Direktbank

So bankst Du online und günstig

Josefine Lietzau Stand: 24. Januar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Filialen mit Beratern und Kontoauszugsdruckern suchst Du bei Direktbanken vergebens.

  • Dafür sind Direktbanken meist günstiger. Sei es bei Girokonto oder Wertpapierdepot.

  • Als Kunde erledigst Du Deine Bankgeschäfte per Online Banking, per Anruf oder über eine App auf dem Smartphone.

So gehst Du vor
  • Prüfe, ob Du Deine wichtigsten Bankgeschäfte problemlos auch bei einer Direktbank abwickeln könntest.
  • Vergleiche mit unseren Rechnern die Angebote für Girokonten, Tages- und Festgeld von Filialbanken und Direktbanken.
  • Entscheidest Du Dich für Online-Banking, muss Dein Computer sicher sein.

Bank ohne Schalter? Ansprechpartner per Mail oder Telefon? Klar! Direktbanken, also Banken ohne Filialnetz, sind heute alles andere als eine Ausnahmeerscheinung. Die ING und die DKB etwa gehören hierzulande zu den 20 Banken mit den größten Bilanzsummen. Was in den 90er-Jahren mit den ersten Direktbanken als Exoten in Deutschland begann, ist inzwischen Alltag.

Direktbank oder Filialbank: Was ist billiger?

Während Filialbanken-Kunden zum Beispiel Girokonten auch vollständig online nutzen und so die beiden Welten zusammenführen können, ist dies bei Direktbanken nicht möglich. Verbraucher verzichten komplett auf Filialen; die Mitarbeiter geben über Telefon und E-Mail Antworten.

Das hat Vorteile: Direktbanken bieten ihre Produkte und Leistungen in der Regel günstiger an als Filialbanken. Bei Tagesgeld und Festgeld verzinsen einige ihre Angebote besser als die Konkurrenz mit Filialnetz. Zudem: Wenn Kunden von Filialbanken deren Online-Konten nutzen, sparen sie zwar gegenüber den Filialangeboten, zahlen aber auch mehr für den Filialservice, falls sie ihn einmal nutzen.

Die Erklärung für die Preisunterschiede ist einfach: Filialbanken haben andere Kosten, da sie die Miete für die Geschäftsräume und die dortigen Mitarbeiter bezahlen müssen. Diese Ausgaben sparen sich Direktbanken: Sie verkaufen ihre Produkte direkt über ihre Website, Kundenkontakt ist oft unnötig.

Das beginnt bereits beim Eröffnen eines Girokontos oder beim Beantragen eines Kredits: Statt die Identität über das Post-Ident-Verfahren nachzuweisen oder gar in eine Filiale zu gehen, können neue Kunden das Ganze bei vielen Direktbanken inzwischen über das Video-Ident-Verfahren erledigen. Du musst das Wohnzimmer also nicht mehr verlassen. Das gilt mittlerweile auch für den Wechsel des Girokontos: Die Kunden erledigen das bei den meisten Direktbanken inzwischen über einen digitalen Wechselservice.

Kostenfaktoren umgehen Direktbanken nicht nur beim Berater, der dem Kunden hilft, das Konto zu eröffnen, oder das Kreditangebot mit ihm durchgeht. So haben sie meist auch keine eigenen Geldautomaten. Die DKB und die Consorsbank gehören nicht einmal zu einem Automatenverbund, bei dem ihre Kunden kostenfrei mit der Girocard Geld holen können. Stattdessen versorgen sich ihre Girokonten-Kunden mit der Kreditkarte an den Automaten anderer Banken kostenlos mit Bargeld.

Ähnlich funktioniert es bei Wertpapierdepots: Es gibt Filialbanken, die Depots anbieten, für die ihre Kunden keinen Internetzugang brauchen. Diese Depots sind für die Kunden jedoch teuer, womöglich ist kein Direkthandel möglich oder die Kunden können keine kostengünstigen ETF kaufen. Bei Direktbanken sind Depots oft preiswerter, das gilt auch für das Kaufen und Verkaufen.

Wer ein Girokonto eröffnen will, einen Kredit beantragt oder aber ein Depot braucht, steht also immer vor der Entscheidung: günstige Leistungen oder Filiale samt Mitarbeiter, die vor Ort beraten können.

Auf welche Punkte musst Du bei Direktbanken achten?

Bei der Entscheidung, ob Du zum Beispiel Dein Girokonto lieber bei einer Filialbank oder einer Direktbank hast, spielen aber nicht nur die Kosten eine Rolle. Wer lieber mit einem Berater von Angesicht zu Angesicht spricht, wird sich bei einer Direktbank nicht wohl fühlen. Auch bei weiteren Punkten beim Ablauf der Bankgeschäfte gibt es Unterschiede.

