Kinderfreibetrag

Von diesen Steuervorteilen profitieren Eltern

Udo Reuß Stand: 16. August 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Eltern können eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen erhalten. So steht ihnen entweder Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zu. Zusätzlich zum Kindergeld bekommen Geringverdiener auf Antrag den sogenannten Kinderzuschlag.
  • Darüber hinaus können der Ausbildungsfreibetrag, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende und Kinderbetreuungskosten die Steuern senken.
  • Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann von der Kinderzulage profitieren.
So gehen Sie vor
  • Kindergeld und Kinderzuschlag beantragen Sie bei der Familienkasse.
  • In der Steuererklärung füllen Sie für jedes Kind die Anlage Kind aus.
  • Mit der Anlage Kind beantragen Sie den Abzug von Kinderbetreuungskosten, Schulgeld und auch den Ausbildungsfreibetrag für ein auswärts wohnendes, volljähriges Kind in Berufsausbildung.
  • Nach Trennung und Scheidung gilt: Während das Kindergeld nur ein Elternteil bekommt, können sich die Eltern die steuerlichen kinderbezogenen Freibeträge aufteilen.
  • Umfassende Steuertipps und Ausfüllhinweise enthält unser kostenloses 42-seitiges Steuer-E-Book für die Steuererklärung 2018, das Sie sich hier herunterladen können.

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Kinder schenken viel Freude, kosten aber auch viel Geld. Einen Teil davon können Eltern sich über die Steuererklärung zurückholen, weil der Staat Familien mit Kindern und Alleinerziehende unterstützt. Eines der wichtigsten Förderinstrumente ist das Kindergeld. Darüber hinaus können Eltern aber auch zahlreiche Steuervorteile nutzen. Das Einzige, was sie dafür tun müssen, ist, eine Steuererklärung abzugeben. Wer die Anlage Kind sorgfältig ausfüllt, hat die größte Hürde schon genommen.

Wem steht Kindergeld oder ein Kinderfreibetrag zu?

Sie können für Ihr Kind nur entweder Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. Für einige Steuerzahler bringen die Kinderfreibeträge einen zusätzlichen steuerlichen Vorteil. Wenn Sie eine Steuererklärung samt Anlage Kind für jedes Kind ausfüllen, dann wendet das Finanzamt automatisch die für Sie günstigste Variante an. 

Kindergeld steht Ihnen ab der Geburt Ihres Kindes zu. Es wird monatlich ausgezahlt.

Monatliches Kindergeld

Jahrfür das erste und zweite Kind je
2014184 €
2015188 €
2016190 €
2017192 €
2018194 €
ab 1. Juli 2019204 €

Quelle: § 66 Einkommensteuergesetz (Stand: Juli 2019)

Der Gesetzgeber hat in den vergangenen Jahren das Kindergeld jedes Jahr erhöht. 2018 gab es für das erste und zweite Kind jeweils 194 Euro, für das dritte 200 Euro und ab dem vierten Kind 225 Euro.

Seit Juli 2019 gibt es für jedes Kind monatlich zehn Euro mehr: für das erste und zweite Kind also 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro. Um weitere 15 Euro soll das Kindergeld zum 1. Januar 2021 steigen.

Kindergeld nur auf Antrag

Alle Eltern sollten Kindergeld beantragen, denn zahlreiche Vergünstigungen, beispielsweise im Steuerrecht, hängen vom Kindergeldanspruch ab. Ob ein solcher besteht, weiß das Finanzamt nur, wenn Sie einen Kindergeldantrag gestellt haben.

Das Kindergeld beantragen Sie bei der Familienkasse. Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Kasse für Sie zuständig ist, kann Ihnen bei der Suche ein Ortsverzeichnis der Bundesagentur für Arbeit helfen. Die Formulare und Merkblätter stellt die Arbeitsagentur online zur Verfügung.

Sie benötigen für den Antrag die Steueridentifikationsnummern des Kindes sowie des Elternteils, der das Kindergeld erhalten soll.

Eltern erhalten nicht nur für ihren leiblichen Nachwuchs Kindergeld und Kinderfreibeträge, sondern auch für Pflegekinder und adoptierte oder angenommene Kinder. Voraussetzung ist, dass das Kind seinen familiären Mittelpunkt bei den Pflegeeltern hat (§ 32 EStG und § 63 EStG).

Einen Überblick über die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zum Kindergeld finden Sie in einem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit. Es enthält Informationen zur Antragstellung, den Anspruchsvoraussetzungen sowie zur Höhe und Dauer der Zahlung.

