Bevor Du Dich für einen Vertrag entscheidest, gibt es einige Aspekte, die Du bedenken solltest.
Wieso solltest Du die EU-Versicherung einzeln abschließen?
Weil es besser ist, Geldanlage und Versicherung zu trennen. Beispiel: Vielleicht möchtest Du irgendwann die Lebensversicherung kündigen, die Erwerbsunfähigkeitsversicherung aber behalten. Allerdings verlierst Du beides, wenn Du einen Vertrag kündigst.
Schließe daher Deine EU-Versicherung immer als Einzelversicherung ab. Finanztip rät Dir davon ab, die EU-Versicherung mit einer Risikolebensversicherung, Kapitallebens- oder Rentenversicherung zu verbinden.
Wann solltest Du die EU-Versicherung abschließen?
Je jünger und gesünder Du bist, wenn Du die Versicherung abschließt, desto niedriger ist der Beitrag. Hinzu kommt: Je früher im Berufsleben Du erwerbsunfähig wirst, desto länger bist Du auf die Zahlungen angewiesen.
Im Idealfall sollten Eltern bereits für ihre Kinder eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit abschließen. Vorrangig sollten sie aber versuchen, ihr Kind gegen Berufsunfähigkeit zu versichern. Schüler und auch Studierende sind oft noch gesund und haben noch keinen risikoreichen Beruf. Dadurch sind die Beiträge zur Versicherung meist noch gering und der Abschluss weniger aufwendig.
Auch wenn Du bereits arbeitest, solltest Du Deine Existenz schützen. Liegen noch keine oder wenige Vorerkrankungen vor, hast Du gute Chancen.
Was sind Brutto- und Nettoprämie?
Die Nettoprämie, auch Zahlbeitrag genannt, ist der Beitrag, den Du zum Beginn der Versicherung zahlen musst. Das ist der Betrag, den Du tatsächlich für die Versicherungsleistungen zahlst. Die Bruttoprämie ist höher, weil sie zusätzlich die Kosten für die Verwaltung und andere Ausgaben der Versicherung abdeckt. Der Versicherer kann den Nettobeitrag bis zur Bruttoprämie erhöhen, wenn er weniger Überschüsse erwirtschaftet als erwartet.
Schau daher beim Preisvergleich lieber auf den Bruttobeitrag und akzeptiere im Zweifel einen etwas höheren Nettobeitrag, wenn dafür der Bruttobeitrag im Vergleich deutlich geringer ist. Damit schützt Du Dich davor, dass die Beiträge zu stark steigen.
Welchen Versicherer solltest Du wählen?
Wähle einen finanziell soliden Anbieter, den es auch in 20 oder 30 Jahren noch geben wird. Wirst Du erwerbsunfähig, ist es entscheidend, dass der Versicherer Deine Rente auch tatsächlich zahlen kann. Frag Deinen Makler oder Versicherungsberater deshalb nach der Finanzkraft des Versicherers, bevor Du Dich für ein Angebot entscheidest.
Wie beantwortest Du Gesundheitsfragen?
Du solltest alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten. Stellt der Versicherer fest, dass Du Fragen falsch beantwortet hast, kann er vom Vertrag zurücktreten und sich weigern, eine Rente zu zahlen. Bei Fragen, die sich nicht eindeutig mit „ja“ oder „nein“ beantworten lassen, solltest Du Deine Antwort auf dem Antragsbogen ausformulieren.
Frag bei Deinen Ärzten und Deiner Krankenkasse nach und lass Dir Kopien Deiner Krankenakten geben, damit Du auch wirklich nichts übersiehst. Sonst vergisst Du Behandlungen oder übersiehst Einträge in Deinen Akten, von denen Du nichts weißt. Sprich daher mit Deiner Hausärztin oder Deinem Hausarzt. Leider kann es vorkommen, dass Ärzte falsche Diagnosen eintragen, um bei der Kasse mehr abrechnen zu können. Lass solche Einträge korrigieren.
Das ist mühsam. Es entscheidet aber im Ernstfall darüber, ob Du eine Rente bekommst. Du hast per Gesetz (§ 19 Abs. 1 VVG) eine Anzeigepflicht gegenüber einem Versicherer, wenn Du mit ihm einen Vertrag eingehen möchtest. Kommst Du dieser absichtlich oder unwissentlich nicht nach, darf der Versicherer vom Vertrag zurücktreten oder diesen kündigen. Behalte am besten also auch nach Vertragsabschluss eine Kopie der unterschriebenen Gesundheitsfragen, sodass Du Deine Angaben nachvollziehen kannst, wenn Du eine Rente beantragst.
Was sind Risikovoranfragen?
Wenn Du gesundheitliche Probleme hast, solltest Du mit einer sogenannten anonymisierten Risikovoranfrage Angebote bei Versicherungsunternehmen einholen. Ein Versicherungsmakler oder -berater fragt für Dich bei verschiedenen Anbietern an, zu welchen Konditionen diese Dich versichern würden. Dabei nennt er alle Daten, die wichtig sind, um das Angebot zu erstellen, schwärzt aber persönliche Informationen wie Name und Adresse.
Damit vermeidest Du, dass ein Unternehmen Deinen Antrag ablehnt und das der zentralen Wagnisdatei (HIS) meldet. In dieser für alle Versicherer zugänglichen Datei sammeln diese Daten über ihre Kunden und eingegangenen Anträge. Wenn ein Anbieter Deinen Antrag ablehnt, kann das die Chance verringern, bei einem anderen einen Vertrag zu bekommen. Lass Dich deshalb von einem qualifizierten Versicherungsmakler bei den anonymisierten Risikoanfragen unterstützen.