Prepaid-Kreditkarten
Ratgeber

Die besten Prepaid-Kreditkarten

Das Wichtigste in Kürze

  • Prepaid-Kreditkarten eignen sich nur, wenn Sie keine normale Kreditkarte bekommen.
  • Besonders Jugendliche und Menschen mit einem schlechten Schufa-Eintrag können von einer Prepaid-Kreditkarte profitieren.
  • Im Vergleich zur kostenlosen Kreditkarte müssen Sie mit höheren Gebühren und mehr Einschränkungen rechnen.
  • Es kann zu Problemen bei Hotel- oder Mietwagenbuchungen kommen.
  • Beachten Sie unsere Tipps, um zusätzlich Geld zu sparen.

Die besten Angebote

  • Für Jugendliche empfehlen wir die Visa-Karte der Wüstenrot Bank (Visa). Sie ist ab dem Alter von sieben Jahren und ohne Jahresgebühr erhältlich. 
  • Für Menschen mit schlechtem Schufa-Score eignen sich besonders die Karten von Number26 (Mastercard) und Payback (Visa).
  • Alternativ empfehlen wir die Karte der Fidor Bank (Mastercard), wenn Sie nur selten Geld abheben.
  • Die bislang ebenfalls empfohlene Karte von Kalixa (Mastercard) ist ab 25. April 2016 nicht mehr nutzbar.
  • Tipp: Sollen wir Sie zu aktuellen kostenlosen Kreditkarten-Empfehlungen sowie zu weiteren Themen auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

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Prepaid-Kreditkarten ermöglichen denjenigen den Zugang zu einer Kreditkarte, die keine andere Kreditkarte erhalten. Dazu gehören Jugendliche oder Menschen mit schlechter Schufa-Bonitätsbewertung. Auch für Freiberufler ohne regelmäßiges Einkommen kann es schwierig sein, eine herkömmliche Kreditkarte zu erhalten. Der Unterschied zur klassischen Kreditkarte liegt vor allem in der Bezahlfunktion. Die Bank gewährt keinen Kredit, sondern wickelt die Zahlungen ausschließlich über das vorher einbezahlte Guthaben ab. Dadurch besteht nicht die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen und in eine Schuldenfalle zu geraten. Folgerichtig wird bei vielen Angeboten auch keine Schufa-Auskunft über die Bonität eingeholt.

Eine Prepaid-Kreditkarte funktioniert wie eine gewöhnliche Kreditkarte: Sie können mit dieser Karte bequem im Internet einkaufen, Flüge buchen oder im Ausland shoppen gehen. Prepaid-Karten haben im Vergleich zu regulären Kreditkarten allerdings auch einige Nachteile:

  • Höhere Kosten: Sie müssen mit höheren Kosten und einigen Einschränkungen rechnen. So begrenzen einige Anbieter die verfügbare Menge an Bargeld auf wenige 100 Euro pro Tag oder verlangen zusätzliche Gebühren, falls eine gewisse Zahl an Abhebungen erreicht ist.
  • Hinterlegen einer Kaution: Bei der Buchung von Hotels oder Mietwagen kann es zu Problemen kommen, weil die Kreditkarte dabei oft als Sicherheit verwendet wird. Da die Kreditfunktion fehlt, akzeptieren manche Stellen keine Prepaid-Karten. Fragen Sie am besten nach, bevor Sie ein Hotel oder einen Mietwagen buchen.
  • Kein Kredit: Sie erhalten keinen Kredit. Dieser Vorteil kann auch ein Nachteil sein, weil Sie unter Umständen den Überblick über Ihre Ausgaben verlieren können. Bei klassischen Kreditkarten erhalten Sie oftmals bis zu zwei Monaten einen kostenlosen Kredit.

Wir empfehlen Ihnen, nur auf eine Prepaid-Karte zurückzugreifen, falls Sie keine andere Karte bekommen. Für alle anderen Situationen gibt es kostenlose Kreditkarten

Viele Prepaid-Kreditkarten haben versteckte Gebühren

Prepaid-Karten sind mit oder ohne feste Jahresgebühr erhältlich. Neben diesen offensichtlichen Kosten gibt es allerdings eine Vielzahl weiterer, oft gut versteckter Kosten. Bei Prepaid-Karten bezahlen Sie im Vergleich zu herkömmlichen Karten in aller Regel mehr. Die höchsten Kosten werden verursacht durch:

  • Bargeldgebühr: Die Bargeldgebühr wird erhoben, wenn Sie im In- oder Ausland Bargeld an Geldautomaten oder Schaltern abheben.
  • Fremdwährungsgebühr: Diese Gebühr kann beim Bezahlen oder Geldabheben in anderen Währungen als dem Euro anfallen. Sie wird meistens als Prozentsatz des fälligen Betrags berechnet.
  • Gebühr für Ersatzkarte: Bei Verlust oder Diebstahl verlangen manche Banken eine Gebühr, wenn sie eine Ersatzkarte ausstellen.