Kinderzuschlag für Geringverdiener

Als Geringverdiener können Sie den Kinderzuschlag als Ergänzung zum Kindergeld bei der Familienkasse beantragen. Der höchstmögliche Kinderzuschlag beträgt seit Juli 2019 monatlich 195 Euro. Ab 2019 müssen Sie im Antrag auf Kinderzuschlag die Steueridentifikationsnummer des Kindes angeben.

Kinderfreibeträge

Für die meisten Eltern bringt die Auszahlung des Kindergelds mehr als der Kinderfreibetrag. Wenn Sie eine Steuererklärung abgeben, prüft das Finanzamt automatisch, was für Sie günstiger ist. Falls für Sie die Kinderfreibeträge günstiger sind, rechnet es im Steuerbescheid das Kindergeld hinzu, um die festzusetzende Einkommensteuer zu berechnen. Die Kinderfreibeträge spielen zudem bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags eine Rolle.

Der gesamte Kinderfreibetrag besteht aus zwei Teilen: dem Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes (sächlicher Kinderfreibetrag) und dem Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA). Den Freibetrag für das Existenzminimum passt der Gesetzgeber regelmäßig an, weil sich die Preise, zum Beispiel für Lebensmittel, ändern können.

Der Erziehungsfreibetrag bleibt seit Jahren konstant. Er beträgt pro Elternteil 1.320 Euro, also insgesamt 2.640 Euro für ein Kind.

Der sächliche Kinderfreibetrag ist hingegen zuletzt jährlich erhöht worden. Pro Kind und Elternteil beträgt er 2.394 Euro im Jahr 2018. Ab 2019 steigt er auf 2.490 Euro und ab 2020 auf 2.586 Euro.

Diese Freibeträge verdoppeln sich, wenn die Eltern verheiratet sind und zusammenveranlagt werden.

Die Kinderfreibeträge pro Kind setzen sich seit 2018 folgendermaßen zusammen:

Kinderfreibeträge ab 2018

     201820192020
Freibetrag für das Existenzminimum des Kindes2.394 €2.490 €2.586 €

Freibetrag für den Betreuungs- und

Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA)

1.320 €1.320 €1.320 €
Summe pro Elternteil:3.714 €3.810 €3.906 €
insgesamt für Eltern:7.428 €7.620 €7.816 €

Quelle: § 32 Absatz 6 Einkommensteuergesetz (Stand: Juli 2019)

Während das Kindergeld erst im Juli 2019 erhöht wurde, gilt der höhere Kinderfreibetrag 2019 bereits ab Januar 2019.

Kinder- und BEA-Freibetrag stehen grundsätzlich jedem der beiden Elternteile zu. Anspruch auf den vollen Kinderfreibetrag besteht dann, wenn der andere Elternteil des Kindes verstorben oder nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist. Das gilt ebenfalls, sofern der andere Elternteil „untergetaucht“ ist oder sich der Vater nicht amtlich feststellen lässt.

Exkurs: Zu niedriger Kinderfreibetrag?

Der Kinderfreibetrag stellt das Existenzminimum eines Kindes steuerlich frei. Daher muss er regelmäßig angepasst werden. Nach dem Existenzminimumbericht der Bundesregierung hätten die kinderbezogenen Freibeträge bereits 2014 erhöht werden müssen. Der Bund der Steuerzahler identifiziert für 2014 eine Lücke von 72 Euro. Daher unterstützt er eine Musterklage vor dem Finanzgericht München (Az. 8 K 2426/15). Die Steuerbescheide für 2014 bleiben in diesem Punkt automatisch offen. Sie erhalten einen Vorläufigkeitsvermerk und können folglich bei einem erfolgreichen Ausgang des Musterprozesses noch geändert werden.

Eine erste Entscheidung gibt es bereits in einem anderen Verfahren: Das Finanzgericht (FG) Niedersachsen ist davon überzeugt, dass der Fiskus die Kinderfreibeträge nicht nur im Jahr 2014, sondern bereits zuvor zu niedrig bemessen hat. Es bemängelte sowohl die Höhe als auch die Berechnungsweise (Beschluss vom 2. Dezember 2016, Az. 7 K 83/16). Das Gericht hat daher im Anschluss an seine mündliche Verhandlung dieses Klageverfahren ausgesetzt und dem Bundesverfassungsgericht die Frage vorgelegt, ob die gesetzliche Regelung zur Höhe der Kinderfreibeträge verfassungswidrig ist. Vermutlich entscheidet dieses aber frühestens 2019 darüber.

