Roadtrip
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Mit der richtigen Kreditkarte zum Mietwagen

Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Flughafen von Palma de Mallorca. Sie freuen sich auf den Urlaub, auf Sonne, Strand und Entdeckungstouren mit dem Mietwagen. Doch als der Mitarbeiter am Schalter der Mietwagenfirma Ihre Kreditkarte sieht, wird er ganz ernst. Damit könne er Ihnen den Wagen nicht geben. Das sei eine „Debitkarte“, keine Kreditkarte. Und jetzt? Zu Fuß die 32 Kilometer zum Hotel?

Einem Mitarbeiter von Finanztip ist genau das passiert, als er seine Mastercard von der Berliner Bank N26 vorlegte. Ähnliche Dramen könnten sich künftig bei den neun Millionen Kunden von Deutschlands größter Onlinebank ING abspielen – falls sie sich nicht vorbereiten.

Woran liegt es, dass Mietwagenfirmen manche Kreditkarten akzeptieren und manche nicht – obwohl das Gleiche draufsteht, also Visa oder Mastercard? Dazu müssen Sie wissen, dass es mehrere Sorten von Karten gibt. Erstens: Echte Kreditkarten, bei denen die Beträge gesammelt und später fällig werden. Zweitens: Sogenannte Debitkarten, die sofort auf das Girokonto zugreifen. Und drittens eine Art Zwischenstufe, also etwas langsamere Debitkarten, die mit ein paar Tagen Verzögerung vom Girokonto abbuchen.

Mit einer echten Kreditkarte bekommen Sie Ihren Mietwagen fast immer. Auch mit der Zwischenstufe klappt das oft. Mit einer reinen Debitkarte wird es hingegen schwierig (übrigens auch mit sogenannten Prepaid-Karten, aber das ist eine andere Geschichte). Mit Debitkarten haben Autovermieter oft Probleme, sich die Kaution zu sichern. Beim Vergleichsportal billiger-mietwagen.de heißt es zum Beispiel: „Die meisten Autovermieter akzeptieren nur vollwertige Kreditkarten mit Verfügungsrahmen. Debitkarten reichen dagegen meist nicht aus.“ Und Check24 gibt an, dass „Debitkarten meist nur sehr eingeschränkt angenommen“ werden.

Die ING wird Mitte September von der Zwischenstufe auf eine reine Debitkarte umstellen. Bestehende Karten werden fortan wie Debitkarten funktionieren. Kein Entkommen also. Sie können Ihr Konto bei der ING natürlich kündigen, aber es ist ja ansonsten empfehlenswert. Wer als ING-Kunde auf Nummer sicher gehen will, sollte sich also eine zweite, richtige Kreditkarte besorgen. Auch wenn ein Sprecher der ING uns sagte, dass die „Debitkarte rein technisch auch bei Autovermietungen und Hotels einwandfrei funktioniert. Jeder Händler entscheidet jedoch selbst, welches Zahlungsmittel er zulässt.“

Es ist im Urlaub ohnehin sicherer, zwei Karten dabeizuhaben, falls eine – aus welchen Gründen auch immer – streikt. Wir empfehlen die Barclaycard* (Visa) und die 1-plus-Visa-Card* von Santander, für die Sie kein neues Girokonto eröffnen müssen. Beide Karten kommen ohne laufende Gebühren aus. Wichtig: Sie sollten offene Beträge zum Buchungstermin ausgleichen, sonst werden hohe Zinsen fällig!

Auch wenn Sie ein Girokonto bei unseren Empfehlungen DKB*, Santander, Comdirect* oder Norisbank* haben, besitzen Sie bereits eine echte Kreditkarte.

Hatten Sie schon mal Probleme, einen Mietwagen zu bekommen, weil Ihre Karte die falsche war? Erzählen Sie uns davon!

Zum Ratgeber

8 KOMMENTARE

  1. Zitat: Echte Kreditkarten, bei denen die Beträge gesammelt und später fällig werden. (impliziert 100% werden automatisch gegen ein laufendes Konto ausgeglichen)
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    Sorry, aber auch das sind keine „echten“ Kreditkarten, das sind Charge Cards. Bei echten Credit Cards muss man immer selbständig das Kartenkonto ausgleichen – in Teilen oder komplett … z.B. siehe oben erwähnte Barclycard.

