gibt es bei dieser Entwicklung keinen Unterschied zwischen Filial- und Direktbanken. Falls Du also kein Smartphone hast oder aber Deine Bankgeschäfte nicht mit Hilfe einer App erledigen willst, achte bei der Wahl einer neuen Bank nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf die Umsetzung der Bankgeschäfte.

Sicherheit des Computers

Falls Du Dich für eine Direktbank und damit auch für das Online-Banking entscheidest, steht fest: Dein Computer muss sicher sein. Dafür brauchst Du zum Beispiel einen aktuellen Virenscanner. Ignorier zudem keine Updates für das Betriebssystem Deines Computers. Damit schließen Microsoft und Apple Sicherheitslücken, die zur Gefahr beim Online-Banking werden können.

Da das Smartphone inzwischen für das Online-Banking eine wichtige Rolle spielt, solltest Du auch die Updates für das Handy-Betriebssystem installieren. Wichtig: Ist das Betriebssystem zu alt, bieten die Banken die App aus Sicherheitsgründen nicht mehr an.

Außerdem solltest Du bei E-Mails von Banken und Zahlungsdienstleistern wie Paypal vorsichtig sein. Noch immer versuchen Kriminelle über gefälschte E-Mails (sogenannte Phishing-Mails) an die Daten von Verbrauchern zu kommen. Öffne daher keine Anhänge und gib nie Deine PIN oder TAN heraus. Deine Bank wird Dich nie danach fragen.

Achte auch auf eine verschlüsselte Internetverbindung, wenn Du Deine Bankgeschäfte erledigst. Die erkennst Du daran, dass die Internetadresse mit „https:“ beginnt anstatt mit „http:“. Verwende für Deine Bankgeschäfte keine fremden Computer oder öffentliche Wlan-Netzwerke.

Mit unseren Rechnern Angebote bei Direktbanken vergleichen

Beim Finanztip-Girokontorechner kannst Du Dich entscheiden: Brauchst Du eine Bank mit Filialen oder kannst Du darauf verzichten? Der Rechner filtert die passenden Konten heraus und berechnet an einem Beispielkunden, was das Konto in diesem Fall jährlich kosten würde:

Dein monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchst Du eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchst Du die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchtest Du Geld abheben?
Brauchst Du eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister FinanceAds GmbH & Co. KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein ver­brau­cher­freund­liches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken findest Du am Ende dieses Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Sichere Banken mit gut verzinsten Angeboten findest Du in den Finanztip-Rechnern in den Ratgebern zu Tagesgeld und Festgeld. Darunter sind einige Direktbanken.

Bei den Wertpapierdepots empfiehlt Finanztip sowohl Direktbanken als auch Filialbanken.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlst Du wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Finanztip-Empfehlungen: Unter den günstigen und vielseitigen Depots haben am besten abgeschnitten: ING, Comdirect und Consorsbank und DKB. Die günstigsten Anbieter sind: Smartbroker, Scalable Capital (Free Broker) und Trade Republic.

Zum Ratgeber

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