Emerging Markets ETFs Die besten Zukunftsmärkte für Dein Depot?

Nadine Graf
Nadine Graf
Expertin Geldanlage
Unsere Empfehlungen
Wiederanlegende Emerging-Markets-ETFs
Xtrackers MSCI Emerging Markets| IE00BTJRMP35
Amundi Core MSCI Emerging Markets| LU2573967036
HSBC MSCI Emerging Markets| IE000KCS7J59
State Street SPDR MSCI Emerging Markets| IE00B469F816
Invesco MSCI Emerging Markets| IE00B3DWVS88
Ausschüttende Emerging-Markets-ETFs
Amundi Core MSCI Emerging Markets| LU2573966905
iShares Core MSCI Emerging Markets IMI| IE00BD45KH83
UBS Core MSCI Emerging Markets| LU0480132876
Vanguard FTSE Emerging Markets| IE00B3VVMM84
Xtrackers MSCI Emerging Markets| IE000GWA2J58

Alle Details zu unseren ETF-Empfehlungen findest Du im ETF-Vergleich.

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Von den Finanztip-Experten unabhängig getestet
Von den Finanztip-Experten unabhängig getestet

Das Wichtigste in Kürze

  • Emerging Markets oder zu deutsch Schwellenländer sind aufstrebende, sich entwickelnde Volkswirtschaften wie China, Brasilien, Polen oder Thailand.
  • Emerging-Markets-ETFs fassen die wichtigsten börsennotierten Unternehmen aus diesen Ländern zusammen.
  • Ausschließlich auf Emerging Markets zu setzen, wäre zu risikoreich. Du kannst aber solche ETFs als Beimischung kaufen, wenn Du eine möglichst große Marktabdeckung erreichen willst.
  • Einfacher sind ETFs, die Aktien aus Schwellenländern und Industrieländern kombinieren. Zum Beispiel auf den MSCI ACWI IMI oder den FTSE All-World. 
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Wenn es nur nach dem Begriff ginge, gäbe es kein schöneres Investment als in „Emerging Markets“. Denn das heißt übersetzt ja nichts anderes als aufstrebende, herausragende Märkte. Genau das Richtige für die Geldanlage, oder?

Grundsätzlich sind Schwellenländer auch für Dein Depot interessant. Allerdings kommt es auf die richtige Auswahl und Mischung an, sonst wachsen die Risiken stärker als die Chancen. 

Was sind Emerging Markets?

Der Begriff bezeichnet Länder im Übergang: Sie gehören nicht mehr zu den armen Entwicklungsländern, haben aber auch noch nicht den Status der reicheren Industrieländer. Auf Deutsch heißen Emerging Markets meist „Schwellenländer“, um diesen Übergangsstatus zu betonen.

Es gibt keine allgemeingültige Liste mit Eigenschaften, die ein Land als Emerging Market haben muss. Organisationen und Verbände können unterschiedliche Definitionen haben. Meist gibt es aber Einigkeit in diesen Punkten:

  • Emerging Markets haben mittel- und langfristig ein höheres Wirtschaftswachstum als Industrieländer. Deshalb nähern sie sich allmählich diesen an.
  • Die Unterschiede im Lebensstandard werden zwar im Zeitverlauf kleiner, aber in absoluten Werten stehen die Schwellenländer schlechter da als die Industrieländer. Solche Unterschiede zeigen sich beispielsweise bei einer geringeren Lebenserwartung oder auch in der Stabilität der Währung.
  • Das Wachstum ist in den einzelnen Ländern oft von politischen und wirtschaftlichen Reformen begleitet. Damit entstehen neue Institutionen oder vorhandene verbessern ihre Qualität – zum Beispiel Gerichte, Schulen, städtische Behörden oder die Gesundheitsversorgung. Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen mit besseren Institutionen auch tendenziell mehr Stabilität für ihre wirtschaftlichen, alltäglichen Entscheidungen.
  • Die Löhne sind in Schwellenländern im Schnitt niedriger als in Industrieländern.

Welche Rolle spielen Börsen in Emerging Markets?

Ein Baustein in der Entwicklung von Staaten ist auch der Kapitalmarkt, also die Börse. In den meisten Emerging Markets gibt es Unternehmen, die sich Geld von Aktionärinnen und Aktionären besorgen. Auch hier sind die Unterschiede zu etablierten, klassischen Industrieländern deutlich. 

