MSCI EMU ETFs

Mit Aktien günstig im Euroraum investieren

Das Wichtigste in Kürze

  • Der MSCI EMU ist der Index für den Euroraum, der am breitesten streut.
  • Vertreten sind 242 Aktien aus zehn Ländern; es gibt ein ausreichendes Angebot an börsengehandelten Indexfonds (ETFs).
  • ETFs auf den MSCI EMU sind eine Ergänzung zum MSCI World, wenn Sie den Euranteil im Depot erhöhen möchten.
  • MSCI-EMU-Indexfonds brachten zwischen 2013 und 2017 im Durchschnitt rund 12 Prozent Rendite pro Jahr.
  • Anleger, die Vermögen aufbauen wollen, liegen mit einem thesaurierenden ETF richtig. Er schüttet Dividenden nicht aus, sondern spart sie im Fonds an.
  • Ein ausschüttender Fonds hingegen schreibt Dividenden in der Regel einmal im Jahr auf dem Konto gut.

So gehen Sie vor

  • Die Wertentwicklung eines ETF nach Abzug der Kosten hängt von mehreren Faktoren ab und kann schwanken: Sie sollten nicht in erster Linie danach entscheiden.
  • Wichtiger ist, sich zu überlegen, ob Sie mithilfe des ETFs Vermögen aufbauen und Dividenden ansparen möchten, oder ob Sie Ausschüttungen erhalten wollen.
  • Wir empfehlen den thesaurierenden ETF von iShares (IE00B53QG562) und die ausschüttenden ETFs der UBS (LU0147308422) und von Xtrackers (LU0846194776).
  • Schauen Sie, welchen ETF Sie günstig bei Ihrem Depotanbieter bekommen.
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Wer sich kostengünstig und ohne großen Aufwand am Aktienmarkt beteiligen will, kann dies mithilfe von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) tun. Sie bilden einen bestehenden Aktienindex einfach nach. Weil kein Fondsmanager nötig ist, sind die Kosten von ETFs mit 0,2 bis 0,4 Prozent pro Jahr sehr gering.

Finanztip empfiehlt, möglichst breit über Länder, Branchen und Währungen zu streuen, um Schwankungen besser auszugleichen. Wenn es mit Aktien in einem Land oder in einer Branche nach unten geht, ist dies nicht so schlimm. Denn anderswo geht es vielleicht zeitgleich nach oben.

Für wen eignen sich Euro-ETFs?

Am besten bekommt die breite Streuung der weltweite Aktienindex MSCI World hin. Er vereinigt die mehr als 1.600 nach Börsenwert größten Aktien der Welt. Mehr als 60 Prozent gehören diese Wertpapiere allerdings zu US-Unternehmen. Falls Sie in Ihrer Geldanlage einen größeren Fokus auf Europa legen möchten, können Sie daher breit gestreute europäische Indizes beimischen.

Sie können zum Beispiel in den Stoxx Europe 600 investieren. Der Index bündelt die 600 größten Unternehmen aus 18 Ländern Europas. Mit dem britischen Pfund, der Schwedischen Krone oder dem Schweizer Franken sind neben dem Euro auch andere Währungen beteiligt. Die Mischung entspricht dem Gedanken, (Währungs-)Risiken breit zu streuen.

Auch der MSCI Europe, der mehr als 400 Aktien großer europäischer Unternehmen bündelt, kommt infrage. Sparer haben eine recht große Auswahl an ETFs, die den MSCI Europe nachbilden. Die durchschnittliche Rendite über die vergangenen Jahre und die Schwankungsbreite lag bei beiden Indizes nah beieinander.

Falls Sie den Anteil an in Euro lautenden Aktien erhöhen wollen, können Sie ergänzend in den MSCI EMU investieren, der nur Aktien aus dem Euroraum berücksichtigt. Insgesamt fasst der Index die Aktien der 242 größten Unternehmen aus zehn Euroländern zusammen. Folgende Tabelle fasst die Unterschiede noch einmal zusammen.

