Telematik bei Autoversicherungen

Ein umsichtiger Fahrstil spart Geld bei der Kfz-Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Telematik bedeutet: Mit technischen Mitteln erfasst eine Versicherung das Fahrverhalten des Autobesitzers. Wer umsichtig fährt, bekommt dafür Rabatte auf die Kfz-Versicherung.
  • Neben Bremsverhalten, Geschwindigkeit und Beschleunigung bestimmen häufig auch äußere Faktoren den persönlichen Rabatt, beispielsweise Uhrzeit und Ort.
  • Je nach Versicherer benötigen Autofahrer eine Smartphone-App oder zusätzlich eine Telematik-Box.
  • Nur wegen Telematik die Versicherung zu wechseln, empfiehlt sich normalerweise nicht. Autofahrer können im Vorfeld nur schwer einschätzen, wie viel sie damit sparen werden.
  • Bei weitem nicht jede Versicherung bietet Telematik-Tarife an. Darüber hinaus richten sich viele dieser Angebote ausschließlich an junge Fahrer.
  • Mit Telematik sammelt ein Versicherer zahlreiche Daten über die Fahrten seiner Kunden und wertet diese anonymisiert aus.

So gehen Sie vor

  • Als erstes sollten Sie überprüfen, ob Sie bereits eine günstige Kfz-Versicherung haben.
  • Falls Ihre Autoversicherung dann auch noch Telematik anbietet, können Sie besonders als junger Fahrer mit Telematik bis zu 30 Prozent sparen.
  • Wir haben einen praktischen Überblick für Sie, welche Versicherer Telematik-Tarife anbieten.
  • Achten Sie beim Preisvergleich darauf, dass die Versicherung grundsätzlich das maximale Sparpotenzial angibt – den vollen Rabatt erreichen in der Regel nur sehr wenige Fahrer.
  • Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie wirklich einen sicheren Fahrstil haben, können Sie eine Telematik-App auch ohne Versicherung testen.
  • Sie sollten gründlich überlegen, ob Sie damit einverstanden sind, dass umfangreiche Fahrdaten von Ihnen erfasst und gespeichert werden – auch wenn diese anonymisiert sind.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu Kfz-Versicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Kaum ein Autofahrer würde von sich selbst sagen, dass er einen unsicheren oder riskanten Fahrstil hat. Das gilt immer nur für die anderen. Per Telematik haben Sie es schwarz auf weiß, ob Sie wirklich umsichtig auf den Straßen unterwegs sind – und können gleichzeitig bei Ihrer Kfz-Versicherung sparen. Denn auch Ihrem Autoversicherer entstehen weniger Kosten, wenn Sie seltener einen Unfall bauen. Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie bei Telematik auch zahlreiche Daten preisgeben.

Wie beeinflusst das Fahrverhalten den Preis der Autoversicherung?

Telematik ist eine Wortschöpfung aus Telekommunikation und Informatik. Manchmal wird Telematik auch als pay as you drive (PAYD) bezeichnet, Englisch für „zahlen, wie Sie fahren“. Bei der Kfz-Versicherung bedeutet Telematik, dass der Versicherer die Fahrweise des Kunden überwacht, auswertet und umsichtiges Fahren mit Rabatten belohnt.

Dazu misst eine App im Smartphone, eine kleine Box im Fahrerraum oder ein Stick im Zigarettenanzünder, wie sich der Fahrer im Straßenverkehr verhält. Die Daten werden an den Versicherer übertragen, der daraus einen Punktestand ermittelt. Je besser dieser sogenannte Score, desto höher die Ersparnis.

In der Regel kann auch der Autofahrer selbst seine Fahrweise mit dem Smartphone überprüfen, um bei der nächsten Fahrt noch ein bisschen umsichtiger unterwegs zu sein. Die Anbieter von Telematik erhoffen sich dadurch, dass das zu einem sichereren Fahrverhalten führt und damit zu weniger Unfällen. Ob aber Autofahrer ihr Verhalten im Straßenverkehr wirklich auf Grund der Telematik-Auswertung verändern, lässt sich nicht so einfach belegen.

So beurteilt Telematik den Fahrstil

Was genau in die Bewertung der Fahrweise einfließt, ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Auch wie viel Prozent der Gesamtpunktzahl die einzelnen Faktoren ausmachen, hängt vom Anbieter ab.

Neben dem Fahrverhalten fließen oft auch weitere Kriterien in die Berechnung mit ein, etwa die Uhrzeit und ob Sie auf einer Autobahn oder in einer Großstadt unterwegs sind. Diese Faktoren können sich negativ auf Ihren Punktestand auswirken, ohne dass Sie daran etwas ändern können.