Börsen in Schwellenländern haben oft ein geringeres Handelsvolumen. Damit steigt die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreisen, der sogenannte Spread. Auch die Informationsbeschaffung kann mühsamer sein, weil die Regeln für Aktiengesellschaften weniger Transparenz vorsehen. Währungen von Schwellenländern können gegenüber den globalen Leitwährungen wie Dollar, Euro oder Yen stark schwanken. Es kann für Anlegende aus dem Ausland schwieriger als für Einheimische sein, ihr Geld anzulegen und zurückzubekommen. 

Wie stufen Aktienindizes Schwellenländer ein?

Analysefirmen wie MSCI oder FTSE definieren Emerging Markets vor allem mit Blick auf die Frage, wie gut man dort Geld anlegen kann. Ergebnis dieser Einordung: MSCI und FTSE berechnen Aktienindizes für Emerging Markets und fassen darin viele einzelne Unternehmen in einer Gruppe zusammen. Anlegende können börsengehandelte Indexfonds mit diesen Unternehmen kaufen, sogenannte ETFs.  

Was ist ein ETF?

Direkt in einen Index kannst Du nicht investieren, sondern in einen ETF, einen passend dazu gebauten Aktienfonds. Ist das Thema ETFs komplett neu für Dich und Du möchtest erfahren, warum sie eine sinnvolle Geldanlage sind? Dann lies am besten unseren Einsteigerratgeber zu Exchange Traded Funds (ETFs).

So erklärt sich, warum manche Länder in der ETF-Welt als Schwellenland gelten, obwohl sie im allgemeinen Verständnis vielleicht schon als höher entwickeltes Industrieland gesehen werden. Osteuropäische Länder wie Polen, Tschechien oder Ungarn sind dafür Beispiele. Sie erzielen bei vielen wirtschaftlichen Maßstäben Spitzenwerte, aber die Struktur ihrer Börsen hinkt noch zu weit hinter Ländern wie Deutschland oder Großbritannien hinterher. 

Neben Industrie- und Schwellenländern gibt es Länder mit einem noch kleineren und schwerer zugänglichen Aktienmarkt. Diese heißen Frontier Markets. MSCI und andere Indexanbieter aktualisieren jährlich ihre Ländereinteilung.

Welches sind die besten Emerging-Markets-ETFs?

Finanztip empfiehlt insgesamt 17 Emerging-Markets-ETFs. Sie bilden jeweils einen der folgenden Indizes nach: 

  • MSCI Emerging Markets
  • MSCI Emerging Markets IMI
  • FTSE Emerging

Wie Finanztip bei der Analyse der ETFs vorgegangen ist, liest Du im Kapitel Wie hat Finanztip Emerging-Markets-ETFs getestet?. Einen Überblick über die empfehlenswerten ETFs liefert Dir unser Vergleich. 

Emerging-Markets-ETF-Vergleich


Hinweis zum ETF-Vergleich

Der Finanztip-ETF-Vergleich basiert auf Daten von ETF-Anbietern, die wir selbst über deren Websites und Anlegerinformationen gesammelt haben. Daraus haben wir vergleichbare Kennzahlen wie eine durchschnittliche Fünf-Jahresrendite berechnet. Grundlage der Berechnungen war der monatliche Net-Asset-Value der jeweiligen ETFs. War dieser in US-Dollar angegeben, haben wir zur Umrechnung die offiziellen Wechselkurse der EZB verwendet. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität können wir nicht übernehmen.

Die Reihenfolge der ETFs im Vergleich erfolgt standardmäßig nach der Marktabdeckung. Diese drückt aus, wie viel Prozent des weltweiten investierbaren Aktienmarkts der zugrundeliegende Index des ETF abbildet. Für die Berechnung haben wir die Maktkapitaliserung des Index mit der des MSCI ACWI + Frontier Markets All Cap Index verglichen. Anlegende können sich aus der Auswahl getesteter ETFs das Produkt aussuchen, was am besten zu ihren Bedürfnissen passt. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.