Für diesen Ratgeber haben wir die Kosten der einzelnen Anbieter untersucht. Die Details unseres Tests finden Sie am Ende des Artikels.

Unsere Empfehlung für Jugendliche

Visa Prepaid von Wüstenrot
Die „Visa Prepaid“ der Wüstenrot Bank gibt es schon für Kinder ab sieben Jahren. Sie erhalten die Visa-Karte in Kombination mit einem Girokonto, für dessen Eröffnung die Bank allerdings die Bonität bei der Schufa prüft. Es fallen Fremdwährungsgebühren in Höhe von 1,5 Prozent des Umsatzes und Fixgebühren von 1,99 Euro pro Abhebung ab dem 25. Mal Abheben im Jahr an.

Beachten Sie jedoch, dass Sie bei diesem Angebot im Missbrauchsfall bis zur Sperrung der Karte mit bis zu 150 Euro haften. Auch das Ausstellen einer Notfallersatzkarte ist mit 250 Euro sehr teuer. Eine normale Ersatzkarte ist hingegen kostenlos. Weitere Informationen zum Kreditkartenbetrug finden Sie hier. Außerdem ist die Karte nur bis zum 25. Lebensjahr kostenlos.

Wüstenrot Bank - Top Giro Young
Visa Prepaid-Karte in Kombination mit Girokonto

  • Für Kinder ab 7 Jahren erhältlich
  • Keine Jahresgebühr (bis zum 25. Lebensjahr)
  • teilweise kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland an Automaten mit Visa-Zeichen
  • Fixkosten bei Bargeldabhebung von 1,99 Euro ab dem 25. Mal Abheben
  • Fremdwährungsgebühr von 1,5 Prozent für Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • Schufa-Bonitätsprüfung für Girokonto erforderlich
  • hoher Haftungsbetrag und hohe Gebühr für Notfallersatzkarte

Unsere Empfehlung bei schlechtem Schufa-Score

Prepaid-Mastercard von Number26

Seit Januar 2015 können volljährige Kunden ein Girokonto bei dem Finanz-Start-up Number26 eröffnen. Zu dem Konto gehört eine Debit-Mastercard, für die keine Kosten anfallen. Das ausgegebene Geld wird direkt vom Konto abgebucht. Ohne Dispo können Kunden also nur ihr Guthaben nutzen, die Karte funktioniert dann wie eine Prepaid-Kreditkarte. Überziehen können Kunden das Konto ohne Dispo nicht.

Die Kunden zahlen weder eine Jahresgebühr noch eine Abhebegebühr; es fallen auch keine Kosten beim Bezahlen in einer fremden Währung an. Das Girokonto ist jedoch stark an ein Smartphone gebunden: Wer kein passendes Gerät hat, kann viele der Funktionen nicht nutzen.

Number26-Kunden können einen Dispo beantragen und so auch das Konto überziehen. Dann fragt der Anbieter jedoch die Bonität bei der Schufa ab. Verzichten Kunden auf den Dispo, ist die Situation unklar, denn sie stimmen bei Kontoeröffnung einer Bonitätsprüfung zu. Number26 gibt aber nicht an, ob diese auch tatsächlich schon bei Eröffnung erfolgt. Auf Nachfrage äußerte sich das Unternehmen nur vage dazu.

Der deutsche Bankpartner von Number26, die Wirecard AG, behält sich in jedem Fall vor, in konkreten Fällen einen Bonitätsabgleich vorzunehmen. Dazu gehört beispielsweise auch, dass dem Verdacht auf Geldwäsche nachgegangen wird. Wirecard besitzt eine eigene Banklizenz und ist an die gesetzliche Einlagensicherung angeschlossen. Das Institut gehört aber nicht zu den etablierten Banken und kann keine Bonitätsnoten von den großen Ratingagenturen vorweisen. Wir empfehlen daher, nur so viel Geld auf das Konto zu laden wie zum Verwenden der Kreditkarte nötig ist.