Geklagt hatte die verwitwete Steuerberaterin Reina Becker mit zwei Kindern in Ausbildung – eines davon volljährig. Das FG monierte nicht nur den aufgrund des Existenzminiumumberichts zu niedrig festgelegten Kinderfreibetrag, sondern auch die vom steuerlichen Gesetzgeber verwendete Berechnungsweise. Diese führe dazu, dass die Klägerin Einkommensteuer auf das Existenzminimum ihrer zwei Töchter zahlen müsse. Für volljährige Kinder in Ausbildung stelle der Fiskus einen niedrigeren Betrag steuerfrei als für volljährige Kinder, die keine Ausbildung machen. Für Kinder ab 18 Jahren gibt es derzeit keine eigene Berechnung für den Mindestbedarf.

Von einem positiven Ausgang dieses Verfahrens würden alle Eltern profitieren – und dies sogar, ohne etwas unternehmen zu müssen. Denn obwohl nur die wenigsten mit dem Kinderfreibetrag besser abschneiden als mit dem Kindergeld, ist das Verfahren für alle Eltern mit Anspruch auf Kindergeld von Bedeutung. Der Kinderfreibetrag spielt nämliche eine Rolle bei der Berechnung der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags.

Für die Festsetzung der Einkommensteuer bereits ab dem Jahr 2001 sind die Finanzämter angewiesen, die Steuerbescheide in Bezug auf die Kinderfreibeträge (§ 32 Abs. 6 Sätze 1 und 2 EStG) mit einem Vorläufigkeitsvermerk zu versehen. Das heißt, die Bescheide sind in diesem Punkt von Amts wegen offengehalten worden. Kommt es zu einem steuerzahlerfreundlichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dürfen sich Eltern auf eine Steuerrückerstattung – samt Zinsen von derzeit 6 Prozent jährlich – freuen.

Bis wann bekommen Sie Kindergeld oder Kinderfreibeträge?

Für jedes Kind füllen Sie eine eigene Anlage Kind in Ihrer Einkommensteuererklärung aus. Mit diesem Steuerformular müssen Sie sich auch auseinandersetzen, wenn Ihre Lohnsteuerbescheinigung Angaben zu Ihren Kindern enthält. Denn dieser Eintrag spielt für den monatlichen Lohnsteuerabzug und für die Höhe der Einkommensteuer keine Rolle. Im Laufe des Jahres wirken sich die eingetragenen Kinderfreibeträge aber auf die Höhe der Kirchensteuer und des Solidaritätszuschlags aus, die Ihr Arbeitgeber einbehält.

Vergleichsrechnung bei Kindergeld und Kinderfreibeträgen

Der Regelfall ist, dass Eltern Kindergeld erhalten. Mit der Steuererklärung lassen sie dann vom Finanzamt überprüfen, ob für sie die Kinderfreibeträge günstiger sind. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Das Finanzamt prüft nach der Einkommensteuererklärung mit Anlage Kind automatisch, was günstiger ist: Kindergeld oder Kinderfreibetrag. Achtung: Bei der Günstigerprüfung zieht das Finanzamt aber generell den Anspruch auf das Kindergeld heran und nicht das tatsächlich gezahlte Kindergeld.

Falls sich verheiratete Eltern zusammen zur Einkommensteuer veranlagen lassen, profitieren sie erst ab einem zu versteuernden Einkommen von gut 65.000 Euro von einer zusätzlichen Steuerentlastung. Diese Grenze kann sich verschieben, wenn die Bundesregierung das Kindergeld erhöht.

Lebt das Kind nur bei einem Elternteil und lässt sich dieser den Betreuungsfreibetrag (BEA) des anderen Elternteils übertragen, dann bringt der Kinderfreibetrag bereits bei einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 17.000 Euro eine zusätzliche Steuerersparnis.

Altersgrenzen bei Kindern

Das Kindergeld fließt ohne Weiteres, solange Ihr Nachwuchs das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Von Kindergeld und Kinderfreibeträgen können Sie aber auch bei volljährigen Nachkommen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres profitieren. Das ist möglich, wenn Ihr Kind eine Berufsausbildung macht (einschließlich Schulausbildung). Auch falls Ihr Sohn oder Ihre Tochter keinen Ausbildungsplatz hat und deshalb die Berufsausbildung nicht beginnen oder fortsetzen konnte, zahlt die Finanzkasse weiter. Darüber hinaus erhalten Sie Kindergeld für ein volljähriges Kind, sofern es einen der folgenden Dienste leistet:

  • freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr,
  • europäischer/entwicklungspolitischer Freiwilligendienst,
  • Freiwilligendienst aller Generationen,
  • internationaler Jugendfreiwilligendienst,
  • Bundesfreiwilligendienst oder
  • einen anderen Dienst im Ausland.