Die Auswahl der ETFs erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur ETFs, die (1) Stand Mai 2026 an der Referenzbörse Xetra gehandelt werden, (2) zum Stichtag 31.12.2025 mindestens fünf Jahre existieren, (3) ein Fondsvolumen von wenigstens 100 Millionen Euro haben, (4) nicht währungsbesichert sind, (5) deren deutschsprachige Anlegerinformationen online verfügbar sind und (6) die einen von uns empfohlenen Index abbilden. 

Wie unterscheiden sich die Schwellenländer-Indizes? 

Willst Du in Schwellenländer investieren, kommen für Dich vor allem drei Indizes infrage:

  • Der MSCI Emerging Markets deckt 85 Prozent des Börsenwerts in den vertretenen Schwellenländern ab. Auf ihn gibt es mit über 20 ETFs derzeit die meisten ETFs.
  • Der FTSE Emerging Markets ist ähnlich konzipiert. Es gibt kleinere Unterschiede in der Zuordnung der Länder und der Auswahl der Unternehmen. Es gibt drei ETFs.
  • Der MSCI Emerging Markets IMI deckt 99 Prozent des Börsenwerts in den vertretenen Schwellenländern ab. Das liegt daran, dass er auch deutlich kleinere Unternehmen berücksichtigt, sogenannte Small Caps. Zu ihm gibt es zwei ETFs.

Welche Branchen umfasst der MSCI Emerging Markets?

Beispielhaft stellen wir den MSCI Emerging Markets genauer vor. Die Grafik zeigt, wie groß der Anteil einzelner Branchen im Index ist.

Welche Unternehmen sind im MSCI Emerging Markets?

In dem Index stecken etwa 1.200 Unternehmen aus 24 Schwellenländern. Damit deckt der Index pro Land etwa 85 Prozent der kaufbaren Aktien ab. 

Die zehn größten Unternehmen im MSCI Emerging Markets 

 SitzBörsenwert in Mrd. US-DollarIndexgewichtSektor
Taiwan Semiconductor Taiwan1.356,313,3 %IT
Samsung ElectronicsSüdkorea5175,1 %IT
TencentChina394,23,9 %Kommunikation
SK HynixSüdkorea287,7 2,8 %IT
AlibabaChina2612,6 %Konsumgüter
China ConstructionChina1031 %Finanzen
HDFC BankIndien880,9 %Finanzen
Reliance IndustriesIndien86,30,9 %Energie
Delta ElectronicsTaiwan84,10,8 %IT
Hon Hai PrecisionTaiwan73,7 0,7 %IT

Quelle: MSCI, Finanztip-Darstellung (Stand: April 2026)

Ausschüttende oder wiederanlegende ETF? 

Ein praktischer Unterschied zwischen den genannten ETFs liegt in der Art, wie die Dividenden verwendet werden. Manche schütten diese direkt an die Anlegenden aus. Das Geld landet also auf Deinem Verrechnungskonto. Andere hingegen kaufen von den Dividenden weitere Aktien – Fachbegriff: Sie thesaurieren. Dadurch werden Deine ETF-Anteile wertvoller.

Wie Du Dich entscheiden solltest, kommt auf Deine Präferenz an. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist es sinnvoller, das ausgeschüttete Geld angelegt zu lassen. Mit einem solchen sogenannten thesaurierenden ETF ergibt sich eine Art Zinseszins-Effekt. Willst Du lieber regelmäßig Zahlungen aus Deinem Investment auf dem Konto gutgeschrieben haben, kannst Du Dich für einen ausschüttenden ETF entscheiden. Du kannst auch beide Fonds-Varianten im Depot kombinieren – das kann steuerlich sinnvoll sein. Mehr darüber liest Du im Kapitel Wie nutzt Du Deinen Steuerfreibetrag für die ETF-Ausschüttungen am besten?.

Wie unterscheiden sich physisch und synthetisch replizierende Schwellenländer-ETFs?

Bei der Art und Weise, wie ETFs einen Aktienindex nachbilden, gibt es zwei unterschiedliche Methoden. Viele Fonds kaufen die Aktien der betreffenden Unternehmen tatsächlich. Man sagt, sie betreiben „physische Replikation“. Die andere Möglichkeit ist, den Indexwert über einen Tauschvertrag mit einer Bank zu erzielen. Das machen sogenannte synthetisch replizierende ETFs. 

