KW202049

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FINANZTIP

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Ehrenamt: So lohnt sich Dein Einsatz auch finanziell

Ehrenamt: So lohnt sich Dein Einsatz auch finanziell

So lohnt sich Dein soziales Engagement doppelt

Ob in Fußballklubs, Obdachlosenasylen, freiwilligen Feuerwehren, Schulen oder Vereinen: Jeder Fünfte engagiert sich in gemeinnützigen Einrichtungen. Die gute Sache steht im Vordergrund. Aber draufzahlen solltest Du auch nicht. Der Staat hilft, indem er auf Steuern verzichtet. So kann jeder durch das Ehrenamt deutlich hinzuverdienen, selbst bei Bezug von Sozialhilfe.

Für Deinen Einsatz kannst Du entweder eine Ehrenamtspauschale (720 Euro) oder eine Übungsleiterpauschale (2.400 Euro) bei der Steuer geltend machen. Die höhere Pauschale gibt es nur für eher pädagogische Tätigkeiten wie Trainerin, Ausbilder oder Chorleiterin. Aber beide Pauschalen lassen sich kombinieren, wenn Du verschiedene Ehrenämter hast.

Davon kannst Du natürlich nicht leben, sollst Du auch gar nicht: Das Ehrenamt muss „nebenberuflich“ sein, das heißt, es darf nicht mehr Zeit als ein Drittel einer vollen Stelle in Anspruch nehmen. Und nicht immer gibt es eine Aufwandsentschädigung.

 

200 Euro mehr im Monat zum Leben

Wer zum Beispiel Bafög, Grundsicherung oder eine Witwenrente bezieht, fürchtet oft, dass zusätzliche Einnahmen die Leistung kürzen. Beim Ehrenamt ist es aber nicht so. Du kannst 200 Euro pro Monat bedenkenlos hinzuverdienen, ohne dass Deine normalen Einnahmen gekürzt werden. Wenn Du zum Beispiel von einer kleinen Rente oder Sozialhilfe leben musst, machen diese 200 Euro eine Menge aus.

Aber auch bei höheren Einkommen lohnt sich das Ehrenamt, denn Du erhöhst Dein Monatseinkommen direkt um 200 Euro netto. Dafür müsstest Du bei Deinem Arbeitgeber vielleicht 300 oder 400 Euro Gehaltserhöhung raushandeln. Übrigens: Aktuell verhandelt die Große Koalition das neue Jahressteuergesetz und überlegt, die Pauschalen für Ehrenämter sogar auf 840 Euro beziehungsweise 3.000 Euro jährlich zu erhöhen.

 

Noch mehr Steuern sparen

Bei der genauen Ausgestaltung kannst Du durchaus kreativ werden. So lassen sich Übungsleiter-, Ehrenamtspauschale und Minijob kombinieren und so insgesamt 8.520 Euro quasi steuerfrei hinzuverdienen. Mit dem Werbungskostenpauschbetrag kannst Du diesen Betrag nochmal um 1.000 Euro erhöhen.

 

Ehrenamt statt Job

Auch für Dein Angestelltenverhältnis kannst Du vielleicht profitieren. Wenn Du zum Beispiel im Ruhestand als Lehrer weiterarbeitest, kann es sich lohnen, das ehrenamtlich zu tun. Doch kaum eine Schule beachtet diese Möglichkeit und versteuert einfach das volle Gehalt. Am Ende des Jahres können Lehrer 2.400 Euro von den Einnahmen auf der Lohnsteuerbescheinigung abziehen – und als Übungsleiterpauschale eintragen. Dadurch gibt es die Steuern für die 2.400 Euro am Jahresende zurück.

Gleiches gilt zum Beispiel auch für Erzieher und Ausbilder, Pflege und künstlerische Arbeiten. Aber nicht vergessen: Du darfst nicht mehr Zeit als ein Drittel einer normalen Stelle investieren.

Suchst Du ein Ehrenamt oder weitere Informationen? Dann schau auch beim Internetauftritt vom Bund für das Ehrenamt vorbei und natürlich in unseren Ratgebern zu Übungsleiter– und Ehrenamtspauschale.

 

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Schnäppchen der Woche

Angebote, Rabatte & Deals: Was unsere Redaktion für Dich entdeckt hat.