Ihr Kindergeldanspruch bleibt auch dann erhalten, wenn sich Ihr Nachwuchs in einer Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einem der oben genannten Dienste befunden hat. Dabei sind höchstens vier Monate zulässig.

Eine Besonderheit gilt für arbeitslose Kinder, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben: Sie müssen bei einer Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sein, und zwar in Deutschland, der Schweiz, in der Europäischen Union oder in einem Land, das zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört.

Abgeschlossene Berufsausbildung

Auch nachdem Ihr volljähriges Kind unter 25 seine erste Berufsausbildung oder sein Erststudium abgeschlossen hat, können Sie weiterhin Kindergeld beziehen und von den Freibeträgen profitieren. Das geht unter anderem, solange das Kind einer weiteren Ausbildung nachgeht, etwa ein Bachelor- oder ein Masterstudium absolviert. Oder nach seiner Erstausbildung beispielsweise einen Freiwilligendienst leistet.

In diesen Fällen kommt allerdings eine wichtige Einschränkung hinzu: Ihr Kind darf keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.

Darunter versteht das Finanzamt alles, was über 20 Stunden vertraglich vereinbarte, regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit hinausgeht. Ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein 450-Euro-Job schaden nicht. Bei solchen geringfügig entlohnten Beschäftigungen spielt die wöchentliche Arbeitszeit keine Rolle. Das Kind darf allerdings nicht mehrere Jobs haben, bei denen es insgesamt mehr als 450 Euro verdient.

Von einer geringfügigen oder kurzfristigen Beschäftigung geht das Finanzamt auch aus, sofern das Kind zwar mehr als 450 Euro im Monat verdient, innerhalb des gesamten Jahres aber höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage arbeitet.

Ihr Sohn oder Ihre Tochter darf auch eine geringfügige Beschäftigung neben einer anderen Erwerbstätigkeit ausüben, solange dadurch insgesamt nicht die 20-Stunden-Grenze überschritten wird. Erlaubt ist auch eine vorübergehende (höchstens drei Monate lange) Ausweitung der Beschäftigung auf mehr als 20 Stunden, wenn den Rest des Jahres durchschnittlich die wöchentliche Arbeitszeit eingehalten wird.

Das Finanzamt versteht unter „Erwerbstätigkeit“ nicht nur das Arbeitnehmerdasein. Auch eine land- und forstwirtschaftliche, eine gewerbliche und eine selbstständige Tätigkeit gehören dazu. Wenn Ihr Kind schon laut Arbeitsvertrag 20 Stunden die Woche arbeitet, sollte es also nicht zusätzlich noch eine freiberufliche Tätigkeit oder Nebengewerbe anmelden.

Eltern können das Kindergeld außerdem auch dann beanspruchen, wenn ihr Kind mit einem gut verdienenden Partner verheiratet ist. Das Kind muss nur eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Also beispielsweise für einen Beruf ausgebildet worden sein, solange es jünger als 25 Jahre war, oder arbeitssuchend gemeldet gewesen sein, als es unter 21 war.

Für behinderte Kinder gelten Sonderregeln

Sollte Ihr Kind nicht selbst für sich sorgen können, weil es körperlich, geistig oder seelisch behindert ist, wird es auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres unbegrenzt berücksichtigt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behinderung schon vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist.

Ein Kind ist außerstande, sich selbst finanziell zu unterhalten, wenn es mit seinen eigenen Mitteln nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Gemeint ist damit:

  1. der allgemeine Lebensbedarf (Grundfreibetrag in Höhe von 9.000 Euro im Jahr 2018, 9.168 Euro im Jahr 2019 und 9.408 Euro im Jahr 2020) und
  2. zusätzlich der individuelle behinderungsbedingte Mehrbedarf (unter anderem Kosten für eine Heimunterbringung, Pflegebedarf in Höhe des gezahlten Pflegegelds, gegebenenfalls Behinderten-Pauschbetrag).