Zudem verwenden manche physisch replizierende ETFs eine sogenannte optimierte Nachbildung. Sie kaufen nur einen Teil der Aktien des Index. Das funktioniert, weil viele Aktien nur mit winzigen Prozentanteilen im Index enthalten sind und ihre Wirkung auf die gesamte Wertentwicklung gering ist. Letztlich hilft diese optimierte Replikation, die Kosten zu senken. Denn so sind weniger Käufe und Verkäufe auf Fondsebene nötig.

Die Total Expense Ratio – kurz TER – der erwähnten ETFs auf Schwellenländer-Indizes liegt unter 0,2 Prozent. Damit gehören sie zu den günstigeren ETFs und sind zudem weitaus kostengünstiger als typische aktiv gemanagte Investmentfonds.

Welche Rendite bringen Emerging-Markets-ETFs?

Je nach gewähltem Betrachtungszeitraum haben die untersuchten ETFs sehr unterschiedliche Renditen erzielt.

In den fünf Jahren zwischen März 2021 und März 2026 lag die jährliche Rendite des häufig zugrundeliegenden Aktienindex MSCI Emerging Markets bei rund 3,7 Prozent und damit deutlich unterhalb des Industrieländer-Index MSCI World. Der Vergleichswert beim MSCI World betrug 16,8 Prozent. Quelle für die Renditen ist MSCI. 

In den zwölf Monaten zwischen März 2025 und März 2026 dagegen übertraf der Schwellenländer-Index mit 29,6 Prozent Rendite den Industrieländer-Index mit 18,9 Prozent deutlich. 

Und über den maximal von MSCI berechneten Zeitraum von Dezember 2000 bis März 2026 – also mehr als 25 Jahre – lag die jährliche Rendite des MSCI Emerging Markets bei rund 8,4 Prozent, die des MSCI World bei rund sieben Prozent.

Mit welcher Rendite kannst Du in der Zukunft rechnen?

Die Renditen von Emerging-Markets-ETFs sind keine Prognose für die Zukunft. Du erkennst an den unterschiedlichen Werten, dass eine Investition ausschließlich in Emerging Markets eine sehr schwankende Rendite bringen würde. Daher empfehlen wir sie nur als Ergänzung zu einem ETF, der Industrieländer abdeckt. Eine bessere Lösung für Neuanlagen ist ein ETF auf einen Index mit Industrie- und Schwellenländern zu wählen. Finanztip empfiehlt hierfür ETFs auf dem MSCI ACWI IMI, den FTSE All-World oder den MSCI ACWI. 

Einen reinen Emerging-Markets-ETF brauchst Du nur, wenn Du bereits einen hohen Betrag in ETFs auf den MSCI World oder den FTSE Developed World angelegt hast. Dann kannst Du Dein Depot mit der Beimischung eines Emerging-Markets-ETF weiter diversifizieren. Wie viel des Schwellenländer-ETF dafür nötig sind, erklären wir Dir in unserem Ratgeber zur 8:1:1-Strategie.  

Das Analyseteam von Finanztip geht für weltweite, breit gestreute ETFs von einer jährlichen Rendite von sechs Prozent aus. Das umfasst also auch eine kombinierte Anlage aus Industrie- und Schwellenländern. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Rendite einer solchen globalen Kombi langfristig deutlich oberhalb der Zinsen für Tagesgeld oder Festgeld liegen wird.

Brauchst Du Emerging Markets im Depot?

Wenn Deine bisherige Geldanlage einen Schwerpunkt auf dem MSCI World, dem FTSE Developed World oder einem vergleichbaren Index nur aus Industrieländern hat, solltest Du über die Beimischung eines Emerging-Markets-ETF nachdenken. 

Damit streust Du Deine Anlage noch breiter. Mit anderen Worten: Du diversifizierst. Eine hohe Diversifikation – also Verteilung auf viele einzelne Bestandteile – ist ein klarer Pluspunkt eines Aktienindex und damit auch eines passenden ETF. Mit Hilfe eines Emerging-Markets-ETF kannst Du die Diversifikation Deines Depots steigern, ohne den schon vorhandenen ETF zu verkaufen.