Fahren Sie beispielsweise mit dem Auto zur Nachtschicht, bleibt Ihnen bei den meisten Versicherungen der beste Punktestand automatisch verwehrt. Nur Axa und Cosmosdirekt bewerten weder Tageszeit noch Fahrstrecke.

Im Folgenden finden Sie die häufigsten Kriterien, nach denen sich die Ersparnis eines Telematik-Tarifs berechnet:

Schnelles Beschleunigen - Wer oft und schnell beschleunigt, wird mit Punktabzug bestraft, weil er als aggressiver Fahrer gilt. Die Technik kann dabei normalerweise unterscheiden, ob es sich um eine sinnvolle Beschleunigung bei einem Überholmanöver auf der Autobahn handelt oder um ein halsbrecherisches Manöver, um noch bei kirschgelb über die Ampel zu rasen.

Hartes Bremsen - Wer plötzlich hart bremst, hat zuvor oft nicht richtig auf den Verkehr geachtet. Besonders häufig passiert dies vor Ampeln oder im Stop-and-go-Verkehr. Für Versicherungen wichtig: Auffahrunfälle sind dadurch wahrscheinlicher.

Geschwindigkeit - Überhöhte Geschwindigkeit führt zu mehr und schlimmeren Unfällen. Halten Sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung, dann bewertet der Anbieter Ihre Fahrweise besser.

Beispiel: Gewichtung

Allianz
Bremsverhalten 30 %
Beschleunigung 20 %
Kurvenverhalten 20 %
Geschwindigkeit 10 %
Uhrzeit und Ort 20 %

Quelle: Anbieter (Stand: Oktober 2018)

Kurvenverhalten - Beim rasanten Fahren in Kurven entstehen höhere Fliehkräfte im Fahrzeug. Im schlimmsten Fall trägt es das Auto aus der Kurve und in die Leitplanke. Eine gute Kurvenlage auch bei schlängelnden Straßen ist daher gut für Ihren Punktestand.

Leerlaufzeit - Das ist die Zeit, in der der Motor läuft, das Auto sich aber nicht bewegt. Um eine gute Bewertung zu bekommen, sollten Sie den Motor abschalten, wenn Sie zum Beispiel an einem Bahnübergang oder im Stau warten.

Nachtfahrten - Bei Dunkelheit ist die Sicht schlecht, wodurch das Unfallrisiko steigt.

Straßentyp - Innerorts krachen Autos besonders oft zusammen, außerorts seltener. Am besten für den Score ist es daher, wenn Sie auf Bundesstraßen und Autobahnen unterwegs sind.

Zum sicheren Fahren gehört mehr als der Telematik-Score

Was die Technik nicht erfassen kann, fließt auch nicht in die Bewertung ein: Dichtes Auffahren, Überfahren von roten Ampeln oder die Handynutzung am Steuer sind große Unfallrisiken, die mit Telematik normalerweise nicht gemessen werden.

Außerdem ermitteln die Versicherungen aufgrund der Gewichtung und der verwendeten Technik mitunter sehr unterschiedliche Ergebnisse für dieselbe Fahrweise. Ein sicherer Fahrstil bedeutet daher nicht automatisch einen hohen Telematik-Rabatt. Es kann sein, dass Sie dafür Ihre Fahrweise ein wenig an die Telematik-Auswertung anpassen müssen.

Für wen lohnt sich ein Telematik-Tarif?

Bei den meisten Versicherungen, die Telematik anbieten, können Sie sich entscheiden, Telematik zusätzlich zu Ihrer normalen Kfz-Versicherung zu wählen. Je nach Punktestand bekommen Sie dann bis zu 30 Prozent Rabatt. Einen Telematik-Tarif abzuschließen, lohnt sich jedoch nur, falls Sie bereits eine passende und preiswerte Autoversicherung haben. Ansonsten sollten Sie sich zuerst eine günstigere Kfz-Versicherung suchen. Denn die höchsten Rabatte sind nur bei wirklich herausragender Fahrweise zu erreichen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Silke Kursawe
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Falls Ihre Versicherung auch Telematik anbietet: Telematik-Tarife eignen sich am ehesten für junge Fahrer, die bereits sicher hinter dem Lenkrad sind. Viele Versicherer sehen den Telematik-Rabatt als Ausgleich für eine fehlende Schadenfreiheitsklasse und begrenzen die Tarife auf ein bestimmtes Alter (zum Beispiel jünger als 30 Jahre).