Breit gestreute Indizes im Vergleich

Index Anlageregion Indexkonzept Anteil der wichtigsten Länder
MSCI World weltweit Die 1632 nach Börsenwert größten Unternehmen der Industriestaaten. Große und mittlere Konzerne. 60,04 % USA, 8,74 % Japan, 6,63 % Großbritannien, 3,71 % Frankreich, 3,64 % Kanada, 3,4 % Deutschland, 3,14 % Schweiz, 2,68 % Australien, 1,21 % Niederlande, 1,18 % Hongkong
Stoxx Europe 600 Europa Die 600 größten Unternehmen aus 18 europäischen Ländern. Große, mittlere und kleine Firmen. 32 % Großbritannien, 15 % Frankreich, 14 % Schweiz, 13 % Deutschland, 5 % Spanien, 5 % Schweden, 4 % Niederlande, 4 % Italien, 3 % Dänemark, 2 % Belgien
MSCI Europe Europa 448 Konzerne aus 15 europäischen Ländern repräsentieren ca. 85 % des Gesamtmarktes. Große und mittlere Firmen. 29 % Großbritannien, 15 % Frankreich, 14 % Deutschland, 13 % Schweiz, 5 % Niederlande, 5 % Spanien, 5 % Schweden, 4 % Italien, 3 % Dänemark, 2 % Belgien, 2 % Finnland, 1 % Norwegen, 1 % Irland, 0,3 % Österreich, 0,2 % Portugal
MSCI EMU Eurozone Die 242 größten Unternehmen aus 10 Ländern der Eurozone. Marktabdeckung zirka 85 %. Große und mittlere Konzerne. 32 % Frankreich, 30 % Deutschland, 12 % Spanien, 9 % Niederland, 8 % Italien, 4 % Belgien, 3 % Finnland, 1 % Irland, 1 % Portugal, 1 % Österreich

Quelle: MSCI, Stoxx (Stand: 16. Januar 2017)

Welche ETFs kommen infrage?

Zum Zeitpunkt unserer Analyse im April 2018 gab es fünf Indexfonds (ETFs) auf den MSCI EMU, die an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Zwei davon haben wir ausgeschlossen, weil sie noch nicht lange genug am Markt sind. Die anderen drei Indizes, die den Euroraum abbilden, haben wir für Sie genauer unter die Lupe genommen.

Der ETF der Marke iShares (ISIN: IE00B53QG562) ist ein sogenannter thesaurierender Fonds: Er legt die laufenden Erträge aus Dividenden, Zinsen und anderen Finanzgeschäften wieder an. Die ETFs der Anbieter UBS (ISIN: LU0147308422) und Xtrackers (ISIN: LU0846194776) sind ausschüttende ETFs: Sie schreiben die Dividenden ein oder mehrmals im Jahr auf dem Konto des Anlegers gut.

Finanztip empfiehlt diese ETFs auf den MSCI EMU

Die drei ETFs, die Finanztip empfiehlt, sind allesamt physisch replizierend. Das bedeutet: Sie haben die im MSCI EMU enthaltenen Aktien auch tatsächlich eingekauft.

Wertentwicklung und Gewinn von ETFs auf den MSCI EMU

Index ISIN Ertragsverwendung Kostenquote (TER) p.a. durchschnittliche Wertentwicklung (2013 - 2017) p.a. Gewinn (2013 - 2017), Anlage 10.000 €
MSCI EMU 10,66 % 6.590 €
iShares IE00B53QG562 thesaurierend 0,33 % 11,01 % 6.855 €
UBS LU0147308422 ausschüttend 0,18 % 11,04 % 6.881 €
Xtrackers LU0846194776 ausschüttend 0,15 % 10,79 % 6.690 €

Quelle: Anbieter, Finanztip-Berechnung (Stand: 8. März 2018)

Alle Fonds haben besser abgeschnitten als der Netto-Index des MSCI EMU. Der Netto-Index gilt bei ETFs in der Regel als Maßstab; er bildet die Wertentwicklung der im Index enthaltenen Aktien inklusive Dividenden ab. Quellensteuern sind abgezogen. Diese Steuern werden direkt im jeweiligen Herkunftsland eines Unternehmens von den Gewinnausschüttungen einbehalten.

Wenn die ETFs besser abschneiden als der Netto-Index bedeutet das vereinfacht gesagt, dass der Fonds sich zunächst Teile der abgeführten Quellensteuer über Doppelbesteuerungsabkommen zurückholen und auch über den kurzfristigen Verleih von Aktien zusätzlich Einnahmen erzielen konnte. Die Verwaltungskosten haben dann den Zusatzertrag nicht vollständig aufgezehrt. Details dazu lesen Sie im Ratgeber ETFs.