Indem Du einen ETF mit Schwellenländern beimischst, erhöhst Du für Dein gesamtes Portfolio die Abdeckung des Marktes. Strukturelle Probleme bei einzelnen Ländern oder Branchen wirken sich dann weniger stark auf den Gesamtwert aus. 

Nadine Graf

Investierst Du schon lange in einen Industrieländer-ETF wie den MSCI World, kannst Du einfach für mehr Diversifikation sorgen: Kaufe Anteile an einem Schwellenländer-ETF.

Nadine Graf
Unsere Finanztip-Expertin für Geldanlage

Wie hoch sollte der Anteil von Emerging Markets in Deinem Depot sein?

Am weltweiten Aktienmarkt machen Emerging Markets rund zehn Prozent aus. Das ist auch eine gute Größenordnung für Dein Depot. 

In der Grafik siehst Du, wie viel des weltweiten Aktienmarktes die oben vorgestellten Indizes abdecken. MSCI Emerging Markets und FTSE Emerging Markets entsprechen dem orangen Teil der Schwellenländer. Der MSCI Emerging Markets IMI deckt das orange plus das gelbe Segment der Small Caps ab.

Quelle: MSCI, Finanztip-Darstellung (Stand: 2026)

In der Grafik kannst Du einen Unterschied sehen: je nachdem, ob Du neben großen und mittelgroßen Unternehmen auch kleine berücksichtigst, also die Small Caps. So präzise musst Du das Depot aber nicht ausbalancieren. Die Faustregel ist aus unserer Sicht hinreichend präzise: Mehr als zehn Prozent Deines Portfolios sollten Emerging Markets nicht ausmachen. Daraus ergibt sich die 8:1:1-Strategie für Industrieländer-lastige Depots. Dazu liest Du mehr im Ratgeber 8:1:1-Strategie. 

Welche Ein-ETF-Lösungen gibt es für Schwellenländer?

Hast Du noch kein oder erst wenig Geld in einen MSCI-World-ETF gesteckt, kannst Du statt einer Emerging-Markets-Beimischung auch direkt zu einer Ein-ETF-Lösung greifen. 

Für umfassende globale ETFs schau Dir am besten den MSCI ACWI IMI an. Er umfasst beide Ländergruppen, also Industrie- und Schwellenländer. Zudem hat er nicht nur die großen und mittleren Unternehmensgrößen, sondern auch die sogenannten Small Caps im Bestand.

Welche Kosten und Steuern fallen bei Schwellenländer-ETFs an?

Investierst Du in einen ETF mit Fokus auf Emerging Markets, zahlst Du laufende Kosten, die TER (Total Expense Ratio). Hinzu können Kosten für Dein Depot und Transaktionen kommen, und Gewinne musst Du in Deutschland versteuern. Keine Sorge: Mit einem preisgünstigen Depotanbieter sind die Kosten einer ETF-Geldanlage deutlich niedriger als bei anderen Finanzprodukten.

Wie hoch sind Depot- und Kaufgebühren?

Die von Finanztip empfohlenen Depots haben keine laufenden Kosten.

Für den Kauf eines ETF fallen je nach Anbieter unterschiedliche Gebühren an. Sie liegen bei Sparplänen höchstens bei 1,5 Prozent des investierten Betrags oder niedriger. Bei einer Einmalanlage von beispielsweise 2.000 Euro kannst Du mit Kaufgebühren um die zehn Euro oder niedriger rechnen. 

Für den Verkauf eines ETF fallen erneut Gebühren an, normalerweise genau wie bei einem Einmalkauf.

Wie hoch sind die Steuern?

Steuern werden bei der ETF-Anlage insbesondere dann fällig, wenn Du Anteile mit Gewinn verkaufst. Du musst darauf Abgeltungssteuer zahlen. Der Steuersatz beträgt 25 Prozent – plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Effektiv liegt die Steuer aber zwischen 18,4 und 19,6 Prozent, denn bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Kapitalerträge steuerfrei.

Auch auf Ausschüttungen fällt die Steuer an. Wenn Du einen wiederanlegenden ETF hast, zieht das Finanzamt zu Jahresbeginn eine kleine Vorauszahlung auf die spätere Steuerzahlung ein. Das nennt sich Vorabpauschale.