Durch die Einschränkung auf junge Fahrer ist bereits die mögliche Kundenzahl eher gering. So nutzen 2018 weniger als 1 Prozent der Kfz-Versicherten Telematik. Das lässt sich teilweise auch darauf zurückführen, dass Autohersteller und Versicherungen sich langwierig über die Daten des Autobesitzers streiten.

Wir haben eine Übersicht aller Versicherungen zusammengestellt, die Telematik anbieten (Stand Oktober 2018), und führen auf, unter welchen Vorrausetzungen.

Versicherungen mit Telematik-Tarif

mögliche Ersparnisse Technik² Voraussetzung
Aachenmünchener (Generali) 30 % App -
Allianz 30 %¹ App (optional Stecker) Versicherter unter 29 Jahre
Axa 15 % App Versicherter unter 30 Jahre
Cosmosdirekt³ 30 %¹ App Versicherter unter 29 Jahre, mindestens Teilkasko
Generali³ 20 % App mindestens Teilkasko
HDI Tanktaler, Gutscheine Box und App
Sijox (Signal Iduna) Gutscheine App Versicherter unter 31 Jahre
VHV 30 % Box (im Zigarettenanzünder, 12 V) und App Schutzbrief / keine Werkstattbindung möglich
Württembergische Versicherung AG Anrechnung auf SF App Versicherter unter 30 Jahre⁴

¹zzgl. 10 % Abschlussprämie
²Apps funktionieren rein über das Smartphone; Stecker werden in den Zigarettenanzünder gesteckt; eine Box wird per OBD- oder OBD-2-Anschluss an den Bordcomuter im Auto angeschlossen (serienmäßig seit 2004 eingebaut).
³Eigenständiger Telematik-Tarif: Bei schlechtem Fahrverhalten kann der Tarif teurer werden als eine Kfz-Versicherung ohne Telematik.
⁴zusätzlich zwei weitere Privatkunden-Verträge bei W&W notwendig
Quelle: Finanztip-Recherche mit Material der Anbieter (Stand: Oktober 2018)

Telematik ausprobieren

Wollen Sie Telematik vor allem nutzen, um Ihr Fahrverhalten zu überprüfen, können Sie eine Telematik-App auch ohne entsprechende Versicherung herunterladen (wie Betterdrive von Cosmosdirekt, Axa Drive oder Bonusdrive von Allianz).

Was taugen die Telematik-Versicherungen im Preisvergleich?

Beispiel: Beispiel: Kfz-Tarif für 22-jährigen Fahrer

Versicherer Preis¹ Unterschied
Axa 356,21 € 0 %
HUK24 361,25 € -1 %
Allianz 379,05 € -6 %
Huk-Coburg 396,42 € -10 %
VHV 438,98 € -19 %
HDI 519,29 € -31 %
CosmosDirekt 537,60 € -34 %

¹Kfz-Haftpflicht mit Teilkasko für einen 22-jährigen Fahrer, Renault Twingo 1.2 16V 75 Quickshift, Prenzlau, SF 3, 7.000 km/Jahr Fahrstrecke
Quelle: Finanztip-Recherche mit Material der Anbieter (Stand: August 2018) 

Telematik ist in Deutschland eher eine Nische für junge, technikbegeisterte Autofahrer. Die Zahl der Versicherungen mit Telematik-Tarifen geht eher zurück. Waren es 2017 noch 14 Anbieter, sind es mittlerweile weniger.

2018 boten zunächst elf Versicherer einen Telematik-Tarif an: Allianz, Axa, Generali und deren Tochterunternehmen Aachenmünchener und Cosmosdirekt, HDI, Huk-Coburg, Huk24, Sijox, VHV sowie die Württembergische. Im Oktober 2018 haben Huk-Coburg und Huk24 den Vertrieb von Telematik-Tarifen allerdings eingestellt.

Über die Mercedes-Benz Bank können Besitzer einer Mercedes-E-Klasse bei der HDI einen eigenständigen Telematik-Tarif abschließen. 

Telematik-Tarife können eine gute Kfz-Versicherung günstiger machen

Wir haben im August 2018 die Angebote von sieben der elf Versicherer überprüft, bei denen Sie bis Oktober 2018 einen Telematik-Tarif wählen konnten. Für sieben Musterprofile haben wir die konkreten Tarifkonditionen abgefragt und mit den günstigsten Angeboten ohne Telematik verglichen. Weitere Details zu unserer Untersuchung lesen Sie am Ende des Artikels.

Bei fünf unserer sieben Profile waren unter den besten Ergebnissen auch Telematik-Tarife. Bei diesen Tarifen würden unsere Testprofile bereits mit einem geringen Rabatt Geld sparen. Dies gilt vor allem für unsere jüngeren Fahrerprofile.