Dazu verlangt das Finanzamt eine Gegenüberstellung des notwendigen Lebensbedarfs mit den eigenen finanziellen Mitteln des Kindes, die sich zusammensetzen aus dem verfügbaren Nettoeinkommen und den Leistungen Dritter. Bei der Ermittlung des verfügbaren Nettoeinkommens sind alle steuerpflichtigen Einkünfte zu berücksichtigen, alle steuerfreien Einnahmen und etwaige Steuererstattungen. Abzuziehen sind tatsächlich gezahlte Steuern und Vorsorgeaufwendungen, das heißt, die Beiträge zu einer Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung sowie gesetzliche Sozialabgaben bei Arbeitnehmern. 

Kindergeld wird nur sechs Monate rückwirkend gezahlt

Eltern mit Kindergeldanspruch sollten sich für ihren Antrag bei der Familienkasse nicht allzu viel Zeit lassen. Seit 2018 wird Kindergeld ab Antragstellung längstens sechs Monate rückwirkend gezahlt; zuvor ging das noch bis zu vier Jahre. 

Insbesondere Eltern, deren volljährige Kinder auf den gewünschten Ausbildungs- oder Studienplatz warten müssen, kann es passieren, dass sie den Antrag verspätet stellen und trotz eines längeren Anspruchs nur für die letzten sechs Monate Kindergeld erhalten.

Bei der Günstigerprüfung betrachtet das Finanzamt aber generell den Anspruch aufs Kindergeld und nicht den ausgezahlten Betrag. Wenn die Vergleichsberechnung des Finanzamts ergibt, dass sich die Kinderfreibeträge steuerlich günstiger auswirken als das Kindergeld, dann bekommen die Eltern die steuerliche Differenz ausbezahlt. Nach einer bis Mitte 2019 gültigen Regelung haben die Finanzämter das Kindergeld bei der Günstigerprüfung auch dann angerechnet, wenn es gar nicht gezahlt wurde – etwa weil die Eltern den Antrag zu spät gestellt hatten. Dadurch ging für viele betroffene Eltern die steuerliche Entlastung verloren.

Das können sie jetzt dank einer Gesetzesänderung verhindern, müssen dafür aber selbst aktiv werden. Der Bundesrat hat am 28. Juni 2019 dem Gesetz gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch zugestimmt. Darin ist geregelt, dass das Finanzamt Kindergeld, das die Familienkasse wegen eines verspäteten Antrags nicht gezahlt hat, nicht mehr auf die Steuerentlastung durch die Kinderfreibeträge anrechnen darf. Das Finanzamt darf nurtatsächlich ausgezahltes Kindergeld berücksichtigen. 

Der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine weist darauf hin, dass die Regelung für alle noch nicht bestandskräftige Veranlagungen gilt. Eltern, denen aufgrund eines verspäteten Antrags die rückwirkende Kindergeldauszahlung versagt wurde, sollten Einspruch einlegen, falls das Finanzamt im Steuerbescheid nicht gezahltes Kindergeld auf den Kinderfreibetrag angerechnet hat. Sie sollten dem Finanzamt mit dem Kindergeldbescheid oder einer Bescheinigung der Familienkasse die Differenz zwischen dem Anspruch aufs Kindergeld und dem tatsächlich ausgezahlten Kindergeld nachweisen. Dann erst kann das Finanzamt die Steuerentlastung durch die Kinderfreibeträge im Steuerbescheid korrekt ausweisen.

Wie können Sie bestimmte Ausgaben für Kinder geltend machen?

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Ihr Kind können Sie als Sonderausgaben von der Steuer abziehen, sofern Sie für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder Freibeträge für Kinder haben. Das gilt unabhängig davon, ob Sie selbst Versicherungsnehmer sind oder das Kind. 

Auch wenn Ihr Kind Auszubildender mit eigenem Einkommen ist, dürfen Sie die Kosten absetzen. Vorausgesetzt, dass Sie die Beiträge für Ihr Kind wirtschaftlich getragen haben. Tragen Sie die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die Sie für Ihr Kind zahlen oder ihm erstatten, bei den Vorsorgeaufwendungen in Ihrer Steuererklärung ein.

Unterhaltsleistungen für ältere Kinder absetzen

Sie müssen steuerlich nicht unbedingt leer ausgehen, wenn Ihr Nachwuchs die maßgebende Altersgrenze überschritten hat und Sie kein Kindergeld mehr erhalten. Ihre Kosten für den Unterhalt und eine Berufsausbildung Ihrer Kinder können Sie als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. 