In unserem Test schneidet das Angebot mit Gesamtkosten von 0 Euro am besten ab. Wir halten Number26 für eine gute Wahl, wenn Sie gerne etwas Neues ausprobieren wollen und an einem Produkt interessiert sind, das sich noch in der Entwicklung befindet. Die Firma selbst aber weigerte sich, Fragen für unseren Test zu beantworten – mit dem Hinweis, gar keine explizite Prepaid-Karte anbieten zu wollen. Sie sollten also damit rechnen, dass sich die Voraussetzungen für den Erhalt der Karte verschlechtern könnten.

Anfang Juni 2016 hat Number26 Hunderte von Girokonten gekündigt – eine eher ungewöhnliche Häufung von Fällen. Das Unternehmen nannte als Grund, einige der Kunden hätten häufig Geld abgehoben. Offenbar zu häufig für Number26, das Unternehmen sprach von „im Durchschnitt rund 15 Abhebungen pro Monat, teilweise auch über 30, über mehrere Monate hinweg“. Im Falle einer Kündigung hat ein Nutzer noch zwei Monate, um das Girokonto zu nutzen und sich ein neues zu suchen.

Bei der Mastercard von Number26 handelt es sich um eine NFC-Kreditkarte (Near Field Communication), mit der Kunden kontaktlos bezahlen können. Im Februar 2016 fand der Blogger Christian Hawkins heraus, dass Smartphone-Nutzer Daten zu den letzten zehn Transaktionen mit einer App auslesen können. Dabei soll es sich um die Standard-Einstellung von Mastercard handeln. Zu den Daten gehörten Summe, Datum und Währung, aber nicht der Ort des Einkaufs oder andere Details. Number26 zufolge wird der Name des Karteninhabers bei NFC-Transaktionen nicht ausgelesen, auch andere personenbezogene Daten wie die Adresse könnten nicht abgeleitet werden. Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass die Daten nicht ausreichen würden, um eine Kartenkopie herzustellen. Verbraucher müssten die Karte außerdem sehr nah an einen Kartenterminal halten, damit die Daten ausgelesen werden.

Number26
Prepaid-Karte von Mastercard in Kombination mit Girokonto

  • keine Kosten für Jahresgebühr, das Abheben oder Bezahlen im In- und Ausland
  • neues Produkt (erhältlich seit Januar 2015)
  • Kunde stimmt Schufa-Bonitätsprüfung zu; unklar, ob diese bei Kontoeröffnung erfolgt
  • dazugehöriges Konto kann nur von einem spezifischen Smartphone aus genutzt werden
  • Sollzins von 9,2 Prozent effektiv pro Jahr
  • kleines Institut ohne Bonitätsbewertung von Ratingagenturen
  • Number26 kündigte im Juni 2016 die Girokonten von Hunderten Kunden, als Grund nannte das Unternehmen häufiges Geldabheben
Number26

Prepaid-Visa-Karte von Payback

Das Bonussystem Payback bietet unter eigenem Namen auch Kreditkarten an, darunter eine Prepaid-Karte von Visa. Herausgeber ist die BW Bank in Stuttgart, die zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gehört. Zwar war die Karte zum Testzeitpunkt mit einer Jahresgebühr von 25 Euro relativ teuer, dafür fallen die Kosten fürs Geldabheben im In- und Ausland weg. Kunden müssen lediglich mit einer Gebühr von 1,75 Prozent für das Bezahlen in Fremdwährung rechnen. Inzwischen ist die Kartengebühr auf 29 Euro gestiegen.

Für unseren Test haben wir ein durchschnittliches Nutzungsprofil erstellt, dafür die jeweiligen Kosten ermittelt und dann verglichen. Die Payback-Karte war mit Gesamtkosten von 35,50 Euro pro Jahr unter den normalen Kartenangeboten am günstigsten. Mitglieder des Bonussystems Payback erhalten zusätzliche Vergünstigungen wie doppelte Punkte bei einem Anbieter ihrer Wahl. Details erfahren Sie in unserem Artikel zur Payback Karte. Payback ist vor allem durch sein Rabattprogramm bekannt, bei dem allerdings in großem Umfang Daten der Kunden gesammelt und das Kaufverhalten analysiert wird. 

Die Einlagen sind bei der BW Bank sicher. Sie ist Mitglied des deutschen Einlagensicherungsfonds. Die Bonität der Muttergesellschaft LBBW wird als solide beurteilt mit dem Rating „Aa“ und „A“ der Agenturen Moody’s und Fitch.