Zeitschriften ein halbes Jahr kostenlos

Als Finanztip-Abonnent kannst Du „Stern“, „Capital“, „Cicero“, „Gala“ oder eine andere von 24 Zeitschriften ein halbes Jahr lang kostenlos lesen – gedruckt oder digital. Um Dein Wunschmagazin zu bestellen, suchst Du Dir beim Anbieter Zeitschriften & Co. einen Titel aus. Nachdem Du auf „Zum Angebot“ geklickt und den Gutschein-Code JNK4203967QW eingegeben hast, sinkt der Preis auf Null.

Achtung: Das Abo verlängert sich automatisch um ein Jahr zum regulären Preis, wenn Du es nicht spätestens drei Monate vor Ablauf kündigst. Das geht einfach per Mail an bestandskunde@presseshop.news.

Geldanlage: Growney ohne Gebühr

Wenn Du Dich nicht selbst um Deine Geldanlage kümmern willst, sind vielleicht Robo-Advisor etwas für Dich. Die digitalen Anlagehelfer unterstützen Dich dabei, die richtige Abwägung von Risiko und Rendite zu treffen – und investieren Dein Geld nach Deinen Vorgaben in günstige ETFs. Zu unseren Empfehlungen gehört auch Growney. Zurzeit erlässt er die Servicegebühren im ersten Jahr. Dafür musst Du Neukunde sein und mindestens 4.000 Euro einzahlen. Die Gebühr beträgt normalerweise 0,68 Prozent pro Jahr. (Du zahlst dann nur die üblichen ETF-Kosten von um die 0,2 Prozent.) Bei der Eröffnung musst Du den Gutscheincode „finanztip21“ eingeben, das Geld muss bis Mitte Januar eingehen.

Vodafone: Kabel-Internet ohne Anschlusspreis

Die empfehlenswerten Internettarife für den Kabelanschluss von Vodafone gibt es derzeit ohne Anschlussgebühr. Außerdem kannst Du ein Startguthaben von bis zu 170 Euro bekommen, das mit den laufenden Gebühren verrechnet wird.

 
Richtig spenden – und Steuern sparen

1. Richtig spenden – und Steuern sparen

Vor Weihnachten denken viele ans Spenden. Du vielleicht auch – oder Du willst eine Spende verschenken statt etwas Materiellem. Dabei gibt es ein paar Punkte zu beachten.

Im Prinzip freut sich jede gemeinnützige Organisation über Spenden: von der kleinen Initiative vor Ort bis zur weltweit tätigen Vereinigung. Wichtig ist, dass Dein Geld da ankommt, wo es gebraucht wird. Bei den großen Namen brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, zum Beispiel bei Amnesty International, Brot für die Welt, Greenpeace, SOS Kinderdorf, Terre des hommes, Welthungerhilfe, WWF oder Ärzte ohne Grenzen (oben im Bild Ärzte aus einer ihrer Kliniken in Nairobi).

Bei unbekannten Organisationen aber solltest Du auf ein Spendensiegel achten: „DZI“ oder „Wirkt!“ von Phineo. Weniger streng, aber ein positives Signal ist das Logo der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Falls Du keine Idee hast, an wen Du spenden sollst, lass Dich von Spendenplattformen wie betterplace.org inspirieren.

Eine Spende zu verschenken, macht Dir Freude, dem Empfänger und der begünstigten Organisation – eine Win-win-win-Situation. In der Regel gibt es eine schicke Urkunde. Eine Alternative ist es, Fanartikel zu kaufen und zu verschenken, etwa T-Shirts, Tassen oder Poster von Sea Shepherd. Das ist dann aber nicht mehr steuerbegünstigt.

Denn Spenden für gemeinnützige Zwecke kannst Du von der Steuer absetzen: als Sonderausgaben. Und das bis zu einer Grenze von 20 Prozent Deiner Einkünfte. Wenn Du noch im Dezember spendest, kannst Du bereits bei der Steuererklärung für 2020 davon profitieren.

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Stichtag verpasst? So kommst Du noch aus Deiner Autoversicherung raus

2. Stichtag verpasst? So kommst Du noch aus Deiner Autoversicherung raus

Der 30. November ist rum und Du bist trotzdem noch bei Deiner alten Kfz-Versicherung? Stichtag verpasst? Vielleicht kannst Du trotzdem noch wechseln!