Als Höchstbetrag gilt der im jeweiligen Jahr geltende Grundfreibetrag – für das Jahr 2019 sind dies 9.168 Euro. Dieser Betrag erhöht sich noch um die Kosten, die Sie gezahlt haben für die Basisabsicherung Ihres unterhaltsberechtigten Kindes in der Krankenversicherung und der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Allerdings wird das eigene Einkommen des Unterstützten angerechnet, soweit es oberhalb von 624 Euro im Jahr beträgt. Es reduziert den abzugsfähigen Betrag dementsprechend.

Sonderfall Ausland

Die Kinderfreibeträge stehen Ihnen auch dann zu, wenn Ihr Nachwuchs nicht in Deutschland lebt. Das Finanzamt berücksichtigt dabei allerdings die wirtschaftlichen Verhältnisse des Staates, in dem Ihr Kind wohnt. Je nach Land kürzt es die Freibeträge um ein Viertel, die Hälfte oder drei Viertel. Ausschlaggebend dafür ist die sogenannte Ländergruppeneinteilung, die das Bundesfinanzministerium veröffentlicht hat.

Möglicherweise erbringt der ausländische Staat dem Kindergeld vergleichbare Zahlungen. Dann erhalten Sie entweder in Deutschland kein Kindergeld oder das im Ausland gezahlte wird auf das deutsche Kindergeld angerechnet. Eine Tabelle dazu finden Sie beim Bundeszentralamt für Steuern.

Wenn Ihr Kind sich nur wegen seiner Berufsausbildung im Ausland aufhält, aber weiterhin zu Ihrem Haushalt gehört oder in Deutschland einen eigenen Haushalt hat, tragen Sie die deutsche Anschrift in der Anlage Kind ein. So sichern Sie sich die vollen Kinderfreibeträge.

Sprachaufenthalte im Ausland erkennt der Fiskus als Berufsausbildung an. Unproblematisch ist es, wenn die Sprachferien verbunden sind mit dem Besuch einer allgemeinbildenden Schule, einem College oder einer Universität. In allen anderen Fällen muss der Aufenthalt von einem theoretisch-systematischen Fremdsprachenunterricht mit wöchentlich zehn Stunden begleitet werden. Das gilt vor allem bei Auslandsaufenthalten im Rahmen von Au-pair-Verhältnissen.

Was ist der Ausbildungsfreibetrag?

Solange sich Ihr volljähriges Kind noch in der Berufsausbildung befindet und auswärtig untergebracht ist, können Sie eine weitere Steuersparmöglichkeit nutzen: den Freibetrag zur Abgeltung eines Sonderbedarfs bei Berufsausbildung. Dieser Ausbildungsfreibetrag schlägt jährlich mit 924 Euro zu Buche. Voraussetzung ist, dass Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise Kinderfreibeträge haben.

Das Finanzamt kürzt den Ausbildungsfreibetrag, wenn die genannten Voraussetzungen nicht das ganze Jahr erfüllt waren. Hat Ihr Kind seine Berufsausbildung zum Beispiel im Dezember abgebrochen, verringert sich der Freibetrag um ein Zwölftel.

Falls Sie geschieden sind oder dauernd getrennt leben, kann jeder Elternteil den Freibetrag zur Hälfte in Anspruch nehmen. Sie können ihn aber auch in einem anderen Verhältnis aufteilen. Dazu geben Sie einfach auf der Anlage Kind einen Anteil in Prozent an und fügen Ihrer Steuererklärung einen formlosen Antrag beider Elternteile bei, aus dem Ihre Aufteilung hervorgeht.

Zur Ausbildung gehört übrigens auch die Schulausbildung.

Was ist der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende?

Singles, die ein Kind erziehen, für das sie Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben, können einen weiteren Entlastungsbetrag von 1.908 Euro (+ 240 Euro für jedes weitere Kind) steuerlich geltend machen. Dieser Betrag ist rückwirkend zum Jahresanfang 2015 um 600 Euro erhöht worden.

Dazu muss der Sohn oder die Tochter zum Haushalt des Elternteils gehören, der den Entlastungsbetrag beansprucht. Davon geht das Finanzamt in der Regel aus, wenn das Kind bei ihm gemeldet ist. Falls das Kind auch noch bei anderen Personen gemeldet ist, können Alleinerziehende den Entlastungsbetrag trotzdem geltend machen, wenn sie auch das Kindergeld erhalten.