Woher bekommst Du Geld

Dass einige Direktbanken zu keinem Automatenverband gehören und auch keine eigenen Automaten aufstellen, spart ihnen Geld. Für Dich als Kunde ist das meist kein Problem, da Du in solchen Fällen mit der Kreditkarte Geld an den Automaten fremder Banken abholen kannst und das kostenlos.

Doch das geht nicht immer gut: Manche Sparkassen und Volksbanken sperren die Kunden dieser Banken an ihren Automaten einfach aus, Du kannst also kein Geld abheben. Falls Du also in einer Gegend lebst, in der die meisten Automaten zu diesen Banken gehören, solltest Du Dich vor dem Wechsel zu einer Direktbank informieren, ob Du an den Automaten mit den Kreditkarten der gewählten Direktbank Geld abheben kannst. Oft nennen die Banken die jeweiligen Ausschlüsse im Preisaushang oder im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Wie erledigst Du Deine Bankgeschäfte

Einige Banken fokussieren sich bei Bankgeschäften auf das Smartphone. Für das Einloggen in das Bankkonto oder für die TAN-Verfahren zum Überweisen ist eine App nötig, ohne Smartphone klappen die Bankgeschäfte gar nicht mehr oder nur mit einem Generator, also einem zusätzlichen Gerät.

Allerdings gibt es bei dieser Entwicklung keinen Unterschied zwischen Filial- und Direktbanken. Falls Du also kein Smartphone haben oder aber Deine Bankgeschäfte nicht mit Hilfe einer App erledigen willst, achte bei der Wahl einer neuen Bank nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf die Umsetzung der Bankgeschäfte.

Sicherheit des Computers

Falls Du Dich für eine Direktbank und damit auch für das Online-Banking entscheidest, steht fest: Dein Computer muss sicher sein. Dafür brauchst Du zum Beispiel einen aktuellen Virenscanner. Ignorier zudem keine Updates für das Betriebssystem Deines Computers. Damit schließen Microsoft und Apple Sicherheitslücken, die zur Gefahr beim Online-Banking werden können.

Da das Smartphone inzwischen für das Online-Banking eine wichtige Rolle spielt, solltest Du auch die Updates für das Handy-Betriebssystem installieren. Wichtig: Ist das Betriebssystem zu alt, bieten die Banken die App aus Sicherheitsgründen nicht mehr an.

Außerdem solltest Du bei E-Mails von Banken und Zahlungsdienstleistern wie Paypal vorsichtig sein. Noch immer versuchen Kriminelle über gefälschte E-Mails (sogenannte Phishing-Mails) an die Daten von Verbrauchern zu kommen. Öffne daher keine Anhänge und gib nie Deine PIN oder TAN heraus. Deine Bank wird Dich nie danach fragen.

Achte auch auf eine verschlüsselte Internetverbindung, wenn Du Deine Bankgeschäfte erledigst. Die erkennst Du daran, dass die Internetadresse mit „https:“ beginnt statt mit „http:“. Überdies solltest Du darauf verzichten, für Deine Bankgeschäfte fremde Computer oder öffentliche Wlan-Netzwerke zu verwenden.

Mit unseren Rechnern Angebote bei Direktbanken vergleichen

Beim Finanztip-Girokontorechner kannst Du Dich entscheiden: Brauchst Du eine Bank mit Filialen oder kannst Du darauf verzichten? Der Rechner filtert die passenden Konten heraus und berechnet an einem Beispielkunden, was das Konto in diesem Fall jährlich kosten würde:

Dein monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchst Du eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchst Du die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchtest Du Geld abheben?
Brauchst Du eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken findest Du am Ende dieses Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Sichere Banken mit gut verzinsten Angeboten findest Du in den Finanztip-Rechnern in den Ratgebern zu Tagesgeld und Festgeld. Darunter sind einige Direktbanken.

Bei den Wertpapierdepots empfiehlt Finanztip sowohl Direktbanken als auch Filialbanken.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

  • Mit dem richtigen Wertpapierdepot zahlst Du wenig fürs Kaufen und Verkaufen von Aktienfonds (ETFs).
  • Finanztip-Empfehlungen: Als Kombiangebot aus Depot, Girokonto und Kreditkarte haben am besten abgeschnitten: DKB, Comdirect und Consorsbank. Die günstigsten Anbieter sind: Smartbroker, Onvista-Bank und Trade Republic.

Zum Ratgeber

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 24. Januar 2020


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