Du kannst Deine Kfz-Versicherung immer zum Ablauf des Versicherungsjahres mit Frist von einem Monat kündigen. In der Autoversicherung läuft das Versicherungsjahr bei den meisten Verträgen genau wie das Kalenderjahr bis 31. Dezember. Stichtag für die Kündigung ist – nein, war – dann der 30. November. Doch einige Versicherungen haben Verträge, die losgelöst vom Kalenderjahr enden.

Hat Dein Versicherer den Beitrag erhöht? Dann wäre es besonders ärgerlich, nicht mehr wechseln zu können. Deshalb hat der Gesetzgeber ein Sonderkündigungsrecht eingeführt: Du kannst einen Monat ab Zugang der Beitragserhöhung kündigen.

Achtung: Du hast ein Schreiben bekommen, doch Dein Versicherer gratuliert Dir darin zur niedrigeren Prämie? Es ist trotzdem möglich, dass sich Dein Beitrag erhöht hat – beziehungsweise ein Teil davon. Etwa, wenn Du in eine bessere Schadenfreiheitsklasse rutschst, aber gleichzeitig in eine schlechtere Typen- oder Regionalklasse. Auch das reicht für eine Sonderkündigung.

Kündigen kannst Du außerdem immer nach einem Schadensfall, den Du Deiner Versicherung meldest – egal, ob Deine Versicherung einspringt oder nicht. Dann noch: bei Fahrzeugwechsel. Wenn Du ein anderes Auto kaufst, musst Du nicht bei Deinem Versicherer bleiben. Auch ein Verkauf oder nur die Abmeldung löst Deine Beziehung zu Deinem alten Versicherer. Eine günstigere Versicherung findest Du mit unserem Ratgeber.

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Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung verdoppelt

3. Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung verdoppelt

Menschen mit Behinderung können in der Steuererklärung entweder die Kosten der Behinderung einzeln nachweisen – oder unbürokratisch einen Pauschalbetrag beanspruchen. Erstmals nach 45 Jahren erhöht der Fiskus die Behinderten-Pauschbeträge: Der Bundesrat hat das Gesetz vor einer Woche verabschiedet. Ab 2021 gelten die doppelten Beträge und die Systematik wird modernisiert.

Der Pauschalbetrag ist gestaffelt nach dem Grad der Behinderung (GdB). Bei einem GdB von unter 50 ist die Chance auf den Pauschbetrag künftig größer, weil Zusatzvoraussetzungen ab 2021 wegfallen. Bereits ab einem GdB von 20 kannst Du jetzt einen Pauschbetrag von 384 Euro im Jahr beantragen. Er steigt in Zehnerschritten bis 2.840 Euro bei einem GdB von 100. Für Blinde und hilflose Menschen wird er auf 7.400 Euro verdoppelt. Hast Du höhere Kosten, solltest Du die besser einzeln nachweisen.

Anders funktioniert die neue Fahrtkosten-Pauschale: Gehbehinderten ab einem GdB von 70 und allen ab einem GdB von 80 steht eine Pauschale von 900 Euro zu, außergewöhnlich Gehbehinderten und hilflosen Menschen sogar 4.500 Euro. Die Pauschale kannst Du statt der bisher aufwendig selbst ermittelten Fahrtkosten ansetzen – ohne Nachweispflichten. Allerdings zählen Fahrt-, Umbau-, Pflege- und Krankheitskosten zu den außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art. Und bei denen zieht das Finanzamt Deine individuelle „zumutbare Belastung“ ab.

Weitere Verbesserung: Wenn Du einen Angehörigen pflegst, kannst Du ab 2021 bereits ab Pflegegrad 2 von einem Pflege-Pauschbetrag zwischen 600 und 1.800 Euro profitieren.

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Geschenke auf Pump? Unsere Kredit-Tipps

4. Geschenke auf Pump? Unsere Kredit-Tipps

Weihnachten naht und viele von Euch werden auf der Jagd nach den passenden Geschenken sein. Die gehen dieses Jahr womöglich mehr ins Geld als zuvor, schließlich nagten Kurzarbeit und andere Corona-Widrigkeiten bei vielen an den Ersparnissen.

Trotzdem solltest Du besser nicht Dein Girokonto ins Minus treiben – der sogenannte Dispokredit ist oft teuer. Rede ehrlich mit Familie und Freunden und leg am besten Limits für die Geschenke fest.