Im Lohnsteuerabzugsverfahren entspricht der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende der Steuerklasse II. Diese können Sie beim Finanzamt mit einer „Versicherung zum Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ beantragen

Das Formular finden Sie online im Formularcenter der Bundesfinanzverwaltung. Der Entlastungsbetrag steht Ihnen nicht zu, wenn Sie mit einem anderen Volljährigen zusammenwohnen.

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Wie können Sie Kinderbetreuungskosten absetzen?

Sie können zwei Drittel Ihrer Kosten für die Kinderbetreuung bis maximal 6.000 Euro, also höchstens 4.000 Euro je Kind und Jahr, als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Es handelt sich um Ihr eigenes Kind oder Pflegekind.
  2. Das Kind gehört zu Ihrem Haushalt. (Bei nicht zusammenlebenden Eltern ist die Meldeadresse des Nachwuchses entscheidend.)
  3. Das Kind hat sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Diese Altersgrenze gilt nicht, wenn das Kind sich wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst unterhalten kann.

Folgende Aufwendungen können Sie beispielsweise in der Anlage Kind Ihrer Steuererklärung angeben:

  • die Unterbringungskosten von Kindern in Kindertagesstätten, -horten und -krippen, Internaten sowie bei Tagesmüttern und in Ganztagspflegestellen;
  • die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern;
  • die Beschäftigung von Haushaltshilfen, soweit sie Kinder betreuen;
  • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben.

Nicht berücksichtigt werden allerdings Kosten für (Nachhilfe-)Unterricht, für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sowie für die Verpflegung des Kindes.

Der Abzug von Kinderbetreuungskosten setzt voraus, dass Sie dafür eine Rechnung erhalten haben und den Betrag an die Betreuungsperson überwiesen haben. Barzahlungen und Barschecks erkennt der Fiskus nicht an. Die Rechnung und die Zahlungsnachweise müssen Sie zwar nur auf Verlangen des Finanzamts vorlegen, trotzdem sollten Sie sie gut aufbewahren.

Häufig übernehmen nahe Angehörige die Kinderbetreuung. Sofern Sie dafür Geld überwiesen und klare und schriftliche Vereinbarungen getroffen haben, die Sie auch tatsächlich umsetzen, können Sie auch diese Art der Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Die Betreuungsperson darf allerdings nicht mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt leben.

Denkbar ist zum Beispiel, dass die Oma ihren Enkel ohne Vergütung betreut, dafür aber ihre Fahrtkosten in Rechnung stellt, die Sie überweisen. Diesen Aufwendungsersatz können Sie als Kinderbetreuungkosten absetzen.

Falls Sie im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses oder eines Minijobs als Arbeitgeber der Betreuungsperson fungieren, reicht als Nachweis der schriftliche Arbeitsvertrag. Beschäftigen Sie in Ihrem Privathaushalt einen Minijobber, dann können Sie für die Haushaltshilfe als Steuerermäßigung 20 Prozent von höchstens 2.550 Euro erhalten, also bis zu 510 Euro. Geregelt ist dies im Paragraf 35a Absatz 1 Einkommensteuergesetz.

Haben Sie das Kind in einem Kindergarten oder Hort betreuen lassen, genügen der Bescheid des öffentlichen oder privaten Trägers über die Gebühren und Ihr Überweisungsbeleg. 

Wie werden Kinder bei einem Riester-Vertrag berücksichtigt?

Viele Steuerzahler haben für ihre private Altersvorsorge Riester-Verträge abschlossen. Diese werden steuerlich besonders gefördert: Es gibt jährlich pro Kind 300 Euro Zulage, wenn es 2008 oder später geboren wurde. Für ein älteres Kind sind 185 Euro Kinderzulage drin.

Als Riester-Sparer können Sie die Kinderzulage selbst dann beanspruchen, wenn Sie für Ihren Sohn oder Ihre Tochter nur einen Monat lang im Jahr Kindergeld bezogen hatten. Dafür stellen Sie am besten einen Dauerzulagenantrag bei Ihrem Anbieter.

Für die vollen Förderbeträge müssen Sie mindestens 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens abzüglich der Grund- und Kinderzulagen in Ihren Sparvertrag einzahlen. Ansonsten wird die Zulage gekürzt.

Eigenbeiträge und Zulagen bis zu 2.100 Euro im Jahr sind zudem als Sonderausgaben abzugsfähig. Besserverdienende können sich so noch einen zusätzlichen Steuervorteil sichern.

Welche Folgen haben Trennung und Scheidung?