PAYBACK Kreditkarte
Prepaid-Visa-Karte der BW Bank

  • kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland
  • ein Payback-Bonuspunkt pro 5 Euro Umsatz
  • doppelte Bonuspunkte bei einem Händler Ihrer Wahl
  • keine Schufa-Prüfung
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent außerhalb der Eurozone
  • Jahresgebühr von 29 Euro (im ersten Jahr kostenlos)
  • tägliches Abhebelimit von 250 Euro


Prepaid-Mastercard der Fidor Bank

Die Fidor Bank aus München bietet eine Prepaid-Mastercard in Verbindung mit einem Girokonto an. Die Bonität des Kunden prüft die Bank bei der Schufa nicht. Die Karte kostet 14,95 Euro pro Jahr. Einmal Geldabheben pro Monat ist kostenfrei. Ab dem zweiten Abheben fallen pro Vorgang 2,50 Euro an. Wer außerhalb der Eurozone mit der Karte bezahlt oder Geld abhebt, muss keine Fremdwährungsgebühr bezahlen. Das Guthaben wurde zum Testzeitpunkt mit 0,5 Prozent im Jahr verzinst.

In unserem Test erzielt die Fidor Bank ein respektables Ergebnis mit Kosten von 67,45 Euro pro Jahr. Der Nachteil: Die Fidor Bank ist ein kleines, junges Unternehmen mit etwa 40 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von lediglich etwa 300 Millionen Euro (Stand Dezember 2014). Sie gehört nicht zu den etablierten Instituten, und die großen Ratingagenturen bewerten deshalb auch nicht ihre Bonität. Wir empfehlen daher, relativ kleine Summen dort anzulegen und nur im Bedarfsfall vorübergehend größere Beträge auf die Karte zu laden.

Mit der Karte der Bank können Kunden kontaktlos zahlen, denn sie ist mit einem sogenannten NFC-Chip ausgestattet. Dieser ist so eingestellt, dass sich Daten zu den letzten zehn Transaktionen mit einer auf einem Smartphone installierten App auslesen lassen. Das sei die Standard-Einstellung des Mastercard-Chips. Genau wie bei der Kreditkarte von Number26, die ebenfalls auslesbar ist, handelt es sich dem Geldinstitut zufolge dabei nicht um personenbezogene Daten wie Name, Geburtsdatum oder Adresse. Auch die Kartenprüfziffer oder Händlerdaten werden nicht auf den Chip gespeichert. Es geht um Kreditkartennummer, Ablauf der Kreditkarte und die letzten zehn Transaktionen. Die Fidor Bank sieht darin eigenen Angaben zufolge weder ein Datenleck noch ein Risiko für die Kunden. Wer daran Zweifel hat, der sollte die Bank wechseln. Es gibt NFC-Kreditkarten von anderen Banken, bei denen es nicht möglich ist, die Daten auszulesen.

Fidor Bank
Mastercard Prepaid-Karte in Kombination mit Girokonto

  • keine Schufa-Bonitätsprüfung
  • außerhalb Eurozone keine Fremdwährungsgebühr
  • Verzinsung des Guthabens
  • eine Bargeldabhebung pro Monat in Eurozone kostenfrei
  • Jahresgebühr von 14,95 Euro
  • ab zweiter Bargeldabhebung im Monat Kosten von 2,50 Euro pro Vorgang
  • kleines Institut ohne Bonitätsbewertung von Ratingagenturen

Prepaid-Mastercard von Kalixa

Nur noch bis zum 25. April 2016 ist der britische Anbieter von Bezahlsystemen Kalixa in Deutschland mit einer Prepaid-Kreditkarte von Mastercard aktiv. Die Karte war bislang eine Finanztip-Empfehlung für diejenigen, die selten Geld abheben. In unserem Test hatte der Anbieter mit Kosten von etwa 60 Euro im Jahr ordentlich abgeschnitten. Allerdings ist das Guthaben bei Kalixa nicht durch eine Einlagensicherung geschützt, da das Unternehmen keine Bank oder Versicherung ist.

Achtung: Da Kalixa das Angebot am 25. April 2016 einstellt, können Kunden danach nicht mehr mit der Karte bezahlen, Geld abheben oder Guthaben aufladen. Das Unternehmen empfiehlt schon jetzt, vorhandenes Guthaben aufzubrauchen und kein neues mehr auf die Karte zu laden.