Um die Steuerzahlung musst Du Dich nicht händisch kümmern. Deutsche Depotanbieter ziehen die Steuer automatisch von Deinem Verrechnungskonto ab. Du kannst Deinen Sparerfreibetrag nutzen. Mehr Details liest Du im Ratgeber ETF und Steuern.

Wie investierst Du in einen Emerging-Markets-ETF?

Um in einen ETF zu investieren, brauchst Du ein Wertpapierdepot. Das ist eine Art Konto, um den Fonds kaufen und lagern zu können. Günstige und gute Depots findest Du in unserer Übersicht. Mit wenigen Klicks kannst Du ein Depot eröffnen. 

Hinweis zum Depot-Vergleich

Der Finanztip-Depot-Vergleich basiert auf Daten von Banken, die wir selbst über die Websites der Anbieter, Preis- und Leistungsverzeichnisse und Abfragen bei den Anbietern gesammelt haben. Die Daten werden von uns monatlich kontrolliert und aktualisiert. Wir übernehmen keine Gewähr und Haftung für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen.

Die Reihenfolge der Depots in der Tabelle wird durch ein Scoring vorgegeben, Du hast die Wahl zwischen der Bewertung von Preis-Leistung, Kosten und Leistung. Beim Scoring spielen zum Beispiel folgende Konditionen eine Rolle: Verwahrgebühren, Ordergebühren, Anzahl von Handelsplätzen, Angebot der von Finanztip empfohlenen ETFs, Sparplanfunktion, Steuerinformationen oder Zinsen auf dazugehörigen Konten. Alle Empfehlungen erfolgen redaktionell unabhängig.

Das Depot von N26 wird aktuell mit null Punkten bewertet. Grund dafür sind aktuelle Maßnahmen der Bafin gegen diese Bank.

Die Auswahl der Depots erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir nennen nur Depots, die deutschlandweit eröffnen werden können. Außerdem zeigen wir nur Anbieter, bei denen (1) das Depot komplett online eröffnet und geführt werden kann, (2) die Depotführung kostenlos ist oder durch Bedingungen wie die Ausführung eines Sparplans, bestimmte Wertpapiertransaktionen oder einen monatlichen Geldeingang auf dem dazugehörigen Girokonto kostenfrei gestellt werden kann, (3) neben ETFs auch Einzeltitel (also Aktien oder Anleihen) im selben Depot gehandelt werden können, (4) es die Möglichkeit gibt, automatische Sparpläne auf ETFs im selben Depot einzurichten, (5) es einen automatischen Abzug der deutschen Abgeltungssteuer gibt, (6) es keine Mindesteinlage gibt und (7) der Markteintritt nicht weniger als drei Monate her ist. 

Wie findest Du den passenden ETF für Dein Depot?

Hast Du Dein Depot eröffnet, findest Du den passenden ETF auf den MSCI ACWI IMI am einfachsten über die ISIN. Das ist eine Identifikationsnummer für ETFs. Für die von Finanztip empfohlenen ETFs sind das IE00B3YLTY66 für den wiederanlegenden ETF und IE000DD75KQ5 für die ausschüttende Variante.  

Du kannst auf zwei Wegen den gewünschten ETF kaufen: entweder mit einem regelmäßigen Sparplan oder über einen einzelnen Kauf zu einem selbstgewählten Termin.
 

Ist ein Sparplan besser als eine Einmalanlage?

Wenn Dein Depot einsatzbereit ist, kannst Du auf zwei Wegen den gewünschten ETF kaufen: mit einem regelmäßig laufenden Sparplan oder mit einzelnen beauftragten Käufen.

Ein Sparplan ist sinnvoll, wenn Du nach den anfänglichen Einstellungen im Regelfall nichts mehr unternehmen möchtest. Trotzdem bietet Dir ein Sparplan volle Flexibilität. Du kannst ihn jederzeit aufstocken, reduzieren, pausieren oder auch löschen.

Eine Einmalanlage kommt vor allem dann ins Spiel, wenn Du schon eine größere Summe fürs Investieren beiseitegelegt hast.

Mehr Hintergründe und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Wertpapierkäufe findest Du in unserem Ratgeber Aktien kaufen.

Was solltet Du beim Einmalkauf eines ETF beachten?