Trennen sich Eltern, müssen sie auch die Konsequenzen für die Steuererklärung neu durchdenken. Kindergeld kann nur einer der beiden Ex-Partner erhalten. Bleibt das Kind zum Beispiel bei der Mutter, dann steht ihr auch das Kindergeld zu.

Zahlt beispielsweise der Mann Unterhalt für das Kind, wird das Kindergeld aber angerechnet. Der Vater schuldet dem Kind Barunterhalt. Davon kann er jedoch die Hälfte des Kindergelds abziehen. Folglich reduziert sich der monatlich zu zahlende Kindesunterhalt. Steuerlich absetzen kann der Vater aber den Kindesunterhalt nicht.

Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese Freibeträge beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: wenn nämlich der Freibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden muss.

Wem nach der Trennung der volle Kinderfreibetrag zusteht 

Unter bestimmten Umständen kann der betreuende Elternteil für das Kind oder die Kinder den vollen Freibetrag absetzen:

  • Der andere Elternteil ist bereits vor Beginn des Kalenderjahres verstorben.
  • Der andere Elternteil lebt dauerhaft im Ausland und ist deshalb nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.
  • Der Aufenthalt des anderen Elternteils ist nicht zu ermitteln.
  • Der Vater des Kindes ist amtlich nicht feststellbar.
  • Der betreuende Elternteil hat allein das Kind adoptiert oder als Pflegekind aufgenommen.
  • Die Mutter gibt den Behörden den Namen des Vaters nicht preis.

Wie lassen sich Kinderfreibetrag und BEA-Freibetrag übertragen?

In bestimmten Fällen kann der betreuende Elternteil den halben Kinderfreibetrag des anderen Elternteils auf sich übertragen lassen. Dazu ist ein Antrag in der Einkommensteuererklärung nötig. Die Voraussetzungen sind:

  1. Der Unterhaltsverpflichtete zahlt weniger als 75 Prozent des fälligen Kindesunterhalts.
  2. Mangels Leistungsfähigkeit ist dieser gar nicht unterhaltspflichtig.

Wenn in unserem Beispielfall die Mutter das Kind betreut, kann sie in einer solchen Situation die kompletten Kinder- und BEA-Freibeträge beantragen. Das gilt auch für die weiteren kinderbezogenen Freibeträge wie Kinderzulage, Ausbildungsfreibetrag, Behinderten-Pauschbetrag und Hinterbliebenen-Pauschbetrag.

Für Kinder unter 18 Jahren lässt sich der BEA-Freibetrag von einem zum anderen Elternteil übertragen. Oft ist es so, dass die Mutter, die das Kind allein betreut, diesen einseitigen Antrag stellt und dann den BEA-Freibetrag alleine bekommt. Dafür verlangt das Finanzamt keinerlei Nachweise, denn der andere Elternteil muss nicht zustimmen.

Wichtig: Das Kind darf beim unterhaltsverpflichteten Elternteil (in diesem Beispiel der Vater) nicht gemeldet sein. Ein einziger Tag wäre schon schädlich.

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs kann jedoch der unterhaltsverpflichtete Elternteil widersprechen, dass sein halber BEA-Freibetrags übertragen wird (BFH, Urteil vom 8. November 2017, Az. III R 2/16). Der Widerspruch ist immer dann erfolgreich möglich, wenn der Elternteil sein minderjähriges Kind regelmäßig betreut und dabei auf insgesamt mindestens 10 Prozent der Betreuungszeit kommt. Eine Vereinbarung, dass er das Kind jedes zweite Wochenende und in den Ferien betreut, ist ein gleichmäßiger Betreuungsrhythmus. Praktiziert er diesen tatsächlich, dann würde er das Kind an mehr als 37 Tagen im Jahr betreuen und läge damit oberhalb der 10-Prozent-Grenze. Ihm steht dann der halbe BEA-Freibetrag zu.

Wie können Sie Schulgeld absetzen?

Geht Ihr Kind auf eine Privatschule, für die Sie Schulgeld bezahlt haben? Dann dürfen Sie 30 Prozent des Schulgelds als Sonderausgaben absetzen. Als jährlicher Höchstbetrag gelten 5.000 Euro für jedes Kind. Die entsprechenden Angaben machen Sie auf der dritten Seite der Anlage Kind. Wann das Schulgeld abzugsfähig ist, haben wir in einem extra Ratgeber zusammengefasst.     

Helfer für die Steuererklärung

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Autor
Udo Reuß

Stand: 16. August 2019


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