Wenn Du eine BU abschließt, sind die wichtigsten Punkte:
- Die Versicherung sollte auf eine abstrakte Verweisung verzichten,
- Deine BU-Rente sollte hoch genug sein,
- sie sollte rückwirkend für drei Jahre gelten,
- Du solltest Deine Beiträge stunden können.
Im Detail solltest Du auf Folgendes achten.
Die Versicherung sollte auf die sogenannte abstrakte Verweisung verzichten. Andernfalls kann Sie Dir zu einem anderen, gleichwertigen Beruf raten – und deswegen die Rente verweigern.
Deine BU-Rente sollte hoch genug sein. Wir empfehlen 80 Prozent Deines letzten Nettogehalts. Wer sich allerdings mehr als 2.500 Euro absichern will, muss oft eine zusätzliche ärztliche Untersuchung machen. Womöglich erhältst Du dann keine BU, wenn dadurch Erkrankungen ans Tageslicht kommen.
Bei sehr hohen Rentenhöhen kann es daher sinnvoll sein, erst eine niedrigere Rentenhöhe unter 2.500 Euro abzuschließen und später zu erhöhen. Dann musst Du keine ärztliche Untersuchung befürchten. Am unteren Ende gilt: Weniger als 1.000 Euro sind meist wenig sinnvoll. Solltest Du die staatliche Grundsicherung in Anspruch nehmen müssen, wird die BU-Rente mit den Sozialleistungen verrechnet.
Rückwirkende Leistungen: Die Versicherung sollte rückwirkend für mindestens drei Jahre gelten, wenn Du Deine Berufsunfähigkeit zu spät meldest. Sonst fehlt Dir das Geld für diese Zeit.
Auf eine Karenzzeit sollte der Versicherer verzichten. Ansonsten zahlt der Versicherer nicht sofort, sondern zum Beispiel erst nach sechs Monaten. Mehr dazu findest Du in unserem Ratgeber Karenzzeit in der BU.
Stundung: Kannst Du einmal nicht sofort zahlen, solltest Du Beiträge stunden können, ohne Anlass, für zwölf Monate und mehrfach. Das hilft Dir, wenn du arbeitslos wirst oder in Elternzeit gehst. Beachte allerdings, dass Du die gestundeten Beiträge danach entweder in einer Summe oder in Raten zurückzahlen musst. Dafür können je nach Deinem Vertrag Zinsen anfallen.
Verzicht auf Mitteilung: Die Versicherung sollte darauf verzichten, dass Du sie nach Vertragsabschluss über einen Berufswechsel oder ein erhöhtes Risiko informieren musst, zum Beispiel wenn Du Dir ein gefährliches Hobby wie Gleitschirmfliegen zugelegt hast. Hast du neue Erkrankungen, nachdem Du die Versicherung abgeschlossen hast, musst du diese auf keinen Fall bei der Versicherung nachmelden.
Dynamisierung: Damit passt sich Deine BU-Rente an die jährliche Inflationsrate an. Ansonsten hast Du real weniger BU-Rente, weil Deine Bruttorente wegen der Inflation an Wert verliert. Mehr dazu erfährst Du im Finanztip-Ratgeber zur Beitragsdynamik. Bei einer Inflation von zwei Prozent sind 1.000 Euro heute in zehn Jahren nur noch 820,35 Euro wert, wie Du mit dem Finanztip-Inflationsrechner herausfinden kannst.
Laufzeit: Du solltest bis zu Deinem geplanten Rentenbeginn einzahlen, also meist bis zum Alter von 65 oder 67 Jahren. Schließlich ist das Risiko, berufsunfähig zu werden, in Deinen letzten Berufsjahren deutlich höher als in jungen Jahren.
Pauschalregelung: Damit erhältst Du die volle BU-Rente, egal, ob Du 20 oder 50 Prozent berufsfähig bist. Damit vermeidest Du Konflikte mit dem Versicherer, der bei einer Staffelregelung mit etwa 25 Prozent oder 75 Prozent um jeden Prozentpunkt ringen könnte.
Nachversicherungsgarantie: Damit kannst Du zu bestimmten Anlässen vertraglich geregelt die BU-Rente erhöhen: Also etwa, wenn Du heiratest, Kinder bekommst, oder ein Elternteil ein Pflegefall wird.
Kurzer Prognosezeitraum: Der Arzt schätzt, wie lange Du berufsunfähig sein wirst. In Deinem Vertrag sollte er sechs Monate betragen. Ist er länger, wird eine medizinische Einschätzung schwieriger.
Bekommst Du eine BU auch in Teilzeit?
Ja, es kann aber in Teilzeit schwerer sein, Berufsunfähigkeit nachzuweisen. Beispiel: Wenn Du 20 Stunden arbeitest, bist Du erst berufsunfähig, wenn Du nur noch zehn oder weniger Stunden arbeiten kannst. Eine Teilzeit-Klausel hilft Dir, wenn Du Vollzeit arbeitest und später Deine Stunden reduzieren möchtest. Die Klausel ist für Dich allerdings weniger sinnvoll, wenn Du schon bei BU-Abschluss in Teilzeit arbeitest.
Allgemein gilt: Arbeitest Du vorübergehend weniger, um Deine Kinder zu erziehen, wirkt sich das nicht auf Deine Berufsunfähigkeit aus. Schließlich planst Du, wieder mehr zu arbeiten, wenn es Alter und Entwicklung der Kinder zulassen (OLG Saarbrücken, 28.05.2014 - 5 U 355/12).
Hast Du Stunden wegen einer Erkrankung reduziert, wirkt sich das ebenfalls nicht auf Deine Berufsunfähigkeit aus. Die Versicherung muss sich auf den letzten Beruf beziehen, den Du gesund ausgeübt hast (OLG Frankfurt, 18.11.2022 7 U 113/20).
Wieso solltest Du Geldanlage und Versicherung trennen?
Weil es teurer wird für Dich. Schließt Du eine BU zusammen mit einer Kapitalanlage ab, zahlst Du Geld dafür, dass die Versicherung Dein Geld anlegt. Die Folge: Viele müssen einen höheren Beitrag zahlen und senken ihre BU-Rente. Dabei ist das Dein wichtigster Schutz. Kümmere Dich lieber selbst um Deine Geldanlage, etwa mit einem ETF-Depot.
Worauf Du sonst noch bei einer BU achten solltest, steht in unserer Checkliste. Diese kannst Du auch nutzen, um Dich beraten zu lassen. Das ist nötig, damit Du den BU-Vertrag durchschaust. Welche Versicherung sich für Dich am besten eignet, findest Du mit den von uns empfohlenen Versicherungsmaklern heraus.