Frau im Wohnzimmer
Bild: Ibai Acevedo / Stocksy

Immer mehr Leute kaufen ihre Weihnachtsgeschenke hauptsächlich online. Etwa zwei von drei Befragten gaben das im November gegenüber den Marktforschern der GfK an. Das liegt nicht zuletzt an Corona. Gehörst Du auch dazu?

Es ist schon schwer genug, das richtige Geschenk zu finden. Online kommt dazu, den richtigen Shop zu erwischen. Leider gibt es dabei immer wieder Probleme, gerade für Kunden, die noch nicht so viel Erfahrung haben.

Mit unseren 10 Tipps gehst Du ganz sicher:

1. Schau nach Deinen Lieblingsshops

Viele Ladengeschäfte haben sich in der Coronazeit eine Online-Präsenz zugelegt. Schau doch bei Google, ob Dein Lieblingshändler dabei ist. Wer online kauft, muss nicht zwingend bei einem anderen Anbieter kaufen.

2. Vorsicht bei zu guten Angeboten

Festliche Kleider für 20 Euro oder schicke Pullis zum kleinen Preis: Das sind Anzeigen in Social Media, die nicht nur Teenies anlocken. Was dann nach langer Wartezeit in der Versandtüte ankommt, ist aber regelmäßig mindere Qualität. Die Websites sind zwar oft deutschsprachig, die Händler aber in Fernost. Rücksendung? Oft teurer als der Kaufpreis. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine Liste mit 45 solcher Shops wie wish·com oder traumwolke·shop angelegt. Die meidest Du besser.

3. Klicke keine E-Mail-Werbung an

Nicht nur zum Black Friday kommt viel Werbung per Mail, oft von bekannten Shops mit super Angeboten: Kameras für ein Fünftel des normalen Preises. Nicht selten sind das Fake-Shops – wenn nicht sogar Phishing-Attacken. Leider erkennst Du betrügerische Shops nicht mehr unbedingt an Rechtschreibfehlern oder fehlendem Impressum. Eine E-Mail sollte nie der Ausgangspunkt zum Shoppen sein – außer es ist ein bestellter Newsletter.

4. Vergleiche Preise

Wenn Du weißt, was Du suchst, lohnt sich immer ein Preisvergleich mit unseren Empfehlungen Idealo* und billiger.de*. Manchmal sind die obersten Anbieter unbekannt, haben vielleicht nicht so viele Bewertungen. Dann kannst Du schauen, welcher Anbieter weiter unten in der Liste Dir zusagt – und trotzdem einen vernünftigen Preis bietet. Fake-Shops brauchst Du in aller Regel nicht zu fürchten: Die beiden Portale checken Shops, bevor sie sie listen.

5. Zahle mit einer sicheren Methode

Zahle niemals per Vorkasse. Besser auf Rechnung, höchstens per Lastschrift, denn die kannst Du zurückbuchen lassen. Das ist wieder einigen Verkäufern zu unsicher. Der Kompromiss: Wenn Du Kreditkarte, Paypal, Amazon Pay oder Klarna nutzt, zahlst Du zwar vorab, bist aber gut abgesichert gegen böse Überraschungen. Falls Du keine Ware erhältst, bekommt Du in der Regel Dein Geld zurück.

6. Achte auf die Lieferzeit

Manchmal wird die genaue Lieferfrist erst auf der Bezahlseite angezeigt. Manchmal sind die Angaben vorher sogar falsch. Das kann etwa auf Vergleichsportalen vorkommen, wenn die Anbieter nicht rechtzeitig ihre Daten aktualisieren. Bestelle besser nur, wenn ein Artikel auf Lager ist.

7. Angenehmer mit Filiale

Insgesamt ist Online-Shopping bequem. Doch falls Du mal Ärger hast, weil die Ware nicht heil angekommen ist oder es einen Garantiefall gibt, dann ist es ganz angenehm, ins Geschäft gehen zu können und von Angesicht zu Angesicht mit jemandem zu sprechen. Und wenn Du die Ware nach dem Online-Kauf selbst abholst, kannst Du sie direkt in Augenschein nehmen. Das heißt allerdings nicht, dass Filialgeschäfte bei Problemen kulanter sind.

8. Schaue genauer auf Marktplätzen

Was gerade neue Online-Shopper oft nicht wissen: Einige Firmen sind nicht bloß Händler, sondern ganze Marktplätze. Dort tummeln sich unzählig kleine Anbieter. Wer also bei Amazon, Kaufland oder Otto sucht, sollte immer darauf achten, bei wem er nun eigentlich genau kauft. Bei Ebay sowieso. Das heißt aber nicht, dass kleine Anbieter nichts taugen. Wickele den Kauf aber in jedem Fall über die Plattform, nicht über private Mails ab – das schützt Dich vor Betrug.

9. Kostenfalle Auslands-Shopping

Wer in Shops außerhalb der EU kauft, sollte ganz sicher sein, dass der Shop seriös ist. Wichtig auch zu wissen: In der Regel musst Du 19 Prozent Mehrwertsteuer zusätzlich auf einen Kauf zahlen. Und ab 150 Euro Einkaufspreis (Ware plus Versand) kann auch noch Zoll fällig werden. Außerdem verlangt der Paketdienst einen Aufschlag für die Zollanmeldung.

10. Wenn die Ware nicht gefällt

Das Gute am Online-Shopping: Wenn Dir was nicht gefällt, kannst Du es ohne Wenn und Aber zurückgeben. Du brauchst nicht einmal die Originalverpackung. Worauf es dabei ankommt, liest Du im Ratgeber Kaufrecht.

Viel Erfolg beim Weihnachtsgeschenke-Kauf!

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

3 Kommentare

  1. Hallo, auch ich bekomme neuerdings andauernd solche Nachrichten. Auf keine Fall klicke ich die Links an! Ich habe zwar Sachen bestellt, aber Sendungsnachrichten bekomme ich ausschließlich über die Email, die ich bei der Bestellung angegeben habe, auch wenn meine Sendung am Wunschort hinterlegt wurde. Ich gebe nie meine Mobil Nummer an! Also kann es sich nur um Fake handeln. Außerdem erhält man bei Nichtzustellung eine Nachricht in den Briefkasten.

  2. Danke für den Artikel : „Fake und Betrug erkennen“.

    Dazu hätte ich eine Frage, obwohl sie nicht unmittelbar mit dem Thema „online shopping“ zu tun hat, aber vielleicht mit Betrug: Woran erkenne ich , ob ich einen „Anhang“ oder Link auf meinem IPone gefahrlos öffnen kann, ohne dass ich mir evtl. Viren auf mein Handy lade?

    Ab Mitte November erhalte ich immer wieder (bis jetzt 7x) Benachrichtigungen, dass eine Paketzustellung nicht zugestellt werden könnte und ich dazu einen Anhang öffnen solle, zuletzt auch, um den Ablageort zu erfahren. Ich war misstrauisch, hatte gehört, dass man verdächtige Nachrichten nicht öffnen sollte und ich auch nichts bestellt hatte und immer zu Hause war.
    Auch wurden die Nachrichten immer von anderen Handynummern und z. T. sonntags und auch zu nachtschlafender Zeit verschickt.

    An wen könnte ich mich wenden, dass ich keine dieser Nachrichten mehr bekomme und ist diese „Sache“ auch anderen Lesern bekannt? Für eine Antwort bin ich sehr dankbar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate-Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate-Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.