Größter Nachteil des tilgungsfreien Kredits ist, dass er Dir eine große Aufgabe stellt: Du musst sicherstellen, dass Du am Ende der Laufzeit, also zum Beispiel in zehn Jahren, auch tatsächlich das Geld für die Rückzahlung hast.
Bei einem Bausparvertrag bedeutet das: Der Bausparvertrag muss bei Fälligkeit des Darlehens auch tatsächlich auszahlungsbereit sein. Da die Bausparkassen auch von der Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen abhängen, ist eine pünktliche Auszahlung nicht garantiert. Die Bausparkassen versuchen allerdings, die Auszahlungen möglichst gut zu steuern.
Heikler wird die Rückzahlung, wenn Du die Tilgung selbst vorbereitest. Dazu ein Beispiel: Du könntest etwa auf den Gedanken kommen, die Tilgung mit einem monatlichen Sparplan auf Gold vorzubereiten. Der Goldpreis entwickelt sich gut; nach neun von zehn Jahren hast Du bereits 120.000 Euro angespart und damit mehr als die 100.000 Euro, die Du für die Tilgung benötigst. Dann entscheidet sich die chinesische Zentralbank, große Teile ihrer Goldreserven zu verkaufen, und der Goldpreis sinkt um ein Viertel. Plötzlich fehlen Dir 10.000 Euro für die vollständige Rückzahlung des Kredits. In diesem Fall musst Du die Lücke anderweitig füllen, aus vorhandenen Rücklagen oder sogar mit einem Ratenkredit.
Hier die Nachteile im Überblick:
Tilgungsrisiko - da Du nicht laufend tilgst, benötigst Du einen Plan, wie Du den Kredit später zurückzahlst. Und der muss sicher gelingen.
Kosten für den Sparvertrag - je nach Art des Sparvertrags können Kosten entstehen, die Du nicht hast, wenn Du einfach laufend tilgst, zum Beispiel Abschlusskosten beim Bausparvertrag.
Höhere Schulden - da sich der offene Kreditbetrag nicht verringert, fehlt Dir das gute Gefühl, dass Du Dich nach und nach von Deinen Schulden befreist.