Falls Dein Geld absolut nicht ausreicht, gibt es bessere Wege als den Dispo, um Geschenke zu finanzieren: Ein Rahmenkredit ist meist günstiger und Du kannst Deine Schulden recht flexibel zurückzahlen.

Sollte Dir ein Laden eine Null-Prozent-Finanzierung anbieten: Vergleiche die Preise verschiedener Händler. Es bringt Dir nichts, wenn Du zwar nichts für die Finanzierung bezahlst, dafür aber das Geschenk woanders günstiger kriegen würdest. Gib das Produkt dazu bei Idealo* und billiger.de* ein. Schau auch, was im Detail hinter der „Null“ steckt. Womöglich bist Du sehr lange an die Finanzierung gebunden. Oder aber es fallen unter bestimmten Bedingungen doch Zinsen an.

Steckst Du schon eine Weile im Dispo, solltest Du Dir überlegen umzuschulden. Bei kleineren Summen passt ein Rahmenkredit. Sieht es auf Deinem Konto schlimmer aus, kann ein Ratenkredit ein Ausweg sein. Auch der ist in vielen Fällen günstiger als der Dispo. Vergleiche Kreditangebote immer zweimal: einmal bei Verivox* und dann noch bei Check24*, Finanzcheck* oder Smava*.

Unsere Ratgeber zur Corona-Krise:

Selbständig Wie Du die Krise überbrückst
KinderbetreuungWas tun, wenn Kita und Schule dicht sind?
ArbeitsrechtWas im Job jetzt wichtig ist
ZahlungsunfähigWas Du tun kannst
MaskenpflichtSo geht‘s
ReisenWas Du jetzt beachten musst
Autoversicherung Wenig gefahren? Geld zurück!
LieblingslädenSo kannst Du sie unterstützen

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Auch wichtig: Hilf uns bitte, Homeoffice, unzulässige Riester-Gebühren, Bitcoin

5. Auch wichtig: Hilf uns bitte, Homeoffice, unzulässige Riester-Gebühren, Bitcoin

+++ Für uns alle war dieses Jahr sicher kein Highlight. Und jetzt ist auch klar, dass der Lockdown bis ins nächste Jahr verlängert wird. Doch womöglich hatte 2020 auch etwas Gutes: Hast Du vielleicht ein Instrument oder eine neue Sprache gelernt – oder endlich einen ETF-Sparplan eingerichtet? Hast Du Deine Eltern oder Großeltern mit Videochats vertraut gemacht – oder ihre überflüssigen Verträge entrümpelt? Vielleicht hast Du viel Hilfsbereitschaft erlebt? Wir wollen Deine Lichtblicke im Coronajahr 2020 hören! Bitte schreibe uns, wie Du das Beste aus der Situation gemacht hast. Eine Auswahl der Erlebnisse veröffentlichen wir hier im Newsletter. +++

 

+++ Die Große Koalition möchte eine steuerliche Pauschale für das Arbeiten von zu Hause einführen, weil vielen Arbeitnehmern Extrakosten etwa für Strom und Heizung entstanden sind. Die sogenannte Homeoffice-Pauschale soll vor allem denen helfen, die beispielsweise in einer Arbeitsecke im Schlafzimmer arbeiten müssen und kein extra Arbeitszimmer absetzen können. Die Pauschale beträgt voraussichtlich 5 Euro pro Tag und könnte auf 500 Euro im Jahr gedeckelt werden. Wahrscheinlich wird es den Betrag nicht zusätzlich zur Pauschale für Werbungskosten geben. +++

 

+++ Wenn Du eine monatliche Rente aus einem Riester-Banksparplan erhältst, hast Du womöglich zu viel Gebühren gezahlt. Es geht dabei um Abschlusskosten für die Versicherung, die Dir als Sparer Deine Leibrente zahlt. Einige Sparkassen haben dabei offenbar unzulässige Klauseln verwendet. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg klagte deshalb gegen die Sparkassen Westmünsterland sowie die in Kaiserslautern – und bekam Recht (Az. 2 O 850/19 und Az. 25 O 8/20). Beide Sparkassen haben Berufung eingelegt. Auf der Seite der Verbraucherzentrale kannst Du prüfen, ob Du betroffen bist, und einen Musterbrief herunterladen. +++

 

+++ Am Montag erreichte der Bitcoin, die bekannteste Kryptowährung, einen neuen Rekordstand in Dollar mit fast 20.000 Dollar pro Bitcoin. Hauptgrund: Mitte Oktober wurde bekannt, dass Paypal plant, den Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Vor drei Jahren lag der Bitcoin schon mal fast so hoch und verlor zwischenzeitlich 80 Prozent seines Wertes. Er bleibt hochspekulativ. Mehr in unserem Ratgeber. +++

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Prämienspar-Verträge: Hol Dir die Zinsen, die Dir zustehen!