Eine Einmalanlage kommt vor allem dann ins Spiel, wenn Du schon eine größere Summe fürs Investieren beiseitegelegt hast. Hier musst Du mehr Angaben machen, bevor der Kaufauftrag fertig ist. Die wichtigsten Eckpunkte sind: 

  • Wähle einen Handelsplatz mit niedrigen Kaufgebühren und hohem Handelsvolumen.
  • Falls angeboten, kann der Direkthandel eine attraktive kostengünstige Lösung sein.
  • Hat Dein Depot nur einen Handelsplatz zur Auswahl, nutze unbesorgt diesen.
  • Achtung Randzeiten: Die besten Kurse mit einer möglichst niedrigen Handelsspanne findest Du in der Regel wochentags zwischen 9:00 Uhr und 17:30 Uhr. Das sind die Öffnungszeiten der größten deutschen Börse Xetra in Frankfurt. Auch wenn andere Handelsplätze frühmorgens oder abends geöffnet sind, steigt dann das Risiko für schlechtere Kurse.
  • Setz beim Kauf über die Börse sicherheitshalber ein Limit, also einen Höchstpreis. 

Mehr Hintergründe und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Wertpapierkäufe findest Du in unserem Ratgeber Aktien kaufen

Wie hat Finanztip Emerging-Markets-ETFs getestet?

Im Frühjahr 2026 hat Finanztip 28 Emerging-Markets-ETFs betrachtet, die an der Börse Xetra gehandelt werden können oder auf dem Portal Just-ETF gelistet sind. Die 17 aufgeführten ETFs empfiehlt Finanztip als Ergänzung zu einem MSCI-World-ETF. Wie groß Deine Schwellenländer-Beimischung sein sollte, liest Du im Ratgeber zur 8:1:1-Strategie.  

Welche Kriterien müssen ETFs erfüllen, um von Finanztip empfohlen zu werden? 

  1. Die Fondsanteile müssen an der deutschen Referenzbörse Xetra gehandelt werden können. Das sorgt aufgrund der höheren Liquidität für fairere Kurse.
  2. Die Website des Anbieters zum jeweiligen ETF muss auf Deutsch zur Verfügung stehen.
  3. Den Fonds muss es mindestens seit fünf Jahren geben. Damit ist sichergestellt, dass der Anbieter Erfahrung hat. Ohne eine entsprechende Historie ist eine Untersuchung der Wertentwicklung kaum aussagekräftig.
  4. Das Fondsvolumen muss wenigstens 100 Millionen Euro betragen. Zu kleine Fonds sind langfristig möglicherweise nicht rentabel. Sie laufen Gefahr, zusammengelegt oder geschlossen zu werden.
  5. Wir betrachten keine ETFs, die Währungssicherung betreiben. Denn der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich Währungsrisiken bei Aktien langfristig ausgleichen. Eine Währungssicherung verursacht aber Kosten, die dann die Rendite schmälern. 

Einige Anbieter haben jeweils einen thesaurierenden und einen ausschüttenden Fonds im Angebot – in dem Fall empfehlen wir beide, wenn das Gesamtvolumen des Haupt- und dazugehörigen Teilfonds die 100 Millionen Anlagevolumen übersteigt.

Die folgenden Tabellen liefern einen Überblick über alle getesteten ETFs.