Falls nach dem Stichtag noch Geld darauf sein sollte, müssen betroffene Kunden ihre Bankdaten an Kalixa weitergeben. Das Unternehmen will den Betrag innerhalb von fünf Werktagen überweisen. Der Anbieter empfiehlt, die Karte und den Chip zu zerschneiden. Nutzer können sich nach dem 25. April noch 90 Tage lang in ihren Account einloggen, um Daten zu den Transaktionen und dem Guthaben abzurufen.

Sparen Sie zusätzlich mit unseren Tipps

Wenn Sie einige einfache Regeln beachten, können Sie im Umgang mit Prepaid-Karten zusätzliches Geld sparen:

Bezahlen Sie immer in lokaler Währung

Wenn Sie außerhalb der Eurozone unterwegs sind, können Sie beim Bezahlen mit einer Prepaid-Kreditkarte häufig entscheiden, in welcher Währung Sie abrechnen wollen. Wählen Sie immer die lokale Währung. Denn falls Sie „in Euro“ nehmen, rechnet das Finanzinstitut des Dienstleisters die Währung um und schlägt dabei eine hohe Marge auf. Beim Bezahlen in lokaler Währung hingegen wird der Betrag über einen im Internet einsehbaren Wechselkurs des Prepaid-Kreditkartenanbieters umgerechnet, der in der Regel deutlich günstiger ist. Visa und Mastercard bieten für die eigenen Kurse Webseiten an. Eine Fremdwährungsgebühr fällt in jedem Fall an, auch wenn Sie den Betrag bereits beim Händler umrechnen lassen.

Vorsicht bei Preisaufschlägen im Internet

Bei vielen Einkäufen im Internet mit der Prepaid-Kreditkarte fallen zusätzliche Gebühren an, beispielsweise für Flugbuchungen. Versuche Sie, wenn möglich, andere Zahlungsmitteln zu nutzen, um diese Preisaufschläge zu vermeiden. Manche Airlines bieten kostengünstige Alternativen wie das Lastschriftverfahren an.

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So haben wir getestet

Test Prepaid-Kreditkarten September 2015

Für den Test im September 2015 haben wir Prepaid-Kreditkarten analysiert, die auf Vergleichsportalen gelistet sind. Dazu haben wir alle Online-Portale untersucht, die bei einer Google-Suche mit dem Stichwort „Prepaid Kreditkarte Vergleich“ unter den ersten 20 Treffen auftauchen. Zusätzlich haben wir die Karten aufgenommen, die die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 11/2013) getestet hat. Wir haben all diejenigen Karten berücksichtigt, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Visa- oder Mastercard,
  • Jahresgebühr (beziehungsweise Gebühr für Inaktivität) von maximal 25 Euro,
  • bundesweit verfügbar.

Anschließend haben wir den Test in zwei Abschnitte unterteilt – einen Test mit Karten für Jugendliche und einen mit Karten für Kunden mit schlechter Bonität.

Bei den Produkten für Jugendliche galt die zusätzliche Bedingung, dass Minderjährige die Karte erhalten können. Lediglich fünf Karten erfüllten unsere Vorgaben.

Karten für Jugendliche

Anbieter Karte Mindest- alter Jahres- gebühr Gebühr pro Aufladung Kosten Geldabheben Fremdwährungs- gebühr Limit Abhebungen pro Tag
Commerzbank Mastercard/ Visa 14 0 €¹ 0 € 1,95 %, mind. 5,98 €² 1,5 % 300 €
Hypo- Vereinsbank Mastercard 12 20 € 1 € 5 € 1,75 % 1.000 €
Majorcard Mastercard 7 19 € 0 € 5 € 0 % 2.500 €
Netbank Mastercard 7 19 € 0 € 3,50 € 1,5 % 5.000 €³
Wüstenrot Visa 7 0 € 0 € 0,99 € (ab 25. Abhebung pro Jahr) 1,5 % 520 €

¹ ab 18 Jahren: 29,90 €; ² bei Banken der Unicredit-Group: 0 €; ³ 900 € im Ausland
Quelle: Auskünfte der Anbieter (Stand: 15. September 2015)

Eindeutig die beste Wahl ist die Prepaid-Kreditkarte von Wüstenrot für Jugendliche und Kinder ab sieben Jahren. Es ist die einzige Karte ohne Jahresgebühr, bei der Geldabheben weitgehend kostenlos ist.

Für Kunden mit schlechter Bonität verlangten wir, dass die Bonität der Antragssteller im Regelfall nicht geprüft wird. Das Mindestalter spielt keine Rolle. Es blieben von der Vorauswahl damit noch zehn Kreditkarten zum Test. Die für Jugendliche günstige Karte von Wüstenrot fiel heraus.