Prämienspar-Verträge: Hol Dir die Zinsen, die Dir zustehen!

Prämien-Sparverträge waren in den 1990er und 2000er Jahren echte Bestseller der Sparkassen. Mittlerweile gibt es aber oft Ärger damit. Den Banken sind die lukrativen Verträge zu teuer geworden, daher kündigen viele Institute ihren Kunden. Schlimmer noch: Viele Banken haben offenbar jahrelang zu wenig Zinsen gezahlt.

Mehrere Gerichte haben schon bestätigt, dass so einige Sparkassen falsch gerechnet haben (wir berichteten). Auch die Finanzaufsicht Bafin hat Sparer dazu aufgerufen, ihre Verträge sorgfältig zu prüfen. Dabei geht es nach Ansicht der Verbraucherzentralen im Schnitt um mehrere Tausend Euro pro Sparer.

Inzwischen haben beide Seiten den Bundesgerichtshof angerufen – kommendes Jahr wird mit einem Grundsatzurteil gerechnet. Davon kannst vielleicht auch Du profitieren. Sogar bei Prämien-Sparverträgen, die schon vor Jahren gekündigt wurden. Und so gehst Du am besten vor.

 

1. Verjährung verhindern

Solange die Kündigung nicht länger als drei Jahre zurückliegt, kannst Du noch Zinsen nachfordern. Das heißt konkret: Wenn Dein Vertrag 2017 beendet wurde, kannst Du noch immer Geld fordern, falls die Zinsen falsch berechnet wurden. Allerdings musst Du Deine Ansprüche noch dieses Jahr offiziell geltend machen, um die Verjährung zu „hemmen“, so der juristische Fachbegriff. Dazu hast Du drei Möglichkeiten: Du könntest Dich einer Musterfeststellungsklage anschließen, auf eigene Faust klagen oder die Schlichtungsstelle einschalten.

 

2. Musterfeststellungsklagen laufen

In fünf Sparkassenregionen kannst Du Dich derzeit kostenlos in das Klageregister für eine Musterfeststellungsklage eintragen, nämlich als Kunde der Sparkasse Vogtland (Plauen), der Sparkasse Nürnberg, der Saalesparkasse (Halle), der Sparkasse Meißen und der Sparkasse Muldental (Grimma). Bei dieser Klage gibt es kein Kostenrisiko für Dich. Vielleicht musst Du aber hinterher noch eine individuelle Klage nachreichen. Ob sich das lohnt, hängt vom Ergebnis der Musterklage ab. Zu den Sparkassen Leipzig, Zwickau und zur Erzgebirgssparkasse liegen schon Musterurteile vor.

3. Individuell klagen

Falls Dein Prämienvertrag 2017 gekündigt wurde und es keine passende Musterklage gibt, könntest Du einzeln klagen. Das solltest Du aber vorher gut abwägen, weil je nach Entscheidung Anwalts- und Gerichtskosten auf Dich zukommen. Hier kann Dir eine Einschätzung der örtlichen Verbraucherzentrale weiterhelfen. Manche Anwälte bieten eine kostenlose Erstberatung an.

 

4. Schlichtung anrufen

Gratis ist dagegen ein Antrag bei der Schlichtungsstelle der Sparkassen. Hier gibt es die Besonderheit, dass ein solcher Antrag derzeit nicht weiterbearbeitet wird, weil die Schlichter erst auf das Urteil des Bundesgerichtshofes warten. Trotzdem lohnt es sich, das Formular auszufüllen, denn schon der gestellte Antrag hemmt die Verjährung.