ETF-Anbieter (Identifikationsnummer)TERBauart und Ertragsverwendung1Auflageverwaltetes Vermögen in Millionen €KommentarKommentar
Amundi Core MSCI Emerging Markets (LU2573966905)0,14 %synthetisch - ausschüttend28.09.20119.056ja 
Amundi Core MSCI Emerging Markets (LU2573967036)0,14 %synthetisch - ausschüttend28.09.20119.056jaTeilfonds des LU2573966905
Amundi Core MSCI Emerging Markets (LU1437017350)0,18 %physisch - thesaurierend09.05.20178.553neinkeine Empfehlung, da bei der dt. Börse nicht gelistet
Amundi Core MSCI Emerging Markets (LU1737652583)0,18 %physisch - thesaurierend05.02.20188.553ja 
Amundi MSCI Emerging Markets (FR0010429068)0,55 %synthetisch - ausschüttend05.09.20181.078neinkeine Empfehlung, da TER >= 0,3 % p. a.
Amundi MSCI Emerging Markets (FR0010435297)0,55 %synthetisch - ausschüttend05.09.20181.078neinkeine Empfehlung, da bei der dt. Börse nicht gelistet
Amundi MSCI Emerging Markets (LU1681045370)0,2 %synthetisch - ausschüttend17.04.20185.323ja 
Amundi MSCI Emerging Markets (LU1681045453)0,2 %synthetisch - ausschüttend17.04.20185.323neinkeine Empfehlung, da bei der dt. Börse nicht gelistet
BNP Paribas Easy MSCI Emerging (LU3086273813)0,09 %synthetisch - ausschüttend20.01.202657neinkeine Empfehlung, keine 5 Jahre am Markt plus Vermögen < 100 Mio.
BNP Paribas Easy MSCI Emerging (LU3257630437)0,09 %synthetisch - ausschüttend20.01.202657neinkeine Empfehlung, keine 5 Jahre am Markt plus Vermögen < 100 Mio.
Franklin FTSE Emerging Markets (IE0004I037N4)0,11 %physisch - thesaurierend22.10.202411neinkeine Empfehlung, keine 5 Jahre am Markt plus Vermögen < 100 Mio.
HSBC MSCI Emerging Markets (IE00B5SSQT16)0,15 %physisch - ausschüttend05.09.20114.426ja 
HSBC MSCI Emerging Markets (IE000KCS7J59)0,15 %physisch - thesaurierend05.09.20114.426jaTeilfonds des IE00B5SSQT16
Invesco MSCI Emerging Markets (IE00B3DWVS88)0,19 %synthetisch - thesaurierend26.04.2010304ja 
iShares Core MSCI Emerging Markets IMI (IE00BKM4GZ66)0,18 %physisch - thesaurierend30.05.201435.664ja 
iShares Core MSCI Emerging Markets IMI (IE00BD45KH83)0,18 %physisch - ausschüttend30.05.201435.664ja 
iShares MSCI Emerging Markets (IE00B4L5YC18)0,18 %physisch - thesaurierend25.09.20097.668ja 
iShares MSCI Emerging Markets (IE00B0M63177)0,18 %physisch - ausschüttend18.11.20058.214ja 
iShares MSCI Emerging Markets (IE000S3N6R34)0,14 %synthetisch - thesaurierend23.02.2026104neinkeine Empfehlung, da keine 5 Jahre am Markt
State Street SPDR MSCI Emerging Markets (IE00B469F816)0,18 %physisch - thesaurierend13.05.20111.664ja 
UBS Core MSCI Emerging Markets (LU0480132876)0,15 %physisch - ausschüttend12.11.20108.680ja 
UBS MSCI Emerging Markets SF (IE00B3Z3FS74)0,14 %synthetisch - thesaurierend27.04.2011170neinkeine Empfehlung, da bei der dt. Börse nicht gelistet
Vanguard FTSE Emerging Markets (IE00B3VVMM84)0,17 %physisch - ausschüttend22.05.20124.296ja 
Vanguard FTSE Emerging Markets (IE00BK5BR733)0,17 %physisch - thesaurierend24.09.20194.296ja 
Xtrackers MSCI Emerging Markets (LU0292107645)0,49 %synthetisch - thesaurierend22.06.20071.000neinkeine Empfehlung, da TER >= 0,3 % p. a.
Xtrackers MSCI Emerging Markets (LU2675291913)0,18 %synthetisch - ausschüttend11.10.20231.000neinkeine Empfehlung, da keine 5 Jahre am Markt
Xtrackers MSCI Emerging Markets (IE00BTJRMP35)0,18 %physisch - thesaurierend21.06.201710.780ja 
Xtrackers MSCI Emerging Markets (IE000GWA2J58)0,18 %physisch - ausschüttend03.11.202110.780jaTeilfonds des IE00BTJRMP35

1Thesaurierende ETFs legen Dividenden wieder an, ausschüttende ETFs reichen sie direkt an Anlegende weiter. Physisch replizierende ETFs kaufen Aktien aus dem jeweiligen Index. Synthetisch replizierende ETFs nutzen Tauschgeschäfte (Swaps), um den Index mit anderen Wertpapieren nachzubauen.
Quelle: Just ETF, Finanztip-Darstellung (Stand: Mai 2026)

Autoren
Hendrik Buhrs

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