Bei unserem Fahrerprofil eines 22-Jährigen für eine Kfz-Haftpflichtversicherung mit Teilkasko-Schutz schnitten sogar vier der sieben Tarife besser ab als die Konkurrenz ohne Telematik.

Nur bei unserem Vergleichsprofil eines 72-jährigen Rentners fielen die Telematik-Tarife durchweg teurer aus als die günstigste Autoversicherung.

Maximale Rabatte können Sie nur sehr schwer erreichen

Rechnen Sie nicht mit den höchstmöglichen Rabatten für Telematik. Bei fast allen Versicherern handelt es sich um Spitzenwerte, die Sie nur bei sehr Telematik-freundlichem Fahren erreichen können. Überlegen Sie auch, ob Sie von schwer beeinflussbaren Faktoren wie häufige Nachtfahrten oder Fahrten durch größere Städte betroffen sind. Oftmals können Sie den höchsten Rabatt dann von vornherein nicht erzielen.

Nach Angaben der Versicherung VHV beispielsweise sparen Fahrer durch einen Telematik-Tarif im Schnitt rund 21 Prozent von höchstens 30 Prozent (Stand 2016) Rabatt. Bei Cosmosdirekt kommen schlechte Autofahrer außerdem teurer weg als im Basistarif. Rutscht der Punktestand zu weit ab, zahlen solche Fahrer für die Telematik drauf.

Spartrick: Sie müssen nicht jede Fahrt auswerten lassen

Die meisten Versicherer wollen, dass Sie eine Mindestanzahl von Fahrten und eine Mindeststrecke aufzeichnen, zum Beispiel mindestens fünf Fahrten und mindestens 400 Kilometer im Jahr. Andere pochen zusätzlich darauf, dass die App bei jeder Fahrt angeschaltet ist. Doch niemand kann Ihnen einen Strick draus drehen, wenn Ihr Handy-Akku mal leer ist oder Sie den Telematik-Stick zu Hause vergessen haben. Ab und an kann daher auch mal eine ungünstige Nachtfahrt von der Messung ausgenommen sein.

Lassen Sie regelmäßig nur die besten Fahrten auswerten, kann das allerdings dazu führen, dass der Versicherer Ihnen den Rabatt streicht. Bei einer fest verbauten Box kommen Sie um eine Auswertung aller Fahrten nicht so einfach herum.

Wie kommt Telematik-Technik in das Auto?

Mit welcher Technik die Fahrdaten gemessen werden, entscheidet der Versicherer. Einige Anbieter verlassen sich auf die eingebauten Sensoren im Smartphone des Autobesitzers. Dies ist von technischer Seite betrachtet die einfachste Lösung. Allerdings müssen Sie als Autofahrer dabei auch am meisten selbst beachten. Außerdem bezweifeln einige Versicherer, dass ein Smartphone die notwendigen Daten auch exakt genug misst.

Die zweite Variante ist, dass der Versicherer Ihnen einen Stecker überlässt, den Sie in den Zigarettenanzünder Ihres Autos stecken. Dieser Stecker erfasst einen Großteil der benötigten Daten und verbindet sich daraufhin mit Ihrem Smartphone, um diese weiterzuleiten.

Als Drittes gibt es verschiedene Typen von Telematik-Boxen, die sich mit dem Bordcomputer im Auto verbinden. Der dazu benötigte OBD- oder OBD-2-Anschluss ist seit 2004 serienmäßig in Neuwagen eingebaut (OBD steht für On-Board-Diagnose). Wichtigster Unterschied zwischen den Boxen ist, ob sie fest in das Auto verbaut werden oder flexibel im Fahrerraum platziert werden können.

Zusatzfunktionen sind verzichtbar

Mit einer Telematik-App bekommen Sie oft auch einige zusätzliche technische Spielereien. Sei es eine Tankstellensuche, ein Parkuhr-Timer oder eine Unterstützung für das Fahrtenbuch – die meisten Zusatzfunktionen sind allerdings nicht wirklich wichtig oder lassen sich auch ohne Telematik-Tarif als App herunterladen.

Wie sicher sind meine Daten bei Telematik-Tarifen?

Damit die Versicherung das Fahrverhalten auswerten kann, braucht sie eine Menge Verkehrsdaten ihrer Kunden. Die Versicherer behalten sich außerdem vor, die gesammelten Daten für ihre Zwecke auszuwerten.