Die Schlichtungsstelle empfiehlt, dass man sich zuerst direkt an die Sparkasse wendet. Vorgeschrieben ist so ein Klärungsversuch aber nicht – und bevor Ende Dezember die Verjährung droht, solltest Du lieber direkt bei der Schlichtung anklopfen. Die Verbraucherzentrale Sachsen hilft auf Wunsch bei der Antragsstellung, damit Du nichts vergisst (kostet knapp 40 Euro). Für Sparkassen in Baden-Württemberg gibt es eine eigenständige Schlichtungsstelle. Hier kann die Verbraucherzentrale BW weiterhelfen.

 

5. Auf den BGH warten

Wenn Dein Sparvertrag erst 2018 oder später gekündigt wurde oder sogar noch läuft, kannst Du Dich erst mal zurücklehnen. Das Urteil des Bundesgerichtshofes wird wohl in der ersten Jahreshälfte 2021 kommen und dürfte die meisten offenen Fragen klären. Und weitere Musterklagen, etwa im Kreis Barnim in Brandenburg, sind in Vorbereitung.

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Zahl der Woche

… kannst Du in Deutschland pro Jahr für viele ehrenamtliche Arbeiten ungekürzt als Belohnung bekommen. Das sind 200 Euro im Monat, die du komplett steuerfrei zu Deinem Einkommen erhältst.

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Finanztip in den Medien
Dienstag, 8. Dezember, Hermann-Josef Tenhagen, NDR mein Nachmittag
Mittwoch, 9. Dezember, Saidi Sulilatu, SWR Aktuell Radio
Freitag, 11. Dezember, Hermann-Josef Tenhagen, radioeins
In den folgenden Tabellen haben wir für Euch unsere aktuellen Empfehlungen zusammengestellt. Diese enthalten Werbelinks, über die Du direkt zur Empfehlung gelangst – und für die Finanztip in manchen Fällen eine Vergütung erhält. Unsere Auswahl erfolgt rein redaktionell und zu 100 Prozent unabhängig.
Tagesgeld
Angebote mit Zinsgarantie (nur für neue Kunden)
0,50 % p.a.
für 3 Monate
0,40 % p.a. zusätzlich
15.12.20 – 15.3.21
Advanzia Bank
0,40 % p.a.
für 3 Monate, mind. 5.000 Euro
die besten regulären Angebote (für alle Kunden)
TF Bank
0,30 % p.a.
Advanzia Bank
0,25 % p.a.
(mind. 5000 €)
PSA Direktbank
0,25 % p.a.
dauerhaft gute Angebote (seit mind. 12 Monaten gute Zinsen)
Advanzia Bank
0,25 % p.a.
Leaseplan Bank
0,2 % p.a.
(mind. 5000 €)
0,2 % p.a.
Festgeld
bis 12 Monate
0,56 % p.a.
0,55 % p.a.
Leaseplan Bank
0,55 % p.a.
Bank11
0,55 % p.a.
bis 24 Monate
0,75 % p.a.
0,73 % p.a.
0,70 % p.a.
bis 36 Monate
0,85 % p.a.
0,80 % p.a.
0,75% p.a.
Leaseplan Bank
0,75% p.a.
Die Grenke AG als Mutter der Grenke Bank ist aktuell mit Anschuldigungen eines Investors konfrontiert. Die Bafin untersucht das Thema. Die Auswirkungen auf die Bank sind derzeit unklar. Spareinlagen sind gemäß der gesetzlichen Einlagensicherung geschützt.
Die wichtigsten Finanztip-Empfehlungen
Girokonto
Consorsbank
Wertpapierdepot
Die besten Depots bei Onlinebanken
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Onvista Bank
Baufinanzierungs-Vermittler
Planethome
Stromtarif-Wechsel
Gastarif-Wechsel
Handytarife
Prepaid-Tarife
Lidl Connect Smart XS* (Vodafone-Netz)
Prepaid Basic von ja! Mobil – Rewe* (Telekom-Netz)
Allnet-Flat
Lidl Connect Smart S* (Vodafone-Netz)
Smart S von Norma Connect*(Telekom-Netz)
Fluggastentschädigung
Rechtshelfer
SOS Flugverspätung
EUClaim
Claim Flights
Sofort-Entschädigung
EUFlight
Compensation2go
Riester-Fondssparplan
DWS Toprente (mit Rabatt)
Deka Zukunftsplan Classic
Uniprofirente Select (Fonds: Uniglobal II)
Makler BU-Versicherung
Buforum 24
Zeroprov
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