Den richtigen ETF auswählen

Die Entscheidung, welchen ETF Sie am Ende wählen, können Sie nach persönlichen Kriterien treffen. Wollen Sie Vermögen aufbauen, ist ein ETF besser, der Dividenden mit anspart. Diese verzinsen sich mit. Wer längerfristig anlegt, kann sich über einen spürbaren Zinseszinseffekt freuen. Brauchen Sie die Dividendenzahlungen, etwa um die ab 2018 jährlich fällige Vorabsteuer auf Fondserträge zu bezahlen, sind diese ETFs die richtige Wahl.

Sie sollten aber auch schauen, welchen ETF Sie günstig bei Ihrer Depotbank oder Ihrem Broker bekommen. Wenn Sie es nicht schon haben, suchen Sie sich in jedem Fall zunächst ein kostenloses Wertpapierdepot. Je höher die Gebühren beim Kauf sind, umso mehr wird die jährliche Rendite geschmälert.

Kosten und die kurzfristige Wertentwicklung sollten dagegen keine Auswahlkriterien sein. In der Regel schwankt die Rendite nach Kosten von Jahr zu Jahr. Der ETF muss also jedes Jahr aufs Neue beweisen, ob und um wie viel er den jeweiligen Netto-Index schlagen kann. Da sich die Steuerregeln seit 2018 angeglichen haben, sind auch steuerliche Aspekte für die Wahl nicht länger ausschlaggebend. Details dazu finden Sie auch in unserem Ratgeber ETFs und im Blog-Artikel.

UBS ETF – MSCI EMU
ISIN LU0147308422 / WKN 633611

  • ETF auf den MSCI EMU

Xtrackers ETF MSCI EMU
ISIN LU0846194776 / WKN DBX0GJ

  • ETF auf den MSCI EMU

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

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So haben wir untersucht

Untersuchung ETFs auf den MSCI EMU 2018
Folgende Auswahlkriterien mussten die ETFs erfüllen, um in die Analyse aufgenommen zu werden:

  • Die Fondsanteile müssen an einer deutschen Börse gehandelt werden. Andernfalls steigen die Nebenkosten beim Erwerb an.
  • Die gesetzlich vorgeschriebenen Anleger-Informationen müssen auf einer deutschsprachigen Website abrufbar sein.
  • Wir haben nur ETFs berücksichtigt, die vor 2013 auf den Markt kamen. Denn ohne eine entsprechende Historie ist eine Untersuchung der Wertentwicklung kaum aussagekräftig.
  • Das Fondsvolumen beträgt wenigstens 100 Millionen Euro. Zu kleine Fonds sind langfristig möglicherweise nicht rentabel. Sie laufen Gefahr, zusammengelegt oder geschlossen zu werden.

Berechnet haben wir die Wertentwicklung der Fonds. Dazu haben wir die von den Fondsgesellschaften ausgewiesenen Netto-Inventarwerte (NAV) herangezogen. Der NAV ist die Summe aller Vermögenswerte abzüglich der Verbindlichkeiten und Kosten geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile. Er wird auf Basis der Schlusskurse der im Fonds enthaltenen Wertpapiere berechnet. Die Verwaltungskosten (Total Expense Ratio, TER) sind im NAV bereits enthalten.

Bei den ausschüttenden ETFs haben wir künstlich eine Thesaurierung nachempfunden. Dafür haben wir die Ausschüttungen ohne Abzug von Steuern der Fondsanlage gutgeschrieben.

Die Tabelle zeigt die Grundgesamtheit unserer Analyse. Wir haben die ETFs nach der Höhe des investierten Vermögens geordnet.

ETFs auf den MSCI EMU

Anbieter ISIN Ertragsverwendung investiertes Vermögen in Mio. € Auflagedatum Kommentar
UBS ETF (LU) MSCI EMU UCITS ETF (EUR) A-dis LU0147308422 ausschüttend 2.340,1 € 19.09.2002
Xtrackers MSCI EMU UCITS ETF 1D LU0846194776 ausschüttend 2.169,5 € 28.11.2012
iShares MSCI EMU UCITS ETF IE00B53QG562 thesaurierend 1.876,1 € 12.01.2010
Amundi Index MSCI EMU UCITS ETF LU1602144575 thesaurierend 1.355,2 € wird zum 20. April 2018 neu aufgelegt
SPDR MSCI EMU UCITS ETF IE00B910VR50 thesaurierend 397,4 € 25.01.2013 knapp zu jung für die Berechnung der Fünfjahresrendite 2013 bis 2017

Quelle: Anbieter, Börse Frankfurt (Stand: 11. April 2018)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.