Da in diesem Test-Abschnitt das Ergebnis weniger eindeutig als bei den Karten für Jugendliche ist, haben wir die Kosten für folgende jährlichen Vorgänge verglichen:

  • 24 Abhebungen über jeweils 200 Euro,
  • dreimal Bezahlen in Fremdwährung für jeweils 100 Euro,
  • dreimal Abheben in Fremdwährung von umgerechnet jeweils 100 Euro,
  • zwölfmal Aufladen der Karte.

Kosten wie eine einmalige Ausgabegebühr haben wir auf zwei Jahre verrechnet und nur zur Hälfte berücksichtigt. Eine Inaktivitätsgebühr, die bei manchen Anbietern anfällt, falls die Karte längere Zeit nicht benutzt wird, haben wir ebenfalls zu 50 Prozent mitgerechnet. Bei der Fidor Bank haben wir bei den Kosten für das Abheben 25 Prozent abgezogen, um zu berücksichtigen, dass jeweils ein Vorgang pro Monat kostenlos ist.

Karten bei schlechtem Schufa-Score

Anbieter Karte Jahres- gebühr einmalige Ausgabe-gebühr Gebühr pro Aufladung Kosten beim Abheben Fremd- währungs-gebühr Limit Abhebungen pro Tag Ergebnis Test (Kosten)
Fidor Mastercard  14,95 € 0 € 0 € 2,50 € (1x pro Monat kostenlos) 0 % 2.000 € 67,45 €
Hypo- Vereinsbank Mastercard 20 € 15 € 1 € 5 €¹ 1,75% 1.000 € 179,75 €
Kalixa Mastercard max. 11,88 €² 9,95 € 0 € 1,75 € (im Ausland: 2,25 €) 0 % 300 € 59,67 €
Majorcard Mastercard 19 € 0 € 0 € 5 € 0 % 2.500 € 154 €
Netbank Mastercard 19 € 0 € 0 € 3,50 € 1,5% 5.000 €³ 122,50 €
Number26 Mastercard 0 € 0 € 0 € 0 € 0 % 600 € 0,00 €
Payback Visa 25 € 0 € 0 € 0 € 1,75% 250 € 35,50 €
Payango Visa 25 € 0 € 0 € 2 %, mind. 2,50 € 1,5% 500 € 169 €
Targobank (Prepaid Swing) Mastercard 19,95 € 0 € 0 € 3 %, mind. 5,50 € 2,5 % 520 € 195,45 €

¹ bei Banken der Unicredit-Group: 0 €; ² 99 Cent pro Monat bei Inaktivität von mindestens 6 Monaten; ³ 900 € im Ausland
Quelle: Auskünfte und Websites der Anbieter (Stand: 15. September 2015)

Die günstigste Karte im Test stammt von Number26. Das Angebot gibt es allerdings erst seit wenigen Monaten und das Start-up muss sich noch etablieren. Außerdem zielt das Angebot nach Angaben des Unternehmens nicht auf Kunden, die nur eine Prepaid-Karte suchen.

Am zweitbesten hat die Payback-Visa-Karte abgeschnitten, weil Kunden damit kostenlos Geld abheben können. Das macht die Jahresgebühr von 25 Euro wieder wett. Auch gut abgeschnitten haben die Kalixa Mastercard und die Fidor Debit Mastercard. Diese Karten sind in unserem Test zwar teurer, haben aber eine niedrigere Jahresgebühr als die Payback-Karte. Wenn Kunden beispielsweise nur 10-mal pro Jahr anstatt wie in unserem Test 24-mal Geld abheben, sind die Kosten von Fidor, Kalixa und Payback nahezu identisch.

Die übrigen Karten erweisen sich als teuer, vor allem wegen der hohen Kosten beim Geldabheben. Aus unserem Test gestrichen haben wir die Angebote von Netteller und Skrill. Auch auf mehrmalige Nachfrage waren die Unternehmen nicht bereit, unseren Fragebogen zu beantworten. Aus den Internetseiten der beiden Anbieter gehen zudem die Konditionen nicht deutlich hervor. Beide Anbieter verlangen aber manchmal hohe Gebühren, etwa 2,95 Prozent des Auszahlbetrags, wenn der Kunde an einem fremden Automaten abhebt.

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25. Juli 2016 zum Beitrag
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Manuel Kayl ist bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Studiert hat er an der TU München und dem Max-Planck-Institut für Physik.

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.