      • Sorry, aber ich sehe es wie mein Vorredner. Wenn man als professionelle Seite Verbraucherinformationen rüber bringen möchte, dann darf man auch nicht bei Basisinformationen zu sehr verallgemeinern oder zusmmenfassen, ohne dies auch ausdrücklich zu Kennzeichnen, da man ansonsten nur „Halbwissen“ weitergibt – ich glaube, dies entspricht dem Anspruch dieser Seite.
        Andere Verbraucherinformierer differenzieren hier regelmäßig (z.B. test.de https://www.test.de/Kreditkarten-Spiel-mit-zwei-Truempfen-1528768-1528901/) … oder denken Sie, dass Sie mündige Verbraucher, die sich hier ja aktiv informierenm mit derartigen Basisinformationen schon überfordern?

        • Unser Newsletter ist tatsächlich anders positioniert. Sie verweisen auf einen Ratgeber mit 11 Unterpunkten. In unseren Ratgebern auf der Website finden Sie vergleichbare Informationen ebenfalls in ausführlicher Form. Für den Newsletter haben wir einen anderen Ansatz gewählt: Dort konzentrieren wir uns bei jedem Thema auf wenige Aspekte. Es soll so einfach wie möglich sein und vor allem auch Laien ansprechen. Dabei können wir zwangläufig nicht alles aufschreiben, was wir wissen. Wir sind glücklich, dass das Konzept bei unseren Lesern in den allermeisten Fällen sehr gut ankommt. Wenn Sie ausführlichere Infos mit allen Details suchen, finden Sie sie rund um die Uhr auf finanztip.de.

          • Ok, verstanden … aber dann wäre zumindest ein Link zu dem angesprchenen Artikel hilfreich, in dem dann die genauen Unterschiede erklärt werden oder?
            So ist dem Artikel nicht zu entnehmen, dass es eigentlich noch weitere Unterschiede gibt. Man müsste es ja schon vorher wissen und dann gezielt hier proaktiv auf die Suche gehen … Hier sehe ich Verbesserungspotential in puncto Nutzerfreundlichkeit.

          • ich meinte „prominenter Link mit Hinweis auf weitere Unterschiede“ – nicht einfach in im Text hinterlegter Link … habe mich etwas missverständlich ausgedrückt.

          • Sie haben recht, dass so ein anmoderierter Link manchmal sehr hilfreich ist. Ab und zu machen wir das auch. In diesem Text ist zum Beispiel die Prepaid-Kreditkarte so verlinkt: „… (übrigens auch mit sogenannten Prepaid-Karten, aber das ist eine andere Geschichte)“. Die Unterschiede bei den übrigen Kreditkarten hingegen nur als einfacher Link. Da müssen wir jedesmal abwägen: Soll der Link einen so prominenten Status bekommen oder lenkt das nur unnötig ab? Das ist nicht schwarz-weiß. Ich nehme in unsere internen Diskussionen, die wir laufend führen, mit, dass Sie sich häufer prominentere Links wünschen. Besten Dank auf jeden Fall für Ihren Vorschlag!

  2. Nach meiner Erfahrung fragen Autovermieter (z.B. Hertz in England oder auch Interent) nach einer hochgedruckten Kreditkarte. Solche Hochgedruckten werden auch als Debitkarten akzeptiert, wenn genügend Bimbes drauf ist, um Kaution und Wagenmiete abzudecken; solche hocgedruckten Debitkarten gibt es beispielsweise als Mastercard von SKRILL + NETELLER (England) für 10 Euro Jahresgebühr oder aber auch von Banco Sabadell in Spanien mit der Eröffnung eines kostenlosen Girokontos, solange dort jeden Monat 700 Euro eingehen.

    Akzeptieren viel Autovrmieter auch Bargeld-Kautionen (Internet z.B. 300 Euro); im Ausland gerade auf den Kanaren fast alle, auch der héineimischen kleineren Vermieter.

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