Allerdings haben sich die Versicherungen auf einen hohen Schutz der persönlichen Daten geeinigt. Die Fahrdaten werden ausschließlich anonymisiert weitergeleitet und ausgewertet. Sie müssen also nicht befürchten, dass die Allianz nachvollziehen kann, wo Sie Ihre Abende am liebsten verbringen.

Die Versicherung wertet die Daten nicht direkt aus, sondern arbeitet mit einem getrennten Unternehmen zusammen. Der Versicherer hat Ihren Namen und den endgültigen Score; das auswertende Unternehmen analysiert ausschließlich die Telematik-Faktoren und ordnet diesen eine Nummer zu, mit der Ihre Kundendaten anonymisiert worden sind.

Auch darf die Polizei nur bei sehr schwerwiegenden Straftaten auf die Daten zugreifen. Wegen Telematik einen Strafzettel für zu schnelles Fahren zu bekommen, ist ausgeschlossen.

In Zeiten von Facebook und Google schafft der Datenschutzkodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einen hohen Standard für den Schutz von personenbezogenen Daten. Nichtsdestotrotz fallen bei Telematik eine Vielzahl anonymisierter Daten an.

Bei fast jedem Telematik-Anbieter ist es ein Muss, die GPS-Verbindung am Smartphone zu aktivieren. Nur die Sijox-Versicherung verzichtet vollkommen auf GPS.

Das eigene Smartphone gewinnt durch Telematik noch mehr an Bedeutung

Bereits Ihr eigenes Smartphone wertet per App die Telematik-Daten aus, wenn Sie sich für einen Telematik-Tarif entschieden haben. Ein gewisses technisches Grundverständnis sollten Sie daher mitbringen, um die Anwendung richtig zu bedienen. Wenn der Telematik-Tarif rein über das Smartphone funktioniert, könnte das Handy beispielsweise auch eine Fahrt als Beifahrer oder im Taxi zu Ihrem Punktestand hinzuzählen.

Damit Sie Ihr Fahrverhalten auch selbst auswerten können, ist Ihr spezifisches Bewegungsprofil oft auf dem Handy gespeichert. Hat jemand anders Zugang zu Ihrem Smartphone, kann er auch nachvollziehen, wann Sie wohin gefahren sind.

Außerdem beansprucht die App durchgehend den Akku Ihres Handys. Ebenso können einige Telematik-Tarife zusätzlich das Datenvolumen aufbrauchen. Gerade bei Fahrten außerhalb der Europäischen Union kann dies schnell teuer werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Daten-Roaming.

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So haben wir untersucht

Telematik-Vergleich 2018

Im August 2018 haben wir elf Versicherer herausgesucht, die einen Telematik-Tarif für die Autoversicherung anbieten. Die Details der Telematik-Tarife haben wir daraufhin von den Anbieter-Websites zusammengetragen und uns von den Pressestellen bestätigen lassen.

Um das Sparpotenzial der Telematik-Tarife zu ermitteln, haben wir sieben Musterprofile erstellt. Diese unterscheiden sich in wichtigen Merkmalen und sind quer über Deutschland verteilt. Dabei haben wir uns bewusst entschieden, fünf junge Autofahrer-Profile (jünger als 30 Jahre) und zwei Vergleichsprofile älterer Fahrer abzufragen, da sieben von elf Versicherern eine Altersbeschränkung für Telematik vorsehen.

Als Vergleichswert haben wir die Preise für diese sieben Musterprofile auf dem Vergleichsportal Nafi-Auto abgefragt. Zusätzlich haben wir eine Abfrage bei den Telematik-Anbietern vorgenommen. Bei sieben Versicherern lief diese Abfrage über das Online-Formular auf deren Internetseite. Bei den übrigen vier haben wir per E-Mail nach den konkreten Konditionen für unsere Musterprofile gefragt. Zwei davon waren nicht bereit, an unserer Untersuchung teilzunehmen. Die beiden anderen haben nicht auf unsere Anfrage reagiert.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Eric Brandmayer

Redakteur bei Finanztip (bis Januar 2017)

Eric Brandmayer hat bei Finanztip volontiert. Er kümmerte sich als Redakteur im Versicherungsteam vor allem um die Themen Hausrat und Haftpflicht. Praktische Erfahrungen sammelte er zuvor in verschiedenen Redaktionen und in der Pressestelle des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Arne Düsterhöft

Finanztip-Experte für Telekommunikation

Arne Düsterhöft ist Redakteur für Telekommunikation und Digitales. Zuvor war er Volontär in der Redaktion von Finanztip. Erste praktische Erfahrungen sammelte er in der Online-Redaktion von teltarif.de, wo er ebenfalls über digitale Technologien und Telekommunikation geschrieben hat. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.