Verhandeln
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Wer einen Job sucht, ist gut gerüstet für Fragen zu Lebenslauf und Karrierewünschen. Kommt aber das Thema aufs Gehalt, sind viele schlecht vorbereitet. Und geht es um die Details des Arbeitsvertrags, müssen die meisten passen.

Zurzeit ist es sehr schwer für Unternehmen, gute Fachkräfte zu finden – das ist Ihre Chance! Mit diesen vier Tipps holen Sie das Beste aus einem neuen Job heraus:

1. Verhandeln Sie mit Ihrem neuen Arbeitgeber

Ihr neuer Chef erwartet von Ihnen, dass Sie verhandeln. Solange Sie den Vertrag nicht unterschrieben haben, können Sie das auf Augenhöhe tun. Egal ob Gehalt, Urlaub oder Arbeitszeit: Alles, was einmal festgelegt ist, lässt sich später viel schwerer ändern als vor Ihrer Unterschrift.

2. Finden Sie heraus, welches Gehalt angemessen ist

Einer der wichtigsten Punkte im Arbeitsvertrag ist das Gehalt. Manchmal steht es durch einen Tarifvertrag schon weitgehend fest, dann bleibt aber die Frage, wie Sie eingestuft werden. Abweichungen vom Tarif nach oben sind sowieso immer erlaubt.

Oft ist das Gehalt frei verhandelbar. Wer zuerst eine Summe nennt, setzt den Rahmen für die Verhandlungen. Sie sollten eine Zahl nennen, die 10 bis 20 Prozent über dem Üblichen liegt – als Verhandlungsspielraum.

Machen Sie sich kundig, was Ihr neuer Arbeitgeber anderen zahlt, zumindest aber, was branchenüblich ist. Fragen Sie dazu Bekannte in der Firma oder in vergleichbaren Unternehmen. Jeder darf sein Gehalt nennen, auch wenn der Arbeitsvertrag das verbieten sollte. Einen guten Anhaltspunkt bietet auch der Gehaltsreport von Stepstone.

Nennen Sie am besten ein Brutto-Jahresgehalt, denn bei Monatsgehältern ist nie klar, ob Urlaubs- und Weihnachtsgeld inbegriffen sind. Falls Sie unsicher sind, lassen Sie den Arbeitgeber mit einem Vorschlag kommen. Wichtig: Der ist praktisch immer verhandelbar.

3. Gehalt ist nicht alles

Wenn Sie beim Gehalt nicht weiterkommen, können Sie sich vielleicht anders einigen. Ein Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge zum Beispiel. Auch ein Dienstwagen oder E-Bike kann interessant sein. Vielleicht können Sie auch etwas mehr Urlaub aushandeln oder das Recht auf einen Tag Homeoffice pro Woche.

4. Jobbezeichnung und Versetzung im Unternehmen

Nehmen Sie sich Zeit, den Vertrag durchzulesen. Sprechen Sie Probleme an. Es ist ganz normal, die eine oder andere Formulierung zu verhandeln – haben Sie keine Scheu! Zentral sind eine genaue Stellenbeschreibung und der Arbeitsort, damit Ihr Arbeitgeber Sie nicht ohne Weiteres irgendwohin versetzen kann, wo Sie dann etwas ganz anderes tun müssen.

Gut zu wissen: Manche Formulierungen sind arbeitsrechtlich unwirksam, darüber müssen Sie gar nicht erst streiten. Mehr dazu in unserem Ratgeber Arbeitsvertrag.

 

Finanztip-Serie „Arbeitsrecht“

1. Arbeitsvertrag: Verkaufen Sie sich nicht zu billig
2. Überstunden: Mehrarbeit auch bezahlt bekommen
3. Krankmelden: So sichern Sie Urlaubstage und Krankengeld
4. Verhalten: Was tun, wenn’s im Job knirscht
5. Kündigung: So wehren Sie sich

 

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Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

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